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So gelingt ein insekten- und bienenfreundlicher Garten

Zuletzt aktualisiert: 14.08.20195 Minuten
Biene fliegt auf violetter Blüte umringt von weiteren Blüten in bienenfreundlichem Garten

Insekten sind nützliche Helfer im eigenen Garten, doch besonders Bienen sind zunehmend bedroht. Mit einem bienenfreundlichen Garten tun Sie der Umwelt etwas Gutes. Tipps und Ideen zur Gestaltung finden Sie in diesem Ratgeber.

Warum ist ein bienenfreundlicher Garten wichtig?

Das zunehmende Bienensterben hat ernste Konsequenzen. Ein Großteil der Blütenpflanzen weltweit ist von der Bestäubung durch die Tiere abhängig. Eine bienenfreundliche Gartengestaltung bietet Bienen und anderen nützlichen Insekten Nahrungsangebot und Nistplätze.

Wie lässt sich ein bienenfreundlicher Garten anlegen?

Ein besonders bienenfreundlich gestalteter Garten erfordert Planung. Elemente, die den Lebensraum von Insekten bereichern, sind beispielsweise:

  • Teiche
  • Hecken
  • Kompost
  • Totholzstapel
  • Insektenhotel

Durch die Unterteilung des Gartens durch kleine Buchsbaumhecken entstehen zudem geschützte Biotope, welche vielen Insektenarten eine Heimat bieten können. 

Auch kleine Veränderungen zeigen bereits eine große Wirkung: Achten Sie bei bei der Auswahl Ihrer Beetpflanzen darauf, dass diese offene Blüten haben, damit die Insekten die Pollen erreichen, und pflanzen Sie auch Sorten, die vor und nach der Saison blühen. Damit verlängert sich der Zeitraum, in dem die Blüten Insekten aller Art als Nahrungsquelle dienen.

Auch blühende Kräuter sind für Bienen und andere Insekten nützlich, deshalb bietet sich für einen insekten- und bienenfreundlichen Garten eine Kräuterpyramide an.

Beispiel für die Gestaltung eines insektenfreundlichen Gartens

Es gibt also verschiedenste Möglichkeiten, seinen Garten in ein Paradies für Bienen und andere Insekten zu verwandeln. Ein 12 m² großes Beet für einen sonnigen bis halbschattigen Standort beispielweise ließe sich so gestalten:

Schmetterlingsflieder (Buddleja Hybrideni Scrophulariaceae), bunt, 1 Stück

Schmetterlingsflieder (Buddleja Hybrideni Scrophulariaceae), rot, 1 Stück

3 Schneeball (Viburnum opulus), 1 Stück

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra), 1 Stück

Zwergspiere (Spiraea japonica „Little Princess“), 5 Stück

Buchsbaum Kugel (Buxus sempervirens), 3 Stück

Garten-Lavendel (Lavandula angustifolia „Hidcote Blue“), 16 Stück

Immergrün (Vinca minor), 20 Stück

Steppensalbei (Salvia nemorosa „Rose Queen“), 12 Stück

10 Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea), 11 Stück

11 Kuhschelle (Pulsatilla vulgaris „Blaue Glocke“), 30 Stück

12 Katzenminze (Nepeta faassenii), 10 Stück

13 Garten-Thymian (Thymus serphyllum „Coccineus“), 15 Stück

14 Herbst-Eisenhut (Aconitum carmichaelii „Arendsii“), 9 Stück

15 Blutroter Storchschnabel (Geranium cinereum), 15 Stück

16 Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium), 7 Stück

17 Bruchstein (hellgrau, 80 – 200 mm, lose), für 0,4 m²

18 Zierkies (grau, 16 – 32 mm), ca. 120 kg

19 Einfassung Trockenmauerstein, 6,5m² als Binder

20 Farbige Hölzer (Länge 2 – 2,50 m, Holzstangen & -stiele sowie Lasuren oder Lacke nach Wahl)

21 Insektenhotel

Garfik von einer Beetidee für einen bienenfreundlichen und insektenfreundlichen Garten
Grafik eines Beetplans für einen bienenfreundlichen und insektenfreundlichen Garten mit Nummerierung der einzelnen Elemente

Ein Bienengarten fürs ganze Jahr

Wichtig für einen bienenfreundlichen Garten sind Abwechslung und Vielfalt: Wählen Sie für die Gestaltung des Gartens daher viele Blühpflanzen aus. Kombinieren Sie die verschiedenen Blühzeiten der Pflanzen am besten so, dass von Frühjahr bis Herbst immer etwas blüht.

Als besonders bienenfreundliche Pflanzen gelten die Frühjahrspflanzen Krokusse und Schneeglöckchen. Später locken Flieder, Nelken, Malven und Rittersporn Insekten in den Garten – sowie auch blühende Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Lavendel und Thymian. Im Herbst sind es z.B. die Blüten der Fetten Henne sowie der Aster.

Vielfalt an Blumen in bienenfreundlichem Garten

Weitere Tipps für bienenfreundliche Pflanzen

Nicht jede blühende Pflanze ist auch bienenfreundlich: So sind Blumen mit gefüllten Blüten etwa vergleichsweise schlecht für Bienengärten geeignet, da sie den Tieren kaum Nektar bieten. Die gefüllten Blüten enthalten in der Regel viele Blütenblätter und dafür wenige bis gar keine Staubblätter. Das ist zum Beispiel bei vielen Rosenzüchtungen der Fall. Pflanzen Sie stattdessen lieber Sorten mit offenen Blüten

Grundsätzlich werden Bienen von der Farbe Blau angezogen. Daher bieten sich zum Beispiel Traubenhyazinthen oder Herbst-Blaustern für einen bienenfreundlichen Garten an. Besonders gern fliegen Bienen und andere heimische Insekten zudem die ebenfalls heimischen Pflanzen an. Es lohnt sich also, vornehmlich auf die heimische Flora zu setzen, damit Schmetterlinge, Bienen und Hummeln sowie Raupen die essenziellen Dinge in Ihrem Garten finden, die sie zum Leben benötigen.

Biene an Lavendelblüte

Chemie vermeiden und Bienen schützen

Achten Sie in Ihrem insekten- und bienenfreundlichen Garten darauf, möglichst wenige chemische Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel einzusetzen. Im besten Fall verzichten Sie komplett auf chemische Hilfsmittel. Sollte sich die Verwendung nicht vermeiden lassen, verlegen Sie die Anwendung in die Abendstunden nach dem Bienenflug. Gegen Schädlinge lassen sich außerdem oft auch Nützlinge einsetzen. Dies sind kleine Tiere, die unliebsame Schädlinge im Garten fressen. Besonders gegen Milben können Sie auf diese Weise vorgehen – diese können das Bienensterben begünstigen. Beliebte Nützlinge sind Marienkäfer, Florfliegen und die sogenannten Nematoden.

Auch wenn es um den Dünger geht, ist von chemischen Hilfmitteln abzuraten, Biodünger und Humuserde aus dem eigenen Kompost sind gute Alternativen zu chemischen Produkten. 

Marienkäfer auf grünem Zweig als Nützling in bienenfreundlichem Garten

Nisthilfen für Bienen und andere Insekten einrichten

Um Bienen und andere Insekten in Ihren Garten zu locken, sind sogenannte Insektenhotels eine einfache Möglichkeit: Sie bieten Insekten wie Bienen und Hummeln ein Zuhause zum Nisten und Überwintern.

Wenn Sie ein solches Insektenhotel selbst bauen möchten, greifen Sie dafür am besten auf ein Hartholz wie zum Beispiel Buche zurück, da bei Nadelhölzern die Gefahr der Rissbildung zu groß ist. Zudem sollten die gebohrten Löcher saubere Kanten aufweisen, damit die Flügel der Insekten unverletzt bleiben. Auch die Montage eines Gitters ist sinnvoll, um die Insekten vor Vögeln zu schützen. 

Oft sind die Nisthilfen mit ihrer Tiefe von 10 bis 12 cm nicht größer als vergleichbare Modelle für Vögel und können bequem in einer Ecke des Gartens platziert werden. Ebenfalls als nützlich erweisen kann sich ein "unaufgeräumter" Bereich im Garten, wo altes Holz lagert. In dieses können einige Käferarten Löcher hinein arbeiten, die wiederum andere Insekten als Nistplätze nutzen. 

Darüber hinaus benötigen Bienen und andere Insekten Wasserstellen zur Flüssigkeitsaufnahme im Garten. Ein flacher Rand am Gartenteich ermöglicht ihnen einen leichteren Zugang, zudem bringt der Teich als Biotop mehr Insekten hervor als dieselbe Fläche an Land. Achten Sie allerdings darauf, dass Sie in den Teich keine Fische einsetzen, da diese als Fressfeinde die Insektenpopulation reduzieren. Doch auch Vogeltränken oder flache Schälchen, die Sie inmitten der blühenden Pflanzen positionieren, eignen sich als Wasserstelle.

Insektenhotel zum Aufhängen für Bienen
Flacher Teich mit Steinen für Begehung für insektenfreundlichen Garten

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