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Was ist Kohl?

Kohl (Brassica) gehört zu den Kreuzblütlern (Brassicaceae). Es gibt rund 40 Arten. Dazu gehören unter anderem Karfiol oder auch Blumenkohl genannt (Brassica oleracea var. Botrytis), Kohlrabi (Brassica oleracea Gongylodes Group), Kohlsprossen (Brassica oleracea var. Gemmifera) und Wirsing (Brassica oleracea convar. capitata var. sabauda L.). Alle diese Arten und noch mehr wachsen auch im Garten.

Je nach Art verarbeitest du ein anderes Pflanzenteil, um es zu essen. Bei Rotkraut, Weißkohl (Brassica oleracea convar. Capitata var. Alba) und Wirsing sind es die Blätter. Bei Brokkoli (Brassica oleracea var. Italica) und Blumenkohl sind es dagegen die Blütenstände, die auf den Tisch kommen. Beim Kohlrabi isst du die verdickte Sprossachse.

Die vielen Kohlarten sind also sehr unterschiedlich. Dabei stammen sie alle von einer Wildform ab. Der Wildkohl (Brassica oleracea ssp. oleracea) wächst auch heute noch auf Helgoland, auf den englischen Kreidefelsen und an der französischen Atlantikküste.

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Woher kommt Kohl?

Im klassischen Altertum wurde Kohl erstmals nachweislich erwähnt. Seit sehr langer Zeit wird er in Europa kultiviert und mittlerweile weltweit angebaut. Vom Kohl gibt es zahlreiche Züchtungen und Sorten. In Frankreich gab es bereits im Mittelalter mehr als 400 unterschiedliche Kohlsorten.

Das Gemüse ist vor allem wegen seiner vielen Vitamine beliebt. Unsere Vorfahren nutzten ihn aber zudem medizinisch und auch heute gilt er als Hausmittel, um Schmerzen zu lindern. Auf See wurde Weißkohl mitgeführt, um Seeleute vor Skorbut zu schützen. Die Wildart hat ein hohes genetisches Potenzial, weshalb es so viele unterschiedliche Kohlsorten gibt. Die Zuchtformen sind leicht miteinander kreuzbar.

Kohl ist aber nicht erst seit dem Altertum eine beliebte Speise. Bereits in der Steinzeit war der Wildkohl eine wichtige Nahrungsquelle. Später waren im antiken Griechenland und Rom manche Blattkohlsorten nicht nur Nahrung, sondern auch Heilmittel.

Im Mittelalter waren vor allem Rot- und Weißkohl in Gemüsegärten zu finden. Kurz darauf züchteten die Menschen den Kohlrabi. Bis zum 17. Jahrhundert folgte der Karfiol. Kohlsprossen waren vermutlich eine Zufallszüchtung im Belgien des 18. Jahrhunderts.

Wo welche Kohlart erstmals angebaut wurde, ist nicht immer sicher zu sagen. Der Brokkoli stammt wahrscheinlich aus Südgriechenland. Händler brachten ihn im 15. Jahrhundert nach Italien. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg schaffte es der Brokkoli auch hierzulande auf den Tisch. Zuvor brachten italienische Auswanderer den Kohl in die USA und kultivierten dort das Gemüse.

So wächst Kohl

Weißkohl in der Erde

Weißkohl gehört zu den Kopfkohlarten. Aus ihm machst du Sauerkraut.

Kohl wächst entweder ein-, zwei- oder mehrjährig. Seine Blüten sind zwittrig. Die Pflanze hat vier Kronblätter, die kreuzförmig wachsen. Die Blattrosette bei Kopfkohlarten ist eng geschlossen und kopfförmig. Der Blütenstand zeigt sich erst im zweiten Standjahr mit gelben Blüten. Aus ihnen entwickeln sich die Schoten mit Samen. Zu den Kopfkohlarten zählen Rotkraut (Brassica oleracea var. capitata f. rubra), Weißkohl und Wirsing. Du kultivierst sie einjährig.

Der Karfiol besteht aus einem festen Strunk und länglich ovalen Blättern, die am Rand leicht gewellt sind. Sie umschließen den Blütenstand, auf dem die essbaren Blütenknospen sitzen. Die Knospen wachsen zu einem gelb-weißlichen Kopf zusammen.

Dem Blumenkohl ähnlich ist Brokkoli. Er unterscheidet sich aber durch seine Blätter. Sie sind groß und wachsen auf langen Stielen. Die Blütenknospen sind grün und sitzen recht locker zusammen.

In den Blattachseln der Kohlsprossen sitzen runde, fest Köpfe. Sie geben dem Kohl seinen Namen und heißen Röschen. Sie gleichen in der Form Kohlköpfen. Du erntest Rosenkohl von November bis Dezember. Ein anderer Winterkohl ist der Grünkohl (Brassica oleracea var. Sabellica). Dieser ist ein Blattkohl mit stark gekrausten Blättern, die 50 cm bis 100 cm groß sind und an einer Mittelrippe wachsen.

Wahrscheinlich stammt der Grünkohl vom Palmkohl (Brassica oleracea var. palmifolia DC.) ab. Er ist auch als Schwarzkohl und Toskanischer Palmkohl bekannt und wächst in Italien. Der Palmkohl ist auch eine Zierpflanze, die du zwischen Sommerblumen setzen kannst. Seinen Namen hat der Palmkohl von seinen Blättern. Sie sind dunkelgrün bis schwarz-grün. Ihre Form erinnert an Wedel. Ebenfalls aus Italien stammt Romanesco (Brassica oleracea 'Romanesco'). Er hat hellgrüne Röschen, die spitz zulaufen. Daran erkennt man die Verwandtschaft zum Brokkoli.

Die Knollen des Kohlrabis haben einen feinwürzigen Geschmack. Er hat sich aus dem Markstammkohl entwickelt. Zudem ist er mit dem Chinakohl (Brassica rapa subsp. Pekinensis) und Pak Choi (Brassica rapa subsp. Chinensis) verwandt. Beide Arten stammen aus Asien und schmecken mild. Pak Choi hat keinen festen Kopf wie Chinakohl. Stattdessen bildet er Rosetten. Diese sind 40 cm bis 60 cm hoch.

Mairüben (Brassica rapa subsp. rapa var. Majalis) sind zweijährig und schmecken fein. Von dieser Kohlart gibt es unterschiedliche Formen. Ein einjähriges Blattgemüse ist zum Beispiel Stielmus. Du verarbeitest nur die zarten, gefiederten Blätter sowie Blattstiele. Eine andere Form ist Cima di Rapa, auch bekannt als Stängelkohl (Brassica rapa var. Cymosa). Wenige Wochen nach dem Pflanzen erntest du das Gemüse bereits.

Zur Gattung Kohl gehören auch Steckrüben (Brassica napobrassica). Sie sind eine Raps-Varietät und bilden, wie der Name schon verrät, Rüben.

Der richtige Standort und Boden für Kohl

Je nach Art und Sorte des Kohls brauchst du einen anderen Standort sowie Boden. Die meisten Kohlarten wachsen an sonnigen bis halbschattigen Standorten in deinem Garten. Pflanzt du einen Kopfkohl, brauchst du einen Boden, der gut Wasser speichern kann. Er sollte außerdem tiefgründig, nährstoffreich und humos sein. Auf nährstoffärmeren Untergründen setzt du hingegen Steckrüben, Stielmus und Cima di Rapa.

Fruchtfolge und Mischkultur bei Kohl

Kopfkohlarten sind Starkzehrer. Aus diesem Grund setzt du sie als Erstes ins Beet. Halte aber stets eine Anbaupause von drei bis vier Jahren auf demselben Beet ein.

Kohl wächst mit einer abwechslungsreichen Mischkultur besser. Kombiniere ihn beispielsweise mit Erbsen (Pisum sativum), Kartoffeln (Solanum tuberosum), Lauch (Allium ampeloprasum), Salat, Sellerie (Apium graveolens), Spinat (Spinacia oleracea) oder Tomaten (Solanum lycopersicum).

Kohl gedeiht mit anderen Pflanzen in einem Beet

Viele Kohlarten sind Starkzehrer. Pflanze Kohl daher nur alle drei bis vier Jahre ins selbe Beet.

Kohl aussäen

Willst du Kohl aussäen, ziehst du ihn entweder vor oder säst ihn einfach ins Beet. Wann du mit der Aussaat beginnst, hängt von einigen Punkten ab. Einmal kommt es darauf an, welche Sorte du säst. Zum anderen musst du entscheiden, wann du ernten willst.

Willst du Kohl direkt verwerten, säst du Frühkohl. Spätkohl säst du, wenn du das Gemüse lagern willst. Ab März bringst du frühe Sorten aus. Die Aussaat für Spätkohl beginnt ab April. Kohlrabi eignet sich als Folgesaat. Erst ab Mitte Juni säst du Chinakohl, Pak Choi sogar erst ab Juli. Stängelkohl und Stielmus säst du satzweise aus.

Willst du Kohl vorziehen, machst du dies im zeitigen Frühjahr. Lege die Samen in eine Anzuchtschale und stelle sie auf die Fensterbank. Zu Beginn brauchen die Samen eine Anzuchttemperatur von 18 °C. Danach senkst du diese ein wenig. Sind die Samen aufgelaufen, pikierst du die Sämlinge in Einzeltöpfe. Halte diese feucht.

Kohl pflanzen

Vorgezogene Jungpflanzen setzt du ab Mitte oder Ende April ins Beet. Reichere dieses bereits im Herbst mit Kompost an. Dadurch befinden sich genug Nährstoffe für die Starkzehrer im Boden. Halte bei Kohlsprossen, Grünkohl, Weißkohl, Rotkraut und Wirsing einen Pflanzabstand von 40 cm x 40 cm oder 50 cm x 50 cm ein. Dadurch beugst du Krankheiten vor.

Kohl pflegen

Gieße Kopfkohlarten regelmäßig. Sie brauchen vor allem im Juli und August ausreichend Wasser. Sie bilden in der Zeit ihre Köpfe.

Dünge das Gemüse mit organischem Dünger. Dafür bieten sich Hornspäne an. Gelegentlich hackst du das Beet, sodass die Erde locker bleibt und Unkraut unterdrückt wird. Mulche den Boden auch, sodass die Schicht Wärme und Feuchtigkeit in der Erde hält. Mit Pflanzenjauche förderst du die Kopfbildung.

Kohlarten mit weniger Blättern verursachen weniger Pflegeaufwand. Dies gilt unter anderem für Pak Choi, Stielmus und Cima di Rapa. Diese Arten musst du auch nicht düngen.

Kohl ernten und vermehren

Eine Person erntet Rotkraut

Schneide denn Rotkraut beim Ernten am Strunk ab.

Frühe Kohlsorten erntest du zum Frischverzehr. Späte Sorten lässt du länger auf dem Feld. Oft erntest du erst zum ersten Frost.

Rotkraut, Weißkohl und Wirsing erntest du, indem du die Köpfe keilförmig am Strunk abschneidest. Lagere späte und gut ausgereifte Kohlsorten in einem feuchten, luftigen, kühlen Keller.

Nach den ersten Frösten erntest du Grünkohl. Kohlrabi schneidest du ab, wenn die Knollen rund 10 cm im Durchmesser groß sind. Rosenkohl ist erntereif, wenn die Röschen walnussgroß sind. Pak Choi, Stielmus und Cima di Rapa sind schon sechs bis acht Wochen nach der Aussaat reif.

Kohl kannst du roh essen, dämpfen oder kochen. Aus Weißkohl machst du Sauerkraut. Kohlarten kannst du lange haltbar machen. Dafür blanchierst du sie und frierst sie ein oder fermentierst sie.

Beliebte Sorten

Kohl unterscheidet sich je nach Art und Sorte in Kohl- und Blattform, Geschmack und Anbauzeitraum. Wir stellen dir ein paar Sorten vor:

  • Weißkohl: Frühe Sorten sind „Allfrüh“, „Dithmarscher Früher“, „Topas“, „Wiener Breindl“ sowie der Spitzkohl „Filderkraut“. Zum Lagern eignen sich „Marner Lagerweiß“ und „Hidena“.

  • Rotkraut: Frühe Sorten sind „Frührot“ und „Marner Frührotkraut“. Eine späte Sorte ist „Marner Lagerrot“.

  • Wirsing: „Eisenkopf“ und „Julius“ zählen zu den frühen Sorten. Späte Sorten sind „Hamasa“ und „Ice Queen“. Eine weitere, gut lagerfähige Sorte ist „Marner Grüfewi“.

  • Karfiol: „Alpha“, „Danova“ und „Erfurter Zwerg“. Für den Sommeranbau eignen sich „Andes“, „Celesta“ und „Exponent“. Eine Herbstsorte ist unter anderem „Alverda“.

  • Brokkoli: Frühe Sorten sind „Emperor“ und „Green Duke“. Späte Sorten sind unter anderem „Calabrais“, „Corvet“ und „Rosalind“ mit rötlichen Köpfen.

  • Grünkohl: Hier werden Sorten mit niedrigem Wuchs wie „Frosty“ und solche, die höher werden, wie „Halbhoher Grüner Krauser“ oder der bis zu eineinhalb Meter hohe „Hoher Roter Krauser“, unterschieden.

  • Kohlrabi: Frühe Sorten sind unter anderem „Flott“, „Frühweiß“ und „Logo“. Blaue frühe Sorten sind „Azur Star“ und „Blaro“. Zu den weißen Sommersorten zählen „Genta“ und „Velko“. Ein weißer Riesen-Kohlrabi ist „Superschmelz“ mit zarten Knollen. Blaue Sommersorten sind unter anderem „Blaro“, „Dyna“ und „Delikatess Blau“.

  • Chinakohl: Er ist besonders anfällig für die Kohlhernie. Pflanze deshalb resistente Sorten wie „Chorus“ und „Parkin“.

  • Kohlsprossen: Frühe Sorten sind „Hossa“ und „Wilhemsburger“. Für den späten Anbau eignen sich „Ideal“ sowie „Citadel“. Rot gefärbte Röschen bildet die Sorte „Red Ball“.

  • Stielmus: Eine Sorte mit langer Tradition ist „Namenia“. Von Steckrüben gibt es weiße und gelbe Sorten.

  • Meerkohl: Der Meerkohl, auch See- oder Strandkohl genannt, ist eine seltenere Kohlart. Es gibt nur wenige gezüchtete Sorten.

Eine Person erntet Kohlrabi der Sorte „Delikatess Blau“

„Delikatess Blau“ ist eine Sommersorte des Kohlrabis. Wie der Name verrät, ist dieser Kohl blau.

Regionale Kohlsorten

Viele alte und regionale Sorten geraten immer mehr in den Hintergrund. Dabei kann sich ein Anbau dieser Sorten lohnen. Ein kaum noch bekannter Vertreter ist zu Beispiel Butterkohl (Brassica oleracea spp. capitata convar. costata).

Krankheiten und Schädlinge

Kohl ist nicht sicher vor Krankheiten und Schädlingen. Die gefährlichste Pflanzenkrankheit ist die Kohlhernie. Dies ist eine Pilzkrankheit. Ausgelöst wird sie durch einen Schleimpilz. Besonders oft befällt der Pilz Chinakohl und Brokkoli. Ist eine Pflanze betroffen, wächst sie nur noch kümmerlich.

Du kannst der Kohlhernie allerdings vorbeugen. Dafür ist es wichtig, unbedingt eine Anbaupause im Beet einzuhalten. Versorge das Kohlgemüse zusätzlich mit Algenkalk.

Zu den Schädlingen des Kohls zählen die Kohleule, Kohlfliege, Kohlschaben und der Kohlweißling. Schütze deinen Kohl mit einem Vlies oder Gemüseschutznetz vor ihnen.

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