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Richtig grillen – Tipps zu Methode und Ausstattung

Zuletzt aktualisiert: 14.08.20198 Minuten
Fleisch und Gemüse auf dem Grill

Temperatur, Garzeit und Hitzeverteilung – für jedes Grillgut gelten eigene Bedingungen. Mit diesen Tipps gelingen nicht nur Steaks und Würstchen, sondern auch Gemüse, Fisch, Wild und Geflügel.

Richtig grillen: Wie geht das?

Die Grill-Methode sollte sich dem jeweiligen Grillgut anpassen. Nur so kann es einen optimalen Geschmack entwickeln. Folgende Fragen sollte man vor dem Grillen beantworten:

  • Was möchte ich grillen?
  • Benötigt das Grillgut eine lange Garzeit mit niedriger Temperatur?
  • Soll das Grillgut eine knusprige Kruste bekommen?
  • Wünschen Sie sich ein rauchiges Aroma?

Je nachdem, wie die Antworten ausfallen, wählen Sie eine angemessene Temperatur und Garzeit aus und überlegen, wie Sie die Hitzeverteilung im Grill arrangieren.

Welche Temperatur braucht man zum Grillen?

Fleisch und Gemüse auf dem Grill
Quelle: Jamestown

Die optimale Grilltemperatur sieht für jedes Grillgut anders aus. Diese 3 Stufen werden unterschieden: Eine niedrige Temperatur von 130 bis 180 °C, um eine mittlere Temperatur handelt es sich zwischen 180 und 230 °C, eine hohe Temperatur liegt zwischen 230 und 300 °C.

Überblick: Welche Temperatur für welches Grillgut?

Verschaffen Sie sich vor dem Grillen einen Überblick über die ideale Temperatur für Ihr Grillgut: 

  • Steak: 230-280 °C (hohe Temperatur)
  • Geflügel: 140-200 °C (niedrige bis mittlere Temperatur)
  • Wild: 130-180 °C (niedrige Temperatur)
  • Fisch: 160-180 °C (niedrige Temperatur)
  • Gemüse: 150-180 °C (niedrige Temperatur)

Direktes und indirektes Grillen

Beim direkten Grillen liegt das Grillgut über der glühenden Kohle und ist starker Hitze ausgesetzt. Diese Methode eignet sich für kleinere Fleischstücke. Mit ihrer Hilfe kann man knusprige Krusten erzeugen. Beim indirekten Grillen liegt das Grillgut nicht direkt über der Glut und der Deckel des Grills ist geschlossen. Dies führt dazu, dass die Hitze von den Seitenwänden und dem Deckel des Grills abstrahlt und so das Fleisch sanft gart. Das indirekte Grillen eignet sich daher für größere Fleisch- und Geflügelteile – bis hin zu ganzen Hähnchen, Rippchen etc. Wer zartes Fleisch mit knuspriger Kruste möchte, kann beide Methoden kombinieren.

Richtig grillen mit Holzkohle

Holzkohle-Grill Dexter von Jamestown

Holzkohle-Kugelgrill "Dexter" von Jamestown – alle Holzkohlegrills von Jamestown im OBI Online-Shop. (Quelle: Jamestown)

Mit einem Holzkohle-Grill lassen sich unterschiedliche Temperaturen erzeugen und mit Hilfe eines Deckels Grillgut wahlweise direkt oder indirekt grillen. Der besondere Mehrwert eines Holzkohle-Grills besteht darin, dass er dem Fleisch, Fisch, Geflügel und Gemüse ein besonders rauchiges Aroma verleihen kann. 

Diese ursprüngliche Art des Grillens ist jedoch aufgrund der stärkeren Rauchentwicklung auf Balkonen und Stadtterrassen häufig verboten. Fluch und Segen zugleich ist die Trägheit dieser Grill-Methode, da Kohle und Briketts Zeit benötigen, bis sie die richtige Temperatur erreicht haben. Wer das Grillen in der Natur zelebriert, wird das Gefühl von Lagerfeuer-Romantik genießen, wer Hunger hat, braucht ein wenig Geduld.

Holzkohle schnell zum Glühen bringen

Beim Vorbereiten der Holzkohle für den Grill scheiden sich die Geister – die einen schwören auf wenig Kohle, die anderen auf einen großen pyramidenförmigen Haufen. Wer die Kohle schneller zum Glühen bringen möchte, kann einen Anzündekamin verwenden. Solche gibt es mit einem Fassungsvermögen von vier bis acht Litern.

Um den Kamin anzuzünden, sollten Sie ihn auf einer feuerfesten Oberfläche platzieren und ihn mit Papier sowie anschließend mit Kohle oder Briketts befüllen. Anschließend zünden Sie den Inhalt an und warten, bis die Sogwirkung des Kamins die Kohle durchglühen lässt. Glüht die Kohle, schütten Sie sie in den Grill. Abschließend umgeben Sie sie mit kalter Kohle und wedeln mit einer Zeitung oder einem anderen Gegenstand, um einen Luftstrom zu erzeugen, der die Glut anfacht und sich ausbreiten lässt. 

Holzkohle Grill mit Glut

Kohle oder Briketts?

Klassische Kohle lässt sich schneller entzünden als Briketts – bereits nach 25 Minuten ist die Glut gut – und sie wird in der Regel auch schneller heiß. Kohle kann bis zu 700 Grad Celsius erreichen. Ihr Vorteil ist gleichzeitig ihr Nachteil: Durch das schnelle Brennen hält sie nicht so lange wie Briketts. Kohle eignet sich für Würstchen und Steaks.

Wer über einen längeren Zeitraum etwas indirekt grillen möchte, setzt besser auf Briketts. Diese benötigen ohne Anzündkamin zwar mindestens 50 Minuten Vorlauf, dafür können sie bis zu drei Stunden lang glühen. Ein Nachteil von Briketts ist, dass sie weniger Raucharoma verbreiten als Holzkohle. Wer dir Vorteile beider Brennstoffe nutzen will, kann diese auch mischen. 

Egal, für welche Variante Sie sich entscheiden, achten Sie immer auf die Qualität des Produkts. Bei Kohle stellt das DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2) sicher, dass sie kein Pech, Erdöl, Koks oder Kunststoffe enthält. Weitere Siegel sind das FSC (Forest Stewardship Council) und PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes). Sie bezeugen, dass für Kohle und Briketts kein Tropenwald abgeholzt wurde und dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. 

Glut auf dem Grill

Einfacher Test: So stellen Sie die Temperatur des Holzkohle-Grills fest

Viele Grills haben ein eingebautes Thermometer. Falls das bei Ihrem Modell nicht der Fall ist, können Sie die ungefähre Grilltemperatur auch mit der Hand bestimmen. Halten Sie dazu die Handinnenflächen ca. 12 cm über den Grillrost. Je länger Sie die Temperatur aushalten, desto niedriger ist sie:

  • 8-10 Sekunden = niedrige Temperatur
  • 5-7 Sekunden = mittlere Temperatur
  • 1-4 Sekunden = hohe Temperatur

Bitte beachten Sie: Bei dieser Methode sollten Sie vorsichtig vorgehen. Häufig werden die 12 cm unterschätzt. 

Grillschale: Ja oder nein?

Da schwarze Krusten auf Würstchen und anderem Grillgut krebserregende Stoffe enthalten können, empfiehlt das Umweltbundesamt, vor allem beim Grillen mit Holzkohle Grillschalen zu verwenden. Doch nicht alle Behältnisse sind unbedenklich. Unter dem Einfluss von Säure und Salz kann Aluminium auf Lebensmittel übergehen, was ebenfalls gesundheitsgefährdend sein kann. Vor allem für Tomaten, Schafskäse in Salzlake oder mit Zitronensaft gewürztes Fischfilet sollte man Grillschalen aus Edelstahl, Keramik oder mit Emaillebeschichtung verwenden. 

Gas-Grill: Unkompliziert und schnell

Mann mit Grillhandschuh legt mit Grillzange Fleisch auf Gasgrill

Jamestown Kombigrill "Drake" – alle Jamestown-Grills im OBI Online-Shop. (Quelle: Jamestown)

Ein Gasgrill funktioniert mit Hilfe eines Schlauchsystems, das den Gasbehälter mit dem Brenner verbindet. In einem Gasgrill können unterschiedlich viele Brenner verbaut sein, normalerweise sind es ein bis sechs Stück. Je mehr Brenner verfügbar sind, umso mehr Möglichkeiten bieten sich beim Grillen, da sie verschiedene Temperaturzonen erzeugen können. Mit dem Gasgrill können Fleisch, Fisch, Gemüse oder sogar Käse bei niedrigen Temperaturen garen. Das Grillgut sollte dabei mittig auf dem Grill liegen und nur die äußeren Gasflammen bei konstanten 100 bis 130 °C brennen. Außerdem muss der Deckel geschlossen bleiben, damit die Hitze gleichmäßig zirkulieren kann. Besonders profitieren von dieser Methode Pulled Pork, Spareribs oder Lachs. 

Im Vergleich zu einem Holzkohlegrill ist der Gasgrill nicht nur beim direkten und indirekten Grillen praktischer, er ist generell auch schneller einsetzbar und einfacher zu reinigen. Allerdings sollten Sie immer prüfen, wie viel Gas Sie noch in der Flasche haben. Ein weiterer Nachteil ist der relativ hohe Anschaffungspreis für Qualitätsgeräte. 

Der Brenner macht den Unterschied

Bei Gasgrills gibt es unterschiedliche Brenner mit unterschiedlicher Leistung.  Besonders der Edelstahl-Stabbrenner garantiert eine optimale Hitzeverteilung auf der gesamten Grillfläche. Er kann sehr starke Hitze erzeugen, die direktes Grillen oder scharfes Anbraten ermöglicht. Gleichzeitig bietet er auch den Komfort der regelbaren Hitze im unteren Temperaturbereich für das indirekte Grillen. Beim Radiant-Brenner-System (RBS) sind Keramikbrenner nicht im Boden, sondern an den Seiten der Grillwanne untergebracht, was ebenfalls eine schonende Fleisch-, Fisch- und Gemüse-Zubereitung ermöglicht.

So grillt man sicher mit Gas

Für einen Gasgrill eignen sich Propan und Butan. Beide Gassorten gibt es in Flaschengrößen von 5 kg bis 11 kg im Handel. Auch Flüssiggasgemische sind erhältlich. Diese brennen, wie auch Propan, bei bis zu -30 °C und sind damit auch im Winter einsetzbar. Butan hingegen ist nicht unter 0 °C brennbar.

Wie lange hält eine Flasche Gas zum Grillen?

Der Gasverbrauch richtet sich nach der Leistung des Gasgrills, also der Anzahl an Kilowatt (KW). Der durchschnittliche Verbrauch bei einem KW liegt bei ca. 100 g Gas/Stunde. Ein Grill mit 12 KW verbraucht bei Vollauslastung ca. 1.200 g Gas/Stunde. Dementsprechend hält eine 5-kg-Gasflasche ca. 4 Stunden bei maximaler Auslastung.

Sicher grillen mit Gas

Damit man sicher mit Gas grillen kann, sollte der Grill zum einen über einen doppelten Druckregler zwischen Flasche und Schlauch verfügen, der verhindert, dass das Gas mit ungehemmtem Druck in den Grill schießen und dort eine gefährliche Stichflamme entfachen kann. Zum anderen sollte bei Schläuchen ab einer Länge von 1,50 m auch eine Schlauchbruchsicherung angebracht sein. Diese unterbricht automatisch die Gaszufuhr, wenn ein Schlauch undicht ist.

Gasflasche unter dem Grill

Kleiner Helfer auf dem Balkon: Elektro-Grill

Der Elektrogrill ist ohne Frage schnell und unkompliziert in der Handhabung: Selbst für Grilleinsteiger ist er in wenigen Minuten einsatzbereit, leicht zu reinigen und eignet sich auch für Balkone. Sein Vorteil ist auch gleichzeitig sein Nachteil, da der Elektrogrill durch das Anschlusskabel eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit mit sich bringt. Er eignet sich hervorragend für kleine Mengen an Grillgut, bietet allerdings nicht die Möglichkeit des indirekten Grillens, da die Möglichkeiten der Temperatur-Regulierung nicht besonders groß sind. 

Elektrogrill von Weber auf dem Balkon

Neuer Grill-Trend: Smoker

Im Smoker wird das Fleisch über Stunden in heißem Rauch gegart, der aus der Feuerbox steigt – bei niedrigen Gartemperaturen von 90 bis 130 °C. Diese Methode wird immer beliebter, da das Fleisch seine saftige Konsistenz behält und durch den Rauch einen würzigen Räuchergeschmack erhält. Bei 60 bis 120 °C wird heißgeräuchert. Dafür eignen sich Forellen, Gemüse oder Würstchen. Saftiges Kassler, Heilbutt oder Fetakäse werden bei 30 bis 50 °C warmgeräuchert. Fisch, Käse oder Fleisch lassen sich ebenfalls bei nur 15 bis 25 °C kalträuchern – sie also über Tage aromatisieren und haltbar machen. 

Smoker von Jamestown

Smoker "Aldon" von Jamestown – alle Jamestown-Grills im OBI Online-Shop. (Quelle: Jamestown)

Welcher Grill passt zu mir?

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.