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Jemand hält ein Grünkohlblatt in den Händen.

Der Grünkohl ist ein beliebtes Wintergemüse. Er gilt als besonders gesund und nährstoffreich. Wie du das würzige Gemüse auch in deinem Garten anbauen kannst, erfährst du in diesem Ratgeber.

Wissenswertes zum Grünkohl

Der Grünkohl (Brassica oleracea) kommt ursprünglich von den Küstengebieten rund um das Mittelmeer bis Kleinasien und gehört zu den Kreuzblütengewächsen. Er wird auch Federkohl, Braunkohl, Krauskohl oder Winterkohl genannt.

Bei der Pflanze handelt es sich um ein typisches Wintergemüse. Erst durch die Kälte erhält der Grünkohl seinen süßlichen Geschmack. Das liegt an der Verringerung des Stoffwechsels bei kalten Temperaturen. Dabei wird mehr Stärke in Zucker umgewandelt.

Grünkohl ist sehr gesund und enthält wichtige Nährstoffe. Im Winter ist er daher ein guter Vitamin C-Lieferant. Vor allem im Norden Deutschlands ist der Grünkohl beliebt. Dort wird auch ein Großteil des deutschen Grünkohlanbaus angebaut.

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So sieht Grünkohl aus

Person erntet die unteren Blätter einer Grünkohlpflanze

Wie der Name bereits verrät, hat der Grünkohl meist grüne Blätter. Es gibt jedoch auch Sorten, die eine andere Färbung aufweisen. Die Sorte „Scarlet“ ist beispielsweise rotblättrig und verfärbt sich beim Kochen grün. Die gesamte Farbpalette des Kohls reicht von Dunkelgrün bis hin zu Bräunlich-violett.

Die Blätter des Grünkohls sind stark gekräuselt bis fast glatt. Neben kleiner wachsenden Grünkohl-Sorten, die 30 cm hoch werden, gibt es auch solche, die eine Größe von 150 cm erreichen. Der Blattkohl wächst an einem hochwüchsigen Stängel, aus dem wiederum die großen Blätter sprießen.

Bleibt der Kohl über den Winter stehen, so bilden sich im kommenden Jahr längliche Schoten mit schwarzen Samen.

Grünkohl pflanzen

Da Grünkohl erst im Winter geerntet wird, erfolgt die Aussaat relativ spät. Erst nach den letzten Nachtfrösten, ungefähr Mitte Mai, wird das Blattgemüse gepflanzt. Der späteste Pflanztermin ist Mitte Juli.

Die Pflanze sollte so tief eingepflanzt werden, dass die Erde bis zu den Keimblättern reicht, um insbesondere den Befall durch die Kohlfliege zu vermeiden. Setze die einzelnen Pflanzen mit einem Reihen- und Seitenabstand von 40 cm bis 80 cm.

Möchtest du den Grünkohl aussäen, kannst du die Aussaat in einem Gewächshaus auch früher vornehmen. Nach der Keimung darf es jedoch nicht zu warm sein, da die Pflanze sonst zu schnell wächst. Sobald die Jungpflanzen circa 5 cm bis 10 cm groß sind und vereinzelte Blätter aufzeigen, können sie ab Juni im Beet eingepflanzt werden.

Wie bei allen Gemüsesorten sollte auch beim Pflanzen des Grünkohls auf die richtigen Pflanznachbarn geachtet werden. Allerdings verträgt sich der Grünkohl mit relativ vielen Gemüsesorten. Geeignet sind Bohnen und Erbsen, Gurken, Lauch, Radieschen, Rhabarber, Salat, Sellerie, Spinat und Tomaten. Schlecht verträgt er sich mit anderen Kohlsorten. Aber auch Kartoffeln, Knoblauch und Zwiebel sind keine idealen Pflanznachbarn für den Grünkohl.

Grünkohl gießen und düngen

Eine Gießkanne aus Metall neben einem Grünkohl-Beet.

Wie alle Kohlarten hat auch der „Brassica oleracea“ einen recht hohen Wasserbedarf. Insbesondere im Hoch- und Spätsommer bilden sich die großen Blätter des Grünkohls, weshalb eine konstante Wasserversorgung gewährleistet werden sollte. Ein mäßiges Gießen reicht hierbei völlig aus – der Boden sollte immer gleichmäßig feucht sein.

Für ein starkes Wachstum darf in der Hauptphase die Nährstoffzufuhr nicht vernachlässigt werden. Insbesondere auf ärmeren Böden benötigt der Grünkohl eine regelmäßige Nährstoffversorgung. Dafür eignet sich stickstoff- und phosphorhaltige Dünger.

Die Pflanze kann aber auch mit flüssigem Obst- und Gemüsedünger versorgt werden. Dieser verleiht dem Grünkohl nicht nur ein intensiveres Aroma, sondern auch mehr Geschmack. Algenkalk wirkt sich ebenfalls positiv auf die Pflanze aus. Er hilft dem Kohl vor allem dabei, die Nährstoffe besser aus dem Boden aufzunehmen.

Richtiger Boden für den Grünkohl

Das Wintergemüse benötigt einen gut belüfteten Boden. Dieser sollte idealerweise regelmäßig gelockert und gemulcht werden – beispielsweise mit Rasenschnitt. Dafür gibt es spezielle Geräte wie zum Beispiel den Mulchrasenmäher. Er zerkleinert das Gras feiner als herkömmliche Maschinen.

Für gute Erträge und einen gelungenen Anbau ist auch ein nährstoffreicher Boden wichtig. Die Pflanze gedeiht am besten auf humosen und sandigen Lehmböden. Sauren Boden verträgt der Grünkohl nicht. Sofern keine andere Alternative möglich ist, kann auch mit Kalkgaben gegengesteuert werden. Staunässe Böden sollten außerdem in jedem Fall vermieden werden, da sie sonst Kohlhernie begünstigen.

Tipp: Damit der Grünkohl ausreichend Licht zum Wachsen erhält und dem Boden keine Nährstoffe oder Wasser entzogen werden, sollte das aufwachsende Unkraut regelmäßig beseitigt werden.

Ist Grünkohl winterhart?

Nahaufnahme von frostbedeckten Grünkohlblättern

Grünkohl gilt als widerstandsfähig und robust. Unter dem Gefrierpunkt stellt der Kohl lediglich das Wachstum ein. Kälte schadet ihm erst ab circa minus 10 °C. Die Kohlsorte zählt zu den wenigen Gemüsearten, die im Freien überwintern und selbst bei tiefen Temperaturen geerntet werden können.

Erwartest du längere Kältephasen unter dem Gefrierpunkt, kannst du die Pflanze auch unter einem Vlies schützen.

Wenn die Grünkohlpflanze über den Winter bestehen bleibt, können sich im zweiten Jahr Blüten und Samen bilden. Die Blätter der Pflanze sind bei Frost durch die Verarbeitung von Stärke zu Zucker besonders schmackhaft.

Grünkohl richtig ernten

In der Regel beginnt die Ernte im Oktober und kann bis zum Februar andauern. Damit der Grünkohl im Geschmack milder, süßer und aromatischer wird, sollten die ersten Fröste im Spätherbst beziehungsweise Winter abgewartet werden. Anschließend kannst du mit der Ernte des Blattkohls beginnen.

Damit der Kohl am Strunk nachwächst und sich die Spitze weiter entfaltet, schneidest du zunächst die unteren Blätter mit einem scharfen Messer am Blattansatz ab. Das regt das Wachstum an und erhöht den Ertrag. So kannst du über den ganzen Winter frischen Grünkohl ernten.

Ist die Pflanze vollständig abgeerntet, gräbst du den kompletten Strunk samt Wurzel aus dem Boden und entsorgst ihn im Kompost. Lässt du sie stehen, besteht die Gefahr, dass bodenbürtige Krankheiten sich verbreiten.

Verwendung

Pfanne mit Grünkohl mit Pinkel.

Mit seinem hohen Gehalt an Vitamin A und C, vielen Mineralstoffen wie Eisen und Kalium sowie Ballaststoffen liefert der Grünkohl im Winter wichtige Nährstoffe. Vor allem für das Immunsystem, die Knochen, Augen sowie den Darm ist der Kohl sehr förderlich.

Verarbeitet wird die Pflanze auf unterschiedliche Weise. In Norddeutschland wird das Blattgemüse zum Beispiel als Grünkohl mit Pinkel verarbeitet. Aber auch roh findet der Kohl seinen Weg auf den Tisch. Entweder klein geschnitten im Salat oder püriert im Smoothie – roher Grünkohl liefert besonders viele Nährstoffe.

Tipp: Um die blähende Wirkung des Grünkohls zu verringern, arbeitest du vor dem Verzehr etwas Zitronensaft und Olivenöl ein. Gieße dazu ein paar Tropfen von beidem über die Blätter und massiere sie mit den Händen ein. Dabei werden die Zellstrukturen des Gemüses gebrochen, wodurch das Gemüse leichter verdaulich wird.

Wer nur auf die Nährstoffe zurückgreifen, aber auf die Zubereitung des Gemüses verzichten will, der kann Grünkohl auch in Pulver- oder Kapselform zu sich nehmen. Das Pulver wird beispielsweise mit in den Smoothie gemischt.

Hinweis: Da Grünkohl viel Kalium erhält, sollten Menschen mit Nierenerkrankungen eher auf den Verzehr verzichten.

Krankheiten und Schädlinge

Der Grünkohl ist in der Regel sehr robust, allerdings sind vor allem junge Pflanzen anfällig für Schädlinge wie die Kohlhernie. Ein Pilz, der den Wurzeln schadet.

Um der Kohlhernie vorzubeugen, kannst du zum einen Kalk in den Boden geben. Zum anderen ist auch das Einhalten der Fruchtfolge wichtig. Pflanze den Grünkohl erst nach drei bis fünf Jahren wieder am gleichen Ort. Zwischenzeitlich können Erbsen und Bohnen gepflanzt werden, um den Boden wieder vorzubereiten.

Ein weiterer Schädling ist die Kohlfliege. Sie legt ihre Eier auf den Wurzelansatz. Die geschlüpften Larven fressen sich dann durch die Pflanze und bringen sie zum Welken. Hier beugst du mit einem Schutznetz vor, das du direkt nach der Saat auf die Pflanzen legst.

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