
Eibe – Eigenschaften im Überblick
Wie du eine Eibe pflanzt und pflegst, wie sie wächst und welche Sorten es gibt, das erfährst du in diesem Pflanzensteckbrief. Er erleichtert dir die Auswahl und spätere Pflege des Baumes in deinem Garten.
Eibe – immergrüne, blickdichte Heckenpflanze
Eiben (Taxus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Die immergrünen Nadelgehölze sind auf der Nordhalbkugel zu Hause. Etwa zehn Arten gehören zur Pflanzengattung der Eiben. Hierzulande ist die Europäische Eibe (Taxus baccata) heimisch. Die Bäume haben in Mitteleuropa eine lange Geschichte, sie sollen hier bereits im Tertiär gewachsen sein.
Eiben sind Sträucher oder kleinere Bäume und gehören zu den Koniferen. Mit ihren immergrünen Nadeln, dem dichten Wuchs und den leuchtend roten Herbstfrüchten eignet sich die Eibe gut als Sichtschutz, für Einfriedungen und als Hecke.
Auch als Zierstrauch ist die Eibe beliebt. Sie ist in vielen Sorten mit unterschiedlichen Wuchseigenschaften erhältlich. Eiben können bis zu 15 m hoch wachsen. Die Nadeln bleiben bis zu acht Jahre lang an der Pflanze, bis sie abfallen. Da die Eibe frosthart ist, musst du sie in der kalten Jahreszeit nicht besonders schützen.
Hinweis: Alle Pflanzenteile der Eibe sind für den Menschen und viele Tiere stark giftig und der Verzehr ist lebensgefährlich. Ausgenommen davon sind nur der leuchtend rote Samenmantel und die Pollen. Die roten Früchte der Eibe werden von Vögeln gefressen, die so für die Verbreitung der Samen sorgen, die später wieder ausgeschieden werden.
Wie sehen Eiben aus?
Eiben wachsen als Strauch oder Baum. Das Nadelgehölz ist sehr schattenverträglich und kann ein hohes Alter erreichen. Frei wachsend wird es 10 m bis 20 m hoch. In der Natur kommt Taxus als Unterwuchs hoher Bäume vor. Als Tiefwurzler kann das Gehölz auch dem Wurzeldruck anderer Pflanzen gut standhalten.
Die Äste und Stämme sind schuppig mit einer grau-braunen Borke. An den Haupttrieben sitzen die Nadeln spiralförmig, an den Seitentrieben zweizeilig. Die Oberseite der 2 cm bis 3 cm langen Nadeln glänzt dunkelgrün, während die Unterseite heller ist. Nach etwa drei bis acht Jahren wirft die Eibe ihre Nadeln ab.
Die Pflanzen blühen sehr früh im Jahr. Die Knospen werden bereits im Spätsommer des vorherigen Jahres angelegt. Es gibt weibliche und männliche Eiben. Die Pflanzen sind somit zweihäusig.
Die Zapfen an den männlichen Pflanzen sind gelb und rund 4 mm groß. Sie wachsen an der Unterseite der Triebe. Die weiblichen Zapfen sind etwas kleiner und bräunlich. Sie wachsen ebenfalls an der Unterseite in den Blattachseln. Aus ihnen reifen im August die roten Früchte, die den Samen enthalten. Der auffällige Samenmantel soll Vögel anlocken, die ihn fressen und den Samen auf diese Weise verteilen.

Eiben können zu stattlichen Bäumen heranwachsen, so wie diese Eibe in einem Park.
| Name | |
|---|---|
Gewöhnliche Eibe (Taxus baccata) | |
| Sorten | |
Bechereibe Hicksii, Säuleneibe Fastigiata, Fastigiata Robusta, Gelbe Säuleneibe | |
| Wuchshöhe | |
5 m bis 15 m für die Gewöhnliche Eibe bis zu 8 m je nach Sorte für Becher- und Säuleneiben | |
| Pflege | |
pflegeleicht | |
| Name | Gewöhnliche Eibe (Taxus baccata) |
|---|---|
| Sorten | Bechereibe Hicksii, Säuleneibe Fastigiata, Fastigiata Robusta, Gelbe Säuleneibe |
| Wuchshöhe | 5 m bis 15 m für die Gewöhnliche Eibe bis zu 8 m je nach Sorte für Becher- und Säuleneiben |
| Pflege | pflegeleicht |

An der Eibe entstehen kleine, rote Früchte. In ihnen stecken die Samen der Pflanze.
| Blütenfarbe | |
|---|---|
gelb | |
| Blütezeit | |
März und April | |
| Blütenform | |
Köpfchen | |
| Blattfarbe | |
dunkel- bis schwarzgrün | |
| Zier- oder Nutzwert | |
Vor allem Sichtschutz, auch Zierhecke | |
| Verwendung | |
geeignet als Einfassung | |
| Winterhärte | |
frosthart | |
| Wuchseigenschaften | |
unterschiedlich und abhängig von der Sorte | |
| Standort | |
sonnig bis halbschattig, schattentolerant | |
| Bodenart | |
anspruchslos | |
| Bodenfeuchte | |
frisch bis feucht | |
| Nährstoffbedarf | |
hoch | |
| Kalkverträglichkeit | |
hoch | |
| Blütenfarbe | gelb |
|---|---|
| Blütezeit | März und April |
| Blütenform | Köpfchen |
| Blattfarbe | dunkel- bis schwarzgrün |
| Zier- oder Nutzwert | Vor allem Sichtschutz, auch Zierhecke |
| Verwendung | geeignet als Einfassung |
| Winterhärte | frosthart |
| Wuchseigenschaften | unterschiedlich und abhängig von der Sorte |
| Standort | sonnig bis halbschattig, schattentolerant |
| Bodenart | anspruchslos |
| Bodenfeuchte | frisch bis feucht |
| Nährstoffbedarf | hoch |
| Kalkverträglichkeit | hoch |
Wuchseigenschaften der Eibe
Ein besonderes Merkmal der Eibe ist ihre Sortenvielfalt mit unterschiedlichen Wuchsformen. Gemein ist allen Sorten eine Wuchsbreite von 5 m bis 10 m und eine Wuchshöhe von 5 m bis 15 m. Jedoch gibt es bei der Wuchsgestalt deutliche Unterschiede.
Während die Gewöhnliche Eibe meist mehrstämmig in breiter Kegel- oder Eiform wächst, bildet die Bechereibe „Hicksii“ breit aufrechte Säulen. Die Bechereibe „Hillii“ hingegen wächst dicht und kompakt. Die Säuleneibe „Fastigiata“ und die Gelbe Säuleneibe wachsen schmal säulenförmig. „Fastigiata Robusta“ zeichnet sich durch einen besonders straff aufrechten Wuchs mit einer schlanken, geschlossenen Säulenform aus.
Eher gering sind die Unterschiede beim Zuwachs. Dieser liegt pro Jahr bei etwa 10 cm bis 15 cm in der Höhe. Die Gewöhnliche Eibe und Fastigiata Robusta erreichen mit 20 cm bis 25 cm pro Jahr einen deutlich kräftigeren jährlichen Höhenzuwachs. Der Breitenzuwachs reicht von 3 cm bei Fastigiata bis zu 20 cm pro Jahr bei der Gewöhnlichen Eibe. Das Eibenholz ist relativ hart, elastisch und zäh.
Das Wurzelsystem aller Sorten der Taxus baccata ist dichtwüchsig und reicht weit in die Tiefe. Gegen hohen Wurzeldruck ist die Eibe immun. Winterliche Temperaturen hält sie gut aus. Sie hat immergrüne Nadeln beziehungsweise nadelförmige Blätter und bildet schon im März gelbe, unscheinbare Blüten aus. Die fleischigen Früchte sind leuchtend rot.
Tipp: Setze die Eibe als attraktiven Sichtschutz ein. Das pflegeleichte Strauchgewächs macht dir vergleichsweise wenig Arbeit – ob als Hecke oder als Baum.
Standort- und Bodenbedingungen
Die Eibe gedeiht besonders gut an einem sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie verträgt aber auch stark schattige Plätze. Bei der Bodenart ist sie anspruchslos. Nur für Moorböden mit einem sehr niedrigen pH-Wert oder Lagen in voller Sonne eignet sie sich nicht.
Am besten entwickelt sich die Eibe auf nährstoffreichen, kalkhaltigen Böden, die frisch oder feucht sind. Die Eibe ist als Baum und Heckenpflanze frosthart.
Pflanzzeit und Pflege
Optimale Pflanzzeit für die Eibe ist das Frühjahr ab März. So kann sich das Gehölz bis zum Winter einwurzeln. Spätester Pflanzmonat ist der Oktober. Containerware kannst du ganzjährig pflanzen. Ein besonderer Schutz vor winterlicher Kälte ist nicht nötig. Sollte es im Sommer lang anhaltend heiß sein, gießt du die Eibe.
Pflanze die Eibe nicht zu tief. Der Wurzelballen sollte mit der Oberkante des Erdreichs auf einem Niveau sein. Für eine Eibenhecke rechnest du pro laufenden Meter drei bis fünf Pflanzen ein. Der Abstand ist abhängig von der gewählten Sorte.
Die Eibe profitiert von reichlich Nährstoffen und mag Kalk. Ist der Boden sehr mager, tut der Pflanze etwas Kompost im Frühjahr gut. Eine regelmäßige und spezielle Düngung ist jedoch nicht nötig. Junge Eiben wässerst du allerdings regelmäßig. Sie vertragen Trockenheit nicht so gut wie ältere, gut eingewurzelte Exemplare.
Schädlinge wie Gallmilben, Dickmaulrüssler und Schildläuse gefährden die Gesundheit der Eibe. Auch die Wurzelfäule kann ihr zusetzen.
Eibe schneiden – Zeitpunkt und Vorgehen

Die Eibe verträgt Schnitte sehr gut. Du kannst sie daher auch in bestimmte Formen schneiden.
Die Eibe zeichnet sich durch eine besonders hohe Schnittverträglichkeit aus und kann auch als Formgehölz verwendet werden.
Die pflegeleichte Strauchpflanze begnügt sich mit einem Schnitt pro Jahr rund um den Johannistag am 24. Juni. Eibenhecken schneidest du regelmäßig ab dem zweiten Jahr.
Alte Hecken lassen sich durch einen Verjüngungsschnitt anregen, im folgenden Frühjahr frische Triebe auszubilden. Zu diesem stärkeren Rückschnitt setzt du im März an. Ein regelmäßiger Formschnitt verleiht der Eibe eine kompakte, dichte Gestalt. Beachte beim Schneiden, dass alle Pflanzenteile inklusive des Eibenholzes giftig sind.
Sorten-Tipps
In Form geschnittene Eiben verschönern einen Cottage-Garten.
Als junger Baum wächst die Europäische Eibe kegelförmig aufrecht und mit einem zentralen Stamm. Je älter eine Eibe wird, desto mehrstämmiger wird das Nadelgehölz und bildet eine breite, aber lockere Krone. Die Sorten der Europäischen Eibe unterscheiden sich vor allem in der Farbe der Nadeln und in der Wuchsform. Während beispielsweise die Eibensorte „David“ eher säulenförmig wächst und gelbe Nadeln besitzt, wächst die ebenfalls gelbnadelige Sorte „Summergold“ flach ausgebreitet.
Eine weitere Art ist die Japanische Eibe (Taxus cuspidata). Sie wächst hierzulande strauchartig. Gelegentlich sind auch Exemplare zu haben, die mit einem sogenannten Wolkenschnitt versehen sind. Die Äste und das Nadelkleid der Pflanzen erinnern durch den Schnitt an versetzt angeordnete Wolken. Diese besonderen Exemplare der Japanischen Eibe sind meist auch sehr teuer.
Die Sorten „Nana“ und „Monloo“ der Japanischen Eibe eignen sich ideal für einen größeren Pflanzkübel. Sie werden maximal 100 cm bis 150 cm hoch und wachsen sehr langsam.
Die Hybrid-Eibe (Taxus x media) ist eine Kreuzung aus Japanischer und Europäischer Eibe. Sie eignet sich gut für Hecken. Die Sorte „Stricta Viridis“ wächst sehr schmal und säulenförmig.
Eiben vermehren

Eiben vermehrst du über Aussaat oder mit Stecklingen. Nimm sie im Frühsommer von der Pflanze ab.
Taxus vermehrst du am besten durch Aussaat. Du kannst bereits vorhandene Sämlinge im Garten auch umsetzen. Die Aussaat gelingt am besten im Frühjahr. Für eine Stecklingsvermehrung benötigst du etwas Geduld. Der ideale Zeitpunkt, um Stecklinge abzunehmen, ist der Frühsommer.
Brauchen Eiben einen Winterschutz?
Alle Sorten von Taxus sind hierzulande winterhart. Schütze sie aber vor intensiver Wintersonne oder extrem kalten Ostwinden. Beides kann die Pflanzen austrocknen.
Junge Eiben sowie in Kübeln gepflanzte Exemplare schützt du daher mit einem Vlies und einer Mulchschicht im Wurzelbereich. Kübel umhüllst du mit Luftpolsterfolie oder einem Jutesack.
Wie wirkt das Gift der Eibe?
Die bei uns beheimatete Europäische Eibe (Taxus baccata) ist sehr giftig. Das Gift Taxin steckt in den nadelförmigen Blättern, im Holz, im Samen und in den Früchten. Es löst Krampfanfälle aus und kann sowohl für Menschen als auch für Tiere tödlich sein.
Hinweis: Wenn du in einem Haushalt mit kleinen Kindern lebst, verzichtest du auf die giftige Eibe und wählst eine andere Heckenpflanze.
Welche Krankheiten und Schädlinge treten bei Eiben auf?
Taxus ist eine sehr robuste Pflanze. Doch einige Schädlinge haben sich auf Eiben spezialisiert. Dazu gehören die Eibenschildlaus und die wollige Napfschildlaus. Die Larven des Dickmaulrüsslers greifen die Wurzeln an, der ausgewachsene Käfer wiederum frisst die Nadeln.
Neben Schädlingen kann es bei nicht eingezäunten Gartengrundstücken in ländlichen Gebieten auch zu Wildverbiss kommen, da Eiben für Rehe und Rothirsche ungiftig sind.








