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Blattläuse bekämpfen

Zuletzt aktualisiert: 17.12.20195 MinutenVon: OBI Redaktion
Schwarze und grüne Blattlaus auf einem Blatt

Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie Blattläuse mit natürlichen Mitteln sowie Insektiziden wirkungsvoll bekämpfen und wie Sie einem Befall der Pflanzen vorbeugen.

Wie kann man Blattläuse bekämpfen?

Zur Blattlausbekämpfung gibt es jede Menge natürliche Mittel, die Sie einsetzen können, bevor Sie zu chemischen Spritzmitteln greifen. Am effektivsten gegen die Schädlinge sind Nützlinge wie Schlupfwespen und Marienkäfer. Deren Ansiedlung dämmt den Blattlausbefall an den Pflanzen gründlich ein. Alternativ verwenden Sie ökologische Pflanzenschutzmittel oder Hausmittel wie Brennnesselsud. Nur bei wirklich starkem Befall und wenn die anderen Mittel wirkungslos bleiben, greifen Sie zu chemischen Insektiziden.

So erkennen Sie Blattläuse

Blattläuse sind gemeinsam mit Schnecken die häufigsten Schädlinge im Garten. Blattläuse sind nur wenige Millimeter groß und je nach Art rotbraun, grün, weiß oder schwarz. Sie vermehren sich rasant. Blattläuse leben in kleinen Gruppen oder großen Kolonien auf jungen Blättern und Trieben von Pflanzen. Sie ernähren sich vom Pflanzensaft. Einen Teil des Saftes scheiden die kleinen Schädlinge dabei gleich wieder aus, sodass ein klebriger Film die befallenen Pflanzen überzieht – der sogenannte Honigtau. Oft erkennen Sie einen Befall durch Blattläuse erst an ihrem hinterlassenen Honigtau.

Bei einem längeren Befall siedeln sich Rußtaupilze auf dem Honigtau an und färben die betroffenen Pflanzenteile schwarz. In einem solch späten Stadium sollten Sie schnellstmöglich Maßnahmen zur Blattlausbekämpfung ergreifen, denn die Saugtätigkeit schädigt die betroffenen Pflanzen. Zudem besteht die Gefahr, dass sich die Blattläuse noch weiter ausbreiten.

Optimaler Standort beugt Schädlingsbefall vor

Gesunde Pflanzen haben natürliche Abwehrmechanismen, um Blattläuse zu bekämpfen. Bereits beim Anlegen eines Nutzgartens oder eines Ziergartens können Sie einen ersten Grundstein gegen Blattläuse legen.

Wählen Sie dazu die Pflanzen so aus, dass sie in puncto Licht, Bodenbeschaffenheit und pH-Wert optimale Wachstumsbedingungen vorfinden. Ein pH-Schnelltest hilft Ihnen dabei, den Säuregehalt im Boden festzustellen. Ist der Boden nicht sauer genug, können Sie den pH-Wert mithilfe von ammoniakhaltigem Dünger, Schwefel oder Eisensulfat senken. Wollen Sie den pH-Wert erhöhen, können Sie partiell Kalk in den Boden einarbeiten. Auch die Bodenbeschaffenheit können Sie beeinflussen, indem Sie den Boden mit Rindenprodukten wie Rindenmulch oder Spezialerden aufwerten. So schaffen Sie für Ihre Pflanzen perfekte Voraussetzungen und beugen Blattläusen vor.

Großer Gartenweg aus Rasen mit diversen Blumen in Beeten

Richtig Düngen gegen Blattläuse

Düngen mit falschen Mitteln oder zum falschen Zeitpunkt kann dazu führen, dass Pflanzen zu schnell wachsen und dabei dünne, schwache Triebe ausbilden. Solch schwache Pflanzenteile laden Blattläuse geradezu ein. Wenn Sie Blattläuse bekämpfen möchten, ist richtiges Düngen essenziell.

Viele Gärtner verwenden zum Düngen Kompost, welchen Sie mit einem Komposter einfach selbst aus Gartenabfällen herstellen. Allerdings heben die Bestandteile im Kompost den pH-Wert des Bodens leicht an. Kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendren sollten daher nicht mit Kompost gedüngt werden. Hornspäne eignen sich hier besser. Den enthaltenen Stickstoff benötigt fast jede Pflanze, um starke Wurzeln und Triebe auszubilden. Mit einem Streuwagen oder einem Streuer für Dünger ist die richtige Dosierung gerade in großen Gärten besonders leicht.

Richtig düngen gegen Blattläuse

Natürliche Feinde der Läuse einsetzen

Blattläuse haben eine Menge natürlicher Fressfeinde im Garten, die Sie gezielt unterstützen können. Insekten wie Schlupfwespen, Ohrwürmer, Schwebfliegen und Marienkäfer helfen Ihnen bei der Blattlausbekämpfung. Mit einem Insektenhotel können Sie diese Nützlinge ganz einfach anlocken. Dabei ist ein Insektenhotel schnell gebaut: 

Bohren Sie mit einer Bohrmaschine Löcher in ein Stück Holz und platzieren Sie dieses in Ihrem Garten. Im Winter fühlen sich die nützlichen Insekten in einer Schicht Rindenmulch oder Holzhäckseln wohl. Indem Sie Ihre Beete in der kalten Jahreszeit damit abdecken, pflegen Sie Ihre Nützlinge und können Blattläuse bekämpfen.

Im Fachhandel bekommen Sie außerdem Schlupfwespen-Puppen, die Sie einfach in die befallenen Pflanzen setzen können. Als Fressfeinde der Läuse sie begrenzen einen Blattlausbefall Ihrer Pflanzen direkt.

Insektenhotel für die Feinde der Blattläuse

Hausmittel gegen Blattläuse

Wenn Sie Blattläuse bekämpfen möchten, benötigen Sie dafür ein paar Hilfsmittel. Gegen kleine Angriffe der Läuse können selbst hergestellte Hausmittel helfen.

In einem mit Wasser gefüllten Kunststoffbehälter lassen Sie zum Beispiel Brennnesseln, die Sie zuvor mit einer Gartenschere geerntet haben, einige Tage lang zu einer Brennnesseljauche gären. Anschließend verteilen Sie die Flüssigkeit  mit einer Gießkanne über die befallenen Pflanzen. Auch mit einem gekochten Sud aus Brennnesseln, Salz, Knoblauch oder Kaliseifenwasser können Sie Blattläuse bekämpfen und vertreiben. Am besten verteilen Sie den gefilterten Sud mit einem Zerstäuber oder einem passenden Sprühgerät. Bevor Sie zu härteren Mitteln greifen, können Sie viele Blattläuse auch einfach mit einem Gartenschlauch und einer passenden Spritze oder Brause von den betroffenen Pflanzen spülen.

Tipp: Ein weiteres Hausmittel zwar nicht für die Bekämpfung aber die Vorbeugung gegen Läuse ist Knoblauch. Garten- und Zimmerpflanzen lassen sich vor einem Blattlausbefall schützen, indem Sie einige Knoblauchzehen in die Topfballen stecken.

Blattläuse an Blättern mit Hausmittel und Sprühflasche bekämpfen

Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse

Wenn Sie professionell und effektiv größere Aufkommen von Blattläusen bekämpfen möchten, ist die Auswahl des richtigen Insektizids oder Spritzmittels wichtig. Je nachdem, wie stark der Schädlingsbefall ist, können Sie mit unterschiedlichen Spritzmitteln gegen die Blattläuse vorgehen:

Sie haben die Wahl zwischen ökologischen Pflanzenschutzmitteln, die weniger aggressiv sind, und chemischen Produkten. Bei starkem Befall ist ein besonders scharfes Spritzmittel allerdings meist die letzte Rettung für die Pflanzen – allerdings schädigt der Einsatz auch Nützlinge und schadet der Umwelt. Hierzu ist vor Gebrauch dringend eine Beratung zu empfehlen.

Das Präparat gegen Schädlinge verteilen Sie am besten mit Hilfe einer Sprühflasche auf die Pflanzen. Achten Sie darauf, dass Sie das Sprühgerät ausschließlich für die Schädlingsbekämpfung einsetzen und es nicht zu Verwechslungen mit anderen Substanzen kommen kann. Nach der Anwendung reinigen Sie die Sprühflasche immer gründlich. Noch vorhandene Restmengen des Spritzmittels können dabei stark verdünnt (1:10) auf den bereits behandelten Flächen ausgebracht werden.

Hinweis: Spritzmittel sollten Sie immer verschlossen in der Originalverpackung und für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Pflanzenschutzmittel gegen Blattläuse wird auf Pflanze gesprüht

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