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Nematoden: Schaden und Nutzen

Zuletzt aktualisiert: 23.12.20204 MinutenVon: OBI Redaktion
Nematoden in einer Petrischale.

Nematoden können nützlich oder schädlich für Pflanzen sein. Wie du die Fadenwürmer erkennst, ihnen vorbeugst und sie bei Bedarf richtig einsetzt, erfährst du hier.

Was sind Nematoden?

Nematoden sind Fadenwürmer, die im Erdreich leben. Aufgrund ihres wurmartigen Aussehens sind sie auch als Älchen bekannt. Mit rund 20.000 bekannten Arten gehören Nematoden zu den artenreichsten Tierstämmen weltweit. Je nach Art werden die Fadenwürmer in Nützlinge und Schädlinge unterschieden. Manche Arten leben frei und räuberisch, andere als Parasiten von Pflanzen und Tieren.

Wie sehen Nematoden aus?

Nematoden sind weiß bis farblos und nur einige Millimeter klein. Die männlichen Fadenwürmer haben ein gebogenes Schwanzende und sind kleiner als die Weibchen. Sie bewegen sich mithilfe ihrer Längsmuskulatur fort, die vom Kopf bis zum Körperende reicht. Ziehen sie diese zusammen, können sie sich schlangenartig fortbewegen und sogar ein Körperende in die Luft strecken.

Am Maul besitzen Nematoden kleine Fortsätze, mit denen sie ihre Umgebung abtasten und Nahrung aufnehmen. Frei lebende Arten ernähren sich von Aas, Algen, Fäkalien und Pilzen. Aber auch Tiere bleiben von manchen Arten nicht verschont.

Welche Schäden richten Nematoden an Pflanzen an?

Nematoden schädigen Pflanzen auf unterschiedliche Art und Weise. So wachsen Pflanzengruppen nur noch unregelmäßig oder Blätter und Wurzeln erleiden Deformationen. Auch welke Blätter können auf Nematodenbefall hindeuten, weil die Fadenwürmer die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen stören.

Nematoden der Gattung Ditylenchus, Pratylenchus oder Meloidogyne rufen folgende Symptome hervor:

  • abgestorbene Wurzeln
  • kümmerlicher Wuchs
  • weniger Blüten
  • verfärbte Blätter

Rötliche Verfärbungen auf Blättern.

Nematoden können Pflanzen ernsthaft schädigen. Verfärbte Blätter gehören zu den Symptomen.

Welche Pflanzen werden von Nematoden befallen?

Es gibt zahlreiche Nematoden, die sich auf unterschiedliche Wirtspflanzen spezialisiert haben: Die Fadenwürmer befallen Obstbäume und -sträucher, wie etwa Apfel oder Himbeere. Auch Gemüsesorten wie Gurken sind vor ihnen nicht sicher.

Aber auch Zimmer- und Gartenpflanzen sind beliebte Wirtspflanzen von Nematoden. Von Hyazinthen, Hortensien, Begonien und anderen Arten zehren die Fadenwürmer gerne.

Wie kommt es zum Nematoden-Befall?

Nematoden wandern über den Boden ein. Unter Umständen schleppen bereits infizierte Pflanzen die kleinen Tiere ein. An der Pflanze angekommen, nutzen die Nematoden ihren Wasserfilm, um am Stängel zu den Blättern hochzuwandern. An den Blättern legen sie ihre Eier ab. Schon kurze Zeit später schlüpfen die ersten Larven.

Nematoden als Schädlinge oder Nützlinge

Die meisten Nematoden dringen ins Wurzelsystem von Pflanzen ein und schädigen den Stoffwechselkreislauf. Zu den verbreitetsten schädlichen Nematoden gehört die Rübenzysten-Nematode (Heterodera schachtii). Sie befällt die Wurzeln von Spinat, Raps und Rüben. Zuckerrüben bilden bei Nematoden-Befall beispielsweise Seitenwurzeln aus und wachsen langsamer. Hohe Ernteverluste sind die Folge.

Andere Nematoden sind wiederum nützlich für ihre Umgebung. Zum Beispiel helfen sie als Fäulnisbewohner (Saprobionten) bei der Kompostierung und Bildung von Boden. Auch zur Bekämpfung von Dickmaulrüsslern, Engerlingen und Schnecken lassen sie sich erfolgreich einsetzen. So kannst du zum Beispiel deinen Schneckenschutz um eine natürliche Komponente erweitern.

Die Fadenwürmer der Gattung Heterorhabditis sind zwar räuberisch, gelten aber trotzdem als Nützlinge. Sie benutzen zum Beispiel Engerlinge als Wirte für die eigene Fortpflanzung. Erwachsene Käfer befallen sie jedoch nicht.

Die richtige Menge von Nematoden-Nützlingen

Tongranulat mit Nematoden wird mit Wasser vermengt.

Kaufst du Nematoden, sind diese meist in Tongranulat eingebettet.

Als Faustregel gilt: Für einen Quadratmeter Fläche benötigst du etwa 500.000 Fadenwürmer. Um eine Fläche von 100 m² mit Nematoden der Gattung Heterorhabditis zu versorgen, musst du etwa 20 € investieren. Die gelieferten Fadenwürmer sind in ein Tongranulat eingebettet, das du möglichst schnell verarbeitest. Kurzfristig kannst du es zwischen 4 °C und 8 °C lagern. Bei Temperaturen ab 12 °C werden die Nematoden aktiv.

Das Granulat löst du in Wasser auf und schüttest es dann mit einer Gießkanne auf die befallenen Stellen. Der Boden sollte vorher schon feucht sein, da die Tiere sich dann leichter fortbewegen. Auch die ersten drei Wochen nach dem Ausbringen achtest du am besten auf genug Feuchtigkeit im Boden. Trocknet der Boden aus, bedeutet das auch das Ende für die Nematoden.

Da die Fadenwürmer erst ab etwa 12 °C aktiv werden, wartest du mit dem Ausbringen idealerweise auf wärmere Temperaturen. Am besten eignen sich dafür warme Frühlingsabende.

Schädlichen Nematoden vorbeugen

Schädlichen Nematoden lässt sich mit einigen Maßnahmen vorbeugen: Zum Beispiel minderst du die Wahrscheinlichkeit für einen Befall, indem du wechselnde Pflanzen auf einer Fläche anbaust. War eine Kultur besonders betroffen, wartest du mindestens vier Jahre, bevor du sie wieder an derselben Stelle pflanzt.

Auch die richtige Bearbeitung des Bodens hilft gegen schädliche Nematoden. Denn in gesunden Böden leben nützliche Bakterien und Pilze, die ihrerseits gegen die Fadenwürmer vorgehen. Bringe dafür organischen Dünger aus und kalke den Boden. So stabilisierst du das natürliche Gleichgewicht in der Erde und stärkst gleichzeitig die Abwehrkraft der Pflanzen.

Auch das Alter der Pflanzensorte spielt eine vorbeugende Rolle. Denn mittlerweile sind viele neuere Pflanzenzüchtungen bereits immun gegen Nematodenbefall. Zum Beispiel sind die junge Kartoffelsorte „Alexandra“ und die Tomatensorte „Dolcevita“ speziell zu diesem Zweck gezüchtet worden.

Nematoden richtig bekämpfen

Gelbe, kugelige Blütenstände der Ringelblume.

Die Ringelblume bildet eine natürliche Abwehr gegen Nematoden. Die Pflanze hilft dabei, einen befallenen Boden wieder nutzbar zu machen.

Ist es zu einem Befall mit Nematoden gekommen, entfernst du die betroffene Pflanze schnellstmöglich. Das betrifft nicht nur den oberirdischen Teil, sondern vor allem die Wurzeln oder Knollen.

Entsorge die erkrankten Pflanzen nicht auf dem Kompost, sondern gib sie in den Biomüll. Andernfalls überleben die Eier möglicherweise, bis sie wieder in Kontakt mit einer Wurzel kommen. Mit etwas Pech kehren die Nematoden auf diesem Weg gleich wieder in den Garten zurück.

Auch eine Behandlung mit Heißdampf zur Bodendesinfektion hilft gegen Nematoden. Um befallene Flächen im Garten wieder aufzuwerten, bieten sich bei einigen Nematoden-Arten sogenannte Feindpflanzen an. Das können zum Beispiel Senf, Zinnien, Ringelblumen oder Tagetes sein. Sie reduzieren die Menge der schädlichen Fadenwürmer im Boden.

Nematoden der Gattungen Meloidogyne und Pratylenchus lassen sich hingegen am besten mit einer sogenannten Schwarzbrache entfernen. Das bedeutet, dass du die betroffene Fläche für einige Monate von jeglicher Vegetation freihältst.

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