
Robinie pflanzen und pflegen
Robinien mit ihren roten Früchten und Schmetterlingsblüten nicht nur ein Hingucker im Garten, sondern können auch gezielt als Bienenweiden eingesetzt werden. Wie du eine Robinie richtig pflanzt und was du bei der Pflege beachten solltest, erfährst du hier.
Herkunft der Robinie
Die Robinie kommt ursprünglich aus Nordamerika, ist aber schon seit mehreren Jahrhunderten auch in Europa verbreitet. Zu der Gattung der Robinien gehören drei Baumarten, darunter die Gewöhnliche Robinie (Robinia pseudoacacia). Die anderen Arten der Gattung sind Sträucher wie die Borstenakazie (Robinia hispida „Macrophylla“).
Robinien sind Hülsenfrüchtler (Fabaceae) und werden auch Scheinakazie oder Silberregen genannt. Äußerlich ähneln sie der Akazie (Acacia), jedoch sind sie nur weit entfernt miteinander verwandt. So erklärt sich auch der botanische Name der Art: Pseudoacacia.
Wie sieht die Robinie aus?
Die Robinie wächst sehr schnell und erreicht Höhen von bis zu 30 m. Ihre lockere Krone ist schirmförmig bis rundlich. Der Baum neigt dazu, eine Doppelkrone zu bilden.
Der Stamm der Robinie ist kurz, die Rinde graubraun und tief gefurcht. Die Äste der Robinie wachsen gedreht und tragen teilweise Dornen. Scheinakazien sind zwar winterhart, vertragen jedoch keine Früh- und Spätfröste.
Erst im Frühling treibt die Robinie ihr Laub aus. Dieses besteht aus unpaarigen, wechselständig angeordneten und gefiederten Blättern, die bis zu 30 cm lang werden. An jedem Blattstiel bilden sich mindestens zwölf eiförmige Einzelblätter mit gesägtem Rand. In sehr heißen Sommern klappt die Robinie diese Blätter nach unten. So bietet sie der Sonne weniger Angriffsfläche und reduziert die Verdunstung.

Die Robinie erreicht eine beeindruckende Größe: Sie kann bis zu 30 m hoch werden.
Im sechsten Jahr nach der Pflanzung blüht die Robinie zum ersten Mal. Dann trägt sie zwischen Mai und Juni kunstvolle Schmetterlingsblüten an ihren jungen Zweigen. Die weißen Blüten duften stark nach Bergamotte und ziehen deshalb viele Insekten an. Die langen Trauben werden bis zu 25 cm lang.
Äußerlich ähneln die graubraunen Samenhülsen der Robinie Schoten. Jede enthält bis zu einem Dutzend Samen. Diese sind im September reif und fallen dann aus der Hülse, die sich von selbst öffnet. Oft werden auch Teile der Hülse vom Wind an neue Standorte geweht. Die Samen der Robinie können bis zu 30 Jahre lang austreiben. So können junge Robinien noch lange weiterleben, nachdem die Mutterpflanze gestorben ist.
Der richtige Standort
Scheinakazien gedeihen und wachsen am besten an sonnigen und sehr hellen Standorten. Sie wachsen sowohl auf sandigen als auch auf kalkhaltigen und lehmigen Böden. Die Erde sollte frisch, gut durchlässig und eher trocken als nass sein.
Aufgrund ihrer leichten Pflanzung setzen Landschaftsgärtner die Robinie als Pionierbaum bei der Wiederaufforstung gerodeter oder zerstörter Bodenflächen ein. Da sie Stickstoff gut bindet, verbessert die Robinie die Bodenqualität an ihrem Standort.

Die Früchte der Robinie sind zunächst leuchtend weinrot. Über den Winter verblassen die Hüllen.
Robinien anpflanzen
Robinien kannst du im Frühling und im Herbst pflanzen. Wichtig ist, dass du dem Baum genügend Raum und Abstand zu Hausmauern und anderen Bäumen gibst.
Bei der Pflanzung sollte das Pflanzloch doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Setze die Robinie in gut gelockertes Substrat und genauso tief, wie sie in ihrem Topf gestanden hat. Gieße sie anschließend und unterstütze die junge Pflanze mit einem Pfahl. Dieser verhindert, dass sie bei starkem Wind umknickt.
Bevor du eine Robinie in den Garten pflanzt, solltest du allerdings bedenken, dass sie sich nur schwer wieder entfernen lässt. Da der Baum zahlreiche Wurzelausläufer bildet, treibt die Robinie selbst dann noch Jungbäume aus, wenn du sie gefällt hast. Fällst du deine Scheinakazie, musst du den Wurzelstock vollständig entfernen oder die Robinie von anderen Pflanzen überwachsen lassen, damit sie kein Licht mehr bekommt und nicht neu austreibt.

Möchtest du eine Robinie anpflanzen, hebst du ein Pflanzloch aus, das die doppelte Größe des Wurzelballens besitzt.
Robinien pflegen und schneiden
Da Robinien Stickstoff binden, düngen sie sich regelrecht selbst. Sie kommen außerdem gut mit Trockenheit klar, sodass sie nahezu keine Pflege benötigen.
Von Natur aus bildet die Robinie einen kurzen Stamm, der sich bereits in geringer Höhe verzweigt. Einen geraden Stamm kannst du also nur heranziehen, wenn du diesen immer wieder von überflüssigen Ästen befreist.
Kugelrobinien benötigen einmal im Jahr einen Formschnitt. Idealerweise nimmst du diesen im Frühjahr vor. Da Robinien sehr schnittverträglich sind, kannst du weit mit einer Astschere zurückschneiden.
Hinweis: Die Pflanzenteile der Robinie sind giftig – auch die Rinde. Arbeite deshalb nie ohne Handschuhe.
Die Robinie im Garten
Robinien werden oft in Parks und an Alleen gepflanzt, denn der Baum ist so robust, dass ihn selbst Abgase und Streusalz kaum angreifen. Auch sein Aussehen macht die Pflanze zu einem beliebten Baum im öffentlichen Raum. Imker pflanzen Robinien gezielt als Bienenweiden, um Bienen anzulocken.
Das Holz der Robinie ist sehr hart und verwitterungsbeständig. Es wird zu Weidepfosten verarbeitet und beim Bau von Brücken sowie Holzbauten im Außenbereich verwendet.
Scheinakazie vermehren
Die Robinie vermehrt sich durch Wurzelschösslinge und Selbstaussaat. Auf diese Weise wachsen oft dichte Robinienbestände, die andere Bäume schnell verdrängen.
Wenn du eine Robinie durch Samen vermehren willst, ist es ratsam, dies in der zweiten Maihälfte tun. Lege dafür die Samen zwei Tage lang zuvor in warmes Wasser, damit sie keimen. Die unterschiedlichen Sorten der Robinie werden durch Veredlung vermehrt.
Krankheiten

Sie gehört nicht zu den typischen Feinden der Robinie, aber manchmal machen sich auch Blattschneiderbienen an der Robinie zu schaffen.
Die weißen Raupen der Robinien-Miniermotte ernähren sich von den Blättern des Baums. Allerdings können die Schädlinge einer gut eingewachsenen Robinie kaum oder nur geringen Schaden zufügen.








