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Die Walnussfrucht öffnet sich und die Walnuss kommt zum Vorschein.

Der Walnussbaum bringt dir nicht nur leckere Nüsse, sondern bereichert in Einzelstellung auch große Gärten. Wir zeigen dir, wie du ihn pflanzt, pflegst und wo er am besten zur Geltung kommt.

Woher kommt der Walnussbaum?

Der Walnussbaum (Juglans regia) gehört zur Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Er ist auch bekannt als Echte Walnuss, Gemeine Walnuss, Welsche Nuss oder Welschnuss. Ursprünglich stammt der Baum aus den Balkanländern und Zentralasien. Hierzulande wächst er hauptsächlich in Weinbaugebieten.

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So wächst der Walnussbaum

Der Walnussbaum wird zwischen 25 m und 30 m hoch. Dabei kann er 150 Jahre alt werden, im Einzelfall auch älter. Er hat eine kräftige Pfahlwurzel und einen kurzen, krummen Stamm, der bis zu 2 m stark werden kann. Die Äste wachsen in geringer Höhe. Sie entwickeln sich bogenförmig aufwärts und bilden viele, meist gedrehte Äste. In milden Regionen legen junge Nussbäume bis zu 50 cm im Jahr zu.

Die Krone hat einen Durchmesser von bis zu 15 m. Sie wächst kugelig bis breit oval. Damit der Nussbaum auch in kleineren Gärten Platz findet, gibt es mittlerweile kleinere Züchtungen. Diese erreichen aber immer noch eine Kronenbreite zwischen 7 m und 8 m.

Aussehen

Männliche Blüten der Walnuss wachsen an einem Baum.

Die männlichen Blüten der Walnuss öffnen sich im April oder Mai.

Die Blätter wachsen wechselständig. Sie sind unpaarig gefiedert und werden zwischen 20 cm und 40 cm lang. Beim Austrieb kurz nach der Blüte ist das Laub braun-rötlich. Es wird im Laufe des Jahres jedoch dunkelgrün. Zerreibst du es, verströmt es einen aromatischen Duft.

Am Blattstiel wachsen 5 bis 13 Fiederblättchen mit bis zu 15 cm Länge. Sie sind länglich-elliptisch, gestielt und ledrig. Das Laub hat keine besondere Herbstfärbung, sondern fällt im Herbst fahlgrün ab. Junge Walnussbäume haben eine silbrig glänzende Rinde. Im Alter bekommt sie tiefe Risse und Furchen.

Der Walnussbaum hat weibliche und männliche Blüten. Die männlichen öffnen sich im April oder Mai. Sie wachsen als walzenförmige Staubkätzchen. Die weiblichen Blüten sind unauffällig. Sie wachsen einzeln oder in Knäulen und stehen am Ende der diesjährigen Triebe. Der Wind übernimmt die Bestäubung.

Aus den Blüten entwickeln sich im September die Früchte. Sie haben eine grüne Fruchthülle. Diese ist glatt und fleischig. Im Inneren befindet sich ein braun färbender Stoff. Sind die Früchte reif, springen sie auf. Es zeigt sich ein holziger, hellbrauner Stein – die Walnuss. Dabei handelt es sich botanisch gesehen um eine Steinfrucht. Sie ist zwischen 2 cm und 8 cm groß und hell- bis mittelbraun. Ihre Oberfläche ist holzig und gerippt.

Das essbare Nährgewebe – der Samen – ist stark ölhaltig. Eine dünne, leicht bitter schmeckende Haut umgibt das Gewebe. Die Form und Struktur erinnern an ein Gehirn. Walnüsse gelten als sehr gesund. Sie enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren und bestehen zu 50 % bis 65 % aus gesunden Pflanzenölen. Der Anteil an Rohproteinen, Vitaminen und Mineralstoffen beträgt zwischen 18 % und 25 %.

Standort und Boden

Pflanze den Walnussbaum an einen warmen, sonnigen und geschützten Standort, vorzugsweise in einer dauerhaft milden Region. Er braucht viel Licht. Wähle deshalb einen freien Platz oder lichten Bestand. Verwende einen fruchtbaren, tiefgründigen und frischen Boden. Der ideale Untergrund ist lehmig-humos sowie kalkhaltig. Leicht saure Erde verträgt der Walnussbaum ebenfalls.

Walnussbaum pflanzen

Junger Walnussbaum wächst im Beet.

Wenn du die Walnuss pflanzt, plane genug Platz ein. Der Baum hat später eine sehr ausladende Krone.

Aufgrund seiner ausladenden Krone braucht der Walnussbaum viel Platz im Garten. Walnussbäume pflanzt du im Frühjahr. Bis zum ersten Frost wurzeln sie an. Setze neben Jungbäume einen Stützpfahl. Dieser verhindert, dass die Pflanzen umgeweht werden. Nach der Pflanzung gießt du die Gewächse mit einem Gartenschlauch gut an.

Im ersten Standjahr zeigt das Gehölz nur einen schwachen Austrieb. Im Frühjahr ist die Krone der Walnuss lange lichtdurchlässig. Dies liegt daran, dass das Laub spät austreibt. Im Sommer spendet es dafür Schatten. Zudem wird dem Nussbaum nachgesagt, dass er Mücken und andere lästige Insekten vertreibt.

Pflege und Schnitt

Dünge den Walnussbaum im Frühjahr mit Kompost oder Hornmehl. Bei längerer Trockenheit gießt du den Baum. Schützte die Rinde junger Walnussbäume, wenn sie in kalten und sonnigen Ostwindlagen stehen, mit einem Weißanstrich oder bringe eine Schilfmanschette an. Diese schützt vor Frostrissen.

Du schneidest den Walnussbaum normalerweise nicht zurück, kannst aber seine ausladende Krone schneiden. Am besten nimmst du den Form- oder Erziehungsschnitt zwischen Mitte Juli und Mitte September mit einer Baumschere vor, damit die Schnittwunden heilen. Im Frühjahr würde die Walnuss zu sehr bluten – der Grund ist der hohe Wurzeldruck. Die Wunden schwächen das Wachstum des Baumes.

Schneide im Kronenbereich jeden zweiten Trieb auf Höhe einer Gabelung. Je nach Astlänge kürzt du maximal 1,5 m ein. Trenne weitere Stammtriebe ab, die sich im Laufe der Saison bilden. Kürze die Haupttriebe nur ein, wenn sie keine Seitentriebe haben und zu lang sind. Achte darauf, dass die Wunde nicht größer als der halbe Durchmesser des Haupttriebes ist. Im folgenden Jahr schneidest du die verbleibenden Triebe zurück. So kann sich der Baum vom Schnitt erholen.

Entferne Seitentriebe, die in Konkurrenz zum Mitteltrieb stehen. Du kannst sie auch auf kurze Zapfen schneiden. Diese Maßnahme ist vor allem bei jungen Walnussbäumen wichtig, da dadurch die Pyramidenkrone gleichmäßig wächst.

Großer Walnussbaum in Einzelstellung wächst im Garten.

In Einzelstellung macht sich die Walnuss am besten in deinem Garten.

Walnussbaum im Garten

Setze deinen Walnussbaum in Einzelstellung, wenn du genügend Platz im Garten hast. Er eignet sich auch als Alleebaum, allerdings gestaltet sich die Unterpflanzung schwierig. Nur wenige Pflanzen eignen sich dafür. Dies liegt an den Blättern der Walnuss. Sie enthalten den Wirkstoff Juglon, der das Wurzelwachstum anderer Pflanzen hemmt. Unterpflanze den Baum daher nur mit robusten Bodendeckern. Geeignet sind zum Beispiel Efeu und unterschiedliche Arten des Storchschnabels.

Walnussbaum vermehren

Du kannst Walnussbäume auf unterschiedliche Arten vermehren. Eine davon ist die Vermehrung durch Samen. Diese Methode übernehmen oft Eichhörnchen und andere Nagetiere – weil sie oft vergessen, wo sie die Nüsse für den Wintervorrat vergraben haben. Darauf haben sich die Walnussbäume eingestellt: Walnüsse keimen nur, wenn eine dickere Erdschicht sie bedeckt.

Du kannst die Bäume aber auch selbst aussäen. Dafür sammelst du im Herbst frische Nüsse, entfernst die Schale und legst sie in eine Holzkiste mit einem Gemisch aus feuchtem Sand und Humus. Stelle die Kiste anschließend den Winter über ins Freie und setze die Nüsse im März ins Beet. Vermehrst du Walnüsse über Sämlinge, fruchten sie später, wachsen dafür aber stärker. Die Früchte sind meist kleiner als bei veredelten Fruchtsorten.

Die Veredelung von Fruchtsorten geschieht im Winter durch Kopulation oder im Sommer durch Okulation auf einer eingewachsenen Unterlage.

Beliebte Sorten

Kultursorten der Walnuss haben größere Nüsse und bilden kleinere Kronen als die Wildart. Zu den veredelten Sorten gehören „Broadway“, „Buccaneer“, „Majestic“ und „Parisienne“. Sie bilden oft schon nach vier bis fünf Jahren die ersten Walnüsse. Rote Kerne bildet „Rosette“. Diese Bäume erreichen eine Höhe von 4 m bis 7 m.

Eine moderne Sorte ist die selbstfruchtbare „Mars“. Pflanze sie in kleineren Gärten, in denen nur ein Baum Platz hat. Ein zweiter Walnussbaum steigert allerdings die Erträge.

Wie ein Walnussbaum wächst, hängt von der verwendeten Sorte ab. Das Wuchsverhalten unterscheidet sich zum Teil stark. Erst im zweiten oder dritten Standjahr erreichen Walnussbäume ihre volle Wuchskraft.

Walnüsse ernten und verwerten

Du erntest Walnüsse im Herbst. Pro Baum fallen dabei bis zu 50 kg Nüsse an. Mit der Ernte wartest du, bis die Nüsse selbst vom Baum fallen. Erst wenn die grüne, fleischige Außenschale aufspringt, ist die Nuss tatsächlich reif. Wenn du die Nüsse vorher aus der Hülle schälst, färbt die darin enthaltene Gerbsäure deine Finger braun.

Sammle die Walnüsse alle zwei Tage auf, bevor sich Eichhörnchen und Elstern an ihnen bedienen. Die Nüsse lässt du zu Hause nachtrocknen. Lege sie dafür auf luftdurchlässige Holz- oder Drahtroste unter ein Vordach oder auf den Dachboden. Die bräunlichen Schalenreste entfernst du sorgfältig mit einer Bürste.

Sammelst du die Nüsse regelmäßig auf und trocknest sie schnell, vermeidest du Schimmelbildung. In einem kühlen, luftigen Raum halten sie sich mehrere Monate. Ausgelöste Kerne verarbeitest du allerdings schneller, weil sie nach kurzer Zeit an Aroma verlieren und die Öle ranzig werden.

Du verwendest Walnüsse zum Beispiel für Müsli, Kuchen, Gebäck oder Eiscreme oder isst sie frisch. Aus den Nüssen lässt sich auch hochwertiges Speiseöl pressen. Die Kosmetikindustrie verwendet Walnussöl unter anderem für Sonnenschutzprodukte.

Erntest du unreife Walnüsse Ende Juni, machst du aus ihnen „Schwarze Nüsse“, eine Spezialität aus Südwestdeutschland. Sie ist auch als „Pfälzer Trüffel“ bekannt.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten und Schädlinge befallen den Walnussbaum nur selten. Wenn das Wetter feuchtwarm ist, kann sich allerdings die Marssonina-Krankheit ausbreiten. Einen Befall mit dem Pilz erkennst du an dunklen Flecken auf den Blättern und den grünen Fruchthüllen. Der Pilz erreicht aber in der Regel nicht das Innere der Nuss.

Eine gefährlichere Krankheit ist der Bakterienbrand. Die Nusskerne werden davon schwarz und ungenießbar. Befallene Walnussbäume zeigen ebenfalls schwarz-braune Flecken.

Die Fruchthüllen sind Eiablageplätze für die Walnussfruchtfliege. Die Larven fressen das Fruchtfleisch, das dann schwarz und schleimig wird und schließlich eintrocknet. Die Nüsse sind davon aber nicht betroffen und weiterhin essbar, wenn du die schwarzen Reste der Fruchthülle entfernst. Du schützt den Walnussbaum, wenn du ab Ende Juni Fallen für Kirschfruchtfliegen aufhängst. Decke den Boden zusätzlich mit engmaschigen Netzen ab.

Vergleichsweise gefährlich ist Spätfrost, weil er die Blüten zerstört und der Baum dann kaum Früchte ausbilden kann. Gegen Spätfrost weniger empfindlich sind die Sorten „Mars“ und „Geisenheimer“, weil sie spät blühen.

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