
Sommerschnitt beim Apfelbaum
Ein Sommerschnitt am Apfelbaum sorgt nicht nur für besser ausgereifte Äpfel, sondern beugt ebenfalls Pilzbefall vor. Wir zeigen dir, was du über den Sommerschnitt am Apfelbaum wissen musst.
Ein Sommerschnitt führt zu einer besseren Ernte
Der Sommerschnitt „Juniknip“ wurde in den 90er Jahren zur Verbesserung der Äpfelreife wiederentdeckt. Dieser Schnitt sorgt nicht nur für bessere Äpfel, sondern beruhigt außerdem das Triebwachstum und beugt Pilzerkrankungen am Apfelbaum vor.
Worauf du beim Sommerschnitt deines Apfelbaums achten solltest und wann die beste Zeit dafür ist, verraten wir dir hier.

Ein gut gepflegter Baum wirft eine größere Ernte ab. Gönne deinem Apfelbaum daher unbedingt den Sommerschnitt.
Warum ist der Sommerschnitt beim Apfelbaum wichtig?
Wächst der Apfelbaum sehr stark, bildet sich oft nur sehr wenig Fruchtholz aus. Die Ernte fällt dementsprechend mager aus. Mit einem Sommerschnitt kannst du die Triebkraft deines Baums jedoch in geordnete Bahnen lenken.
Der Apfelbaum treibt nach dem Sommerschnitt weniger stark, aber mit deutlich mehr Knospen noch einmal aus. Folglich kannst du dich über wesentlich mehr Äpfel aus dem eigenen Garten freuen.
Warum tut der Sommerschnitt dem Apfelbaum gut?

Der Sommerschnitt am Apfelbaum bringt das Gewächs in Form und regt die Fruchtbildung an.
Ein gut gepflegter Apfelbaum sieht nicht nur hübscher aus, er trägt auch mehr Früchte als Bäume, die keinen Sommerschnitt bekommen haben.
Der Schnitt hilft aber auch dabei, einen Pilzbefall zu verhindern. Der Grund dafür ist einfach: Schneidest du deinen Apfelbaum, ist er insgesamt lichter. Innerhalb des Baumes ist die Belüftung dadurch deutlich besser als bei einem Apfelbaum ohne Schnitt im Sommer.
Nach einem Regenfall können die Blätter und auch Früchte deutlich schneller trocknen. Gleichzeitig kommt wesentlich mehr Licht an die Äpfel, die im Inneren der Krone wachsen. So reifen sie gleichmäßiger aus und entwickeln ein intensiveres Aroma.
Wann und wie machst du den Sommerschnitt beim Apfelbaum?
Für den Sommerschnitt am Apfelbaum solltest du ungefähr von Ende Juni bis Mitte Juli zur Gartenschere greifen. Denn dann ist das Triebwachstum abgeschlossen und der Baum legt neue Blütenknospen für das nächste Jahr an.
Senkrecht nach oben wachsende, einjährige Triebe deines Baums heißen auch „Wasserschosse“ oder „Wasserreiser“. Entferne sie, denn sie nehmen den Äpfeln das Licht und bilden nur sehr selten Fruchtholz aus. Diese Triebe schneidest du deshalb direkt am Ansatz ab.
Gehört dein Apfelbaum zu den schwach wachsenden Sorten, lässt du die dünnen Zweige in der Krone. Stattdessen schneidest du hier nur die kräftigsten Triebe heraus. Achte darauf, nicht zu viele zu entfernen, da der Baum die Früchte sonst nicht mehr ernähren kann und sie so klein und unscheinbar bleiben.
Dünnere Triebe musst du nicht zwingend schneiden. Du kannst sie auch mit der Hand einfach ausreißen. Risswunden am Apfelbaum heilen sehr schnell.
Unverzweigte Spitzen am Leittrieb und an den Seitenästen schneidest du über einer nach unten gerichteten Knospe ab. Diese Knospe treibt dann neu aus. Darunter bilden sich außerdem mehrere Seitenzweige, die später Fruchtholz entwickeln.

Senkrecht nach oben wachsende Triebe nennt man "Wasserschosse". Diese entfernst du direkt am Triebansatz.
So dünnst du den Fruchtbehang aus
Einige Apfelbäume investieren für die Blüte und Entwicklung der Äpfel sehr viel Kraft, sodass sie im darauffolgenden Jahr kaum neue Knospen entwickeln und somit eine deutlich kleinere Ernte abwerfen. Der „Boskop“ ist eine typische Sorte, bei der ohne Sommerschnitt mit unterschiedlichen Ernteerträgen zu rechnen ist. In der Fachsprache nennt man dies „Alternanz“.
Willst du diese Schwankungen vermeiden, dünnst du den Fruchtbehang ungefähr Ende Juni aus. Als Faustregel kannst du dir hier merken, dass du von jedem Fruchtstand nur einen bis maximal zwei Äpfel hängen lässt. Diese beiden Früchte kann der Baum ernähren. Sie haben somit zur Erntezeit eine besonders gute Qualität.
Tipp: Hast du einen Apfelbaum mit besonders kleiner Krone, kannst du die Triebe auch abbinden, statt sie zu abzuschneiden. Dass flach wachsende Zweige Blüten und somit auch Früchte als Erstes ausbilden, solltest du beim Herunterbinden bedenken. Achte auch darauf, dass die Schnur die Rinde nicht verletzt. Schütze sie mit einem Vlies oder binde einige Gewichte an die Zweige, damit sie sich von allein absenken.





