
Gemüsearten im Überblick
Erdäpfel, Tomaten und Salat zählen zum Gemüse. Aber gilt das auch für Mais? Erfahre in diesem Beitrag, welche Gemüsearten es gibt und wie sie unterteilt werden.
Welche Gemüsearten gibt es?
Gemüse ist ein wichtiger Lieferant für Vitamine und Mineralstoffe. Damit Gemüsepflanzen gut gedeihen, sind sie selbst auf ausreichend Nährstoffe angewiesen.
Gemüse lässt sich botanisch nach der Verwandtschaft zu anderen Pflanzen einteilen. Die jeweilige Gemüseart zu kennen, hilft dabei, den passenden Dünger und geeignete Beetnachbarn zu wählen.
Dabei zählen einige Arten wie Kürbisse oder Mais botanisch gesehen gar nicht zum Gemüse. Wir teilen Gemüse im Folgenden auch nach Nutzung und Anbauperiode ein.
Arten nach Nutzung
Ganz trennscharf ist die Linie zwischen Obst und Gemüse nicht. Gemüsepflanzen sind in der Regel einjährig, während beispielsweise Obstbäume Jahrzehnte alt werden können.
Im Allgemeinen unterscheiden wir die beiden in der Zubereitungsart voneinander. Während Obst wie Äpfel oder Birnen auch roh köstlich schmeckt, wird Gemüse wie Erdäpfel häufig erst gekocht. Das deutet auch der Begriff selbst an: So leitet sich beispielsweise „Mus“ für „gekochten Brei“ von „Gemüse“ ab. Ausnahmen bestätigen aber die Regel. Man denke nur an Apfelmus oder Salate, die auch roh verzehrt werden können.
Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit ist deshalb die Wuchsform. Mit Begriffen wie „Wurzelgemüse“ und „Blattgemüse“ machen wir deutlich, welchen Teil der Pflanze wir ernten und nutzen.
Kohlgemüse

Rotkraut bevorzugt leicht kalkhaltige Böden.
Wirsing, Kohlsprossen und Rotkraut zählen zum Kohlgemüse. Kohl braucht Platz im Beet und recht lange, bis er geerntet werden kann. Beliebt sind deshalb Winterkohlsorten, die im Sommer in das abgeerntete Beet gepflanzt werden und mit dem ersten Schnee erntereif sind.
Tipp: Die bei Kohlgemüse verbreitete Wurzelkrankheit Kohlhernie tritt auf leicht alkalischem Boden seltener auf. Wir empfehlen, den Boden im Herbst vor dem Anbau von Kohl zu kalken, sodass der pH-Wert des Bodens etwa 7,5 bis 8 beträgt.
Nährstoffbedarf: mittel bis hoch
Blattsalate

Für Salat empfiehlt sich ein Schneckenschutz oder du pflanzt ihn ins Hochbeet.
Blattsalate wie Häuptlsalat, Mangold oder Spinat wachsen vergleichsweise schnell. Zwischen Ende März und Anfang April können die meisten Blattsalate ausgesät werden. Säst du regelmäßig neue Samen nach, kannst du bis in den September hinein frischen Salat ernten.
Zarte Pflück- und Schnittsalate schmecken am besten, wenn du sie kurz vor dem Verzehr erntest.
Nährstoffbedarf: niedrig
| Top 10 Kohlgemüse | Rotkraut |
|---|---|
| Top 10 Blattsalate | Schnittsalat |
| Top 10 Kohlgemüse | Kohlrabi |
| Top 10 Blattsalate | Häuptlsalat |
| Top 10 Kohlgemüse | Weißkraut |
| Top 10 Blattsalate | Rucola |
| Top 10 Kohlgemüse | Pak Choi |
| Top 10 Blattsalate | Spinat |
| Top 10 Kohlgemüse | Grünkohl |
| Top 10 Blattsalate | Mangold |
| Top 10 Kohlgemüse | Kohlsprossen |
| Top 10 Blattsalate | Endiviensalat |
| Top 10 Kohlgemüse | Chinakohl |
| Top 10 Blattsalate | Radicchio |
| Top 10 Kohlgemüse | Wirsing |
| Top 10 Blattsalate | Chicorée |
| Top 10 Kohlgemüse | Palmkohl |
| Top 10 Blattsalate | Zuckerhut |
| Top 10 Kohlgemüse | Karfiol |
| Top 10 Blattsalate | Asia-Salate |
| Top 10 Kohlgemüse | Top 10 Blattsalate |
|---|---|
Rotkraut | Schnittsalat |
Kohlrabi | Häuptlsalat |
Weißkraut | Rucola |
Pak Choi | Spinat |
Grünkohl | Mangold |
Kohlsprossen | Endiviensalat |
Chinakohl | Radicchio |
Wirsing | Chicorée |
Palmkohl | Zuckerhut |
Karfiol | Asia-Salate |
Fruchtgemüse

Paprika, Tomaten und Kürbisse sind allesamt Fruchtgemüse.
Fruchtgemüse wie Kürbis, Gurken und Zucchini braucht viel Sonne und Wärme. Auch Tomaten zählen dazu. Sie wachsen am besten in einem kleinen Gewächshaus oder einem überdachten Tomatenhaus, geschützt vor Regen und kalten Nächten. So sind sie auch weniger anfällig für die Kraut- und Braunfäule.
Es gibt unzählige Tomatensorten. Statt nur eine Sorte anzupflanzen, lohnt es sich, verschiedene auszuprobieren: zum Beispiel Rispen-, Kirsch-, Fleisch- und Roma-Tomaten.
Paprika und Melanzani gedeihen ebenfalls besser im Gewächshaus. Sie werden wie Paradeiser ab Mitte/Ende Mai ins Freie gepflanzt.
Nährstoffbedarf: mittel
Blütengemüse

Artischockenherzen gelten als Delikatesse.
Gemüse mit essbaren Blüten oder Knospen bezeichnet man als Blütengemüse. Zu den bekanntesten Vertretern gehören Brokkoli, Karfiol, Romanesco und Artischocke. Aber auch Zucchiniblüten eignen sich für den Verzehr. Die Ernte erfolgt, bevor die Blütenstände vollständig entwickelt sind. Dann schmecken sie am besten.
Nährstoffbedarf: mittel bis hoch
| Top 4 Fruchtgemüse | Tomaten |
|---|---|
| Top 4 Blütengemüse | Brokkoli |
| Top 4 Fruchtgemüse | Paprika |
| Top 4 Blütengemüse | Karfiol |
| Top 4 Fruchtgemüse | Melanzani |
| Top 4 Blütengemüse | Romanesco |
| Top 4 Fruchtgemüse | Zuckermelone |
| Top 4 Blütengemüse | Artischocke |
| Top 4 Fruchtgemüse | Top 4 Blütengemüse |
|---|---|
Tomaten | Brokkoli |
Paprika | Karfiol |
Melanzani | Romanesco |
Zuckermelone | Artischocke |
Knollengemüse

Karotten gehören zum Knollengemüse, welches wiederum zum Wurzelgemüse zählt.
Sowohl Zwiebel- als auch Knollengemüse gehören zum Wurzelgemüse.
Knollengemüse wie der Erdapfel bildet ein knollenartiges Speicherorgan aus. Probiere doch einmal rote oder violette Erdäpfel aus. Sie schmecken genauso aromatisch wie die altbekannten gelben Sorten, sorgen aber für mehr Farbe auf dem Teller. Ähnliches gilt für Sortenraritäten der Karotte, die es etwa in Lila gibt. Die jungen Exemplare sind besonders zart. Topinambur gilt mit seiner Sprossknolle ebenfalls als Knollengemüse und Knollensellerie bietet sich für deftige Eintöpfe an.
Tipp: Sellerie ist anfällig für Nematoden (Fadenwürmer), die an den Wurzeln fressen. Tagetes vertreibt diese Schädlinge. Einfach jeweils eine Reihe Tagetes zwischen die Selleriereihen pflanzen.
Nährstoffbedarf: mittel
Zwiebelgemüse

Gemüsefenchel bildet knollenähnliche Zwiebeln und gehört damit ebenfalls zum Zwiebelgemüse.
Verschiedene Lauchgewächse wie Bärlauch, Knoblauch und Schnittlauch sowie Zwiebeln gehören zum Zwiebelgemüse. Zwiebeln und Knoblauch brauchen nach dem Stecken und Anwachsen kaum Pflege. Gelegentliches Hacken hält Unkraut in Schach. Nur nach anhaltender Trockenheit musst du gießen.
Nährstoffbedarf: niedrig bis mittel
| Top 5 Knollengemüse | Karotte |
|---|---|
| Top 5 Zwiebelgemüse | Knoblauch |
| Top 5 Knollengemüse | Pastinake |
| Top 5 Zwiebelgemüse | Zwiebel |
| Top 5 Knollengemüse | Erdäpfel |
| Top 5 Zwiebelgemüse | Schalotte |
| Top 5 Knollengemüse | Knollensellerie |
| Top 5 Zwiebelgemüse | Frühlingszwiebel |
| Top 5 Knollengemüse | Radieschen |
| Top 5 Zwiebelgemüse | Bärlauch |
| Top 5 Knollengemüse | Top 5 Zwiebelgemüse |
|---|---|
Karotte | Knoblauch |
Pastinake | Zwiebel |
Erdäpfel | Schalotte |
Knollensellerie | Frühlingszwiebel |
Radieschen | Bärlauch |
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Samengemüse

Während die meisten Hülsenfrüchte gekocht werden sollten, kannst du Zuckererbsen auch roh essen.
Essbare Samen bilden eine eigene Gemüsegruppe: das Samengemüse. Gemeint sind insbesondere Vertreter der Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen, die nach der Ernte und Trocknung überaus lange haltbar sind. Vielfach wird auch Mais hierzu gezählt. Übrigens gehören auch Maroni in diese Kategorie.
Nährstoffbedarf: niedrig bis mittel
Sprossengemüse

Spargel lässt sich vielseitig zubereiten – auch grillen.
Bei Sprossen denken wir häufig zuerst an Sämlinge von Kresse oder Hülsenfrüchten, die auch ohne zusätzlichen Dünger keimen. Echtes Sprossengemüse meint aber die Triebspitzen ausgewachsener Pflanzen – nicht die Keimlinge. Deshalb zählt etwa Spargel zum Sprossengemüse. Der Anbau im eigenen Garten erfordert etwas Erfahrung und ausreichend Nährstoffe. Aber auch Bambussprossen und Palmsprossen gehören zu dieser Gemüsegruppe. Sie gelten als Starkzehrer.
Auch Kohlsprossen, die in Deutschland als Rosenkohl bekannt sind, tragen den Hinweis im Namen: Sie sind ebenso Sprossengemüse.
Nährstoffbedarf: mittel bis hoch
| Top 4 Sprossengemüse | Spargel |
|---|---|
| Top 4 Samengemüse | Erbsen |
| Top 4 Sprossengemüse | Bambussprossen |
| Top 4 Samengemüse | Linsen |
| Top 4 Sprossengemüse | Palmherzen |
| Top 4 Samengemüse | Fisolen |
| Top 4 Sprossengemüse | Kohlsprossen |
| Top 4 Samengemüse | Maroni |
| Top 4 Sprossengemüse | Top 4 Samengemüse |
|---|---|
Spargel | Erbsen |
Bambussprossen | Linsen |
Palmherzen | Fisolen |
Kohlsprossen | Maroni |
Pilze

Sie sind weder Obst noch Gemüse: Schwammerln. Speisepilze wie Champignons, Steinpilze oder Kräuterseitlinge enthalten neben Ballaststoffen auch wichtige Vitamine sowie Mineralstoffe und sind zudem vergleichsweise kalorienarm.
Pilze selbst anzubauen gelingt am besten mit einer Starterkultur, also einem Pilzmyzel inklusive geeignetem Substrat. Meist enthält es Stroh, Sägemehl oder auch Kaffeesatz.
Botanische Einteilung

Wir sagen zwar „Gemüsemais“, botanisch gesehen zählt Mais aber zum Getreide.
Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnen wir einige Pflanzen als Gemüse, die botanisch einer anderen Gruppe zuzurechnen sind. So ist der Kürbis beispielsweise eine Beerenfrucht und zählt damit botanisch gesehen zum Obst. Wenn wir Kürbis nach der Nutzung einteilen, rechnen wir ihn deshalb zum Fruchtgemüse.
Auch Mais, den wir in der Küche vielfach als Gemüsebeilage verwenden, gehört eigentlich zum Getreide.
Pilze nehmen in der Botanik eine Sonderstellung ein: Sie gehören weder zu Gemüse noch zu Obst, sondern bilden ein eigenes Reich innerhalb der Pflanzenwelt. Das liegt daran, dass Pilze im Gegensatz zu Pflanzen keine Photosynthese betreiben, sondern sich von Mikroorganismen ernähren. Wenn wir aber Pilze in der Küche zubereiten, dann oft als Gemüse.
Manche Gemüsesorten können sowohl als Beilage als auch als Gewürz verwendet werden, Paprika zum Beispiel.
Pflanzenfamilien im Überblick
Zu welcher Pflanzenfamilie eine Gemüseart gehört, ist mitunter wichtig für die Fruchtfolge. Außerdem geben Mitglieder derselben Pflanzenfamilie in der Regel keine guten Beetnachbarn ab. Ein gewisser Pflanzabstand beugt Schädlingen und Krankheiten vor.
Nachfolgend gibt es eine kleine Auswahl der wichtigsten Pflanzenfamilien:
- Die Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört zu den größten im Pflanzenreich. Sie umfasst Salate, aber auch Artischocken und Topinambur. Die namensgebenden Blütenkörbe sind sternförmig aufgebaut. Meist ernten wir die Pflanzen, bevor sie die Blütenstände ausbilden können.
- Rettich, Senf und Kraut sind allesamt nahe Verwandte, denn sie gehören zur Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae).
- Was haben Gurken, Melonen und Zucchini gemeinsam? Sie sind genau wie der namensgebende Kürbis Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Sie sollten stets weit auseinander gepflanzt werden, um wilde Verkreuzungen zu vermeiden, die dazu führen können, dass das Gemüse bitter und ungenießbar wird.
- Alle Vertreter der Nachtschattengewächse (Solanaceae) enthalten in bestimmten Pflanzenteilen giftiges Solanin. Das gilt zum Beispiel für den grünen Strunk an Tomaten und alle Bestandteile der Kartoffelpflanze bis auf die Knollen. Außerdem müssen Erdäpfel vor dem Verzehr durchgegart werden.
- Zu den Fuchsschwanzgewächsen (Amaranthaceae) gehören unter anderem Spinat, Mangold und Rote Rübe, die als Gemüse zubereitet werden. Die Samen von Amaranth und Quinoa werden ähnlich wie Getreide verwendet und daher auch als Pseudogetreide bezeichnet, das glutenfrei ist.
Fruchtfolge
Gemüse lässt sich auch nach dem Nährstoffbedarf in Schwach-, Mittel- und Starkzehrer einteilen. Diese Einteilung in diese Gemüsegruppen hilft dabei, die Fruchtfolge zu planen. Mit einem regelmäßigen Fruchtwechsel beugst du nährstoffarmen Böden vor. Auch eine Zwischensaat trägt dazu bei, dass sich der Boden nach der Ernte erholen kann.
Beim Fruchtwechsel baust du im ersten Jahr Starkzehrer wie Kürbis, Erdäpfel, Gurken oder Brokkoli an. Darauf folgt im nächsten Jahr eine Aussaat von Mittelzehrern wie Fenchel, Karotten, Pastinaken oder Zwiebeln. Das dritte Anbaujahr gehört Schwachzehrern, darunter Salat, Radieschen und Spinat. Im vierten Jahr kannst du Gründüngung aussäen oder das Beet mit frischen Nährstoffen versorgen, indem du vor der Aussaat frischen Kompost einbringst.
Schon eine relativ kleine Fläche genügt, um Gemüse anzubauen. Du benötigst nicht einmal zwingend einen eigenen Garten. Ein kleines Hochbeet passt häufig auch auf den Balkon. Pro Quadratmeter lassen sich beispielsweise etwa ein dutzend Salatköpfe oder Kohlrabi, 7 kg bis 10 kg Tomaten, etwa 5 kg Karotten oder 3 kg bis 4 kg Zwiebeln ernten. Mit einer Fläche von 10 m² bis 20 m² (das entspricht etwa vier bis acht Beeten) kannst du dich fast den ganzen Sommer mit frischem Gemüse selbst versorgen.
Gemüsearten nach Jahreszeiten

Frostempfindliche Gemüsesorten kannst du im Gewächshaus vorziehen.
Lust auf Gemüse bekommen? Bereits ab etwa März startet die Nutzgartensaison. Eisbergsalat, Häuptlsalat, Radieschen und Kohlrabi, aber auch Spargel sind klassisches Frühlingsgemüse.
Im Sommer hat dann Fruchtgemüse Hochsaison, aber auch Erbsen und Frühkartoffeln kommen ins Beet, wenn die warme Jahreszeit anfängt.
Wenn es langsam kühler wird, beginnt die Kohlzeit, die vom Herbst bis in den Winter reicht.








