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Reifende Maulbeeren hängen an einem Ast.

Früher wurde die Maulbeere für die Seidenraupenzucht kultiviert, heute ist sie ein vitaminreicher Zusatz für Müslis und Desserts. Wie du selbst Maulbeeren anpflanzt, welche Sorten es gibt und wo die Beere ihren Ursprung hat, erfährst du hier.

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Woher kommen Maulbeeren?

Maulbeeren (Morus) sind eine der ältesten vom Menschen kultivierten Obstsorten. Zu Napoleons Zeiten wurde die Weiße Maulbeere hauptsächlich wegen ihrer Blätter gepflanzt. Diese dienten als Nahrung für Seidenraupen.

Zeitweise waren Maulbeerbäume nahezu vollständig aus heimischen Gärten verschwunden. Heutzutage werden die pflegeleichten Maulbeergewächse (Moraceae) jedoch wieder zunehmend angebaut.

Zwölf Arten zählen zur Gattung der Maulbeeren. Die bekanntesten davon sind die „Schwarze Maulbeere“ (Morus nigra) und die „Weiße Maulbeere“ (Morus alba). Letztere ist frostresistenter und gedeiht auch hierzulande in zahlreichen Gegenden. Die Schwarze Maulbeere ist dagegen vor allem in Gebieten anzutreffen, in denen das Klima den Weinbau zulässt.

Wie sehen Maulbeeren aus?

Die Weiße Maulbeere erreicht eine Höhe von bis zu 8 m. Sie wächst als ein- oder mehrstämmiger Maulbeerbaum, kann aber auch als Hecke gepflanzt werden. Die Borke der Weißen Maulbeere ist matt-grün und die Zweige sind dünn und beharrt. Ihre gezahnten Blätter laufen herz- bis eiförmig zu und sitzen auf einem rund 2 cm langen, gefurchten Blattstiel.

Die Schwarze Maulbeere dagegen wächst eher gedrungen, bildet eine breite Krone aus und wird bis zu 10 m hoch. Sie hat herzförmige Blätter, deren Oberseite, anders als beim Laub der Weißen Maulbeeren, rau und glänzend dunkelgrün ist. Auf der Unterseite sind sie dagegen flaumig und hell.

Schwarze wie Weiße Maulbeeren wachsen eher langsam. Sie treiben erst im Mai aus. Ihre Früchte gleichen denen von Brombeeren. Die Früchte der Weißen Maulbeere sind jedoch eher weiß bis gelblich-rot, seltener rot oder schwarz. Die der Schwarzen Maulbeere sind purpurfarben bis schwarz-violett.

Ein kleiner Maulbeerbaum steht im Garten.

Maulbeerbäume werden bis zu 8 m hoch. Sie wachsen allerdings sehr langsam.

Maulbeeren pflanzen

Maulbeerbäume sind nur bedingt frosthart. Deshalb brauchen sie einen sonnigen und geschützten Standort. Optimal für ihr Wachstum sind nährstoffreiche und feuchte, nicht zu schwere Böden.

Weil Maulbeeren am besten im Warmen wachsen, pflanzt du sie erst im Frühling. Ihr Standort sollte weit genug von gepflasterten Flächen und Gartenwegen entfernt sein, denn heruntergefallene Früchte färben stark.

Maulbeeren solltest du in ein großzügig bemessenes Pflanzloch setzen. Tauche den Wurzelballen vor dem Einpflanzen in Wasser ein und pflanze ihn so tief, dass sein oberer Abschluss auf dem Niveau des Bodens liegt. Drücke die Erde rund um den Ballen nach dem Einpflanzen gut an und gieße den jungen Maulbeerbaum großzügig. Größere Exemplare sicherst du zudem mindestens drei Jahre lang mit einem Stützpfahl sichern.

Maulbeeren richtig pflegen

Maulbeeren brauchen nicht viel Pflege. Im Frühjahr kannst du auf ihrer Baumscheibe 1 l bis 2 l Kompost pro m² als Mulch aufbringen.

Junge Maulbeerbäume solltest du vor Frost schützen. Das kannst du entweder mit einem Weißanstrich oder einer um den Stamm gewickelten Rohrmatte oder Jutestreifen tun. Ohne diesen Schutz reißt bei Frost die Rinde.

Die jüngeren Gewächse des Maulbeerbaums brauchen im Winter zusätzlich eine dicke Schicht Mulch. Dafür kannst du mit Tannenreisig abgedecktes Laub rund um den Wurzelbereich verteilen.

Maulbeeren schneiden und befruchten

Im Frühling schneidest du zu dicht oder nach innen wachsende Triebe im Kronenbereich der Maulbeeren ab. Bei veredelten Bäumen entfernst du außerdem regelmäßig die Triebe, die sich unterhalb der Veredelungsstelle bilden.

Maulbeeren befruchten sich selbst. Zwar setzen Maulbeerbäume bei Fremdbestäubung wie bei anderen Obstbäumen mehr Früchte an, jedoch bringen die Pflanzen an guten Standorten auch allein einen guten Ertrag.

Maulbeeren ernten und verarbeiten

Früchte hängen an einem Maulbeerbaum.

Ab Ende Juni bis Mitte Juli kannst du die Maulbeeren ernten.

Maulbeeren tragen erst nach etwa fünf bis sieben Jahren Früchte. Ab Ende Juni reifen dann die Früchte der Weißen Maulbeere, ab Mitte Juli die der Schwarzen Maulbeere.

Sobald sich die Früchte leicht vom Zweig lösen lassen, haben sie ihre optimale Reife erreicht. Am besten erntest du sie dann, indem du eine Plane oder ein Netz unter dem Maulbeerbaum ausbreitest und den Baum vorsichtig schüttelst.

Maulbeeren sind sehr zuckerhaltig und enthalten kaum Säure. Roh schmecken sie deshalb eher fad. Die Früchte der Schwarzen Maulbeere besitzen meist mehr Aroma. Ihr Geschmack erinnert an Rosinen. Schwarze Maulbeeren sind leicht süßsäuerlich und würzig. Sie lassen sich gut nutzen, um Müsli, Desserts oder Gebäck zu verfeinern. Sie eignen sich auch zur Zubereitung von Marmelade oder Sirup.

Welche Maulbeer-Sorten gibt es?

Empfehlenswerte Fruchtsorten sind:

  • „Geraldi Dwarf“ (Morus alba): Sie ist nur rund 2 m hoch, sehr ertragreich und kann bis zu 5 cm lange schwarzrote Früchte tragen. Sie ist auch für Kübel geeignet.

  • „Illinois Everbearing“: Diese Sorte ist ein Hybrid aus Morus alba und Morus rubra. Sie wird rund 5 m hoch, ist recht frosthart sowie ertragreich und bringt rund 2 cm lange Früchte mit festem Fruchtfleisch.

  • „Collier“: Die kompakt wachsende Hybrid-Maulbeere aus Frankreich hat große schwarze Früchte und punktet mit sehr gutem Geschmack.

  • „Mathildes Traum“ (Morus nigra): Diese Sorte ist sehr wüchsig und trägt große schwarzrote und sehr saftreiche Früchte. Der Geschmack ähnelt einer Brombeere.

Maulbeeren vermehren

Maulbeeren lassen sich durch Samen vermehren. Allerdings solltest du dann Zeit mitbringen: Maulbeerbäume tragen erst nach rund zehn Jahren erstmals Früchte.

Fruchtsorten werden oft vermehrt, indem auf Sämlinge der Weißen Maulbeere veredelt wird. Veredelte Maulbeerbäume leben allerdings meist nicht sehr lange. Deshalb solltest du auf wurzelechte Exemplare setzen.

Diese kannst du auch selbst von einer wurzelechten Fruchtsorte abnehmen, wenn diese bodennahe Triebe gebildet hat. Dazu biegst du einen möglichst langen elastischen Trieb auf den Boden herab, fixierst ihn mit einem Zelthering und deckst ihn in der Mitte mit humusreicher Erde ab. Wenn du die Erde gleichmäßig feucht hältst, bildet der Zweig im Verlauf des Sommers Wurzeln. Im kommenden Frühjahr kannst du ihn von der Mutterpflanze trennen und verpflanzen.

Getrocknete weiße Maulbeeren liegen auf einem Holzlöffel.

Maulbeeren kannst du auf unterschiedliche Weise verarbeiten. Die Früchte im Bild wurden getrocknet.

Krankheiten

Es sind weder Pflanzenkrankheiten noch Schädlinge bekannt, die Maulbeeren besonders stark oder häufig befallen. Maulbeerbäume leiden nur äußerst selten an Echtem Mehltau.

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