
Paprika richtig pflanzen und pflegen
Im bunten Gemüsegarten dürfen Paprika nicht fehlen. Doch auch auf Balkon und Terrasse machen sich die Pflanzen gut. Wir erklären, was beim Anbau zu beachten ist und welche Pflege das Nachtschattengewächs braucht.
Sortenreiches Nachtschattengewächs

Alle Paprikasorten sind mit dem Spanischen Pfeffer verwandt. Sie gehören zur Gattung der Capsicum, zu der auch Chili gehört.
Ob rot oder grün, scharf oder mild, große oder kleine Schote, kaum ein Gemüse ist so vielseitig wie die Paprika. Während besonders in Südamerika eher die Sorten Chili und Peperoni verbreitet sind, findet sich bei uns vor allem die Gemüsepaprika häufig auf der Speisekarte.
Alle Sorten sind verwandt mit dem Spanischen Pfeffer und gehören zur Gattung der Capsicum aus der Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse). Neben dem einzigartigen Geschmack zeichnet die Paprika vor allem ihr außerordentlich hoher Vitamin-C-Gehalt aus.
Die grüne und rote Paprika stammen dabei von derselben Pflanze: Die grünen Paprikaschoten wandeln ihre Farbe erst nach und nach von Gelb zu Orange und dann zu kräftigem Rot. Im Verlauf dieses Reifungsprozesses intensivieren sich auch der Geschmack und der Nährwert.
Wer Paprika anpflanzen möchte, sollte sich genau über die verschiedenen Sorten informieren. Hier findet sich für jeden Geschmack etwas, ob kleine Snack-Paprika, besonders schöne Zierpaprika, schwarze Früchte oder möglichst große Schoten. Außerdem werden regelmäßig weitere Sorten des Fruchtgemüses gezüchtet.
Die richtigen Anbaubedingungen für Paprika
Entscheidend für den Anbau von Paprika ist die richtige Temperatur. Bei 25 bis 28 °C gedeihen die Früchte besonders gut. Ein geschütztes Beet im Gewächshaus mit viel Sonneneinstrahlung ist daher der ideale Standort, wenn eine ordentliche Belüftung vorhanden ist.
Beim Pflanzen im Freien gelten grundsätzlich die gleichen Bedingungen, weshalb für ertragreichen Anbau in Deutschland nur wenige Regionen wirklich infrage kommen. Ist kein Gewächshaus vorhanden, kann aber ein Folientunnel bei der Aufzucht von Paprika helfen. Die Pflanzen brauchen zudem viel Wasser und müssen dementsprechend häufig gegossen werden.
Paprika als Vorkultur selbst ziehen

In der richtigen Anzuchterde sprießen schon bald die ersten Paprikapflanzen in die Höhe.
Wer Jungpflanzen selbst ziehen möchte, benötigt nährstoffarme Anzuchterde. Diese begünstigt die Entwicklung starker Wurzeln. Nährstoffreiche Blumenerde oder Dünger eignen sich hingegen für die Paprika erst, wenn das Wurzelwerk stark genug ist.
Zwar stellen Lichtkeimer unter den Paprika-Sorten die Ausnahme dar. Doch auch Paprika-Keimlinge brauchen viel Licht, anderenfalls drohen sie zu vergeilen.
Die Aussaat sollte im März erfolgen. Dabei werden die Samen gleichmäßig in der Pflanzschale verteilt und anschließend mit ein wenig Erde zugedeckt.
Faustregel: Bringe das Saatgut in etwa doppelt so tief ein, wie die Samen groß sind. Verwende Anzuchttöpfe und Multitopfplatten (ein Samenkorn pro Topf), um die einzelnen Pflanzen später leichter pikieren zu können.
Danach drückst du die Erde leicht an, zum Beispiel mit einem Brett. Gieße die Samen an und bedecke das Pflanzgefäß mit einer transparenten Abdeckung. Wähle nun einen hellen Standort, der warm genug ist (ca. 25 °C).
Nach vier Wochen können die Paprikapflanzen in Töpfe pikiert werden, wobei du sehen kannst, ob sich das gewünschte starke Wurzelwerk herausgebildet hat. Sollten die Wurzeln noch schwach sein, belasse es vorerst bei nährstoffarmer Erde.
Für das weitere Wachstum der Paprika sollte die Luftfeuchtigkeit am Standort möglichst hoch sein, Licht und Wärme sind weiterhin wichtig.
So pflanzt du Paprika

Ungefähr ab Ende April kannst du die jungen Paprikapflanzen in ein unbeheiztes Gewächshaus pflanzen.
Ab Ende April kannst du die Paprikapflanzen in ein ungeheiztes Gewächshaus umsiedeln. Für eine Pflanzung im Freien solltest du lieber die Eisheiligen (11. bis 15. Mai) abwarten. Erst danach setzt du die Paprika in ein sonniges, aber geschütztes Beet.
Die Pflanzen bevorzugen lockeren und humusreichen Boden. Dafür kannst du den Boden mit Hornmehl und Kompost versorgen.
Der Einsatz von schwarzer Mulchfolie mit Löchern zum Einpflanzen kann im Freien sinnvoll sein. Das Material verstärkt die Erwärmung des Bodens und hält diesen feucht.
Pflanze die Paprika in einem Abstand von 40 bis 50 cm. Bei mehreren Reihen sollten gut 60 cm Mindestabstand zwischen den einzelnen Pflanzen eingehalten werden.
Paprikapflanzen sind für den Garten, aber auch gut für Balkonkübel geeignet, solange diese regengeschützt stehen.
Paprikapflanzen pflegen

Mit der richtigen Pflege und Versorgung der Pflanzen erntest du schon bald köstliche Paprika.
Auch wenn die Pflanzen der Paprika nicht so groß werden wie andere Nachtschattengewächse ist es sinnvoll, die Setzlinge mit einem Pflanzstab abzustützen und so vor dem Abknicken durch Wind zu bewahren.
Paprika sollten täglich gegossen werden. Unterstützend kannst du zumindest im Gewächshaus auch Vorkehrungen treffen, um die Verdunstung im Boden zu reduzieren (zum Beispiel mulchen mit Rasenschnitt).
Alle zwei Wochen solltest du das Gießwasser mit ein wenig Flüssigdünger anreichern. Alternativ kannst du in den Sommermonaten (Mitte Juni bis Ende August) organischen Gemüsedünger ausbringen.
Das Ausbrechen der Königsblüte, die sich in der Gabelung zwischen Haupttrieb und erstem Seitentrieb bildet, hat sich als sinnvolle Maßnahme zur Steigerung des Ertrages erwiesen.
Bleibt der Ertrag trotz einer großen Zahl an Blüten gering, deutet dies auf mangelhafte Befruchtung der Paprikapflanze hin. Die Ursache hierfür ist oft eine hohe Luftfeuchte (über 80 %). In diesem Fall können Pollen verkleben. Hier hilft nur noch manuelles Bestäuben mit dem Pinsel.
Aber auch eine zu geringe Luftfeuchtigkeit (unter 60 %) kann negative Auswirkungen haben. Bei mehr als 25 °C stößt die Pflanze ihre Fruchtansätze ab.
Vermeidung von Krankheiten bei Paprika
Die häufigsten Schäden der Paprika lassen sich leicht vermeiden. So machen sich Blattläuse besonders gern an den Jungpflanzen zu schaffen, wenn es zu kühl ist oder die Paprika zu eng gepflanzt wurden. Aber auch Lichtmangel und Überdüngung können hierfür der Grund sein. Als Sofortmaßnahme kannst du die befallenen Blätter einfach mit Wasser abspülen. Dies schafft oftmals schon die nötige Abhilfe.
Zu hohe Luftfeuchte begünstigt außerdem Grauschimmel, was du durch gutes Lüften verhindern kannst. Gegen die Weiße Fliege helfen Gelbtafeln.
Ernte: Wann ist die Paprika reif?

Die Farbe der reifen Früchte ist abhängig von der Sorte. Mit Paprikapflanzen kannst du deinen Garten also auch farblich attraktiv gestalten.
Die Erntezeit für Paprika im Gewächshaus beginnt Mitte Juli, wobei es sich zunächst um grüne Früchte handelt. Bei ausreichendem Sonnenlicht haben sich die Paprikafrüchte zwei Wochen später bereits vollständig gefärbt. Die Pflanzen im Freien und im Topf folgen meist etwa einen Monat später.
Je nach Wetterlage kannst du im Idealfall bis Anfang November Paprika aus dem Gewächshaus ernten. Sinken die Temperaturen unter 17 °C, wachsen keine neuen Früchte mehr nach.
Paprika sind übrigens mehrjährig. Allerdings müssen die Pflanzen dafür in einem beheizten Wintergarten oder Gewächshaus überwintern.








