Beet mit Heidegarten

Heidegarten anlegen

Leuchtende Blüten, selbst im Winter – wenn ein Heidegarten genau geplant wird, kann er das ganze Jahr über ein wunderbarer Anblick sein. Die Pflanzen sind zudem robust und pflegeleicht.

Voraussetzungen für einen Heidegarten

Detailaufnahme eines Blütenstandes von Calluna vulgaris

Bevor Sie Ihren eigenen Heidegarten anlegen, prüfen Sie zuerst, ob Ihr Boden die Anforderungen erfüllt. Zwar sind Heidekräuter eher anspruchslos, in lehmigem Boden wachsen Sie aber nur schwer. Am liebsten mögen Heidekräuter – auch Heide oder Erika genannt – einen sauren Boden, dessen pH-Wert unter fünf liegt. Wenn die Erde in Ihrem Garten einen höheren Wert erreicht, sorgen Sie für optimale Bedingungen, indem Sie den Boden ca. 40 cm tief auswechseln. Hierzu finden Sie spezielle Erde für Rhododendren und Heidepflanzen im OBI Markt. Ist der pH-Wert nur leicht erhöht, reicht es meist aus, eine größere Menge Rhododendronerde in den Boden einzuarbeiten. Eine weitere wichtige Voraussetzung ist die passende Umgebung. Heidekräuter benötigen viel Sonne, weshalb sich ein Garten mit Südlage besonders gut eignet. Ideal entwickeln sich die Pflanzen, wenn sie etwa zwei Drittel der täglichen Sonne abbekommen.

Keine Notwendigkeit, aber ein optischer Hingucker sind kleine Hügel im Garten. Durch mehrere Ebenen wirkt der Heidegarten nämlich besonders natürlich. Schütten Sie für diesen Effekt an beliebigen Stellen einfach etwas Erde auf.

Die Pflanzenwahl

Nahaufnahme einiger Stängel Besenheide

Durch die große Auswahl an Heidepflanzen bieten sich Ihnen vielfältige Kombinationsmöglichkeiten. Achten Sie dabei auf die unterschiedlichen Blütezeiten der verschiedenen Sorten, damit Sie das ganze Jahr über Freude an Ihrem Heidegarten haben. Die Schneeheide hat entsprechend ihres Namens im Winter ihre Hochzeit und blüht wie die Englische Heide bis in den April. Blütenpracht von Sommer bis Herbst versprechen unter anderem Besenheide, Cornwall-Heide, Irische Heide und Glockenheide. Beachten Sie, dass letztere jedoch nicht winterhart ist. Bei solchen Sorten ist es sinnvoll, sie in Kübel zu pflanzen, um sie im Winter an einen geschützten Ort zu stellen. 
Die beste Jahreszeit zum Anlegen des Heidegartens ist der Herbst: Im September und Oktober können die Pflanzen noch vor dem ersten Frost anwachsen. Aber auch im Frühjahr können Sie Heidekräuter ins Freiland setzen. Bedenken Sie beim Einpflanzen, dass die Pflanzen noch wachsen und planen Sie dementsprechend Platz ein. 
In der Natur formen Heidelandschaften oft einen großen Farbenteppich. Den gleichen Effekt erzielen Sie in Ihrem Garten, wenn Sie mehrere Gruppen anpflanzen. Acht bis zwölf Pflanzen auf einem Quadratmeter sind optimal, je nachdem wie üppig die Sorten wachsen. Wenn Ihnen nur eine kleine Fläche zur Verfügung steht, pflanzen Sie am besten vor allem flach wachsende Sorten wie Heidezwerg oder Rubinteppich. Grauheide oder Irische Heide machen sich zudem auch im Blumenkübel gut.

Mit welchen Pflanzen Sie Heidekräuter am besten kombinieren

Heidekraut im Beet mit anderen Pflanzen

Heidepflanzen lassen sich stimmig mit anderen Pflanzenarten kombinieren. Kleinwüchsige Nadelgehölze wie Muschelzypressen sowie Kiefern oder Fichten lockern den Farbenteppich ebenso hübsch auf wie Wacholder. Auch Rhododendren sind ein beliebter Nachbar für  Heidepflanzen, da sie farblich Kontraste schaffen und kaum pflegeintensiver sind.

Die lilafarbenen Blüten von Katzenpfötchen und Distel sowie das Weiß von Schafgarben fügen sich harmonisch in die Heidelandschaft ein. Im Frühling können Sie außerdem durch Zwiebelblumen weitere Farbtupfer setzen. Wildnarzissen, Wildtulpen und Schneeglöckchen unterstreichen das natürliche Flair der Heiden. Wenn Sie dann noch Platz haben, können Sie zusätzlich Gräser wie Blauschwingel oder Sträucher mit Früchten wie Preiselbeeren in Ihren Heidegarten integrieren.

Die richtige Pflege für den Heidegarten

Wiese mit unterschiedlichen Heidesorten

Ein Heidegarten ist eine vergleichsweise pflegeleichte Gartenform. Düngen Sie trotzdem einmal pro Jahr mit Kompost oder Hornspänen. Der beste Zeitpunkt dafür liegt zwischen März und April, kurz nachdem Sie die Pflanzen zurückgeschnitten haben.
Der regelmäßige Schnitt sorgt für üppiges Wachstum und gute Knospenbildung. Blüht die Heide im Winter oder Frühjahr, wird sie nach dem Ende der Blütezeit beschnitten. Sommerblühende Calluna beschneiden Sie im März oder April, wenn ihnen der Frost kaum noch etwas anhaben kann. Achten Sie jedoch darauf, dass Sie nicht zu tief ins Holz schneiden, sondern hauptsächlich verblühte Triebe entfernen. Je üppiger das Heidekraut wächst, desto großzügiger dürfen Sie Zweige entfernen. Noch pflegeleichter als ihre Artgenossen ist die Schneeheide. Sie muss sogar nur alle paar Jahre zurückgeschnitten werden.

Krankheiten und Schädlinge

Ein Teppich bunter Heide

Ein weiterer Vorteil von Heidepflanzen ist, dass sie gegen eine Großzahl von Krankheiten und Schädlingen resistent sind. Selten wird lediglich der Hallimasch zum Problem – ein Pilz, der die Gewächse befallen und zerstören kann. Sollten Sie an der Rinde eines Heidekrauts weißen Pilzbewuchs feststellen, müssen Sie diese sofort entfernen und den Boden in der Umgebung erneuern.

Um Krankheiten und Schädlingsbefall vorzubeugen, achten Sie auf einen leicht sauren Boden. Ein Indiz für zu hohen Kalkgehalt in der Erde ist das Laub der Heidekräuter, das sich erst gelb und dann braun färbt. Hier können Sie mit einer eisenhaltigen Nährlösung entgegenwirken, die Sie über die Pflanzen gießen.

Ein Garten aus Heidekräutern ist besonders pflegeleicht und somit optimal für Gärtner, die wenig Zeit haben. Die kargen Gewächse punkten zusätzlich durch Ihre Farbenpracht, die sich bei der richtigen Kombination sogar bis zum Winter erhalten lässt. Wenn Sie einen Heidegarten anlegen wollen, achten Sie auf unterschiedliche Blühzeiten der verschiedenen Pflanzen. Haben Sie eine Fläche mit viel Sonne und sandigem, saurem Boden, starten Sie im nächsten Herbst – dies ist die günstigste Zeit, um Heidegewächse einzupflanzen.

Das könnte Sie auch interessieren