Paradeiser veredeln für bessere Erträge
Um einen reichen Ertrag an schmackhaften und widerstandsfähigen Paradeiser zu bekommen, bietet es sich an, Paradeiser zu veredeln. Beim Veredeln werden die positiven Eigenschaften zweier Pflanzen miteinander vereint, um als Ergebnis eine Pflanze mit optimierten Eigenschaften zu erhalten.
Dabei lassen sich robuste Paradeisersorten züchten, die optimal an die Witterungsbedingungen unserer Breiten angepasst und zugleich sehr aromatisch sind. Das Veredeln von Paradeiserpflanzen bietet dir die folgenden Vorteile:
Größere Früchte
Besserer Geschmack
Höherer Ertrag
Höhere Ertragssicherheit
Hohe Widerstandsfähigkeit
Gute Blattgesundheit
Kräftiges Wurzelwachstum
Resistenz gegen Krankheiten und Schädlinge
Schutz gegen Nematoden und Bodenpilze
Hohe Wuchskraft
Die Basis der Veredelung ist die sogenannte Unterlage. Die Unterlage bildet das Wurzelwerk und ein Teil des Stammes deiner veredelten Paradeiserpflanze. Die Unterlage sollte robust, unempfindlich sowie resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen sein. Dadurch wird die Widerstandsfähigkeit und Resistenz der Pflanze verbessert. Die Unterlage wird bei der Veredelung mit einem Pflanzenteil einer Edelsorte kombiniert.
Die Edelsorte bringt den aromatischen Geschmack. Verwende daher als Edelsorte idealerweise eine Pflanze mit gutem Aroma, die viele Früchte ausbildet und über eine starke Blattgesundheit verfügt.
In der folgenden Anleitung erfährst du, wie du die Unterlage mit der Edelsorte kombinieren kannst, damit die Veredelung deiner Paradeiserpflanzen gelingt.
Edelpflanze und Unterlage aussäen

Bevor du mit der Veredelung beginnen kannst, säst du die beiden gewünschten Paradeisersorten aus. Zuerst wird die Edelsorte ausgesät, einige Tage später die Unterlage. So sind beide Sorten zum Zeitpunkt der Veredelung gleich gut entwickelt.
Lege die Samen in eine Schale mit Anzuchterde. Stelle den Anzuchttopf für etwa 10 bis 14 Tage an einen warmen Ort und halte die Erde feucht. Verwende zum Befeuchten des Substrats eine Sprühflasche. Sind die Keimlinge ungefähr 10 cm groß und drei bis vier Laubblätter entwickelt, kannst du mit der Veredelung beginnen.
Unterlage und Edelsorte verbinden

Um das Wurzelwerk für die veredelte Paradeiserpflanze zu gewinnen, schneidest du zuerst die Unterlage zurecht. Schneide die Unterlage waagerecht zwei bis drei Millimeter oberhalb der ersten Keimblätter ab. Das Oberteil der Wurzelunterlage benötigst du nicht mehr.
Tipp: Damit dir ein möglichst sauberer und gleichmäßiger Schnitt gelingt, nutz du idealerweise ein scharfes Schneidemesser. Alternativ verwendest du eine Rasierklinge.
Schneide anschließend den Trieb deiner Edelsorte oberhalb der Keimblätter durch. Die Schnittstellen von Unterlage und Edelsorte sollten möglichst den gleichen Durchmesser haben. Den unteren Teil der Edelsorte kannst du entsorgen.
Hinweis: Halte die beiden Schnittstellen sauber und berühre sie nicht mit den Fingern. Verwende außerdem ein sauberes Messer, damit keine Keime und Verunreinigungen in die Pflanzenteile gelangen. Bei Bedarf kannst du dein Schneidewerkzeug mit Alkohol desinfizieren.
Verbinde nun beide Pflanzenteile mit einem Keramikstäbchen. Stecke das Stäbchen zur Hälfte in den Stängel der Unterlage deiner Pflanze. Schiebe den Trieb der Edelsorte gerade auf das Stäbchen. Achte darauf, dass die beiden Schnittflächen gut zusammenpassen und glatt aufeinander aufliegen.
Tipp: Statt einem Keramikstäbchen kannst du auch ein Veredelungsclip oder eine Veredelungsklemme verwenden.
Pflege der veredelten Paradeiserpflanze

Stütze das Pflänzchen mit einem Pflanzstab. Wichtig ist es, die Erde gut zu befeuchten, am besten mithilfe einer Sprühflasche. Platziere die Pflanze an einen warmen, hellen und geschützten Ort. Gut geeignet ist dafür zum Beispiel das Gewächshaus. Steht dir kein Gewächshaus zur Verfügung, kannst du auch eine geeignete Schutzhaube über das Pflänzchen stülpen. Alternativ nutzt du eine abgeschnittene durchsichtige PET-Flasche, die du vorsichtig über die Pflanze stellst. Unter der Schutzhaube entsteht ein feuchtwarmes Klima, das das Zusammenwachsen beider Pflanzenteile begünstigt.
Nach etwa einer Woche solltest du die Pflanze langsam an das Außenklima gewöhnen. Dafür nimmst du die Schutzhaube stundenweise ab und stellst das Gewächs immer wieder für einige Zeit ins Freie.
Das Pflänzchen mag es zwar hell, direkte Sonneneinstrahlung solltest du in den ersten Tagen allerdings vermeiden. Nach und nach kannst du deine Paradeiserpflanze aber an die Sonne gewöhnen.
Sind beide Pflanzteile nach einigen Tagen zusammengewachsen, ist deine Züchtung lebensfähig und du kannst bei Bedarf die Veredelungsklammern entfernen. Anschließend setzt du die Paradeiser an ihren neuen Standort. Wähle dafür einen möglichst sonnigen und warmen Platz, der idealerweise vor Wind und Regen geschützt ist. Die weitere Anzucht erfolgt so wie bei allen anderen Paradeiserpflanzen.
Hinweis: Achte beim Einpflanzen darauf, die veredelte Pflanze nicht tiefer in die Erde zu setzen, als sie vorher im Topf stand. Wird sie zu tief eingepflanzt, könnten sich oberhalb der Veredlungsstelle Wurzeln an der Edelsorte bilden, die dann ins Substrat wachsen. Der Schutz, den die Unterlage gegen Krankheiten und Schädlinge bieten soll, wäre damit aufgehoben.
Welche Sorten eignen sich zum Veredeln?
Zum Veredeln einer Paradeiserpflanze wählst du eine geeignete Unterlage und eine passende Edelsorte. Als Unterlage eignet sich eine robuste und widerstandsfähige Paradeisersorte. Sie sollte resistent gegenüber Schädlingen und Krankheiten sein.
Die Sorten Vigomax F1, Spirit F1 und Estamino F1 wurden speziell als Unterlage für die Veredelung gezüchtet und eignen sich somit besonders gut. Du bekommst Vigomax und andere Paradeiserunterlagen auch als Veredelungsset inklusive Keramikstäbchen. Verwende alternativ Wildparadeiser als Unterlage für deine neue Züchtung.
Als Edelsorte eignen sich Paradeiser aller Art wie Cherry-, Cocktail-, Fleisch- oder Rispenparadeiser. Paradeisersorten mit kräftigem Laub und robusten Früchten bieten dazu einen guten Schutz vor Krankheiten wie der Kraut- und Braunfäule, die vornehmlich die Blätter und Früchte befällt. Widerstandsfähig gegen diese Pilzkrankheit sind Paradeisersorten wie zum Beispiel De Berao, Phantasia F1 oder Philovita F1.
Eine Voraussetzung beim Veredeln von Paradeiserpflanzen ist, dass die Unterlage und die Edelsorte miteinander verwandt sind. Somit lassen sich nicht nur zwei Paradeisersorten miteinander kombinieren, du kannst eine Paradeiserpflanze auch mit einem anderen Nachtschattengewächs, wie zum Beispiel Kartoffel, Aubergine oder Paprika veredeln.
Eine Veredelung von Paradeiser auf Kartoffel als Unterlage ergibt eine ganz besondere Pflanzenkreation: Am oberen Teil der Pflanze wachsen Paradeiser, an den Wurzeln wachsen Kartoffeln. Mit der Kombination geeigneter Sorten bekommst du somit eine reichhaltige und schmackhafte Ernte.









