
Eichen – Eigenschaften im Überblick
Rund um Eichen ranken sich zahlreiche Geschichten und Legenden. Sie gehören zu den ältesten Laubbäumen und erfreuen sich auch als Baum im Garten großer Beliebtheit. Im Ratgeber zeigen wir dir unter anderem, was du über das Pflanzen und Pflegen wissen musst.
Woher kommen Eichen?
Eichen (Quercus) gehören zur Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Rund 600 Arten sind weltweit verbreitet. Auf der Nordhalbkugel ist der Laubbaum nahezu überall zu finden und das bereits seit sehr langer Zeit. Seine Geschichte reicht zwölf Millionen Jahre zurück.
Aus Mitteleuropa stammen Stiel- und Traubeneichen. Der botanische Namenszusatz der Stieleiche „robur“ bedeutet so viel wie Kraft. Daher gilt der Baum auch heute noch als ein Symbol für Standfestigkeit.
Wie sehen Eichen aus?
Eichen erreichen eine Höhe von bis zu 35 m. Gut zu erkennen sind sie an ihrer weit verzweigten, ausladenden Baumkrone. Charakteristisch für die Eiche ist zudem ihre stark gefurchte, grau-braune Borke. Bis zu einem Alter von etwa 20 Jahren wachsen Eichen eher schnell. Das Tempo lässt dann aber nach.
Die Blätter der Eiche haben eine ledrige Konsistenz und eine gelappte Form. Ab dem Alter von 20 Jahren blühen Eichen zum ersten Mal. Dann öffnen sich zwischen April und Mai die Blüten. Sie sind eher klein und unscheinbar, ziehen aber viele Insekten an. Aus den Blüten reifen im Herbst die Früchte, die nussartigen Eicheln.
Weltweit besitzen viele Eichen ein hohes Alter. Manche Exemplare sind sogar über 1.000 Jahre alt. Zu den ältesten Eichen Europas zählen die „Dicke Oachn“ in Blumenau (Österreich) und „Die Tausendjährige“ in Nöbeditz (Thüringen). Die Eiche mit dem größten Umfang heißt „Rumskullaeken“ und steht in Schweden. Ihr Stammumfang misst rund 15 m und ihr Alter wird auf etwa 1.000 Jahre geschätzt.

Die Blätter der Eiche haben eine charakteristische Form. Sie sind gelappt und ledrig.
Der ideale Standort
Der Laubbaum gedeiht am besten auf frischen Böden mit vielen Mineralien. Als Tiefwurzler lockert er mit seinen Pfahlwurzeln selbst stark verdichtete Untergründe auf. Daher macht ihm Trockenheit nicht viel aus.
Allerdings bevorzugt die Eiche einen sonnigen und warmen Standort. Sie sollte viel Licht bekommen, besonders von Osten und Westen. Im Schatten anderer Gehölze gedeiht sie als Lichtbaumart nicht. Am besten sollten sich um Umkreis von 15 Metern keine anderen hohen Bäume oder schattenwerfende Häuser befinden.
Eichen pflanzen
Die Eiche wurzelt metertief. Achte deshalb darauf, dass du sie nur dort pflanzt, wo sie als Tiefwurzler keinen Schaden anrichten kann.
Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen ist das Frühjahr oder der Herbst. Dafür hebst du zunächst ein ausreichend tiefes Pflanzloch aus. Dann lockerst du die Erde im Pflanzloch tiefgründig auf. Achte darauf, dass die Pfahlwurzel beim Pflanzen nicht ab- oder umknickt.
Eichen richtig pflegen
Hat die Eiche einen guten Standort, benötigt sie wenig Pflege. Eine Mulchschicht auf der Wurzelscheibe schützt den Boden vor dem Austrocknen.
Eichen richtig schneiden
Junge Eichen sind sehr schnittverträglich. Der richtige Zeitpunkt zum Schneiden ist der späte Winter. Denn bis zum Spätherbst lagern die Bäume noch Reservestoffe ein. Generell treiben sie nach einem Rückschnitt wieder stark aus.
Alte Exemplare bilden gelegentlich Totholz. Das schneidest du heraus. Bei sehr alten Bäumen benötigst du eventuell eine Genehmigung für einen Schnitt. Ziehe dann gegebenenfalls einen Fachbetrieb hinzu.
Wo sind Eichen zu finden?

Eine Eiche wirkt im Garten am besten, wenn sie allein steht. So kann sie eine große Krone entwickeln.
Im Garten eignet sich die Eiche vor allem als Solitärbaum. Das liegt an der großen Krone und dem Lichtbedürfnis.
Früher spielten Eichen wichtige Rollen im Leben der Menschen. Sie dienten zum Beispiel als Gerichtsbäume, waren als Schutzbäume bekannt oder markierten Versammlungsorte. Auch in der Mythologie spielten sie eine große Rolle.
Das Holz wurde früher wie auch heute noch in der Schifffahrt verwendet. Auch Fässer für die Herstellung von Weinen und Whisky sind meistens aus Eichenholz gemacht. Nicht zuletzt ist das Fachwerk von älteren Fachwerkhäusern meist aus Eiche gefertigt.
Die Eiche spielt auch im Naturschutz eine große Rolle. Experten haben herausgefunden, dass Eichen mehr als 400 Schmetterlingsarten und 100 Insektenarten Lebensraum und Nahrung bieten. Sie haben sich auf das Gehölz spezialisiert. Beispielsweise lebt im Totholz der Hirschkäfer. Nager sowie Wild ernähren sich von den Eicheln.
Sorten-Tipps
Eichen findet man hierzulande meist in Wäldern oder Parks. Dort sind die Traubeneiche (Quercus petraea), auch Wintereiche genannt, und die Stieleiche (Quercus robur) am weitesten verbreitet. Letztere ist auch unter der Bezeichnung „Deutsche Eiche“ bekannt.
Beide gehören zur Gruppe der sogenannten Weißeichen. Sie sehen daher ganz ähnlich aus. Unterscheiden kannst du sie an den Früchten. Während die Stieleiche pro Blüte zwei bis drei Früchte an einem langen Stängel trägt, sitzen bei der Traubeneiche jeweils fünf bis sieben Eicheln an kurzen Stielen. Beide Arten sind einhäusig, die Bestäubung übernimmt der Wind. Daher entstehen sehr häufig ganz natürliche Kreuzungen.
Seit einigen Jahren wird die Roteiche sowohl in Gärten als auch in Parks immer beliebter. Sie stammt aus Nordamerika. Ähnlich wie die Scharlach-Eiche (Quercus coccinea) besitzt sie ein sehr dekoratives Herbstlaub. Wegen ihres lebhaft gemaserten Holzes ist sie für Möbelbauer sehr attraktiv. Allerdings ist ihr Holz nicht wasserdicht.
Ebenfalls eine sehr markante Herbstfärbung besitzt die Pontische Eiche (Quercus pontica). Sie eignet sich auch als Hausbaum für kleinere Gärten. Die Wintergrüne Eiche ist aus einer Kreuzung zwischen der Steineiche (Quercus ilex) und der Stieleiche (Quercus robur) hervorgegangen.

Das Laub der Scharlach-Eiche verfärbt sich im Herbst besonders dekorativ. Es leuchtet dann in einem kräftigen Rot.
Eichen vermehren
Um Eichen aus Eicheln zu ziehen, benötigst du viel Geduld. Dafür legst du reife Eicheln erst in ein Wasserbad. Sinken sie ab, sind sie für eine Vermehrung geeignet. Oben schwimmende Eicheln sortierst du aus.
Nach dem Trocknen kommen die Eicheln in einen Gefrierbeutel und du lagerst sie sechs Wochen im Kühlschrank für die sogenannte Stratifikation. Damit wird die Keimung angeregt.
Anschließend setzt du jede Eichel einzeln mit dem Wurzelende nach unten etwa 2 cm tief in einen Anzuchttopf. Die Erde hältst du ausreichend feucht. Im Frühjahr pflanzt du sie dann aus. So haben sie bis zum Winter genug Zeit, um sich einzuwurzeln. Eicheln direkt auszusäen ist meist nicht sehr erfolgreich, da sie von Nagern angefressen werden.
Willst du dir die Anzucht sparen, gräbst du einige Eichenkeimlinge rund um ältere Bäume aus und pflanzt sie an anderer Stelle wieder ein.

Aus den Eicheln kannst du neue Bäume ziehen. Hier ist allerdings Geduld gefragt.
Krankheiten und Schädlinge
Zwar gilt die Eiche als robust und langlebig, doch einige Schädlinge können ihr viel Ärger bereiten. So können die Raupen von Schwammspinner, Frostspanner, Eichenwickler oder Eichenprozessionsspinner ganze Eichen kahl fressen.
Auch Mehltau tritt häufig auf. Ist der Boden zu sauer, hat er zu wenige Nährstoffe oder ist mit Schadstoffen belastet, kann das zum Eichensterben führen.








