
Stechpalmen pflanzen und pflegen
Dank ihrer immergrünen Blätter ist die Stechpalme eine beliebte Pflanze in vielen Gärten. In diesem Ratgeber erfährst du Wissenswertes über die Pflanze und wie du sie anpflanzt und pflegst.
Was sind Stechpalmen?
Weltweit gibt es rund 400 Arten von Stechpalmen (Ilex), die auch als Winterbeeren bekannt sind. Den Laubbaum aus der Familie der Stechpalmengewächse gibt es mit immergrünen oder sommergrünen Blättern. Diese sind meist gezahnt und setzen sich mit ihrer dunkelgrünen Farbe von den strahlend roten Beeren ab.
Hinweis: Die Früchte der Stechpalme sind für Menschen giftig. Lass vor allem kleine Kinder nicht unbeaufsichtigt in die Nähe der bunten Beeren.
Stechpalmen erreichen ein Alter von mehreren hundert Jahren. In dieser Zeit wachsen sie auf Höhen von bis zu 25 m an. Je nach Art gibt es die Pflanze aber auch als kleinen Strauch, wie zum Beispiel die Japanische Stechpalme (Ilex crenata).
Das Laubgewächs hat männliche und weibliche Blüten. Sie sind weiß, wachsen in den Blattachseln der vorjährigen Triebe und blühen von Mai bis Juni. Aus den Blüten entstehen die charakteristischen, erbsengroßen Steinfrüchte. Diese sind braun, gelb, rot oder schwarz gefärbt. Abhängig von der Stechpalmenart enthalten die Beeren zwischen einem und zehn Samen. In vielen Fällen trägt die Pflanze die Früchte bis in den Frühling.

Die Früchte der Stechpalme sind etwa erbsengroß. Oft bleiben sie bis zum Frühjahr an der Pflanze hängen.
Der richtige Boden für Stechpalmen
Der ideale Boden für Stechpalmen ist frisch bis feucht und nährstoffreich. Die Pflanzen wachsen auch auf sauren, durchlässigen und humusreichen Untergründen. Lehmige Böden magerst du am besten mit Sand und Laubhumus gründlich ab.
Achte beim Pflanzen von Stechpalmen auf einen geeigneten Standort. Ist dieser zu sonnig, leiden die Blätter bei Minusgraden unter Frosttrocknis. Das intensive Sonnenlicht sorgt dafür, dass das Wasser der Blätter verdunstet. Wenn gleichzeitig die Leitungsbahnen im Holz eingefroren sind, liefern sie keinen Wassernachschub. In der Folge erfrieren einzelne Blätter oder ganze Zweigpartien. Pflanze den Strauch daher an einem absonnigen bis schattigen Standort.
So pflanzt und pflegst du Stechpalmen richtig
Pflanze Stechpalmen am besten, nachdem die starke Frostperiode vorbei ist. So haben die Palmen genügend Zeit zum Einwachsen und sind gut für den ersten Winter vorbereitet. Hebe einen durchgehenden Pflanzgraben aus, wenn du Stechpalmen in eine Hecke pflanzt. Setze dann pro Meter zwei bis sechs Pflanzen.
Stechpalmen brauchen nicht viel Pflege: Dünge sie im Frühjahr mit einem kalkarmen Rhododendrondünger oder Laubkompost. Diesen vermischst du mit Horngrieß. Schütze empfindliche Sorten im Winter außerdem mit einem Wintervlies.
Stechpalmen schneiden
Im zeitigen Frühjahr schneidest du deine Stechpalmen. Den Schnitt vertragen die Pflanzen ausgesprochen gut: Sie verjüngen sich aus dem alten Holz. Auch im späten Juni sind noch Schnittmaßnahmen möglich.
Hast du deine Hecke mit der Art Ilex aquifolium oder Ilex x meserveae bepflanzt verwendest du am besten eine Handheckenschere. Im Vergleich zur Motorheckenschere fransen die großen Blätter auf diese Weise nicht so stark aus. So vermeidest du großflächig eingetrocknete Schnittwunden.
Wie du Stechpalmen im Garten verwendest
In Hecken wirken Stechpalmen besonders gut. Aber auch als Formgehölz lassen sie sich einsetzen. An besonders frostigen Orten, die viel Wintersonne bekommen, pflanzt du am besten robuste Hybridsorten. Ihre Blätter leiden nicht so schnell unter Frost.
Große Gehölze unterpflanzt du mit reinen Ilex-Sorten. Sie brauchen wenig Licht und kommen mit großen Schattenspendern zurecht. Legst du einen asiatischen Garten an, darf auch hier die Stechpalme nicht fehlen: In Einzelstellung im Topf sorgen die kompakten Sorten der Japanischen Stechpalme für fernöstliches Flair.
Arten und Sorten der Stechpalme

Kompakt gehalten lässt sich die Stechpalme vielseitig im Garten einsetzen.
Hierzulande sind vor allem drei Stechpalmenarten beziehungsweise -hybride für den Einsatz im Garten üblich. Dazu gehört die Gewöhnliche Stechpalme (Ilex aquifolium). Sie ist ein immergrüner Großstrauch oder Baum mit mehreren Stämmen. Die Wuchshöhe beträgt bis zu 7 m. Zu dieser Art gehören unter anderem die Sorten „Argentea Marginata“ mit zahlreichen bunten Blättern und „Alaska“ mit besonders vielen Früchten. „Alaska“ wächst zudem recht kompakt und bildet Blätter mit starken Dornen.
Die zweite Art ist der Japan- oder Berg-Ilex. Diese Gartensorten erreichen eine Höhe zwischen 60 cm und 150 cm. Ihre immergrünen Blätter sind klein und oval. Dornen haben sie nicht, daher lassen sie sich besonders komfortabel schneiden und formen. Beliebte Sorten sind zum Beispiel „Golden Gem“ mit gelbem Laub oder „Convexa“ mit gewölbten Blatträndern.
Eine Kreuzung aus der heimischen Stechpalme und einer ostsibirischen Art ist die Buschige Stechpalme (Ilex meserveae). Der Strauch wächst kegelförmig und erreicht eine Höhe von 1,5 m bis 3 m. Er ist außerdem besonders winterhart. Gängige Vertreter sind „Heckenfee“ und „Heckenstar“. Pflanze beide Arten nebeneinander, damit sie sich gegenseitig befruchten können.
Ein seltener Gast in Westeuropa ist die Sommergrüne Stechpalme (Ilex verticillata). Sie ist auch als Rote Winterbeere bekannt. Der Strauch stammt aus Nordamerika und erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 3 m. Im Herbst verfärbt sich ihr Laub gelb bis orange, bevor die Pflanze es abwirft. Die roten Früchte bleiben lange am Strauch hängen.
Stechpalmen vermehren
Drei Varianten stehen dir zur Auswahl, wenn du Stechpalmen vermehren möchtest. Besonders unkompliziert funktioniert das mit Absenkern. Dafür eignen sich größere Sorten der Heimischen Stechpalme. Ihre langen Triebe im unteren Bereich der Krone liegen meist schon auf dem Boden auf.
Langwierig und nur mit speziellen Anzuchtstationen oder kleinen Gewächshäusern machbar ist die Vermehrung durch Stecklinge. Diese Methode funktioniert bei fast allen Ilex-Sorten. Schwierig ist allerdings die Bewurzelung der Pflanze, weil sie eine bestimmte Bodenwärme benötigt.
Wildarten der Stechpalme lassen sich auch durch Aussaat vermehren. Das ist allerdings recht aufwendig: Bevor du sie aussäst, unterziehst du die Samen einer Kältebehandlung. Die Samen haben nämlich eine starke Keimhemmung, die mit der Kältebehandlung aushebelst.
Mögliche Krankheiten und Schädlinge bei Stechpalmen

Die Stechpalme wird hin und wieder von der Minierfliege befallen. Auch der Dickmaulrüssler gehört zu den Schädlingen der Stechpalme.
Im Garten leiden Stechpalmen manchmal unter dem Befall der Ilex-Minierfliege. Ihre Larven leben im Blattgewebe. Dabei hinterlassen sie helle bis bräunliche Miniergänge. Außerdem verpuppen sich die Larven in den Blättern. Entdeckst du einen Befall durch die Ilex-Minierfliege, entfernst du im zeitigen Frühjahr alle betroffenen Blätter. Entsorge sie anschließend im Hausmüll. Auf diese Weise kann keine neue Generation der Fliegen schlüpfen.
Ein weiterer Schädling für die Stechpalme ist der Dickmaulrüssler. Er frisst sich durch die fleischigen Blätter der Pflanze. Du erkennst einen Befall am rundlichen Buchtenfraß an den Blatträndern. Um die Schädlinge wirksam und umweltfreundlich loszuwerden, bieten sich Nützlinge wie Nematoden an.








