
Marillenbaum schneiden
Was beim Zuschnitt eines Marillenbaumes wichtig ist, zeigt dir dieser Ratgeber. Erfahre hier, wann der richtige Zeitpunkt ist, wie du beim Zuschnitt des Obstbaumes vorgehst und wie du einen Marillenbaum verjüngst.
Wie pflegt man einen Marillenbaum?
Marillen stammen aus dem Mittelmeerraum, wachsen aber mit der richtigen Standortwahl, der passenden Pflege und dem richtigen Schnitt auch hierzulande. Das Gewächs aus dem warmen Süden mit seinen runden Früchten bringt etwas Urlaubsflair in den Garten.
Pflanze den Obstbaum an einen sonnigen, geschützten Standort und achte auf einen gut durchlässigen Boden, der ausreichend tiefgründig und nicht zu trocken ist.
Marillenbaum schneiden – die wichtigsten Tipps
Entferne beim Erziehungsschnitt im Winter alle abgestorbenen Äste. Auch nach innen wachsende Äste und Wasserschosse nimmst du ab. Im Sommer schneidest du nach der Ernte alle konkurrierenden Triebe sowie einen Teil des abgetragenen Fruchtholzes heraus.
Im Sommer setzt du einen Verjüngungsschnitt an. Entferne dabei altes und blühfaul gewordenes Fruchtholz.
Einen Marillenbaum am Spalier schneidest du im Sommer. Kürze dabei die diesjährigen Zweige ein.
Marillenbaum schneiden: Allgemeine Tipps

Mit dem richtigen Schnitt sorgst du in den ersten Jahren für ein gutes Wachstum des Baums. Später fördert der Schnitt die Fruchtbildung.
Die meisten Marillen wachsen auf einer Pflaumenunterlage. Die Früchte entstehen an den Fruchtspießen der zwei- oder dreijährigen Äste oder an den einjährigen Langtrieben.
Beim Schneiden des Marillenbaums förderst du in den ersten 5 bis 6 Jahren erst einmal das Wachstum und den Aufbau der Krone. Ein ungeschnittener Marillenbaum hingegen verkahlt schnell. Erst in den späteren Jahren geht es beim Schnitt um eine ertragreiche Ernte und ein gesundes Wachstum.
Beim Schneiden ist es wichtig, die Äste und Zweige des Marillenbaums auf der richtigen Höhe abzunehmen. Die Pflanze bildet nur wenige schlafende Augen, aus denen der Marillenbaum nach dem Schneiden wieder austreibt. Schneide die Pflanze deshalb bis zum Austrieb zurück und achte darauf, keine Stummel stehenzulassen.
Achte auf saubere und glatte Schnittstellen, damit das Holz nicht ausfranst. Die Gefahr von fauligem Holz wird dadurch ebenfalls geringer.
Wann solltest du den Marillenbaum schneiden?
Schneide deinen Marillenbaum im Sommer oder Winter zu. Bewährt ist allerdings der Sommerschnitt, denn in der warmen Jahreszeit heilen die Schnittwunden schnell und du begrenzt das Wachstum.
Der Vorteil bei einem Winterschnitt ist, dass du die Äste wegen der fehlenden Blätter besser siehst. Im Winter solltest du allerdings nur Korrekturschnitte machen.
Erziehungsschnitt am jungen Marillenbaum

Schneide im Winter oder kurz vor der Blüte alle abgestorbenen Äste vom Marillenbaum ab. Auch nach innen wachsende Zweige und Wasserschosse entfernst du. Wasserschosse sind lange, dünne, steil nach oben wachsende Zweige aus dem Vorjahr.
Im Sommer schneidest du im Juli oder August, also direkt nach der Ernte, die konkurrierenden Triebe ab. Lasse dabei den jeweils Stärkeren stehen. Nimm dann auch Teile des abgetragenen Fruchtholzes aus dem Marillenbaum heraus. Damit regst du die Pflanze an, in den nächsten Jahren neues Fruchtholz auszubilden. Außerdem stoppst du so die Vergreisung der Krone.
Marillenbaum verjüngen
Treibt dein Marillenbaum nur noch wenig neu aus, schneidest du ihn nach der Ernte deutlich stärker zurück als beim regulären Sommerschnitt, um die Pflanze zu verjüngen. Schneide dabei auch dicke Gerüstäste zurück und entferne so das blühfaule, alte Fruchtholz.
Tipp: Lasse keine Stummel stehen, sondern leite die Äste stattdessen auf jüngere Zweige ab. Sie weisen in der Regel nach außen.
Beim Verjüngen schneidest du auch dickere Äste ab. Verschließe die Schnittflächen danach mit Baumwachs, um Schaden durch Bakterien und Pilze zu verhindern.
Marillenbaum am Spalier schneiden

Willst du deinen Marillenbaum am Spalier ziehen, bringst du ihn schon als Jungpflanze dafür in Form.
Möchtest du einen Marillenbaum als Spalier an Hauswänden einsetzen, solltest du ihn schon als junge Pflanze in Form bringen. Lasse dazu eine Stammverlängerung stehen und biege einige der steilen Äste bis annähernd zur Waagerechten herunter. Fixiere die Äste dort, die später als Leitäste dienen.
Den Marillenbaum am Spalier schneidest du regelmäßig im Sommer nach der Ernte. Kürze dabei die diesjährigen Zweige leicht ein. Im Idealfall hat der Marillenbaum dann an den Leitästen alle 15 cm Fruchttriebe entwickelt. Alle Übrigen schneidest du zurück. Lasse lediglich ein Auge stehen. Die Augen treiben dann im nächsten Jahr aus und entwickeln blühfähige Zweige.
Als Spalierobst gezogene Marillenbäume kannst du auch pinzieren. Dabei kürzt du die Triebspitzen regelmäßig ein, damit der Marillenbaum kompakter wächst. Das ist vor allem für ein Spalier passend. Einjährige Zweige schneidest du dafür um etwa ein Drittel zurück. Der richtige Zeitpunkt dafür ist, wenn sie Ende Mai oder Anfang Juni etwa neun bis zwölf neue Blätter entwickelt haben.








