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Bambus richtig pflanzen und pflegen

Zuletzt aktualisiert: 19.01.20225 MinutenVon: OBI Redaktion
Hochgewachsene Bambushecke.

Es gibt zahlreiche Bambussorten, die sich im Garten wunderbar einsetzen lassen. Hier erfährst du Wissenswertes rund um die schnell wachsende Pflanze und worauf du bei Bambus achten solltest.

Welche Bambusarten gibt es?

Als Süßgras ist Bambus mit Weizen, Hafer, Reis und Mais verwandt, aber auch mit den Rasengräsern. Insgesamt kennt die Botanik 47 Bambusarten mit mehr als 1.000 Sorten. Experten teilen diese nach Größe in vier Gruppen ein:

  • Zwergbambus: bis 1,5 m
  • kleiner Bambus: 1,5 m bis 3 m
  • mittlerer Bambus: 3 m bis 9 m
  • Riesenbambus: mehr als 9 m

Die größten Bambusarten erreichen eine Höhe von bis zu 40 m.

Da die mitteleuropäischen Winter für den ursprünglichen Echten Bambus zu kalt sind, greifen Gartenbesitzer hierzulande vor allem auf vier Bambusgattungen zurück:

  • Flachrohrbambus
  • Schirmbambus
  • Arundinaria
  • Sasa

Bambus gibt es auch mit gestreiften Halmen: Zu den beliebtesten Sorten gehört die grün gestreifte Sorte Phyllostachys vivax „Aureocaulis“ mit bis zu 8 m hohen Halmen. Grün-gelb gestreift ist der frostharte Phyllostachys aureosulcata. Seine Halme werden 5 m bis 7 m hoch. Besonders frosthart ist der Phyllostachys bissetii, der dieselbe Höhe erreicht.

Der Schwarze Bambus bildet anfänglich grüne Halme, die später violett-schwarz werden. Allerdings ist er weniger frosthart. Schirmbambus gibt es in 15 unterschiedlichen Sorten – sein Farbspektrum reicht von Rotbraun über Dunkelgrün bis zu Grüngelb.

So sieht Bambus aus

Dichte Hecke aus Bambushalmen mit Blättern.

Die hohlen und schnell wachsenden Halme des Bambus erreichen einen Durchmesser von etwa 5 cm.

Die Halme des Bambus sind innen hohl. Bei tropischen Arten erreichen sie einen Durchmesser von bis zu 30 cm. Hierzulande werden sie allerdings kaum dicker als 5 cm. Die Halme sind in Segmente (Internodien) unterteilt. Ihre schmalen Ringel (Nodien) dienen der Stabilität.

Flachrohrbambus ist auch im Winter grün. Seine lanzettlichen Blätter haben grüne oder gemusterte Halme.

Bambus ist wuchsstark: Innerhalb eines Jahres wächst er bis zu 10 m in die Höhe und erreicht einen Halmdurchmesser von 7 cm. Doch Bambus wächst auch in die Breite: Das Rhizom der Pflanze – ein parallel zur Erdoberfläche in die Breite wachsendes Wurzelwerk – beansprucht eine Menge Platz. Setze bei Bedarf eine Rhizomsperre ein, um die Wurzeln im Zaum zu halten.

Lediglich kurze Ausläufer bildet hingegen Schirmbambus, der seine horstige Form beibehält. Diese Bambusart blüht etwa alle 70 Jahre und stirbt danach ab. Ausläuferbildende Arten wie Phyllostachys blühen hingegen in kürzeren Zeitintervallen.

Der richtige Standort für Bambus

Bambus stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden, der sandig, lehmig oder sogar torfig und humos sein darf. Auch beim pH-Wert ist Bambus anspruchslos. Nur Staunässe oder Trockenheit machen ihm zu schaffen.

Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen, warmen Standort, fühlt sich aber auch noch im Halbschatten wohl. Auf einen zu windigen Platz reagiert der Bambus hingegen mit ausgetrockneten Blättern im Winter.

Bambus pflanzen

Vergewissere dich vor dem Einpflanzen unbedingt, mit welcher Bambusart du es zu tun hast. Handelt es sich um einen Flachrohrbambus, benötigst du auf jeden Fall eine fachmännische Wurzelsperre. Diese sollte mindestens 2 mm dick und aus Hochdruck-Polyethylen (HDPE) gefertigt sein. Plane einen Durchmesser von mindestens 2 m ein, damit die Pflanze nicht vertrocknet. Die oberen 5 cm sollten aus der Erde stehen.

Pflanzt du einen Schirmbambus, benötigst du hingegen keine Wurzelsperre, weil diese Sorte keine Ausläufer bildet. Mit rund 3 m Höhe gehört sie zu den kleinen Bambussen.

Planst du eine Bambushecke, rechnest du pro Pflanze gut 1 m Platz in der Breite ein. Dann lockerst du den Boden auf und reicherst ihn mit etwas Kompost an – den passenden Komposter findest du im OBI Online-Shop. Bei trockener Witterung wässerst du die Hecke unbedingt gründlich, da die Pflanzen aufgrund der Wurzelsperre schnell austrocknen.

Bambushecke im Garten.

Bambus eignet sich hervorragend für Hecken beziehungsweise als Sichtschutz. Plane für jede Pflanze etwa 1 m Platz ein, damit der Bambus sich gut entwickelt.

Bambus pflegen und vermehren

Bambus ist eine pflegeleichte Pflanze. Sie benötigt allerdings – wie alle Süßgräser – recht viel Kalium und Stickstoff. Gönne ihm daher jedes Frühjahr einen speziellen Bambusdünger. Alternativ kannst du auch einen Langzeitdünger für Rasen verwenden. Willst du lieber ökologisch düngen, bleibst du am besten bei Kompost und gibst gelegentlichen etwas Horndünger dazu.

Hast du kaliumarmen Boden im Garten, empfehlen wir dir, im Spätherbst noch einmal Herbst-Rasendünger zu verwenden. Dieser erhöht den Widerstand der Blätter gegen Frost. Ansonsten heißt es: immer rechtzeitig gießen, sowohl im Sommer als auch im Winter. Sonst verliert der Bambus seine Blätter.

Für Pflanztöpfe eignet sich Zwergbambus ideal. Als Faustregel gilt, dass der Durchmesser des Pflanzgefäßes mindestens dreimal so groß sein sollte wie der des Wurzelballens. Achte auch hier jederzeit auf genug Wasser und eine zweiwöchentliche Düngung.

In den ersten Jahren nach der Pflanzung ist Bambus frostempfindlich. Ab Herbst empfehlen wir deshalb, eine Laubschicht zum Schutz aufzutragen.

Da einmal geschnittene Halme nicht mehr nachwachsen, brauchst du Bambus nicht regelmäßig zu schneiden. Einzelne Halme lassen sich am Boden herausnehmen.

Bambus blüht nur selten und pflanzt sich daher nur langsam von alleine fort. Nach der Saat braucht es zudem einige Jahre, bis die Pflanze eine für uns ansprechende Größe erreicht hat. Einfacher und schneller ist es, neue Pflanzen aus bestehenden Trieben heranzuziehen.

Ein Bambustrieb wird mit einer Gartenschere abgeschnitten.

Hast du einen Halm einmal geschnitten, wächst er nicht mehr nach. So hält sich der Pflegeaufwand für Bambus in Grenzen.

Bambus im Garten

Bambus eignet sich als frei stehendes Gewächs, Sichtschutz oder Bodendecker. Auch Teiche lassen sich mit Bambus wunderbar verschönern.

Wenn du gerne eine Bambushecke pflanzen möchtest, entscheidest du dich am besten für eine aufrecht wachsende Schirmbambus-Sorte. Dazu gehören zum Beispiel „Standing Stone“ und „Campbell“. Der Vorteil dieser Sorten besteht in ihrem dichten Wuchs, was ihn zu einem hervorragenden Sichtschutz macht. Da sie außerdem keine Ausläufer entwickeln, benötigst du keine Rhizomsperre.

Anders verhält es sich beim Flachrohrbambus: Hier ist eine Rhizomsperre auf ganzer Breite nötig, auch als Sichtschutz eignet sich die Pflanze eher schlecht. Der aufrecht wachsende Breitblattbambus bildet ebenfalls weite Ausläufer und erfordert eine Wurzelsperre. Dafür bildet er große Blätter aus, die einen ausgezeichneten Sichtschutz abgeben: Bei bis zu 4 m Wuchshöhe sorgt die Sorte für reichlich Privatsphäre.

Als Bodendecker eignen sich Zwerg-Bambusse besonders gut. Wie bei allen Arten der Gattung Pleioblastus (ehemals Sasa) empfehlen wir dir auch hier, eine Wurzelsperre anzubringen.

Krankheiten und Schädlinge von Bambus

Bambus ist ein außerordentlich widerstandsfähiges Gewächs: Es sind keine Krankheiten bekannt, die der schnell wachsenden Pflanze Schaden zufügen könnten.

Anders sieht es bei Schädlingen aus: Unter Umständen treten bei Bambus Schmierläuse, Wollläuse, Schildläuse oder Blattläuse auf. In wärmeren Regionen sind auch Bambusmilben denkbar. Mit den richtigen Mitteln gegen Schädlinge an Pflanzen wirst du der Schädlingsplage Herr.

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