
Kiefern richtig pflanzen und pflegen
Kiefern sind Gehölze für fast jeden Garten. Es gibt sie von ausladend groß bis klein und kugelig. Alles Wissenswerte über die Pflege von Kiefern und beliebte Kiefernarten für den Garten, erfährst du in diesem Ratgeber.
Wo kommen Kiefern her?
Die Kiefer (Pinus), auch Föhre genannt, gehört zu den wichtigsten Bäumen für die Forstwirtschaft. Das mag daran liegen, dass Kiefern fast überall überleben können. Sie wachsen auf Bergen in 2.500 m Höhe, auf sauren Moorböden, auf Dünen oder sogar in Felsspalten.
Die Bäume verschmähen zwar auch nahrhaften Boden nicht, doch haben sie dort zu viel Konkurrenz durch andere Bäume. Daher weichen sie in der Natur an eher unwirtliche Standorte aus.
Drei verbreitete Arten sind die Waldkiefer (Pinus sylvestris), die Zirbelkiefer (Pinus cembra) und die Bergkiefer (Pinus mugo). In Gärten sind darüber hinaus asiatische Kiefernarten wie zum Beispiel die Mädchenkiefer (Pinus parviflora) und die Tränenkiefer (Pinus wallichiana) zu finden.
So sehen Kiefern aus

Das Aussehen von Kiefern hängt stark von der Sorte ab. Die Nadeln gibt es beispielsweise in Längen von 4 cm bis 20 cm.
Kiefern können groß, klein, schmal, ausladend oder kugelig sein. Je nach Art wachsen sie ganz unterschiedlich. Ihre Nadeln können 4 cm lang sein, aber auch bis zu 20 cm erreichen. Bergkiefern haben eher kurze Nadeln, lange sind beispielsweise bei der nordamerikanischen Gelbkiefer zu finden.
Die Nadeln sind bei Kiefern quirlartig angeordnet. Sie stehen zu zweit, dritt oder auch zu fünft an kurzen, gestauchten Trieben. Alle zwei Jahre wirft der Baum seine Nadeln ab und bildet neue.
Die Rinde ist gelb- bis rotbraun an den Zweigen, der Hauptstamm ist graubraun und schuppig. Die Kiefernrinde wird oft als Rindenmulch verwendet, denn die Gerbsäure in der Rinde hemmt das Wachstum von Unkraut.
Kiefern sind einhäusige Pflanzen. Der Baum bildet also gleichzeitig männliche und weibliche Blüten. Bestäubt werden diese nicht über Insekten, sondern mithilfe des Windes. Die breiten und konisch zulaufenden Kiefernzapfen bilden sich erst im Jahr nach der Bestäubung. In ihren Schuppen befinden sich die geflügelten Samen. Auch diese werden vom Wind weitergetragen und verteilt.
Der richtige Standort für eine Kiefer
Kiefern brauchen viel Licht, um sich gut zu entwickeln. Daher bevorzugen die Bäume einen vollsonnigen Standort. An den Boden stellen sie nicht sehr hohe Ansprüche. Dieser kann sauer oder sandig sein. Das Einzige, was die Kiefer nicht verträgt, ist salziges Erdreich.
Am passenden Standort sind Kiefern dann frosthart, windfest und tolerant gegenüber Hitze. Gegenüber Trockenheit ist beispielsweise die Schlangenhautkiefer (Pinus leucodermis) besonders tolerant und ihre Zwergformen eignen sich gut für den Garten.
Kiefern pflanzen

Kiefern zu pflanzen ist einfach. Kaufst du eine Kiefer mit Ballen, pflanzt du sie zwischen September und April. Topfware kannst du das ganze Jahr über pflanzen.
Kiefern wachsen langsam und werden meist als Topfware angeboten. Größere Exemplare sind teilweise auch mit Erdballen zu haben. Diese Unterscheidung zwischen Topf- und Ballenware ist wichtig für den richtigen Pflanzzeitpunkt.
Pflanzen mit Ballen solltest du zwischen September und Anfang April einpflanzen. Topfware kannst du jederzeit setzen. Du musst den Boden auch nicht besonders vorbereiten. Nur schwere oder verdichtete Böden solltest du etwas auflockern. Ein bisschen Sand und Humus tun ebenfalls gut. Ein Pfahl stützt das Jungbäumchen in der Anwachsphase.
Kiefern richtig pflegen
Sind Kiefern erst einmal angewurzelt, sind sie leicht zu pflegen. Du musst sie nicht düngen oder zusätzlich bewässern. Spendierst du Jungkiefern im Frühjahr jedoch eine Portion Kompost, wachsen sie schneller.
Winterschutz ist für heimische Arten nicht nötig, denn Kiefern sind frosthart. Solange die Bäume noch klein sind, sollte man die Kronen allerdings in Wintervlies einhüllen, die Baumscheiben dick mit Herbstlaub mulchen und die Stämme mit Jute umwickeln.
Muss man Kiefern schneiden?

Kiefern musst du nicht schneiden. Lediglich Zwergkiefern solltest du in Form halten. Brich dafür die neuen Triebe heraus.
Die Schere kannst du bei einer Kiefer getrost im Schuppen lassen. Die Gehölze vertragen nämlich keinen Rückschnitt, denn die Äste treiben nicht wieder aus. Kein Problem ist das Aufasten, also das Entfernen von kompletten Ästen direkt am Stamm.
Um Zwergkiefern in Form zu halten, solltest du die neuen Triebe mit der Hand ausbrechen. Das machst du am besten im Mai, wenn die sogenannten Kerzen noch weich sind.
Kiefern im Garten verwenden
Zwergkiefern sind eine ideale Ergänzung für Staudenbeete oder Steingärten. Eine Bergkiefer dagegen wird gut 6 m hoch und benötigt eine Einzelstellung. Die Gehölze lassen sich ideal mit Heidekraut kombinieren. Aber auch zusammen mit Rhododendron ergeben sich schöne Blickfänge. Der Vorteil: Die herunterfallenden Nadeln sorgen dafür, dass der Boden im für den Rhododendron idealen pH-Wert bleibt.
Du kannst Kiefern im Garten auch als sogenannte „Big Bonsais“ oder Garten-Bonsais pflanzen. Auch im Kübel lassen sich klein bleibende Kugel- oder Kissen-Kiefern kultivieren. Ihr Vorteil: Sie sind sehr trockenheitsresistent und kommen auch ohne tägliches Gießen aus.

Kiefern sind im Garten eine ideale Ergänzung. Je nach Wuchshöhe fügen sie sich ins Gesamtbild ein oder sind ein stattlicher Hingucker.
Kiefern: Sorten-Tipps
Säulenwaldkiefer (Pinus sylvestris „Fastigiata“): bis zu 10 m, selten breiter als 1,5 m, schlanke Gartenform der heimischen Wildart
Tränenkiefer (Pinus wallichiana): nur für milde Regionen geeignet, nicht zu trockener Boden, wächst erst kegel- und im Alter schirmförmig, bis 7 m hoch und 3 m breit, bläuliche, herabhängende Nadeln
Japanische Rotkiefer (Pinus densiflora): wächst langsam, bis 4 m hoch und breit, breite Krone
Zwergkriechkiefer (Pinus pumila „Nana“): wächst langsam, etwa 1,5 m hoch und breit, dünne, blaugrüne Nadeln
Zwergbergkiefer „Humpy“ (Pinus mugo): 1 m hoch und breit, sehr genügsam, äußerst winterhart, kurze, gelbgrüne Nadeln
Kiefern vermehren
Vor allem die Wildformen kannst du gut über Samen vermehren. Dafür sammelst du die Zapfen zwischen September und Oktober, solange sie noch am Baum hängen. Im März und April kannst du die Samen dann am gewünschten Standort aussäen.
Tipp: Die Samen einiger Kiefernarten, wie beispielsweise die der Mädchen- oder der Zwergkiefer, solltest du vor der Aussaat in feuchtem Sand oder im Wasser lagern. Das soll die Keimung anregen.
Kiefern für den Garten vermehren Experten in der Regel über Veredelung. Das ist allerdings recht aufwendig. Edelreis und getopfter Sämling werden durch seitliches Anplatten miteinander verbunden. Anschließend muss die Pflanze im Gewächshaus weiter wachsen. Nach dem ersten Austrieb wird die Unterlage oberhalb der Veredelungsstelle abgeschnitten. Erst im darauffolgenden Frühjahr können die Jungbäume dann ins Freiland übersiedeln.
Schwach wachsende Sorten wie die Bergkiefer lassen sich auch über Stecklinge vermehren. Aber auch hier brauchst du ein Gewächshaus und am besten eine Heizung und eine Sprühanlage. Darüber hinaus muss das Triebende speziell behandelt werden. Solche Bewurzelungshormone sind für Hobbygärtner in der Regel nicht zu bekommen.

In den Zapfen der Kiefern stecken die Samen. Sammle sie ein und säe den Samen im Frühjahr aus, um Kiefern zu vermehren.
Welche Krankheiten treten bei Kiefern auf?
Kiefern sind anfällig für unterschiedliche Pilzkrankheiten. Dabei sind die Arten nicht alle gleich anfällig. So können zum Beispiel der Kiefernrost, Nadelbräune oder das Triebsterben auftreten. Bei der sogenannten Kiefernschütte werfen die Bäume ihre Nadeln ab. Die Ursache kann ein Pilz sein oder ein physiologischer Grund.
Mögliche Schädlinge sind unter anderem Spinnmilben, Blattwanzen und Schmetterlingsraupen. Ihre Schäden halten sich jedoch in Grenzen.








