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Mirabellen am Baum

Mirabellen sehen nicht nur attraktiv aus, ihre Früchte kannst du zudem zu Kompott oder Konfitüre verarbeiten oder sie aber direkt vom Baum naschen. Wir zeigen dir, wie du den Obstbaum pflanzt und pflegst, um eine ertragreiche Ernte zu erzielen.

Woher kommen Mirabellen?

Mirabellen (Prunus domestica subsp. syriaca) gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Sie sind eine Unterart der Pflaume. Das haben sie mit Zwetschgen und Renekloden gemeinsam. Noch 1803 hieß die Mirabelle botanisch „Prunus syriaca“. Erst 100 Jahre später wurde sie dann bei den Pflaumen eingruppiert.

Die Heimat der Mirabellen ist in Vorderasien. Erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es sie auch in hierzulande. Die Entstehung des Steinobstes ist nicht mehr nachzuvollziehen. Experten gehen aber davon aus, dass sie das Ergebnis einer Kreuzung zwischen Pflaume und Kirschpflaume oder Pflaume und Schlehe sind.

Die Mirabelle hat ihren Namen aus dem Italienischen: Mirabella heißt „die Wunderschöne“. Von der Form her ähneln die Früchte denen der wilden Kirschpflaume (Prunus cerasifera) oder der Zibarte (Prunus domestica subsp. prisca), besitzen jedoch eine gelbene, orangene oder rötliche Farbgebung. Sowohl die Kirschpflaume als auch die Zibarte haben eine glattere Schale.

Beide werden beim Erhitzen zudem sauer. Auch löst sich der Stein im reifen Zustand nur wenig vom Fruchtfleisch. Im Gegensatz dazu schmecken Mirabellen sehr süß und riechen noch am Baum hängend intensiv nach Honig.

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Wie sehen Mirabellen aus?

Mirabellen wachsen eher strauchartig und sparrig. Sie werden 3 m bis 5 m hoch. Das Obstgehölz besitzt eine blass rötliche Rinde. Die Krone ist rundlich-breit und gut verzweigt.

Das Laub besteht aus kleinen, wechselständigen Blättern in Eiform. Diese sind glatt, wobei die Oberseite dunkelgrün und die Unterseite leicht behaart ist. Am Rand sind die Blätter gesägt.

Zwischen April und Mai blühen Mirabellen. Dann öffnen sich die kleinen, weißen Blüten. Sie wachsen als Dolden. Werden sie befruchtet, entstehen daraus die etwa 2 cm großen Früchte. Sie sind rundlich und gelb mit roten Sprenkeln. Ihre Schale ist ledrig.

Blüten am Mirabellenbaum

Mirabellen blühen im April und Mai. Nach der Befruchtung bilden sich daraus die Früchte.

Der richtige Standort für eine Mirabelle

Der ideale Platz für Mirabellen ist warm und windgeschützt. Am besten ist das Obstgehölz in der Nähe einer Hauswand aufgehoben.

Mirabellen wachsen besonders gut in einem lockeren, durchlässigen Boden. Er sollte leicht feucht und reich an Nährstoffen sein. Gut ist es, wenn der pH-Wert im neutralen bis leicht alkalischen Bereich liegt.

Mirabellen pflanzen

Mirabellen gibt es wurzelnackt, als Ballenware oder im Container. Wurzelnackte Exemplare pflanzt du im Herbst.

Das Pflanzloch gräbst du mit einem Spaten doppelt so groß, wie der Wurzelballen ist. Den Boden des Erdreichs lockerst du noch ein wenig auf, bevor du die Pflanze einsetzt. Mische den Aushub mit etwas verrottetem Pferdemist und gebe ihn wieder ins Pflanzloch.

Ein Stützpfahl sorgt dafür, dass das Gehölz auch bei Winddruck nicht umfällt. Nach dem Pflanzen gießt du die Mirabelle gut an. Mit einer Mulchschicht schützt du den Boden vor dem Austrocknen.

Mirabellen pflegen

Ist es längere Zeit trocken und warm, gießt du den Mirabellenbaum regelmäßig und großzügig. Nur Staunässe solltest du vermeiden. Im Frühjahr düngst du mit etwas Kompost. Eine Mulchschicht schützt den Boden vor dem Austrocknen.

Für eine reiche Ernte lichtest du den Baum regelmäßig aus. Schneide ihn im zeitigen Frühjahr mit einer Baumschere. Dabei lässt du einen Mitteltrieb und drei bis vier Seitentriebe stehen. Diese tragen die Früchte. Langtriebe schneidest du kräftig zurück. Andernfalls konkurrieren sie mit dem Leittrieb. Wasserschosse und kleine Seitentriebe kappst du bereits im Sommer und nach der Ernte.

Mirabellen unterteilt man in selbstbefruchtende Sorten und Fremdbefruchter. Die beliebten Sorten „Nancy“ und „Bellamira“ befruchten sich selbst. Eine zweite Sorte sorgt dennoch für eine größere Ernte.

Mirabellen ernten und verwenden

Mirabellenkonfitüre mit Früchten

Nutze Mirabellen für Konfitüre, zum Backen oder als fruchtige Zutat in Quark- und Mehlspeisen.

Sobald die Schale der Früchte auf Druck leicht nachgibt, ist der Zeitpunkt zur Ernte gekommen. Einige Sorten wie „Bellamira“ sind besonders „hangfest“. Das heißt, du kannst über mehrere Wochen hinweg ernten. Je länger du die Mirabellen am Baum lässt, desto süßer werden sie.

Verarbeitet werden sie am besten in Quark- und Mehlspeisen sowie im Kuchen. Auch als Snack für zwischendurch ist das Obst geeignet, dann allerdings am besten frisch vom Baum. Du kannst Mirabellen auch einfrieren.

Weitere Verarbeitungsmöglichkeiten sind Marmeladen, Gelees und Mirabellenbrand.

Brauchen Mirabellen einen Winterschutz?

Nach dem Pflanzen schützt du den Jungbaum in den ersten Wintern mit einem Vlies. So können ihm starke Fröste nichts anhaben. Ein Weißanstrich hilft dabei, Risse in der Rinde durch Frost zu vermeiden.

Sorten-Tipps

Eine typische Mirabellengegend war und ist Lothringen. Es ist die Heimat der bekannten Mirabellen-Sorte „Nancy“. Sie ist auch heute noch das dortige Wahrzeichen.

Die Sorte trägt viele sehr süße Früchte. Sie sind goldgelb mit rötlichen Punkten und reifen ab Ende August. „Nancy“ eignet sich vorzüglich für Marmeladen und ist resistent gegenüber dem Scharka-Virus.

„Bellamira“ entstand aus einer Kreuzung von Pflaume und „Nancy“. Sie ist regenfest. Die Früchte sind rund und gelbgrün. Sie haben einen feinen, säuerlichen Geschmack. Auch sie sind vielseitig verwendbar.

„Miragrande“ hat große Früchte und ist sehr robust. Die Früchte sind fest und saftig. Ab Ende August kannst du die goldgelben Mirabellen ernten.

„Berudge“ ist keine so starkwüchsige Sorte. Dafür trägt der Baum viele rosarote Früchte. Sie sind sehr süß und daher ideal für Konfitüre und Kompott geeignet.

Mirabellen der Sorte „Nancy“

Den Mirabellen der Sorte „Nancy“ kann das Scharka-Virus nichts anhaben. Die Früchte sind resistent gegen die Krankheit.

Mirabellen vermehren

Mirabellen vermehrst du entweder über Samen oder über Wurzelableger. Allerdings ist die Aussaat selten von Erfolg gekrönt. Darüber hinaus tragen aus Samen gezogene Mirabellen erst nach sieben bis acht Jahren erste Früchte.

Erfolgversprechender sind Wurzelableger von unveredelten Sorten. Dabei trennst du Schösslinge von der Hauptwurzel ab und pflanzt sie in Anzuchterde. Bis sie Wurzeln schlagen, hältst du sie gut feucht.

Krankheiten und Schädlinge

Mirabellen gelten als robuste Obstgehölze. Gelegentlich kann es einen Befall mit der Pflaumensägewespe, mit Blattläusen oder Gespinstmotten geben. Auch tritt der Pflaumenwickler auf. Er kann eine Monilia-Infektion nach sich ziehen.

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