
Pflaumenbaum schneiden
Ein Pflaumenbaum im Garten trägt im Sommer leckere Früchte, aus denen Kuchen und Kompott hergestellt werden kann. Damit deine Pflaumenernte weiterhin üppig ausfällt, ist der richtige Schnitt des Baumes unerlässlich. Was du dabei beachten solltest, verraten wir dir hier.
Pflaumenbaum schneiden: unterschiedliche Methoden
Da ein Pflaumenbaum von Natur aus nur schmal wächst, musst du ihn für eine schöne Krone und eine reiche Ernte regelmäßig schneiden. Dabei sind unterschiedliche Schnitte zu unterscheiden:
Der Pflanzschnitt, mit dem du nach der Pflanzung die vier Leitäste auswählst.
Der Erziehungsschnitt für die richtige Form des Pflaumenbaums.
Der Erhaltungsschnitt, um eine reiche Ernte zu sichern.
Der Verjüngungsschnitt bei älteren wuchernden Bäumen.
Wann solltest du deinen Pflaumenbaum schneiden?
Die Blüten aller Pflaumenbäume bilden sich bevorzugt an den zwei- bis mehrjährigen Trieben. Dieses Fruchtholz ist jedoch nach vier bis fünf Jahren erschöpft und beginnt zu vergreisen. Durch den Schnitt der alten Hölzer bildet der Baum neues Fruchtholz, an denen später Pflaumen gedeihen. Allerdings verträgt die Pflaume keine drastischen Rückschnitte, deshalb ist es besser, das Gewächs regelmäßig und behutsam mit einer Baumschere zurückzuschneiden.
Für den Erziehungsschnitt bietet sich die Zeit zwischen Ende Juli und Anfang August oder auch der späte Herbst und Winter an. Der Vorteil des späten Erziehungsschnitts: Das Laub ist nicht im Weg und du siehst die Krone deutlicher.

Früchte entstehen an den zwei- bis mehrjährigen Trieben.
Ein Pflaumenbaum wächst sehr aufrecht und hat eine schmale Krone, die mit ihren Blättern die Früchte verschattet, wenn du sie nicht schneidest. Während der ersten Jahre solltest du regelmäßig einen Erziehungsschnitt durchführen. Dazu kappst du die Leit- oder Tragäste vor einem günstig stehenden, also nach außen wachsenden, Seitentrieb. Dieses Vorgehen wird auch Umleiten genannt. Gleiches gilt für Zwetschgen, Mirabellen und Renekloden.
Pflanzschnitt
Wenn du einen Pflaumenbaum zwischen Spätherbst und dem zeitigen Frühjahr pflanzt, muss der Pflanzschnitt erst im folgenden Frühling erfolgen.
Neben dem Mitteltrieb lässt du etwa vier Seitentriebe stehen. Diese sind die späteren Leitäste und sollten einen möglichst gleichmäßigen Abstand zum Stamm besitzen. Die Leitäste tragen später die Seitentriebe mit den Blüten und Früchten. Du kürzt sie beim Pflanzschnitt um rund ein Drittel auf ein nach außen weisendes Auge ab.
Wenn der Pflaumenbaum einen Konkurrenztrieb zum Leittrieb bildet, entferne ihn, sonst wächst die Krone nicht gleichmäßig.
Erziehungsschnitt

Machst du beim Schneiden alles richtig, kannst du dich über eine reiche Ernte freuen.
Pflaumenbäume bilden oft sogenannte Wasserschosse. Diese solltest du bevor sie holzig werden bereits im Mai/Anfang Juni oder August/September entfernen. Zudem ist es ratsam, überzählige Seitentriebe zu entfernen, da sich nur so eine regelmäßige Krone bildet.
Im Frühjahr kümmerst du dich um die Leitäste: Pro Leitast wählst du acht nach außen wachsende, kräftige Seitentriebe aus. Diese bilden später die Krone und sollten auf die Hälfte des Zuwachses aus dem vergangenen Jahr auf ein Auge abgeschnitten werden. Das Auge muss dabei nach außen gerichtet sein. Alle anderen Triebe im Inneren der Krone, die nicht benötigt werden, schneidest du auf gut 10 cm zurück.
Wenn du einen älteren Pflaumenbaum im Garten hast, genügt es, ihn ab Mitte August leicht auszulichten. Dabei entfernst du vor allem überalterte Fruchtäste, die mehr als drei Jahre alt sind.
Erhaltungsschnitt
Nach der Ernte müssen die Gerüsttriebe und die Fruchttriebe des Pflaumenbaums ausgelichtet werden, damit sie ihre Form behalten. So gehst du dabei vor:
Steil stehende und in die Krone hineinwachsende Triebe entfernst du komplett.
Fruchtäste, die zu Konkurrenztrieben werden könnten, leitest du auf zweijährige Seitentriebe mit Blütenknospen ab. Alternativ kannst du sie auch auf kurze Zapfen zurückschneiden.
Fruchttriebe mit erkennbar abgetragenem Fruchtholz leitest du auf jüngere Triebe ab. Beim Ableiten solltest du darauf achten, dass die Triebe mindestens zwei Jahre alt sind und Blütenknospen tragen.
Verjüngungsschnitt

Wenn du deinen Pflaumenbaum regelmäßig schneidest, trägt er mehr Blüten und somit auch mehr Früchte.
Pflaumenbäume vertragen keine radikalen Rückschnitte. Einen klassischen Verjüngungsschnitt solltest du daher möglichst nicht durchführen. Musst du dennoch einen Pflaumenbaum schneiden, der über längere Zeit nicht gepflegt wurde, gehst du folgendermaßen vor:
Entferne zunächst alle steil stehenden Äste. Achte darauf, dass die Schnittwunden nicht zu groß werden. Schneide deshalb nur bis zum halben Durchmesser des verbleibenden Leitastes. Du kannst auch 10 cm lange Zapfen stehen lassen, damit sich keine Pilze an den Schnittstellen bilden. Nach ein bis zwei Jahren kannst du diese Zapfen entfernen.
Vergreistes Fruchtholz kürzt du bis zu einem jüngeren Seitentrieb ein.
Vergreiste Triebe erneuerst du, indem du sie auf jüngere Triebe ableitest.
Tipp: Nicht alle Pflaumenbäume sind starkwüchsig und damit aufwendig im Schnitt. Mittlerweile gibt es auch schwächer wachsende Sorten, wie zum Beispiel „St. Julien A“ oder „Pixy“. Sie werden nicht so groß, was bedeutet, dass sie auch einen wesentlich geringeren Schnittaufwand mit sich bringen.









