StartGartenGartengestaltung

Wildbienen und Insektenhotels: Infos und Fakten vom Experten

Zuletzt aktualisiert: 15.09.202015 MinutenVon: OBI Redaktion
Wildbiene guckt aus Schilfhalm heraus

Welche Rolle spielen Wildbienen für die Natur und was sollte der Mensch über den Umgang mit ihnen wissen? Wie baut man ein Insektenhotel? Wir sprechen mit Wildbienen-Experte und Insektenhotel-Hersteller Stephan Eßer über Wildbienen, Bruthilfen und eine Zukunft ohne Insekten.

Unser Interviewpartner: Wildbienen-Experte Stephan Eßer

Die Welt verändert sich, und das nicht immer zum Positiven. Das mit dem Klimawandel und dem Voranschreiten der industriellen Landwirtschaft einhergehende Insekten- und Bienensterben hat auf lange Sicht gesehen auch Auswirkungen darauf, wie wir als Menschen leben und uns ernähren. Durch die fehlende Bestäubung von Wildbienen und anderen Insekten können Obst und Gemüse irgendwann Mangelware werden. Doch um diesem Horror-Szenario entgegenzuwirken, können wir aktiv etwas unternehmen, indem wir Insektenhotels aufstellen und Nahrungsquellen für Wildbienen und Co. schaffen. Stephan Eßer baut nicht nur professionell Insektenhotels, er berät auch Firmen und Privatpersonen, wie man Wildbienen helfen kann. Er spricht mit uns über Wildbienen, ihre Bedeutung für uns Menschen und den Bau von Insektenhotels.

Wildbienen-Experte Stephan Eßer

Foto: privat

Alles über Wildbienen

Hallo Herr Eßer, würden Sie sich kurz vorstellen?

Hr. Eßer: Aus einer kleinen Idee, die mit der Landesgartenschau in Leverkusen 2005 ihren Anfang nahm, hat sich im Laufe der Jahre eine Firma im Nebenerwerb entwickelt und ich stelle in meiner kleinen Werkstatt recht erfolgreich Wildbienenbruthilfen, Insektenhotels und Überwinterhilfen für Wildinsekten her. Diese produziere ich für Privatpersonen und Unternehmen. Hier bin ich auch bei der Auswahl der Standorte sowie bei der Schaffung von Futterstellen für die Wildinsekten beratend tätig. Um meine Idee einem breiteren Publikum näher zu bringen, habe ich mich außerdem vor einigen Jahren entschlossen, meine Hotels im Internet zu bewerben und zu verkaufen.

Wie viele Wildbienenarten gibt es denn ungefähr bei uns in Deutschland?

Hr. Eßer: Ungefähr 565 Wildbienenarten gibt es hier bei uns in Deutschland. Bei uns in NRW in der rheinischen Region, also entlang des Rheins, sind es ungefähr 320 verschiedene Arten. Und bei mir in Odenthal, wo ich wohne, sind es ungefähr 15 bis 20 Arten, die bei mir in den Insektenhotels brüten. Diese Tiere werden Sie jedoch in der Mehrzahl nicht sehen, weil sie sehr speziell sind. Da unterscheiden sich manche Unterarten nur in einem kleinen Merkmal – das kann man als Laie aber gar nicht erkennen, weil die Tiere viel zu schnell sind.

Was ist das Wichtigste, was Menschen über Wildbienen wissen sollten?

Hr. Eßer: Es sollte zunächst vermittelt werden, dass Wildbienen nicht stechen und nicht angreifen. Diese Tiere gehen nicht wie eine normale Wespe auf ein Stück Kuchen, auf eine Grillwurst oder fliegen in den Saft, was für Kinder sehr gefährlich ist. Wildbienen sind nur an Pollen interessiert. Die Hotels bauen wir für die Wildbienen, und in den gleichen Hotels leben auch Wildwespen. Bei Wildwespen sind viele Menschen jedoch sehr schnell abgeschreckt. Wildwespen haben mit der normalen Hauswespe allerdings gar nichts zu tun, sie sehen auch gänzlich anders aus. Es ist nur der Name, den sie gemein haben. Die normale Wespe, die uns lästig werden kann, muss einen Staat verteidigen und einen Staat ernähren. Das heißt, es sind tausend Tiere, die nur ihre Königin schützen und ihre Brut ernähren und daher immer wieder neue Nahrung heranschaffen müssen. Sie müssen ihren Erfolg auch verteidigen, und wenn Sie einer Wespe zu nahe kommen, sticht sie eben zu. Auch die Honigbiene schützt ihren Staat und bringt immer wieder Nahrung in den Staat hinein, damit die Königin Eier legen kann und die Brut ernährt wird. Also kann sie uns, wenn wir ihr zu nahe kommen, stechen.

Das macht die Wildbiene nicht. In einem Bienenvolk haben alle Bienen die gleiche Genetik. Das heißt, die Königin gibt ihre Gene an alle anderen Bienen exakt gleich weiter. Töte ich eine Biene, haben alle anderen Bienen im Volk noch die gleiche Genetik. Eine Wildbiene lebt hingegen solitär, also allein, und hat einen einzelnen genetischen Strang. Wenn ich diese Wildbiene töte, geht damit auch ihre einzigartige Genetik verloren. Diese Wildbiene wird also immer weggehen vom Menschen, wenn er ihr gefährlich wird, um ihre Genetik und ihre Nachkommen zu schützen. Das müssen die Honigbiene und die normale Hauswespe nicht machen. 

Weibliche Wildbienen können aber tatsächlich stechen, wenn man sie in die Hand nimmt und zudrückt. Dann würden sie sich wehren – das würde ich als Mensch in der gleichen Situation jedoch auch tun, um mich selbst zu schützen. Genau das macht die Wildbiene auch. Man muss also keine Angst haben, sich ein Insektenhotel auf den Balkon zu hängen oder auf die Terrasse zu stellen. Es passiert den Leuten nichts.

Man muss keine Angst haben, sich ein

Insektenhotel

auf den Balkon zu hängen.

Stephan Eßer

Man hört ja einiges über das Thema Insektensterben. Merken wir davon schon etwas?

Hr. Eßer: Auf der Welt werden jedes Jahr ungefähr 153 Milliarden US-Dollar nur für die Insekten-Bestäubungsleistung für Obst und Gemüse ausgegeben. Es gibt manche Obst- und Gemüsearten, die sich selber bestäuben – das haben wir Menschen aber so gezüchtet. Im Regelfall brauchen die Sachen jedoch einen Bestäuber. Und wenn da kein Bestäuber ist, dann können wir auf der Welt ein riesengroßes Ernährungsproblem bekommen. 

Es gibt tatsächlich verschiedene Methoden, mit denen man dem Insektensterben heute schon entgegenwirken will. In Amerika beispielsweise arbeitet man mit dem Hubschrauber und bringt ein künstliches Mittel auf die Pflanzen auf. In China hingegen gibt es Wanderarbeiter, die auf die Bäume klettern und Blüte für Blüte mit einem kleinen Pinsel bestäuben, weil keine bestäubenden Tiere mehr da sind. In Amerika gibt es auch den sogenannten Beruf des Bestäubungsimkers. Dieser Imker produziert gar keinen Honig mehr. Er packt seine Honigbienenvölker auf große Trucks – tausende Völker – und fährt mit diesen Trucks tausende Kilometer weit. Die Völker werden zwar an jeder Raststätte befeuchtet, weil die Tiere eine gewisse Feuchtigkeit und eine gewisse Kühle brauchen, aber es sterben auf dem Weg letztendlich viele tausend Tiere. Der Imker bringt die Bienenvölker auf Plantagen und stellt sie dort ab, damit die Bienenvölker dort die Bäume oder Sträucher bestäuben können. Einige Wochen später werden die Völker wieder auf die Trucks geladen und in andere Ecken des Landes gebracht, bis die Bienen so erschöpft sind, dass das Volk zu Grunde geht.

Es passiert teilweise auch bei uns schon, dass ein Imker seine Bienen vermietet, in bestimmte Obstplantagen hineinstellt und den Honig eigentlich nur noch als Nebenprodukt ansieht. In der Schweiz ist es so – da kosten 14 Tage Bestäubungsleistung 95 Schweizer Franken für ein Bienenvolk. Und man braucht zur Bestäubung einer solchen Plantage einige Bienenvölker. Auf diese Weise macht der Imker mehr Gewinn als mit seinem Honig. 

Es gibt auch hier bei uns in Europa schon viel zu wenig Wildbienen, weil es keine Brutmöglichkeiten gibt. Und dafür sind die Insektenhotels da.

Was wäre denn, wenn es keine Wildbienen und andere Insekten mehr geben würde?

Hr. Eßer: Momentan würde sich nichts ändern. Die nächsten Jahre würde es so weiterlaufen wie bisher auch. Dann würde die Nahrung knapper werden, auch in Deutschland. Das heißt, das Obst würde knapper werden. Unmittelbar würden wir es feststellen, wenn sich Obst und Gemüse im Handel verteuern würde. Wenn man heute vielleicht für ein Kilo Äpfel zwei Euro bezahlt, bezahlt man in zehn Jahren für ein Kilo vielleicht vier Euro. Die Menschen nehmen das vielleicht noch hin, ärmere Menschen können sich einen Apfel vielleicht aber gar nicht mehr ständig leisten, sondern nur noch an speziellen Tagen. Zehn weitere Jahre später wird das Kilo wahrscheinlich sechs Euro oder acht Euro kosten.

So würde es weitergehen, und irgendwann würden sich nur die Reichen Obst und Gemüse leisten können. Bei ärmeren Menschen würde es vielleicht so wie früher im Krieg sein: Man bekommt einen Apfel zu Weihnachten und aufgrund seiner Seltenheit würde man sich gar nicht trauen, ihn zu essen. 

Wahrscheinlich würden dann auch die Verteilungskämpfe losgehen. Wer bekommt den Apfel? Derjenige, der Geld hat oder der Stärkere? Das ist genau das Gleiche, was wir heute mit dem Wasser in Afrika sehen, wo die Leute schon lange laufen müssen, um Wasser für die Familie zu besorgen. Da führt man auch Kämpfe um sauberes Trinkwasser. Genau so, wie dort die Menschen Kriege führen, so werden die Menschen auch einmal Kriege um Nahrung führen, weil es keine Bestäuber mehr gibt. Vielleicht bringt uns letztendlich aber auch Technologie einen Schritt weiter.

Wie kann man das Thema Wildbienen denn Kindern näher bringen?

Obstregal im Supermarkt

Hr. Eßer: Kinder gehen heutzutage mit ihren Eltern in den Supermarkt, kaufen ihr Obst und gehen dann wieder nach Hause – ohne zu wissen, woher das Obst kommt, das sie kaufen. Ich sage immer: Der Apfel wächst nicht im Supermarkt. Das Obst braucht beispielsweise einen Strauch oder einen Baum, dieser Baum hat eine Blüte und diese Blüte braucht einen Bestäuber. Ohne Bestäuber gibt es letztendlich kein Obst. Und danach, als allerletzter Schritt, kommt das Obst in den Supermarkt. Auf diese Weise können Sie das einem Kind erklären: Jede Blüte braucht einen Bestäuber, sonst gibt es kein Obst im Supermarkt. Das ist die ganz einfache Erklärung, warum man Wildbienen und anderen Insekten Brutraum anbieten muss. Es gibt immer weniger Löcher in der Natur, weil immer weniger Holz einfach im Wald liegen bleibt. Und wenn bei uns auf der Wiese mal etwas umkippt, dann wird es zu Brennholz verarbeitet. Rotthaufen, wie der Bauer sie früher hatte – dort hat man in einer Ecke alles, was auf dem Bauernhof umfiel, zusammengekarrt, dort hat der Igel sich verkrochen, dort waren die Mäuse drin und auch die Wildbienen – das gibt es heute nicht mehr. Ohne ein Loch gibt es also keine Biene, ohne Biene gibt es keine Bestäuber für die Blüte und ohne Bestäuber für die Blüte gibt es letztendlich keinen Apfel im Supermarkt. Das verstehen auch Kinder.

Alles über Insektenhotels

Anstatt ein fertiges Insektenhotel zu kaufen, möchten einige Menschen vielleicht selber Hand anlegen und eines bauen. Was benötigt man denn dazu?

Hr. Eßer: Wenn man ein Insektenhotel ein bisschen „professioneller“ bauen möchte, dann braucht man Werkzeuge: Säge, Hammer, Nägel, Schrauben, aber auch eine gute Bohrmaschine. Außerdem braucht man heimisches Hartholz, das nicht so schnell reißt, etwa Buche, Eiche oder Akazie – diese nennt sich bei uns in Deutschland Robinie, also Scheinakazie. Das ist sehr hartes Holz, das auch bei Feuchtigkeit nicht quillt. Das ist besonders wichtig, denn Holz verändert seine Konsistenz bei Feuchtigkeit oder Trockenheit. Das heißt, mal weiten sich die gebohrten Löcher bei Hitze, mal ziehen sie sich bei Kälte zusammen. Damit kann das arbeitende Holz allerdings die Brut der Wildbienen töten. Entweder sprengt es die Eingänge und es kann Wasser eindringen, oder es zerdrückt die Brut, weil es einfach zu eng wird. Ein Fehler wäre außerdem, den Tieren harzendes Holz anzubieten – alle Nadelbäume sind somit tabu für die Löcher im Insektenhotel. Denn in diesen Nadelbäumen ist Harz enthalten. Dieses hat die Aufgabe, die Tiere, die in das Holz eindringen, zu töten. Verwenden Sie stattdessen besser Schilfröhrchen und Bambusröhrchen, diese nutzen die Bienen auch zum Brüten.

Man sollte keine

Angst

haben, etwas falsch zu machen.

Stephan Eßer

Wenn man sich mit Material ausgerüstet hat, wie geht man dann am besten vor?

Hr. Esser: Sie können einfach Kiefernholz aus dem Baumarkt nehmen und sich dort das Holz zurechtschneiden lassen. Aus dem Kiefernholz bauen Sie einen Kasten, den Sie mit einem Stück Sperrholzplattehinten verschließen. Dort bringen Sie einige Hölzer rein – Äste oder einige kleine Baumscheibchen, in die Sie vorher Löcher gebohrt habeb. Die Löcher im Holz sollten 3mm bis 10mm groß sein – in zehn Millimeter große Löcher geht beispielsweise eine dicke Mauerbiene hinein. In meinen Insektenhotels sind die Löcher außerdem ungefähr sechs Zentimeter tief. Viele schreiben, das sei viel zu wenig – Sie müssen allerdings bedenken, dass die Tiere in einer Reihe Eier ablegen. Das heißt, in einem von der Biene verschlossenen Loch, ist nicht nur ein Ei drin, sondern ein Ei pro Zentimeter. Wenn das Loch jetzt fünf, sechs Zentimeter tief ist, sind sort also ungefähr fünf Eier drin. Der erste Zentimeter bleibt immer blind. Das heißt, der erste Zentimeter hinter dem verschlossenen Loch ist immer leer, damit, wenn der Vogel das Loch freipickt, er dort keine Larve findet. Erst ab dem zweiten Zentimeter brütet das Tier – das ist der Schutz des Tieres vor dem Vogel. Wenn Sie jetzt sechs Zentimeter tiefe Löcher haben, sind dort also ungefähr vier bis fünf Eier drin. Und wenn die Biene noch mehr Eier legen möchte, geht es ins nächste Loch und brütet dort das Loch voll.

Dann füllt man die Zwischenräume zwischen den Holzscheiben mit Bambus oder mit Schilf aus. An dieser Stelle sollten Sie allerdings darauf aufpassen, dass die Röhrchen im Innern relativ sauber sind. Das heißt, man muss sie immer noch mit einem Stückchen Holz oder mit einem kleinen Pinsel innen reinigen. 

Dann haben Sie ein kleines Bienenhotelchen. Das können Sie noch zusätzlich mit einer Wasserschutzfarbe einmal anstreichen – zum Beispiel mit Biopin. Das ist die einzige biologische Schutzfarbe für Hartholz und schützt Ihr Hotel vor Feuchtigkeit.  

Man sollte ein Insektenhotel im Winter nicht in die Wärme stellen. Stimmt das?

Hr. Eßer: Reinstellen kann man das Insektenhotel im Winter schon, jedoch nicht in die Wärme. Da haben Sie vollkommen recht. Man kann es tatsächlich draußen lassen – die Natur findet ja auch draußen statt. Wenn Sie es nach drinnen stellen möchten, dann sollte der entsprechende Raum ungeheizt sein. Eine Gartenhütte würde sich eignen, oder eine Garage. Das Tier ist nämlich in der Bruthöhle zu diesem Zeitpunkt komplett fertig ausgebildet und wartet nur auf Wärme, um zu schlüpfen. Wenn es dann die Wärme am 24. Dezember in Ihrer Wohnung findet, dann denkt das Tier, es wäre Frühjahr und schlüpft am 24. Dezember in Ihrer Wohnung aus. Das ist für Sie nicht toll und das Tier findet keine Nahrung und stirbt. Und wenn Sie es aus der Wohnung lassen würden, erfriert es. Daher sollten Sie das Insektenhotel im Winter nicht in die Wärme stellen.

Einchecken, bitte!

Was kann man denn sonst noch für Fehler beim Bauen machen?

Hr. Esser: Es gibt viele Meinungen von Menschen, die sagen, man dürfte ein Insektenhotel nur auf eine bestimmte Weise bauen. Und das ist einfach falsch. Es gibt viele Wege, wie man ein Insektenhotel bauen kann. Ich finde es immer wichtiger, dass man beobachtet und nicht immer nach einem Buch baut. Die Natur baut auch nicht nach einem Buch – es gibt keine DIN-Form in der Natur. Und man kann meines Erachtens nur etwas falsch machen, wenn man nichts tut. Wenn Sie den Tieren kein Brutloch anbieten, dann gibt es auch keine Nachkommen. 

Man sollte auch keine Angst haben, etwas falsch zu machen und das ein Tier im Insektenhotel stirbt. Natürlich gibt es auch schon mal ein Tier, das einen Flügel in einem Loch verletzt. Das ist Natur – es leben Tiere in der Natur, und es sterben Tiere in der Natur. Die meisten Menschen denken, wenn 10 Löcher in ihrem Bienenhotel verschlosen sind, müssen auch alle Bienen ausschlüpfen. Das stimmt jedoch nicht. Wenn 10 Löcher verschlossen sind, können auch nur ein paar Bienen ausschlüpfen und ein paar haben es nicht geschafft. Das sollten die Menschen wissen – dass es nicht einen hundertprozentigen Bruterfolg gibt, etwa aufgrund von Parasiten, aufgrund von Feuchtigkeit oder aufgrund davon, dass das Ei kaputt geht, weil es einen genetischen Defekt hat. Es ist erst mal ein ganz wichtiges Thema, dass Tiere sterben. Wenn man also eine Scheibe anbohrt, kann es sein, dass die Scheibe schon mal reißt, dort Wasser eindringt und das Tier stirbt. Wenn die Scheibe aber im Vorfeld gerissen ist, wird das Tier in dieses Loch gar kein Ei reinlegen. Das Tier weiß von der Natur aus, das ist nicht gut für mich.

Wenn es regnet, könnte man die Bienen auch töten. Oder verstehe ich das falsch?

Hr. Esser: Man sollte das Insektenhotel letztendlich ein bisschen geschützt aufhängen oder aufstellen. Das ist in der Natur natürlich nicht der Fall, denn da trifft der Regen auch ungeschützt auf das Brutloch. Und wenn das Tier sein Loch nicht richtig gebaut hat – es kleistert das Loch mit einer Art Lehm-Speichel-Masse zu – dann kann es sein, dass das Tier stirbt. Es kann sein, es muss aber auf keinen Fall sein. Es kann auch mitten im Regen stehen und Ihre Bienen schlüpfen trotzdem aus. Denn im Wald gibt es nunmal auch keinen Dachüberstand, der die Tiere schützt.

Gibt eine einfache und schnelle Möglichkeit, mit Kindern ein Insektenhotel zu bauen?

Dose mit Schilfhalmen

Hr. Eßer: Man kann ein Bienenhotel ganz einfach bauen, indem man dazu eine einfache Weißblechdose nimmt. So ein Bienenhotel ist sehr kostengünstig und einfach in der Herstellung. Sie nehmen dafür Weißblechdosen, in denen zum Beispiel Möhren oder passierte Tomaten gelagert waren. Man öffnet diese an einer Seite, leert sie aus und reinigt sie. Dann gießt man ein bisschen Gips in die leere Dose und steckt Schilfröhrchen oder Bambusröhrchen hinein, damit der Vogel diese nicht herausziehen kann. Bei dieser Variante des Insektenhotels muss man auch kein Gitter vormachen, denn der Gips hält letztendlich die Röhrchen fest. Das können Sie wunderschön mit Kindern machen und brauchen auch nicht viel Werkzeug dazu – nur ein bisschen Gips, eine Schere und ein bisschen Schilf. Und am Ende hat man ein Mini-Bienenhotel, welches einwandfrei funktioniert.

Anleitung für eine Bruthilfe für Wildbienen und -wespen

Du benötigst:

  • Weißblechdose, Durchmesser ca. 10 cm, Höhe nicht mehr als 14 cm
  • Schilf oder andere Halme mit einer Länge von etwas über der Dosenhöhe
  • Gummis
  • Draht
  • Küchenkrepp
  • Gipspulver

1. Schneide zunächst die Schilfhalmmatte auf das richtige Maß deiner Dose. Rolle das entstandene Stück auf, fixiere es mit Gummis und stecke es in die Dose. Die Zwischenräume füllst du mit losen Schilfhalmen auf. Anschließend entfernst du alle Halme wieder aus der Dose und fixierst sie erneut mit Gummis.

2. Möchtest du das kleine Bienenhotel später aufhängen, solltest du kurz vor dem Bodenverschluss der Dose mit einem Hammer und einem Nagel an den gegenüberliegenden Seiten jeweils ein kleines Loch stanzen. Durch die Löcher steckst du ein Stück Drahtschlinge, an der das Haus aufgehängt werden kann. Die Löcher dichtest du zum Schluss mit etwas Küchenkrepp ab.

3. Rühre zunächst das Gipspulver mit etwas Wasser in einer Schale zu einem Brei an – er sollte nicht zu flüssig, aber auch nicht zu fest sein. Gieße nun den Gipsbrei in die Weißblechdose, bis er etwa 3 cm hoch in der Dose steht. Der Gips wird verwendet, um die Schilfhalme in der Dose zu fixieren, damit Vögel die Halme später nicht auszupfen und zum Nestbau verwenden können. Anschließend steckst du das Schilf wieder in die Dose und schlägst es mit einem Brettchen und einem Hammer nach unten, damit es richtig im Gips steckt. Lass den Gips danach gut trocknen.

4. Bei den Schilfhalmen, die ihre Öffnung durch den Druck etwas verloren haben, solltest du die Öffnungen nun mit einem kleinen Schraubenzieher wieder etwas erweitern. Jetzt musst du deine Bruthilfe nur noch an ein sonniges Plätzchen bringen und dort ohne Bewegungspotential aufhängen.

Das könnte dich auch interessieren

Gartengestaltung – der natürliche Garten
Den Garten natürlich gestalten: Finden Sie hier Ideen zu passenden Gartenmöbeln, Pflanzen, Sichtschutzelementen und vielem mehr für eine natürliche Atmosphäre im Garten.
Mehr erfahren
So gelingt ein insekten- und bienenfreundlicher Garten
Insekten, besonders Bienen, sind zunehmend bedroht. Mit einem bienenfreundlichen Garten tust du der Umwelt etwas Gutes – hier findest du Tipps und Ideen zur Gestaltung.
Mehr erfahren
Igelfreundlicher Garten – so gelingt er
Mit einem igelfreundlichen Garten bietest du den Wildtieren einen passenden Ort zum Überwintern. Lese, was ein Igel frisst und was er sonst noch braucht.
Mehr erfahren
Ökologisches Gärtnern im Naturgarten
Ökologisch zu gärtnern heißt insbesondere Gärtnern ohne Kunstdünger oder chemische Schädlingsbekämpfung. Tipps zu diesem Thema findest du hier.
Mehr erfahren
Naturnaher Garten: So gestaltest du ihn
Den Garten naturnah gestalten: Finde hier Ideen zu Pflanzen, Tierunterkünften und vielem mehr für eine naturnahe Atmosphäre im Garten.
Mehr erfahren
Kräuter in Töpfen und Kübeln
Erfahren Sie hier, welche Kräuter zusammenpassen und wie Sie diese in Töpfen und Kübeln richtig anpflanzen.
Mehr erfahren
Wurmkiste anlegen – Videoanleitung
Mit einer Wurmkiste kannst du selbst Komposterde herstellen. Wir zeigen dir, wie du deine eigene Wurmkiste anlegst.
Mehr erfahren
Wurmkiste selber bauen – Schritt für Schritt
Du willst deine eigene Wurmkiste bauen und selbst Erde herstellen? Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie es geht.
Mehr erfahren
Kompost anlegen – Schritt für Schritt
Kompost macht aus Bio-Abfällen nährstoffreichen Humus, den du als Dünger verwenden kannst. Lies hier, wie du einen Komposthaufen richtig anlegen und versorgen kannst.
Mehr erfahren

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.

Wir verwenden Cookies
Auch wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien, damit bei Ihrem Besuch unsere Webseite technisch funktioniert (z.B. durch Speicherung Ihres bevorzugten OBI-Marktes um Verfügbarkeiten von Produkten im Markt anzuzeigen) und um Ihnen ein optimiertes und individualisiertes Online-Angebot zu bieten. Außerdem binden wir so die Tools von Kooperationspartnern für Statistiken zur Nutzung unserer Webseite, zur Leistungsmessung sowie zum Anzeigen relevanter Inhalte ein. Durch Klicken auf "OK" stimmen Sie dem Einsatz von Cookies und ähnlichen Technologien zu den vorgenannten Zwecken zu. Durch Klicken auf „Einstellungen öffnen“ können Sie eine individuelle Auswahl treffen und erteilte Einwilligungen jederzeit für die Zukunft widerrufen. Nähere Informationen, insbesondere zu Einstellungs- und Widerspruchsmöglichkeiten, erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung | Impressum
Zurück
Cookie Einstellungen
Was sind Cookies?

Cookies sind kleine Textdateien, die von Ihrem Browser auf Ihrem Endgerät zur Speicherung von bestimmten Informationen abgelegt werden. Dazu zählt z.B. der von Ihnen ausgewählte OBI-Markt oder die Produkte in Ihrem Warenkorb. Durch die gespeicherten und zurückgesandten Informationen erkennt die jeweilige Webseite, dass Sie diese mit dem Browser Ihres Endgeräts bereits aufgerufen und besucht haben. Diese Informationen nutzen wir, um Ihnen die Webseite gemäß Ihren Präferenzen optimal gestalten und anzeigen zu können. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Details anzeigenDetails verbergen
Unbedingt erforderliche Cookies

Unbedingt erforderliche Cookies gewährleisten Funktionen, ohne die Sie unsere Webseite nicht wie vorgesehen nutzen können. Diese Cookies dienen zum Beispiel dazu, dass Sie als angemeldeter Nutzer bei Zugriff auf verschiedene Unterseiten unserer Webseite stets angemeldet bleiben und so nicht jedes Mal bei Aufruf einer neuen Seite Ihre Anmeldedaten erneut eingeben müssen. Auch die Speicherung des ausgewählten OBI-Marktes wird dadurch beispielsweise ermöglicht, sodass Ihnen die Verfügbarkeit von Produkten angezeigt werden kann, ohne dass Sie dazu jedes Mal erneut den gewünschten Markt auswählen müssen.
Rechtsgrundlage für diese Erhebung und Verarbeitung ist unser berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. f DS-GVO).
Weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Details anzeigenDetails verbergen
Statistik

Cookies für statistische Analysen sammeln auf Basis einer zufälligen Kennung pseudonymisierte Informationen darüber, wie unsere Webseite genutzt wird, um deren Attraktivität, Inhalt und Funktionalität zu verbessern. Diese Cookies helfen uns, zu bestimmen, ob, welche, wie oft und wie lange Unterseiten unserer Webseite besucht werden und für welche Inhalte sich Nutzer besonders interessieren. Erfasst werden weiterhin z.B. Suchbegriffe, das Land oder die Region aus der der Zugriff erfolgt, sowie der Anteil von mobilen Endgeräten, die auf unsere Webseiten zugreifen. Wir erstellen anhand dieser Informationen Statistiken, um die Inhalte unserer Webseite gezielter auf Ihre Bedürfnisse abzustimmen und unser Angebot zu optimieren.
Rechtsgrundlage für diese Erhebung und Verarbeitung ist unser berechtigtes Interesse (Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. f DS-GVO). Sie können dieser Verarbeitung hier widersprechen.
Weitere Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Details anzeigenDetails verbergen
Erweiterte Statistik

Im Rahmen erweiterter Nutzungsanalysen werden für Nutzer, die sich in ihrem Kundenkonto einloggen, Endgeräte-übergreifende Statistiken auf Basis eines kundenindividuellen Pseudonyms erhoben. Weiterhin wird unter dieser Kategorie die Aufzeichnung von Webseitenbesuchen gefasst, bei der Mausbewegungen nachvollzogen werden können. Die Aufzeichnung von Tastatureingaben findet dabei niemals statt. Ebenso werden Informationen verborgen, die eine Identifikation des Nutzers ermöglichen würden.
Rechtsgrundlage für diese Erhebung und Verarbeitung ist Ihre Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. a DS-GVO).
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Details anzeigenDetails verbergen
Leistungsmessung

Cookies zur Leistungsmessung werden genutzt, um die Leistung von Werbemaßnahmen zu ermitteln und unsere Werbemaßnahmen zu optimieren. Unsere Partner führen Informationen zur Leistung von Werbemaßnahmen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die unsere Partner im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.
Rechtsgrundlage für diese Erhebung und Verarbeitung ist Ihre Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. a DS-GVO).
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Details anzeigenDetails verbergen
Personalisierung

Cookies zur Personalisierung werden genutzt, um Ihnen personalisierte Inhalte, passend zu Ihren Interessen innerhalb und außerhalb dieser Webseite anzuzeigen. Unsere Partner führen Informationen zu Ihren Interessen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die unsere Partner im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben.
Rechtsgrundlage für diese Erhebung und Verarbeitung ist Ihre Einwilligung (Art. 6 Abs. 1 Satz 1 lit. a DS-GVO).
Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Details anzeigenDetails verbergen