Woher kommt die Erdnuss?
Früher wurde die Erdnuss im Andengebiet Südamerikas angebaut, heute jedoch großflächig in Afrika und den Vereinigten Staaten. Doch auch in unseren Breiten können sie ihren Platz in heimischen Gärten finden.
Botanisch gesehen gehört die Erdnuss (Arachis hypogaea) zu den Schmetterlingsblütlern (Faboideae) und zur Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Sie ist also eigentlich keine Nuss.
Weil sich ihre in der Erde reifenden Früchte aber anders als bei anderen Schmetterlingsblütlern nicht öffnen, sondern geschlossen bleiben, bezeichnen wir sie im allgemeinen Sprachgebrauch als Nüsse. Der englische Name „peanut“ (Erbsennuss) bringt die Verwandtschaft der Erdnuss mit der Erbse deutlicher zum Ausdruck.
Wie sieht die Erdnusspflanze aus?

Die Pflanze gräbt ihre Wurzeln bis zu einen halben Meter tief in den Boden.
Die Erdnuss ist eine krautige, einjährige Pflanze. Sie wird zwischen 40 cm und 80 cm hoch und besitzt eine 50 cm lange Pfahlwurzel.
Das Laub der Erdnuss ist paarig gefiedert. Es besteht aus vier ganzrandigen und eiförmigen Einzelblättchen. Ab Mai bilden sich in den Blattachseln viele goldgelbe, rund 2 cm lange Schmetterlingsblüten. Sie sind nur wenige Stunden geöffnet. In dieser kurzen Zeit befruchten sie sich selbst. Dann verwelken sie.
Der Fruchtknoten der Erdnuss mit den Samenanlagen bildet einen Fruchtträger. Dieser krümmt sich und schiebt sich 5 cm tief in den Boden. An seiner Spitze entwickeln sich von Juli bis September die Früchte. Dieses Phänomen heißt Geokarpie – auch Erdfrüchtigkeit genannt.
Die 2 cm bis 5 cm langen Früchte der Erdnuss sind länglich-rund und durch eine holzig-brüchige Hülle geschützt. Meist enthalten sie zwei Samen von etwa 1 cm Länge, maximal jedoch vier Samen, in einer dünnen, hellroten Schale.
Der richtige Standort für die Erdnuss
Die Erdnuss wächst an sonnigen und warmen Standorten auf lockerem, sandigem Substrat. Sie lässt sich auch im Topf kultivieren. Dann baust du sie am besten in einem durchlässigen Gemisch aus Blumenerde, Sand und Tongranulat an.
Erdnüsse aussäen und pflegen

Nutze Anzuchterde für die Aussaat deiner Erdnüsse. So können sie am besten gedeihen.
Die Erdnuss vermehrst du durch Aussaat. Zwar kannst du sie ab Juni direkt im Freiland aussäen, besser ist es jedoch, wenn du die Pflanzen an einem hellen und warmen Ort bei 22 °C bis 25 °C im Haus vorziehst. Zur Aussaat nutzt du unbehandelte und ungeschälte Erdnüsse. Lass diese über Nacht quellen, dann keimen sie besser.
Die Kerne setzt du etwa 1 cm tief in Anzuchterde und stülpst Folie darüber, damit sie schneller keimen. Halte das Substrat außerdem immer feucht. Nach rund einer Woche kannst du dann die ersten Keimlinge sehen. Fünf bis sechs Wochen nach der Aussaat solltest du die Jungpflanzen der Erdnuss in größere Töpfe umsetzen.
Ab Mitte Mai setzt du die Erdnuss dann mit einem Abstand von 20 cm zu anderen Pflanzen in ein vollsonniges Beet im Freien in die Erde. Der Boden sollte gut durchlässig sein. Alternativ kannst du die Erdnuss in einem Topf mit 20 cm bis 30 cm Durchmesser an der warmen Hauswand weiterziehen.
Die Erdnuss befruchtet sich selbst. Nur sehr selten befruchten auch Insekten die Blüten der Pflanzen.
Gieße Erdnusspflanzen regelmäßig, vermeide jedoch Staunässe. Die Oberfläche sollte trocken sein. Düngen und schneiden musst du die Erdnuss nicht.
Erdnüsse ernten

Die Nüsse wachsen direkt an den Wurzeln der Erdnusspflanze. Etwa vier Monate nach der Aussaat sind sie reif.
An den Wurzeln jeder Erdnusspflanze entstehen etwa 20 bis 30 Früchte. Diese kannst du vier Monate nach Aussaat ernten, wenn die Pflanze welk und gelb wird. Dazu nimmst du die ganze Pflanze mit einer Grabegabel vorsichtig aus der Erde. Dann lässt du die Früchte an einem luftigen, nicht zu warmen Ort ein bis zwei Wochen lang trocknen.
Anschließend kannst du ihre Fruchtschalen aufbrechen, die Erdnüsse im Backofen oder in der Pfanne rösten und nach Bedarf salzen.
Mit Erdnüssen kannst du aber auch Back- und Süßwaren verfeinern. In vielen Anbauregionen wird aus den Samen auch Erdnussöl gewonnen oder Erdnussbutter hergestellt.
Krankheiten
Die Erdnuss ist sehr widerstandsfähig gegenüber Pflanzenkrankheiten und Schädlingen. Sie reagiert jedoch sehr empfindlich auf Fehler des Gärtners wie übermäßiges Gießen oder Staunässe. Dann neigt die Erdnuss schnell zu Wurzelfäule.






