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Gartenarbeit im Winter – Wissenswertes und Tipps

Zuletzt aktualisiert: 17.11.20218 MinutenVon: OBI Redaktion
Ein schneebedeckter Garten

Auch während der kalten Jahreszeit gibt es Aufgaben im Garten, die erledigt werden sollten. Erfahre in unserem Ratgeber, welche Gartenarbeit im Winter notwendig ist, wie du Pflanzen vor Frost und Kälte schützt und wie du den Winter nutzen kannst, um bereits für das kommende Frühjahr zu planen.

Was ist im Winter im Garten zu tun?

Die Wintermonate eignen sich gut, um den Garten ein wenig aufzuräumen. Das Fällen von Bäumen zum Beispiel ist gerade in den Wintermonaten empfehlenswert, da Laubbäume frei von Blättern sind. Außerdem enthält das Holz weniger Pflanzensaft, sodass es sich schneller zu Brennholz verarbeiten lässt. 

Nutze den Winter außerdem für die Vorbereitung des neuen Gartenjahres. Beginne beispielsweise mit der Vorzucht von Freilandpflanzen. Dazu säst du Pflanzensaat in Anzuchterde und platzierst diese zum Beispiel auf der Fensterbank. Im Frühjahr kannst du dann die Jungpflanzen nach draußen umsiedeln. Oder setze Blumenzwiebeln von Winterblühern oder Frühjahrsblühern in den Garten. So kannst du dich im Frühling über die Blüten von Tulpen, Narzissen, Krokussen und Hyazinthen freuen.

Gartenplanung und Instandhaltung

Farbige Buntstifte liegen auf einem gezeichneten Gartenplan.

Den Winter wird bei vielen Gärtnern schon als Beginn der neuen Gartensaison angesehen. Mithilfe eines Pflanzplans behältst du in deinem Garten stets die Übersicht und kannst gezielt Obst- und Gemüsesorten für den Anbau im Frühjahr auswählen. Ein sorgfältig aufgestellter Pflanzplan stellt zudem sicher, dass du deine Beete ohne den Einsatz von chemischen Mitteln unter Beachtung von Mischkulturen und Fruchtfolge strategisch bepflanzen kannst.

Beachte deiner Gartenplanung im Winter die gewünschte Größe und Lage der Beete, die Qualität des Bodens, die Fruchtfolge von Obst und Gemüse und eventuelle Frühbeete. Achte darauf, dass du eine gute Mischung aus Starkzehrern wie Kartoffeln oder Gurken, Gemüse mit mittlerem Nährstoffbedarf wie Möhren und Zwiebeln und Schwachzehrern wie Erbsen und Bohnen anpflanzt. Unser Ratgeber zur richtigen Anzucht von Gemüse gibt dir dabei wichtige Hinweise und Tipps.

Im Winter steht außerdem die Instandhaltung von Gartenwerkzeugen auf dem Plan: Überprüfe, reinige und repariere deine Geräte, damit sie für die Gartenarbeiten im neuen Jahr wieder einsatzbereit sind.

Belebe deinen winterlichen Garten mit Pflanzen wie Christrose oder Winterjasmin, die in der kalten Jahreszeit blühen und zusammen mit winterharten Stauden den Garten auch bei Schnee und Frost ansehnlich machen.

Wintergerechtes Gärtnern

Ein Mann in Winterjacke steht mit einem Schneeschieber in den Händen vor einer schneebedeckten Holzhütte.

Wintergerechtes Gärtnern bedeutet auch, bei Schneefall im Garten aktiv zu werden. Befreie Bäume und Sträucher von der Schneelast, da die Äste sonst womöglich unter der Schneedecke zusammenbrechen. Während ältere Obstbäume eher unempfindlich gegenüber der Schneelast sind, sind immergrüne Gehölze wie Tannen und Fichten empfindlicher und sollten unbedingt entlastet werden.

Räume den Schnee, wenn auf den Gartenpflanzen und Gehölzen eine Schneedecke liegt, die dicker als 10 cm ist, oder wenn sich die Zweige deutlich unter dem Gewicht verbiegen. Zum Beseitigen der Schneelast ist ein Besen hilfreich, mit dem du vorsichtig an den Ästen und Zweigen rüttelst.

Möchtest du deine Gartenwege im Winter von Eis und Schnee freihalten, verzichte bestenfalls auf die Verwendung von Streusalz. Streusalz schädigt nicht nur die Pflanzen in deinem Garten, auch für Kleinstlebewesen im Boden ist Streusalz schädlich. Räume den Schnee stattdessen mit einem Schneeschieber.

Nutze frostfreie Tage, um winterharte und immergrüne Kübelpflanzen in deinem Garten leicht zu gießen. Bedecke deine Gartenpflanzen schon im Herbst mit einer Schicht Reisig oder Laub zum Schutz vor strenger Kälte, Frost und Schnee.

In den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar kommt es in unseren Breiten oftmals zu starken Temperaturschwankungen von mehr als 15 °C innerhalb weniger Tage. Gegen diesen Wetterumschwung kannst du Obstbäume gut mit einem Kalkanstrich der Rinde schützen. Dieser verhindert, dass sich im Winter Risse in der Rinde bilden.

Der Winter ist ebenfalls die richtige Zeit für Gartenarbeit in deinem Nutzgarten. Schneide beispielsweise die Triebe von Stachelbeeren zurück, damit sich die Pilzerkrankung Amerikanischer Stachelbeermehltau nicht dort einnistet. Auch Heidelbeeren und Brombeeren profitieren von einem Rückschnitt an kalten Tagen, da sie somit gut vor Krankheiten geschützt sind.

Deinen Kompost solltest du mit einer Abdeckung vor zu viel Regen und Schnee schützen. Eine Isolierung aus Schilf oder einer Schicht Laub hilft dabei, die Wärme im Komposthaufen zu halten. An wärmeren Wintertagen kannst du zudem schon Kompost in deinem Garten ausbringen.

Wintergerechte Gartenarbeit belohnt dich: Du kannst beispielsweise einige Gemüsesorten wie gefrorene Kohlköpfe, Grünkohl oder Rosenkohl ernten. Viele winterharte Sorten entwickeln bei Minusgraden einen besonders feinen Geschmack.

Obstbäume im Winter schneiden

Jemand beschneidet einen Baum mit einer Gartenschere.

Die Wintermonate sind die richtige Zeit, um Obstbäume wie zum Beispiel Apfelbäume zu beschneiden, da sie sich im Ruhezustand befinden und unbelaubt sind. Durch das Beschneiden wird das Triebwachstum angeregt. Dabei gilt: Je später du im Winter schneidest (Februar, März), desto geringer ist das Triebwachstum.

Bei Temperaturen unter -5 °C solltest du jedoch besser darauf verzichten, Bäume zu schneiden, da das Pflanzengewebe an den Schnittstellen Frostschäden davontragen kann. Durch die Eisbildung dehnt sich das Gewebe aus, platzt auf und es entstehen Wunden an der Rinde, in die Keime leicht eindringen können. Frostschäden verheilen im Winter außerdem nicht besonders gut.

Pfirsich- und Aprikosenbäume solltest du erst während der Blüte im Frühjahr beschneiden. Steinobstbäume wie Süß- und Sauerkirschen oder Pflaumen schneidest du nach der Ernte im Sommer zurück. Beim Beschneiden der Bäume entfernst du Totholz sowie quer gewachsene Äste.

Auch die Baumspitzen solltest du immer mal wieder auslichten, damit das Sonnenlicht im Frühjahr auch an die unteren Baumschichten gelangt. Ein Auslichten der Baumkrone beugt zudem Pilzerkrankungen vor, da die Luft besser zirkulieren kann. Verwende zum Baumschnitt am besten eine große Astschere und eine Handbaumsäge. Die Schnittwunden an der Rinde kannst du mit einer speziellen Wundverschluss-Paste versiegeln. 

Nimm beim Beschneiden des Baumes ganze Astpartien heraus. Vermeide bei dieser Gartenarbeit unbedingt, die Seitenverzweigungen des Baumes zu kappen – an diesen Zweigen bilden sich später neuen Triebe und Blüten.

Tipps zum Überwintern von Pflanzen

Pflanzen in einem Wintergarten

Alle Gewächse, die nicht im Freien stehen können, solltest du bereits vor dem ersten Frost nach drinnen holen und dort überwintern lassen. Dies betrifft vor allem Kübelpflanzen, deren Wurzeln vergleichsweise ungeschützt und damit empfindlich gegen Kälte sind.

Beachte beim Überwintern, dass jede Pflanze spezielle Anforderungen an das Winterquartier hat: Einige Arten vertragen überhaupt keinen Frost, andere brauchen ein paar kalte Tage, um im nächsten Frühjahr wieder richtig zu blühen. Auch die Temperaturanforderungen im Winterquartier sind oftmals sehr unterschiedlich. Die meisten Gewächse bevorzugen jedoch eine konstant kühle Temperatur von 5 °C bis 10 °C. Zudem sollte der Raum schön hell sein. Informiere dich am besten beim Kauf, welche Bedingungen für deine Pflanzen geschaffen werden sollten.

Gieße die Pflanzen hin und wieder, allerdings nicht so häufig wie sonst. Überprüfe am besten alle 14 Tage mit dem Finger, ob der Boden schon trocken ist, und verzichte auf Dünger.

Achte darauf, die Gewächse auch im Winterquartier regelmäßig auf Schädlinge zu untersuchen. Das Ungeziefer vermehrt sich sonst möglicherweise und befällt im ungünstigsten Fall sämtliche Pflanzen, die du überwintern möchtest. Wie du deine Pflanzen vor Schädlingen schützen kannst, verrät dir unser Ratgeber.

Hinweis: Wenn deine Pflanzen im Winterquartier die Blätter verlieren oder austreiben, ist dies ein Zeichen dafür, dass sie entweder zu dunkel oder zu warm stehen. Dann solltest du versuchsweise für mehr Helligkeit sorgen oder die Temperatur im Raum verringern.

Wann sollte man den Garten winterfest machen?

Ab Mitte Oktober bis Anfang November solltest du deinen Garten auf den Winter vorbereiten. Ernte in dieser Zeit frostempfindliches Obst und Gemüse und befreie den Rasen von Laub. Schneide zudem Gehölze, Sträucher und Stauden zurück.

Frostempfindliche Pflanzen in deinen Garten siedelst du noch vor dem ersten Frost in ihr Winterquartier um. Auch winterfeste Kübelpflanzen platzierst du an einen geschützten Ort und schützt sie mit Gartenvlies, Folie und Leinen vor Kälte. Beete bedeckst du mit einer Schicht Laub oder Reisig, um sie vor zu viel Schnee und Frost zu bewahren.

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