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Heurige Erdäpfel in einem Jutesack

Kartoffeln, die bereits zum Sommeranfang erntereif sind, bezeichnet man als Frühkartoffeln (heurige Erdäpfel). Wir zeigen dir, wie du sie anbaust, erntest und lagerst. Außerdem erhältst du einen Überblick über geeignete Sorten.

Eigenschaften von heurigen Erdäpfeln

Hierzulande bezeichnet man Kartoffeln als heurige Erdäpfel oder Frühkartoffeln, wenn bis zur Erntezeit nur wenige Monate vergehen. Die ersten Knollen sind je nach Sorte schon Mitte Juni bereit für die Ernte und haben eine vergleichsweise dünne Schale. Vor dem Kochen brauchst du sie nicht zu schälen. Bürste sie lediglich etwas ab.

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Geeignete Kartoffelsorten

Eine Reihe von Kartoffelsorten lassen sich als Heurige anbauen. Es gibt mehlige und festkochende Sorten. Sie unterscheiden sich außerdem in Geschmack, Kulturzeit und zum Teil in der Farbe. Während die gängigen Kartoffelsorten gelb sind, gibt es auch Knollen mit roter Schale und rotem Fruchtfleisch.

  • Zu den frühreifen Kartoffelsorten gehört die festkochende Sorte „Annabelle“, die du als eine der ersten im Jahr ab Juni ernten kannst. Die längliche Knolle mit hellgelbem Fruchtfleisch eignet sich mit ihrem feinen Aroma beispielsweise für Kartoffelsalat.
  • In kurzer Zeit liefert auch die Sorte „Friesländer“ vergleichsweise hohe Erträge. In ihrer Heimat, den Niederlanden, verwendet man diese vorwiegend festkochenden Kartoffeln unter anderem für Pommes frites und Bratkartoffeln.
  • Eine gute Wahl für Kartoffelsalat und Ofenkartoffeln ist die frühreife Sorte „Glorietta“. Die festkochende Kartoffel zeichnet sich durch einen aromatisch feinen Geschmack aus.
  • Die mehlige „Margit“ ist eine widerstandsfähige Sorte, die sich für Püree und Gnocchi, aber auch für Pommes frites anbietet.
  • Im Juli beginnt die Erntezeit für die Sorte „Belana“. Die festkochende Sorte zeichnet sich durch ihren intensiven, buttrigen Geschmack aus.
  • Die würzige „Sieglinde“ zählt zu den festkochenden Kartoffelsorten und ist aufgrund ihres feinwürzigen Geschmacks beliebt.
  • Mit roter Schale und gelbem Fruchtfleisch ist die Sorte „Red Duke of York“, die auch als „Roter Erstling“ bekannt ist, mal etwas anderes. Die aus England stammende Knolle ist vorwiegend festkochend und liefert gute Erträge.
  • Eine vorwiegend festkochende Frühkartoffel, die innen wie außen rot ist, ist die „Rote Emmalie“.

Heurige schmecken frisch am besten und lassen sich aufgrund der dünnen Schale nicht sehr lange lagern. Sofern du die Kartoffeln nicht direkt nach der Ernte verarbeitest, solltest du sie kühl und dunkel aufbewahren und binnen ein bis zwei Wochen verbrauchen.

Tipp: Möchtest du heurige Erdäpfel für den Winter einlagern, nimmst du am besten mittelfrühe bis späte Sorten wie „Violetta“ oder „Linda“, die von Ende August bis Oktober erntereif sind.

Spätkartoffeln und Frühkartoffeln in einer Kiste

Frühkartoffeln haben eine dünnere Schale als Spätkartoffeln und lassen sich nur bedingt einlagern.

Vorzucht heuriger Erdäpfel

Pflanzkartoffeln kannst du ab Mai direkt ins Beet pflanzen. Möchtest du aber besonders früh im Jahr ernten, lässt du deine Heurige im März vorkeimen. So steigerst du die Ernte um bis zu 20 % und erntest zwei bis drei Wochen eher. Außerdem werden die Pflanzen so besonders kräftig und kommen beim Auspflanzen im April mit niedrigeren Temperaturen zurecht.

Zum Vorkeimen setzt du die Knollen bis zur Hälfte in angefeuchtete Pflanzerde oder Komposterde. Als Pflanzgefäß bietet sich ein großer Kübel oder eine Pflanzkiste an. Mit Temperaturen von 15 °C bis 20 °C schaffst du optimale Bedingungen.

Wenn sich kräftige dunkelgrüne Triebe gebildet haben, benötigen die Jungpflanzen einen hellen Standort mit niedrigeren Temperaturen von 10 °C bis 12 °C. Sobald die Triebe 3 cm lang sind, stellst du die Knollen noch etwas kühler. So härtest du sie für das Freiland ab.

Heurige anbauen

Vorgekeimte Frühkartoffeln im Beet

Setze vorgekeimte Kartoffeln etwa 5 cm tief ins Beet. Etwas Kompost oder Hornmehl fördert das Wachstum.

Von Anfang bis Mitte April pflanzt du die vorgekeimten Heurige ins Freilandbeet. Hast du ein Gewächshaus, kannst du sie dort schon drei Wochen früher einpflanzen.

Lockere den Boden mit einem Grubber vor dem Einpflanzen etwas auf. Um den Boden für die Starkzehrer mit Nährstoffen anzureichern, arbeitest du Kompost in die Erde ein oder gibst etwas Hornmehl ins Pflanzloch. Setze die Knollen etwa 5 cm tief in die Erde und halte einen Abstand von 30 cm ein. Sobald sich nach etwa zwei bis drei Wochen erste Triebe an der Erdoberfläche zeigen, hältst du die Erde gleichmäßig feucht.

Wenn die Triebe eine Höhe von etwa 15 cm bis 20 cm erreicht haben, häufelst du die Erde an. Dadurch regst du das Wachstum von Tochterknollen an. Wiederhole diesen Schritt etwa alle drei Wochen.

Bis zu den Eisheiligen Mitte Mai, wenn Spätfrost droht, schützt du die Kartoffeln mit einem wärmenden Vlies.

Ernte der heurigen Kartoffeln

Die Heurige bildet weiße bis blassrosa Blüten. Warte mit der Ernte, bis die Pflanzen abgeblüht sind. Hebe sie dann mit einer Grabegabel aus der Erde. Die Knollen sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz ausgewachsen, dafür schmecken sie aber umso aromatischer und sind besonders zart.

Tipp: Ernte Heurige nach Bedarf und grabe die aufgeschichtete Erde an einer Seite vorsichtig auf. Nimm dann nur die größten Knollen heraus und häufele danach wieder Erde auf.

Bei Spätkartoffeln wartest du, bis die Blätter welk sind und sich eine feste Schale an der Kartoffel gebildet hat.

Fruchtfolge

Heurige sind zwar Starkzehrer, stehen aber nur kurz im Beet. Daher bleiben für danach gesetzte Pflanzen genügend Nährstoffe in der Erde. Als Folgekultur nach der Kartoffel bieten sich andere Starkzehrer oder Mittelzehrer an.

Direkt nach der Ernte kannst du beispielsweise Blattgemüse wie Mangold oder Feldsalat im Beet anbauen. Außerdem ist der Anbau von Kohlrabi und anderen Kohlarten möglich. Bis zum Herbst oder Winter können sich die Gemüsepflanzen vollständig entwickeln. Alternativ setzt du Erdbeeren in das Beet.

Hinweis: Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Daher solltest du Tomaten, Paprika und Melanzani danach besser nicht anbauen.

Kartoffelkäfer an einer Frühkartoffel

Kartoffelkäfer kommen meist zu spät, um den Frühkartoffeln zu schaden.

Krankheiten und Schädlinge

Allgemein werden Kartoffeln besonders häufig von der Kraut- und Knollenfäule befallen. Diese Krankheit kann die gesamte Ernte vernichten. Kartoffelkäfer können die Pflanzen ebenfalls stark beschädigen. Sie fressen sie oft vollständig kahl.

Inzwischen gibt es verbesserte Sorten und durchdachtere Anbaumethoden. Dennoch ist die Krankheit auch heute noch eine Gefahr für das Gemüse. Heurige sind jedoch seltener betroffen. Sie sind reif, bevor sich die Krankheit in den Gärten ausbreitet. Selbst dann, wenn ein Befall auftritt, kann er keinen großen Schaden anrichten: Wenn die Infektion stattfindet, ist das Knollenwachstum meist schon abgeschlossen.

Durch die frühe Reife sind auch Kartoffelkäfer in der Regel kein Problem für Heurige. Diese Schädlinge treten meist erst in größerer Zahl ab Anfang Juni auf.

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