
Kartoffeln im Pflanzsack anbauen
Kartoffeln werden gern auch im heimischen Garten angebaut. Dazu braucht es aber nicht unbedingt ein entsprechendes Beet. Du kannst Kartoffeln auch in einem Pflanzsack anbauen. So ermöglichst du auch die Aufzucht auf engerem Raum wie beispielsweise dem Balkon oder der Terrasse. Im Ratgeber zeigen wir dir, wie das geht.
Was ist ein Pflanzsack für Kartoffeln?
Kartoffeln werden im Garten üblicherweise in einem Beet angebaut. Um eine ordentliche Ernte zu erhalten, brauchst du für den Anbau meist etwas mehr Fläche. Es sei denn, du wählst für deinen Kartoffelanbau einen oder mehrere Pflanzsäcke. In dem Fall findest du vielleicht sogar ausreichend Platz und einen guten Standort auf beengterem Raum wie der Terrasse, dem Balkon oder in einem Gewächshaus.
Ein Pflanzsack besteht häufig aus einem Kunststoffgewebe. Die Säcke werden auch unter der Bezeichnung Pflanztasche angeboten. Darin wachsen unter anderem Kartoffeln auf kleinerem Raum.
Vorbereitung des Pflanzsacks
Kartoffeln im Pflanzsack anzubauen hat zahlreiche Vorteile. Zunächst einmal benötigst du weniger Platz für den Anbau. Ein solcher Sack besteht zudem meist aus festem PVC-Gewebe und ist sehr stabil. Das macht ihn zur besseren Alternative gegenüber Folienbeuteln.
Ein Pflanzsack für Kartoffeln ist luftdurchlässig und oft wasserdurchlässig. Damit überschüssige Flüssigkeit ablaufen kann, empfehlen sich zusätzliche Entwässerungsschlitze im Sackboden. Diese schneidest du gegebenenfalls mit einem Cuttermesser rein. 1 cm bis 2 cm Länge reichen, sonst rieselt die Erde hinaus.
Nun rollst du den Pflanzsack bis auf etwa 30 cm herunter. Ganz unten füllst du eine Drainage in den Pflanzsack. Es genügt eine 3 cm bis 5 cm hohe Schicht Blähton. Darauf kommen 15 cm Pflanzsubstrat. Das besteht aus gleichen Teilen Gartenerde, Sand und reifem Kompost. Handelsübliche Gemüseerde ist genauso geeignet. Diese mischst du noch mit einem Drittel Sand.
Hinweis: Unter dem Pflanzsack bilden sich gelegentlich Flecken von Huminsäure. Willst du diese auf deinem Balkon- oder Terrassenbelag vermeiden, stellst du den Pflanzsack auf eine Folie.

Nutze für die Kartoffeln im Pflanzsack Gemüseerde. Mische sie mit etwas Sand.
Pflanzung der Kartoffeln im Pflanzsack
Die Kartoffeln lagerst du zum Vorkeimen bei 10 °C an einem hellen Platz. Damit kannst du bereits Anfang März beginnen. Stellst du sie aufrecht in Eierpaletten, bekommen sie von allen Seiten gut Licht.
Pro Gartensack benötigst du je nach Größe bis zu vier Pflanzkartoffeln. Diese legst du im gleichmäßigen Abstand auf die Erde und füllst so viel Substrat ein, dass die Knollen gerade eben bedeckt sind. Anschließend wässerst du sie gründlich und hältst sie gleichmäßig feucht.
Etwa 14 Tage später haben die Kartoffelpflanzen eine Höhe von gut 15 cm erreicht. Sobald sie etwa 30 cm hoch geworden sind, rollst du den Sack weiter ab und füllst 15 cm frisches Substrat nach. Diese Prozedur wiederholst du im Abstand von zehn bis 14 Tagen noch zwei Mal.
Das hat folgenden Zweck: Die Pflanzen bilden weiter oben an ihren Trieben neue Wurzeln mit zusätzlichen Knollen. Die Kartoffeln solltest du auch weiterhin regelmäßig gießen. Vermeide aber Staunässe.
Hast du das letzte Mal Erde angehäufelt, sind die Kartoffeln nach etwa sechs Wochen erntereif. Pro Pflanze kommt gut ein Kilogramm Kartoffeln zusammen.

Verwende pro Gartensack etwa vier Pflanzkartoffeln. So haben sie genug Platz zum Wachsen.
Kartoffel im Kübel anbauen
Ebenfalls sehr platzsparend ist der Anbau von Kartoffeln im Kübel. Bringst du die Kartoffeln schon im Frühling in die Erde, kannst du sie bereits im Frühsommer ernten.
Für den Anbau im Kübel benötigst du einen möglichst hohen und dunklen Kunststoffkübel. Dann erwärmt sich die Erde bei Sonneneinstrahlung gut. Bohre bei Bedarf weitere Ablauflöcher in den Boden. So vermeidest du Staunässe.
In den Kübel kommt zunächst wie beim Pflanzsack eine etwa 10 cm hohe Schicht aus Blähton oder Kies. Das dient der Drainage. Darauf gehört eine 15 cm dicke Schicht Blumenerde, die du mit etwas Sand vermischst.
Auf die letzte Schicht kommen vier Pflanzkartoffeln. Sobald die Keime etwa 10 cm lang sind, füllst du so viel Erde nach, dass lediglich die Blattspitzen herausschauen. Das wiederholst du so oft, bis der Kübel ganz mit Erde gefüllt ist. Dadurch bilden sich auch hier mehrere Lagen von Kartoffeln. Etwa 100 Tage nach dem Pflanzen kannst du ernten.
Auch hier achtest du darauf, dass die Erde nicht austrocknet, sich aber gleichzeitig keine Staunässe bildet. Gibt es Spätfröste, deckst du den Kübel mit einem Vlies aus Kunststoff ab. Sonst erfriert das Laub.

Kartoffeln wachsen auch im Kübel. Achte auch hier auf eine ausreichende Drainageschicht.
Kartoffelturm für noch höhere Erträge
Willst du noch mehr ernten, kannst du einen sogenannten Kartoffelturm nutzen. Dieser besteht aus einzelnen Elementen. Sie lassen sich individuell zusammenstecken. So kannst du den Turm auf die Platzverhältnisse bei dir vor Ort abstimmen.








