Hauptinhalt
Frisch geernteter Topinambur liegt im Garten vor einer Topinamburpflanzen.

Topinambur gehört zu den vergessenen Heilpflanzen, die heute von vielen Genießern aufgrund ihres einfachen Anbaus und der wertvollen Inhaltsstoffe wiederentdeckt wurde. Hier erfährst du, wie du die Knolle erntest, pflegst, lagerst und verarbeitest.

Woher kommt Topinambur?

Der Korbblütler Topinambur (Helianthus tuberosus) ist eine Sonnenblume und kommt ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika. Im Deutschen kann man sowohl „die“ Topinambur als auch „der“ Topinambur sagen. Andere Namen für das Gewächs sind Erd-Sonnenblume, Knollen-Sonnenblume, Jerusalemartischocke, Erdartischocke, Ewigkeitskartoffel oder auch Zuckerkartoffel.

Bis zum 17. Jahrhundert galt die Knolle vor allem in der französischen Küche als Delikatesse. Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Gemüse Stück für Stück von der Kartoffel verdrängt, da sie einfacher zu lagern ist. Doch die Knolle wurde in der gesunden Küche wiederentdeckt.

Wie sieht Topinambur aus?

Topinamburknollen ist zum Teil aufgeschnitten

Äußerlich sehen sich Topinambur und Ingwer sehr ähnlich. Sie besitzen jedoch einen anderen Geschmack und werden unterschiedlich verarbeitet.

Topinambur ist eine mehrjährige Staude, die bis zu 3 m hoch wird. Die Stängel, an denen eiförmige, etwa 10 cm bis 25 cm lange Blätter hängen, sind rundlich und behaart. Sie tragen ebenfalls die Trugdolden mit ihren gelben Blüten. Diese blühen ab August und haben einen Durchmesser von 5 cm bis 10 cm.

Die Staude ist nicht stationär und bildet Ausläufer. Aus diesen Sprossknollen entstehen wiederum neue Pflanzen. Die Knollen selbst speichern Inulin, das als gesundheitsfördernd gilt.

Die Topinamburknollen sind etwa so groß wie eine Kartoffel. Die Form ist jedoch sehr unterschiedlich und kann an Äpfel oder auch Ingwerknollen erinnern. Auch die Farbe der Schale variiert von violett bis braun. Nur das Innere der Knolle ist immer weiß.

Der richtige Standort

Topinambur ist recht anspruchslos bezüglich des Bodens. Allerdings bevorzugt die Pflanze einen sonnigen Standort mit einem humosen, leicht sandigen Boden. Kalkhaltige Böden sind nicht geeignet.

Tipp: Eine Wurzelsperre hilft dabei, dass die Staude sich nicht zu stark ausbreitet. Am Rand des Gemüsegartens sieht Topinambur nicht nur schön aus, er dient mit seiner imposanten Größe von bis zu 3 m auch als Sichtschutz.

Topinambur pflanzen

Topinambursetzlinge in einem Beet.

Plane einen ausreichenden Pflanzabstand bei Topinambur ein.

Pflanze Topinambur am besten im Frühjahr ab Mitte März. Aber auch der Oktober eignet sich dazu, die Pflanze zu setzen. Dazu legst du die Knollen etwa 5 cm bis 10 cm tief in die Erde. Als Pflanzabstand ist es ratsam, 50 cm bis 60 cm einzukalkulieren. Etwas Kompost hilft dem Topinambur beim Wachstum. Wuchert er zu stark, kann dies an zu viel Stickstoff liegen. Gieße den Topinambur nur, wenn du ihn auf sandigem Boden gepflanzt hast oder es über längere Zeit trocken ist.

Vermehren kannst du Topinambur, indem du frisch geerntete Knollen wieder in der Erde platzierst. So treiben sie im kommenden Frühjahr neu aus. Wichtig ist, dass sie nicht zuvor gelagert oder angetrocknet sind.

Topinambur ernten

Ab Oktober kannst du die meisten Topinambur-Sorten ernten. Pro Pflanze kannst du circa acht bis zehn Knollen ernten. Mit einer Grabegabel holst du die Knollen aus der Erde und lagerst sie ungewaschen ein. Allerdings lassen sie sich nicht so lange lagern wie die Kartoffel. Durch die dünne Haut trocknen sie schnell aus, weshalb du die Knollen feucht und kühl lagern solltest.

Topinambur schmeckt nicht nur gut, sondern ist auch noch sehr gesund. Du kannst die Knolle als Salat zubereiten, kochen oder eine Suppe daraus machen. Die Zubereitung ist mit oder ohne Schale möglich.

Die Knollen schmecken nussig und ähneln Artischocken im Geschmack. Bereitest du die Knolle roh zu, träufelst du etwas Zitronensaft auf die Schnittflächen, damit sie nicht braun werden.

Geernteter Topinambur liegt in einer Holzkiste neben einer Grabegabel.

Greife zur Grabegabel und hole den Topinambur aus der Erde. Willst du die Knollen nicht sofort verarbeiten, wasche sie vor der Lagerung nicht.

Verwendung als Heilpflanze

Seine wertvollen Inhaltsstoffe machen Topinambur zu einer Heilpflanze. Im Gegensatz zur Kartoffel enthält die Knolle keine Stärke, sondern Inulin. Das ist ein Mehrfachzucker, der Magen und Dünndarm unverdaut passiert. Im Dickdarm entfaltet der Stoff seine Wirkung und sorgt für eine gesunde Darmflora. Inulin hat keinen Einfluss auf den Blutzucker, daher ist Topinambur ideal für die Ernährung von Diabetikern.

Ein unangenehmer Nebeneffekt: Inulin kann zu Blähungen führen, deshalb solltest du anfangs mit kleinen Portionen beginnen und dich langsam an größere Mengen herantasten.

Arten von Topinambur

Viele Topinambur-Sorten unterscheiden sich in der Form und Farbe. Während die Sorten „Gute Gelbe“,„Rote Zonenkugel“ und „Fuseau“ eine eher rundliche Knolle haben, wächst die Sorte „Gigant“ birnenförmig. Wer nicht allzu üppig ernten möchte, kann auf die Sorte „Bianca“ zurückgreifen. Diese hat den Vorteil, dass sie nur bis zu 2 m hoch wächst. Die „Waldspindel“ hingegen besitzt rötliche Knollen, die spindelförmig wachsen.

Blühender gelber Topinambur steht im Garten.

Topinambur gehört zu den Sonnenblumen. Du kannst dich also nicht nur über die Ernte, sondern auch über die schönen Blüten freuen.

Krankheiten und Schädlinge bei Topinambur

Die Staude ist in der Regel sehr robust. Ab und zu kann Mehltau die Pflanze befallen. Behandle die Pflanze in diesem Fall mit einem Mittel gegen Mehltau. Da die Knollen nicht nur den Menschen schmecken, ist sie allerdings auch ein begehrtes Ziel für Wühlmäuse.

Beet planen und gestalten mit dem Gartenplaner

Wenn du bei der Gestaltung deines Wunschgartens Hilfe benötigst, lass dich vom OBI Gartenplaner kostenlos beraten.

Das könnte dich auch interessieren