
Zaubernuss
Mit der Zaubernuss bringst du auch in der dunklen Jahreszeit leuchtende Farben in deinen Garten. Was du bei der Pflanzung, der Pflege und der Vermehrung beachten solltest, erfährst du hier.
Herkunft der Zaubernuss
Die Zaubernuss (Hamamelis) ist namensgebend für die Familie der Zaubernussgewächse. Zu den Hamamelidaceae gehören sechs Arten, darunter der Amberbaum, der Eisenholzbaum, die Riemenblüte, der Federbuschstrauch und die Scheinhasel. Diese Sorten stammen aus Nordamerika und Ostasien.
Besonders früh blühen die Chinesische und die Japanische Zaubernuss. Ihre Blütezeit beginnt im Januar und endet im Frühling. Diese Sorten sind hierzulande am weitesten verbreitet. Weniger bekannt dagegen ist die herbstblühende Sorte Virginische Zaubernuss. Ihre Blüten sind häufig unter den Blättern verborgen.
Wuchs der Zaubernuss

Die Zaubernuss sorgt im Winter für Farbe im Garten. Dann blüht sie in kräftigem Orange-Rot.
Trägt die Zaubernuss noch keine Blüten, ähnelt sie vom Aussehen der Haselnuss. Doch diese hat als Birkengewächs mit der Hamamelis nichts gemein. Im Winter ist die Zaubernuss mit ihren leuchtend gelben bis roten fadenartigen Blütenblättern ein echter Blickfang und leicht von der Haselnuss zu unterscheiden.
Die Gehölze werden bis zu 4 m hoch, wachsen jedoch sehr langsam. Ihre Krone ist trichterförmig, aufrecht und locker verzweigt. Im Alter kann sie die Krone breit werden. Die Rinde ist glatt und hellgrau bis braun.
Eine Zaubernuss hat wechselständige, breite und oval geformte Blätter. Im Herbst nehmen sie je nach Sorte eine gelbe bis orangerote Laubfärbung an. Die Blüten sind schmal und fadenförmig. Bei Frost rollen sie sich zusammen. Dadurch können sie Temperaturen bis zu -10 °C überstehen.
Gefärbt sind sie je nach Art auffällig gelb, orange oder rot. Manche Sorten duften nach Primeln. Als Frühblüher ist die Hamamelis eine wichtige Pflanze für Hummeln und Bienen. Sie gilt daher auch als Bienenweide.
Aus den befruchteten Blüten werden im späten Herbst holzige Fruchtkapseln. Diese enthalten Samen, die beim Aufplatzen der Kapsel herausgeschleudert werden.
Standort und Boden

Auch die Blätter der Zaubernuss leuchten im Herbst orange.
Die Zaubernuss wächst am besten an hellen sonnigen Standorten, kommt aber auch ohne direkte Sonneneinstrahlung zurecht. Pflanze sie an einen windgeschützten Platz, wie zum Beispiel an einer Hauswand. Dort ist sie auch besser vor Extremfrösten geschützt.
Der Boden sollte humusreich, feucht und durchlässig sein. Auf Trockenheit reagiert die Pflanze empfindlich. Dagegen kann zum Beispiel eine Mulchschicht helfen. Aber auch zu dichte, tonige Böden und Staunässe verträgt die Zaubernuss nicht.
Ist der richtige Standort gefunden, pflanzt du deine Zaubernuss am besten im Herbst ein. Die Oberfläche des Ballens sollte aus dem Boden hervorschauen und mit Rindenhumus bedeckt sein. Die Eingewöhnungszeit einer jungen Zaubernuss dauert bis zu drei Jahre, bevor sie ihr Wachstum startet. Warte mit dem Pflanzen von Stauden oder Bodendeckern, bis der Strauch gewachsen ist.
Die richtige Pflege

Der Winter macht der Zaubernuss nichts aus. Ihre Blüten überstehen auch Schnee und Eis.
Einen speziellen Winterschutz benöitgt die Zaubernuss nicht. Sollten die Fröste sehr streng werden, hilft ein Vlies, um die Blüten zu schützen.
Ist dein Boden im Garten eher sandig, düngst du den Strauch im Frühjahr mit etwas Kompost gemischt mit ein paar Hornspänen. Entferne davor jedoch die Mulchschicht. Das unterstützt das Anwachsen und die Knospenbildung für den Winter.
Trockene Sommer können dazu führen, dass die Hamamelis nicht so blüht, wie du es erwartest. Auch Dauerfrost kann die Blüte um bis zu vier Wochen nach hinten verschieben. Möglich ist auch, dass der Strauch nach einem blütenreichen Jahr etwas weniger blühfreudig ist. Im darauf folgenden Jahr sollten die Blüten dann aber wieder reichlich vorhanden sein.
Schneiden musst du die Zaubernuss in der Regel nicht. Ihr Wuchs ist von Natur aus regelmäßig. Da die Pflanze langsam wächst, solltest du einen radikalen Rückschnitt vermeiden.
Die Zaubernuss im Garten
Die Hamamelis kannst du einzeln pflanzen oder als kleine Gruppe. Plane dafür ausreichend Platz ein, denn die Krone kann bis zu 5 m breit werden. Pro Pflanze benötigst du gut 16 m² Standfläche.
Da der Strauch einige Jahre braucht, um groß und üppig zu werden, kannst du eine Unterpflanzung anlegen.
Beachte dabei, dass konkurrenzstarke Bodendecker aufgrund des schwachen Wachstums der Zaubernuss nicht geeignet sind. Besser sind kleinere Zwiebelblumen, wie die Traubenhyazinthe, das Schneeglöckchen oder auch die Strahlen-Anemone. Auch Winterlinge, Duftveilchen oder Krokusse sind gut geeignet. Sie lockern den Wurzelbereich auf, ohne der Zaubernuss Konkurrenz zu machen. Warte mit einer Unterpflanzung ruhig drei Jahre, bis die Zaubernuss eingewachsen ist.
Die bekanntesten Sorten der Zaubernuss

Ihr ungewöhnliches Aussehen macht die Blüten der Zaubernuss zu einem Hingucker im Garten.
Es gibt sechs Wildarten der Zaubernuss, von denen zwei aus Nordamerika kommen: die Virginische Zaubernuss sowie die Frühlings-Zaubernuss.
Zwei der hierzulande beliebtesten Sorten kommen aus Asien: die Chinesische und die Japanische Zaubernuss. Sie blühen zum Teil bereits ab Ende Dezember bis ins Frühjahr hinein. Aus ihnen werden auch die meisten Hybriden (Hamamelis x intermedia) gezüchtet.
Pallida: Ihre Blüten sind leuchtend gelb und duften intensiv. Sie blüht bei milden Temperaturen in einigen Gebieten oft schon um Weihnachten herum.
Jelena: Ihre außergewöhnlich langen Blütenblätter sind leuchtend orange und zur Spitze hin ein wenig heller. Sie blüht sehr früh und ist mit ihrem tiefroten Herbstlaub auch später noch ein echter Hingucker.
Diane: Ihre Blüte ist intensiv rot und entfaltet sich recht spät im Februar. Auch im Herbst verfärbt sich das Laub orange bis rot.
Primavera: Diese Sorte ist sehr blütenreich. Die Blütenblätter sind leicht gekräuselt, mittelgroß und goldgelb. Sie gehört zu den Frühblühern.
Zaubernuss vermehren

Die Zaubernuss wächst nur sehr langsam. Bei der Vermehrung ist demnach Geduld nötig.
Ein Zaubernussstrauch ist relativ teuer in der Anschaffung. Das liegt vor allem daran, dass die Pflanzen langsam wachsen und die Vermehrung von Zaubernüssen recht aufwendig ist.
Vermehrt werden die Sträucher durch die Veredelung auf eingetopfte Sämlinge. Als Basis dient in der Regel die Virginische Zaubernuss. Nach der Veredelung müssen die jungen Zaubernüsse in Gewächshäusern bei hoher Luftfeuchte anwachsen.
Andere Vermehrungsvarianten, etwa durch Absenker oder Aussaat, sind nur wenig von Erfolg gekrönt.
Schädlinge und Krankheiten
Die Zaubernuss ist eine robuste Pflanze. Sie ist weder anfällig für Schädlinge noch für Pflanzenkrankheiten.






