
Apfel – Eigenschaften im Überblick
Der Apfel gehört zu den beliebtesten Obstsorten. Wir zeigen dir, wie du einen Apfelbaum auch in deinem Garten pflanzt, vermehrst und richtig pflegst.
Woher kommt der Apfel?
Der Apfel (Malus domestica) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Das Kernobst ist ein wichtiger Baum im weltweiten Obstanbau. Moderne Kultursorten stammen von den beiden Wildformen Zwergapfel und Holzapfel ab. Diese kommen ursprünglich aus Kleinasien.
Neue Apfelsorten werden seit rund 100 Jahren gezüchtet. Es gibt mittlerweile über 100.000 Sorten. Davon gibt es rund 1.500 in Mitteleuropa.
So wächst der Apfelbaum
Die Wuchshöhe eines Apfelbaums liegt bei bis zu 10 m. Seine Äste wachsen aufsteigend oder abstehend. Der Apfel hat eine Pfahlwurzel. Seine Borke blättert hin und wieder schuppig ab.
Die Blätter sind oval. Auf der Unterseite sind sie filzig behaart oder glatt. Der Apfel blüht von Ende April bis Mitte Mai. Die Blüten wachsen in endständigen Dolden. Pro Dolde stehen fünf bis zehn Blüten. Sie haben jeweils fünf Kronblätter. Form und Farbe unterscheiden sich je nach Sorte. Häufig sind sie zunächst rosarot und färben sich später weiß.
Die Früchte haben eine pergamentartige Wand. Diese teilt den Apfel in fünf Fächer. Sie enthalten jeweils zwei Samen. Die Frucht ist kugelig bis flach und je nach Sorte grün, gelb oder rötlich.
Der richtige Standort und Boden
Damit der Apfel richtig wächst, setzt du den Apfelbaum an einen warmen, trockenen Standort. Dieser ist im Idealfall vor Spätfrost geschützt. Die Apfelblüten halten Temperaturen bis -1 °C aus. Wähle einen tiefgründigen, nährstoff- und humusreichen Boden.
Apfel pflanzen

Grabe ein ausreichend großes Pflanzloch für den Baum. Fülle es dann mit Gartenerde und Kompost auf.
Wie hoch ein Apfelbaum wird, hängt von seiner Unterlage ab. Informiere dich daher vor dem Kauf, welche Apfelsorte für deinen Garten geeignet ist.
Den Apfel gibt es in unterschiedlichen Baumformen: Halbstamm, Hochstamm, Spindel, Spalier oder Busch. Du brauchst meist auch eine Befruchtersorte. Die meisten Apfelbäume können sich nicht selbst befruchten. Je nach Sorte ist der Baum mehr oder weniger empfindlich im Hinblick auf Krankheiten. In der Regel sind moderne Züchtungen widerstandsfähiger.
Apfelbäume sind meist als wurzelnackte Gehölze erhältlich. Pflanze sie von Ende Oktober bis Ende März. Setze sie in ein Pflanzloch, das doppelt so groß ist wie der Wurzelballen. Die Sohle lockerst du zuvor mit einer Grabgabel auf. Zudem braucht der Apfel einen Stützpfahl. Diesen setzt du vor der Pflanzung. Schlage ihn auf der Seite der Hauptwindrichtung mit einem Hammer ein.
Mische in das Pflanzloch lockere Gartenerde und Kompost. Setze erst dann den Apfelbaum ins Loch. Fülle dieses seitlich mit Kompost auf. Schüttest du den Erdaushub wieder in die Grube, rüttelst du gelegentlich am Baumstamm. Dadurch verteilt sich die Erde zwischen den Wurzeln. Aber Vorsicht: Die Wurzeln dürfen dabei nicht knicken. Setze den Baum nicht tiefer, als er zuvor stand. Tritt anschließend die Erde um den Apfelbaum gut fest. Schlämme den Gießrand mit Wasser ein.
Direkt nach der Pflanzung nimmst du den ersten Schnitt vor. Beim sogenannten Pflanzschnitt kürzt du die Spitze und alle Seitentriebe mit einer Baumschere bis maximal zur Hälfte ein. Binde nun den Pfahl am Baum fest. Verwende dafür einen Kokosstrick. Diesen befestigst du in Form einer Acht am Stamm. Bringe an diesem sowie am Pfahl Leimringe an. Diese verhindern, dass Schädlinge die junge Krone beschädigen.
Willst du deinen Apfelbaum an einen anderen Standort umpflanzen, geht dies nur bei jungen Bäumen. Mache dies innerhalb der ersten vier Jahre, nachdem du den Apfel gepflanzt hast. Wähle dafür einen Tag im Herbst aus.
Tipp: Ein Spalier für deinen Apfelbaum kannst du auch selbst bauen. Ziehst du den Apfel am Spalier, sieht er besonders gut aus. Zudem entwickelt er so mehr Früchte. Außerdem ist diese Methode platzsparender.
Apfelbäume pflegen
Gießen musst du den Apfelbaum vor allem, wenn es längere Zeit trocken ist. Damit das Gehölz gesund wächst, versorgst du den Baum außerdem mit Nährstoffen. Dafür düngst du die Pflanze zum ersten Mal spätestens Mitte März. Dafür verwendest du einen organischen Dünger wie Hornspäne.
Außerdem ist es ratsam, ein- bis zweimal im Jahr den Bereich um den Stamm mit Kompost abzudecken. Die Düngung mit Kompost führt dazu, dass der Baum neu austreibt. Außerdem erhöht sich dadurch der Ernteertrag.
Gieße das Obstgewächs im Sommer zusätzlich mit einem Apfel-Aufguss im Traufbereich. Dies machst du mehrmals. Dafür nimmst du zwei Hände voll gehackter Apfelblätter und geschnittener Äpfel. Diese überbrühst du anschließend mit 2 l kochendem Wasser. Lasse die Mischung abkühlen. Danach gießt du sie durch ein Sieb ab. Zum Schluss verdünnst du den Apfel-Aufguss mit 15 l Wasser.
Dünne den Fruchtbehang des Apfelbaums aus, wenn er besonders viele Früchte in einem Jahr gebildet hat. Wichtig ist dies vor allem bei Sorten, die zur Alternanz neigen, also in einem Jahr sehr viele Früchte tragen und im nächsten besonders wenige. Machst du das nicht, legt der Baum für das nächste Jahr weniger Blütenknospen an. Dadurch blüht der Baum nicht oder nur kaum und die Ernte fällt niedriger aus.
Apfel erziehen und schneiden

Schneide den Apfelbaum regelmäßig. So bleibt er gesund und trägt mehr Früchte.
Damit dein Apfelbaum fruchtbar, gesund und kräftig bleibt, ist ein regelmäßiger Schnitt nötig. Dabei ist es wichtig, dass die Krone immer licht ist. Schneide dafür altes und nach innen wachsendes Holz heraus.
Trägt der Baum regelmäßig Früchte, wächst aber gering, machst du stattdessen einen Winterschnitt. Dadurch regst du das Wachstum des Holzes an. Wächst der Baum hingegen sehr stark und bildet sehr viele Früchte, schneidest du ihn bereits im August. Dünne ihn zusätzlich aus, wenn die Früchte walnussgroß sind. Pro Fruchtstand lässt du ein bis zwei Früchte hängen.
Dank des Schnitts werden die restlichen Äpfel größer. Zudem nehmen sie eine intensivere Farbe und einen stärkeren Geschmack an. Zusätzlich bildet der Baum für das nächste Jahr wieder ausreichend Fruchtknospen.
Apfelbaum befruchten
Apfelbäume sind Fremdbefruchter. Sie brauchen daher Pollen von einer anderen Sorte für die Bestäubung. Pflanze deshalb einen Pollenspender in der Nähe. Dafür bietet sich mindestens eine weitere Apfelsorte an. Sie sollte die gleiche Blütezeit haben. Bienen sind ebenfalls wichtig, damit Bäume viele Früchte bilden. Hummeln und Wildbienen übernehmen bei kühlem Frühlingswetter die Bestäubung. Locke die Insekten mit Nisthilfen und Futterpflanzen in deinen Garten.
Werden Blüten nicht oder nur schlecht befruchtet, wirft der Baum sie ab. Dies geschieht meist ein bis vier Wochen nach der Blüte. Man spricht dabei vom Nachblütefall. Bestäubte Blüten werfen ihre Blütenblätter ab. Dabei trocknen die Kelchblätter ein. Zurück bleibt eine kleine Krone. Der Apfel wächst langsam. Ende Mai hat er die Größe einer Walnuss.
Fallen im Juni die Früchte ab, handelt es sich um Äpfel, die nicht vom Baum ernährt werden können. Die restlichen Äpfel wachsen dafür schneller weiter. Die Reife des Obstes wird durch die ersten kühlen Nächte gefördert. Es beginnt dabei auch die sortentypische Färbung der Schale. Deshalb sind die Äpfel in kühleren Lagen nur ein wenig später erntereif als in wärmeren Gebieten.
Äpfel ernten und verwerten

Äpfel sind erntereif, wenn sie sich leicht vom Stiel lösen. Die Farbe sollte dann sortentypisch sein.
Ernte die Äpfel, wenn du sie leicht vom Stiel lösen kannst. Sie sollten dann auch die typische Farbe ihrer Sorte haben. Schneidest du das Obst auf, ist das Fruchtfleisch nicht mehr allzu grün.
Hast du eine Lagersorte gepflanzt, erntest du sie bereits vor diesem Zeitpunkt. Dadurch sind die Früchte länger haltbar. Sortiere beschädigte und faulige Äpfel direkt aus. Lagere die gesunden Äpfel bei gleichmäßiger Temperatur in einem frostfreien Raum. Dafür bietet sich ein Keller mit Naturboden an. Du kannst die Äpfel auch in eine Kiste legen. Kleide diese zuvor mit Wellpappe aus. Stelle sie anschließend an einen geschützten Standort im Freien.
Lagerfähige Äpfel erkennst du an ihrem Fruchtfleisch. Ist dieses zu mehr als einem Drittel glasig, sind sie ungeeignet. Äpfel kochst du zum Beispiel ein, um sie haltbar zu machen.
Beliebte Apfelsorten
Für kleine Gärten bieten sich Apfelbäume an, die auf zwei oder drei Sorten veredelt sind. Sie tragen Früchte und sehen schön aus. Dies gilt vor allem für die Reifezeit. Säulenäpfel sind ebenfalls eine gute Wahl für kleine Gärten. Sie wachsen kompakt und säulenartig.
Die Bäume entwickeln keine Seitenäste. Ihre Wuchshöhe beträgt rund 3 m. Jeder Baum braucht in deinem Garten etwa 50 cm x 60 cm Platz. Daher kannst du sie auch gut im Kübel anbauen. Alternativ verwendest du sie als Begrenzung für Grundstücke oder als Sichtschutz. Empfehlenswerte Sorten sind „Bolereo“ mit hellgrünen Äpfeln, „Polka“ mit rot-grünen und „Waltz“ mit dunkelroten Früchten.
Beachte beim Kauf auch, ob die Sorte spätreif oder lagerungsfähig ist. Willst du die Äpfel frisch vom Baum essen, musst du eine entsprechende Sorte pflanzen. Eine wichtige Entscheidung ist außerdem, ob du eine alte Apfelsorte willst oder eine widerstandsfähige Sorte. Zudem gibt es Früchte die süß, mehlig oder sauer schmecken.
Gute Äpfel für den Hausgarten sind beispielsweise „Retina“ (saftig-säuerlich) und „Rewena“ (sehr robust mit reicher Ernte). Von Anfang bis Mitte September sind die Früchte von „Rubinola“ reif. Die Äpfel sind sehr schmackhaft. Bereits Ende Juli erntest du den ersten Apfel von „Piros“ und „Julia“. Sie lassen sich jedoch nicht lagern. Iss sie also frisch vom Baum.

Äpfel der Sorte „Rubinola“ sind Anfang bis Mitte September reif. Sie sind gelb-rot gefärbt.
Äpfel vermehren
Apfelbäume vermehrst du durch Veredelung. Dabei wählst du zwischen Kopulation und Okulation. Bei der Okulation schiebst du ein Auge mit einem Rindenstreifen der Edelsorte hinter die in Form eines Ts aufgeschnittene Rinde der Veredelungsunterlage. Bei der Kopulation verwendest du eine wurzelnackte Apfelunterlage.
Krankheiten und Schädlinge
Apfelbäume leiden oft unter dem Apfelwickler und Apfelgespinstmotten. Zudem befallen Pilzkrankheiten wie Apfelschorf und Echter Mehltau das Gehölz.
Der Schorfpilz hat einen wiedererkennbaren Jahreszyklus. Im Winter überlebt er im Falllaub auf dem Boden. Im Frühjahr bildet er mikroskopisch kleine Fruchtkörper aus. Darin befinden sich Sporen. Sie werden durch Wind und Wasserspritzer übertragen. Sie infizieren vor allem junge Blätter. Einen Befall erkennst du zu Beginn an leicht öligen Schorfflecken auf dem Laub. Im Sommer infizieren die Sporen Blätter und Früchte. Apfelbäume in der Nähe werden ebenfalls befallen. Die Früchte zeigen dunkle, gezackte Flecken. In der Mitte der Flecken bilden sich kleine Risse. Der Pilz fällt mit den Blättern wieder zu Boden und beginnt seinen Zyklus von vorn.








