
Quittenbaum pflanzen und pflegen
Der Quittenbaum trägt nicht nur leckere Früchte, aus denen Kompott oder Gelee hergestellt wird, er kann auch im eigenen Garten angepflanzt werden. Mit diesen Tipps gelingen dir der Anbau, die Ernte und die Pflege.
Herkunft des Quittenbaums
Der Quittenbaum (Cydonia oblonga) stammt ursprünglich aus Asien, ist seit dem Altertum aber auch in Südeuropa verbreitet. Hierzulande wird die Quitte in vielen Gärten immer beliebter.
Zwar kannst du Quitten nicht roh vom Baum essen, jedoch lassen sie sich zu Gelee oder Kompott verarbeiten. Der Quittenbaum bringt mit seinen gelben Früchten und weiß bis hellrosa Blüten Farbe in deinen Garten.

Die Quitte ist mit der Rose verwandt und blüht ähnlich schön.
Wie sieht ein Quittenbaum aus?
Die weißen bis hellrosa Schalenblüten ähneln denen von Rosen und machen damit auch die Zugehörigkeit des Baums zur Familie der Rosengewächse deutlich. So öffnen sich die Blüten erst kurz bevor die Rosen anfangen zu blühen.
Wie die gelben Quitten selbst sind auch die grünen Blätter mit einem filzigen Belag überzogen, der die Früchte und das Laub vor dem Austrocknen bewahrt.
Quittenbäume haben eine breite Krone und werden rund 5 m bis 6 m hoch. Die Ernte der Quitten ist sehr ertragreich: Rund 50 kg Früchte können von einem einzelnen Baum im Schnitt geerntet werden.
Der richtige Standort
Quitten gedeihen bei Sonneneinstrahlung und Wärme. Das Obstgehölz sollte deshalb vor allem vor kalten und trockenen Ostwinden im Winter geschützt werden.
Die Erde sollte sauer bis neutral sowie sandig bis mittelschwer sein, um die besten Ernteergebnisse zu erzielen. Vermeide Kalk in der Erde und Staunässe durch zu häufiges Gießen. Kurze Trockenphasen übersteht die Pflanze sehr gut.

Steht der Quittenbaum sonnig und warm, kannst du dich bald über prächtige Früchte freuen.
Quittenbaum pflanzen
Der richtige Zeitpunkt für die Pflanzung ist das Frühjahr, um Frostschäden vorzubeugen. Dünge den Quittenbaum nur jedes zweite Jahr mit Kompost. Bei anhaltender Trockenheit wässerst du die Pflanze, damit das Fruchtfleisch nicht austrocknet.
Quittenbaum schneiden
Da Quittenbäume langsam wachsen, müssen sie nicht so häufig geschnitten werden wie Apfelbäume. Es reicht, wenn du die Krone alle zwei bis drei Jahre mit einer Baumschere auslichtest. Kürzt du die Triebe, verzweigen sich die Äste besser und bilden eine schönere Krone. Schneide den Quittenbaum erst ab März, da die Quitte sehr frostempfindlich ist. Fruchtholz von älteren Bäumen solltest du gegebenenfalls verjüngen.
Quitten ernten
Die meisten Quittenbäume sind selbstfruchtbar, weshalb du keinen zweiten Quittenbaum in deinem Garten benötigst. Wenn du mehrere Bäume in deinem Garten stehen hast, steigert dies jedoch die Ernte.
Reif sind Quitten, wenn sich die Schale gold-gelb verfärbt und die Frucht ihren Flaum verloren hat. Das ist je nach Sorte meist im Oktober der Fall. Du kannst die Früchte auch länger am Baum hängen lassen. Ernte sie aber auf jeden Fall vor dem ersten Frost, da dieser sich negativ auf den Geschmack auswirkt.
Erntest du die Quitten zu früh, kannst du sie in einer wärmeren Umgebung nachreifen lassen.
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Sind die Quitten goldgelb, kannst du sie ernten. Sie reifen auch gepflückt noch nach.
Sortentipps
Quitten lassen sich in zwei Sorten unterteilen: Apfelquitten und Birnenquitten. Apfelquitten bekommen rundliche Früchte, Birnenquitten sind dagegen eher länglich geformt.
Apfelquitten sind aromatischer als Birnenquitten, allerdings ist ihr Fruchtfleisch hart und trocken. Birnenquitten schmecken etwas fader, sind dagegen weicher und lassen sich besser verarbeiten.
Diese Sorten sind besonders zu empfehlen:
- „Konstantinopeler“: ertragreiche, sehr aromatische Apfelquitte und ein guter Pollenspender
- „Bereczki“: ertragreiche Birnenquitte, große Blüten, gold-gelbe und große Früchte
- „Cido“: aromatische Zierquitte, orangefarbene Blüten, zitronengelbe bis orangegelbe Früchte, maximal 1,5 m hoch und breit, geeignet für die Verarbeitung zu Gelee, Likör oder Kompott

Apfelquitten liefern eher runde Früchte, Birnenquitten eher längliche. Die Apfelquitten schmecken aromatischer.
Quittenbaum vermehren
Eine Quitte wird in der Regel durch Veredelung vermehrt. Dafür werden zwei Methoden angewandt: Okulation und die Kopulation. Bei der Okulation wird das Auge einer Edelsorte in die Veredelungsunterlage eingesetzt. Bei der Kopulation wird ein Edelreis, ein abgeschnittener Trieb einer Edelsorte, mit der Unterlage verbunden.
Quitten werden häufig auf schwach wachsende Unterlagen zum Beispiel die „Quitte A“ veredelt. Für einen Obstbaum mit besonders großer Krone ist auch die Vogelbeere (Sorbus aucuparia) geeignet.
Früher wurden Quittenbäume auf den Eingriffeligen Weißdorn (Crataegus monogyna) veredelt. Heute wird dieser nicht mehr als Unterlage verwendet, da sich diese Kombination als sehr anfällig für die unheilbare Pilzkrankheit Feuerbrand erwiesen hat.
Auch über ein Steckholz lässt sich ein Quittenbaum wurzelecht vermehren. Du solltest das Steckholz im Spätherbst schneiden und es an einem schattigen Platz in feuchte, humusreiche Erde stecken. Allerdings wachsen bei dieser Methode nur wenig Stecklinge.
Krankheiten

Tritt Feuerbrand an deinem Quittenbaum auf, musst du den gesamten Baum fällen.
Quitten sind gegen viele Krankheiten resistent. Gelegentlich treten Blattläuse auf oder Frostspanner befallen die Bäume. Die Schäden sind meist aber nicht gravierend.
Wenn einzelne Triebe welken, kann das auf die Spitzendürre hinweisen. Diese Triebe schneidest du rasch bis in das neue Holz heraus.
Schwarz-braun verfärbte Triebspitzen mit eingetrockneten Blättern deuten dagegen auf Feuerbrand hin. Der Baum sollte gefällt und die Überreste verbrannt oder in den Hausmüll entsorgt werden.








