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Die beliebtesten Beeren

Zuletzt aktualisiert: 16.06.20208 Minuten
Reife Himbeeren in einer Hand

Beeren sind die Süßigkeiten der Natur. Noch dazu sind viele Arten heimisch und einfach im eigenen Garten zu kultivieren.

Was muss beim Beeren selber anbauen beachtet werden?

Die Ernte von Obst aus dem eigenen Garten ist der Traum vieler Heimgärtner. Da in den meisten Fällen der Platz für Apfel-, Kirsch- oder andere Bäume fehlt, ist Beerenobst eine beliebte Alternative. Diese Sträucher haben in der Regel einen geringen Platzbedarf und können somit in nahezu jedem Garten kultiviert werden. Beginnen Sie mit pflegeleichten Beeren wie der Brombeere und bereichern Sie Ihren Obstgarten nach und nach um neue Sorten.
Der Herbst ist der perfekte Pflanzzeitraum für Beerensträucher, da sie so noch vor dem Winter anwachsen und ihre Energie im Frühjahr für den Austrieb verwenden können.
Zeitlich unabhängig sind Sie mit sogenannter Containerware: Sie darf von Frühling bis Herbst ins Freiland gesetzt werden. Im Unterschied zu anderen Beerensträuchern werden diese Pflanzen im Topf hochgezogen. Sie sind bereits gut durchwurzelt und daher nach dem Auspflanzen in der Lage, die benötigten Nährstoffe sowie Wasser optimal aufzunehmen. Ihre Aufzucht findet meist in Gewächshäusern statt und ist vergleichsweise aufwendig. Containerpflanzen müssen mehrmals umgetopft werden, während Freilandpflanzen auf dem Feld gedeihen und anschließend zum Verkauf angeboten werden. Daher ist Containerware in der Anschaffung etwas teurer, je nach Jahreszeit können sich die zusätzlichen Ausgaben aber lohnen.

Die Erdbeere

Erdbeeren schmecken auf dem Kuchen, als Marmelade sowie zu fast jedem Dessert. Mit einem Wasseranteil von über 90 % sind die Früchte außerdem besonders kalorienarm und noch dazu gesund. Sie enthalten viel Vitamin C, Folsäure, Eisen sowie Kalzium und Magnesium. 
Die Erdbeersaison läuft im Normalfall von Mitte Juni bis Ende Juli, manche Sorten reifen jedoch früher, andere später. Beliebte Erdbeersorten sind unter anderem Elsanta, Korona und Senga Sengana. Mischen Sie die verschiedenen Sorten beim Anbau, profitieren Sie von einer relativ langen Erntezeit. 
Erdbeeren bevorzugen einen humosen, tiefgründigen Boden. Diesen können Sie gegebenenfalls mit Kompost oder Pflanzerde verbessern. Optimalerweise werden Erdbeeren mit einem Abstand von etwa 30 cm zwischen dem 20. Juli und dem 20. August gepflanzt. Je früher Sie die Früchte pflanzen, desto besser. Die Blüten für das Folgejahr werden nämlich bereits von August bis Oktober angelegt. Pflanzen Sie später, wird die Ernte geringer ausfallen. 
Legen Sie Stroh oder Reisig locker zwischen die Pflanzreihen, um dem Erfrieren bei Spätfrost vorzubeugen. So ersticken die Wurzeln nicht und der Boden wird vor starkem Wärmeverlust geschützt. Alternativ eignet sich zu diesem Zweck auch Vlies, was gleichzeitig das Fäulnisrisiko senkt und vor Pilzbefall schützen kann.

Erdbeeren am Strauch

Die Brombeere

Brombeeren punkten im Frühjahr mit ansehnlichen Blüten und im Sommer mit ihrem reichen Ertrag. Die Sammelsteinfrüchte können Sie sowohl pur als auch zu Marmelade oder Sirup verarbeitet genießen. Idealerweise pflanzen Sie die Brombeeren im Frühjahr. Da sich der Boden bereits erwärmt hat und noch gut durchfeuchtet ist, wachsen die Wurzeln der Brombeeren zur dieser Zeit schnell ein. Der Reihenabstand beträgt idealerweise 1,50 m. Ein Spalier als Rankhilfe unterstützt das Klettergewächs zusätzlich. 
Damit Ihre Brombeerpflanzen große Früchte tragen, benötigen sie eine ausreichende Wasserversorgung und viel Sonne, insbesondere zwischen Blüte und Ernteende. Je früher Sie ernten, desto fester die Früchte, desto höher der Säuregehalt und umso geringer das Aroma.
Sie können Brombeeren im Topf kaufen oder selbst aus Stecklingen ziehen. Beachten Sie, dass die meisten Brombeersorten am zweijährigen Holz Früchte tragen. Entsprechend müssen die Triebe zurückgeschnitten werden, die im Sommer Früchte getragen haben. Die im zurückliegenden Jahr gewachsenen Triebe sollten unberührt bleiben. Halten Sie die Brombeeren im Topf, versehen Sie die Pflanze im Winter am besten mit einem Kälteschutz. Im Beet halten die Sträucher auch Minusgrade aus. 

Brombeeren am Strauch

Die Himbeere

Der Herbst ist die richtige Zeit, um Himbeeren anzupflanzen. Am besten greifen Sie dazu auf sortenechte Jungpflanzen zurück. Hier haben Sie die Wahl zwischen Sommer- und Herbst-Himbeeren. Erstere tragen bereits im Juli Früchte, letztere sind wesentlich robuster und wegen ihrer späten Blüte weniger anfällig für Schädlinge – das macht sie bei Gärtnern sehr beliebt. 
Die Pflanzen benötigen einen lockeren Boden, den Sie mit Garten- und Rindenkompost mischen können. Achten Sie auf einen pH-Wert zwischen 5 und 6,5 und auf ausreichende Wasserversorgung. Außerdem sollte der Standort sonnig sein. 
Ein kleines Spalier hilft den Spreizklimmern, aufrecht zu wachsen. Je nach Sorte verlangen die Pflanzen einen unterschiedlichen Rückschnitt. Düngen Sie die Pflanzen im April und Juni zusätzlich mit chloridfreiem Dünger

Reifende Himbeeren

Die Stachelbeere

Stachelbeeren sind ovale Früchte, die viele essbare Kerne enthalten und besonders gerne im Kuchen oder zu Marmelade verarbeitet genossen werden. Sogar zur Weinherstellung eignen sie sich. In Bezug auf ihren Vitamin-C-Gehalt können sie außerdem mit der Zitrone mithalten. 
Entscheiden Sie sich beim Anpflanzen der Stachelbeere zwischen einem Busch oder Hochstamm. Beide Varianten gedeihen an einem sonnigen bis halbschattigen Platz mit lockerer, leicht kalkhaltiger Erde sehr gut. Als Hochstämmchen benötigt die Stachelbeere zusätzlich einen kleinen Pfahl, der sie auch bei starkem Wind stützt. Wie bei anderen Obstgehölzen kürzen Sie alte Triebe regelmäßig.

Stachelbeeren am Strauch

Die Cranberry

Die amerikanische Cranberry ist hierzulande auch als großfruchtige Moosbeere bekannt. Sie zählt einheimische Beeren wie die Preiselbeere zu ihren näheren Verwandten. Im Vergleich drängt sich aber ein entscheidender Unterschied auf: Die Früchte der Cranberry sind weitaus größer.
Die Cranberry gilt als sehr gesund. Schon die amerikanischen Ureinwohner sollen den großen Anteil an Ballaststoffen und Vitaminen zu schätzen gewusst haben. Die Sträucher, an denen die saftigen Beeren wachsen, können bis zu 2 m hoch werden. Mit ihren weiß-rosa Blüten taugen Cranberry-Pflanzen zudem durchaus auch als Gartendeko.

Cranberries an einem Zweig

Die Heidelbeere

Fortgeschrittene Gärtner können sich am Anbau von Kulturheidelbeeren versuchen. Die Pflanzen verlangen nicht nur einen sonnigen, sondern auch einen windgeschützten Standort. Achten Sie darauf, dass der Boden locker, kalkfrei sowie sauer und gleichmäßig feucht ist. Herkömmliche Gartenerde erfüllt diese Anforderungen in der Regel nicht. Ein Gemisch aus Rindenmulch, Torf, Sand und verrotteten Nadeln von Nadelbäumen kann hier Abhilfe schaffen.
Als Heidekrautgewächs sollten Sie Heidelbeeren zudem nicht zu tief einpflanzen. Lassen Sie den Wurzelballen etwas aus der Erde herausschauen und bedecken Sie ihn anschließend mit Rindenmulch und Rindenkompost. 
Damit der Ertrag der beliebten Beeren besonders hoch ist, empfiehlt es sich, mindestens zwei unterschiedliche Sorten zu kultivieren. Düngen Sie diese ausschließlich mit kalkfreiem Dünger, beispielsweise mit speziellem Heidelbeer- oder Rhododendrondünger. 

Heidelbeeren reifen an einem Strauch

Die Johannisbeere

Die weißen, roten und schwarzen Beeren mit süßsäuerlichem Geschmack sind sehr beliebt. Besonders beliebt sind sie in Form von Saft oder zu Gelee verarbeitet. Die Beeren haben nicht nur einen höheren Vitamin-C-Gehalt als Zitronen, sondern liefern zudem zahlreiche wichtige Mineralstoffe. 
Wegen ihrer geringen Wuchshöhe sind Johannisbeeren ideal für kleine Gärten geeignet. Setzen Sie die Pflanze im Herbst an einem sonnigen und windgeschützten Platz in ein Beet mit nährstoffreicher Erde. Johannisbeeren, die im Container gekauft wurden können zu fast jeder Jahreszeit gepflanzt werden, gedeihen jedoch besser, wenn sie nach dem Laubfall im Herbst oder im Frühjahr vor dem neuen Austrieb setzt. Am besten wachsen die Früchte an ein- bis zweijährigen Trieben. Kürzen Sie beim jährlichen Beschnitt die ältesten und die schwächeren Triebe – dann fällt die Ernte im Juni und Juli besonders üppig aus.

Rote Johannisbeeren an einem Zweig

Die Holunderbeere

Holunder ist für Ihren Garten ein doppelter Gewinn: Die Pflanze bietet auf Grund ihrer weißen Blüten einen schönen Anblick und liefert gleichzeitig wohlschmeckende Früchte. Beachten Sie jedoch, dass Holunderbeeren nicht roh verzehrt werden sollten. Stattdessen eignen sie sich zur Herstellung von Gelee, Likör und Saft. Die Blüten der Pflanze werden zudem gerne für Tees, Sekt oder Bowle verwendet.
An den Boden stellt der Holunder kaum Ansprüche, er freut sich aber über Nährstoffe und hat es gerne feucht. Für den Anbau im Garten eignet sich die Sorte Haschberg gut, da sie besonders viele Früchte trägt. Nach der Ernte können Sie die Triebe großzügig zurückschneiden und stellen so auch in der kommenden Saison einen hohen Ertrag sicher.

Reife Holunderbeeren

Die Sanddornbeere

Sanddorn ist eine heimische Pflanze, die zu den vitaminreichsten Wildobstsorten zählt. Die Beeren enthalten wertvolle Öle und sind zudem reich an Vitamin C. 
Mit 4 bis 5 m Höhe und bis zu 4 m Breite benötigt der Großstrauch in Ihrem Garten verhältnismäßig viel Platz. Achten Sie darauf, Sanddorn auf Grund des starken Wurzelwachstums nicht zu nah an Gebäude zu setzen. Beachten Sie außerdem, dass die Pflanze zweihäusig ist – es gibt sowohl männliche als auch weibliche Bäume. Letztere tragen nach erfolgreicher Bestäubung die Früchte. Pflanzen Sie, um die Bestäubung zu gewährleisten, daher mindestens von beiden Sorten einen Baum und setzen Sie die männliche Pflanze westlich von der weiblichen: So arbeitet der Wind bei der Bestäubung optimal mit. Von August bis September können Sie dann die Ernte einfahren.

Sanddorn kurz vor der Ernte

Wichtige Werkzeuge für Anbau und Pflege der Beeren

Neben typischen Gartenwerkzeugen wie Spaten, Harke und Grubber benötigen Sie zum Anbau von Beerensträuchern noch weitere Hilfsmittel. Viele Straucharten benötigen eine Wachstumshilfe in Form eines Spaliers oder einer Ranke. Eine solche Wachstumshilfe lässt sich mit lediglich zwei Pfosten, die sie jeweils am Ende des Beetes in die Erde stecken, sehr einfach selber bauen. Dazwischen spannen Sie etwa zwei bis drei Bahnen Draht, je nachdem wie groß die Sträucher werden. Setzen sie Drahtspanner ein, um zu verhindern, dass der dünne Draht sich lockert.
Alle Beerensträucher müssen regelmäßig beschnitten werden. Der richtige Zeitpunkt ist dabei allerdings, ebenso wie die Taktung, abhängig von der jeweiligen Sorte. Wenn Sie Beerensträucher in Ihrem Garten anpflanzen, sollte eine entsprechende Gartenschere also in jedem Fall zu Ihrer Ausstattung gehören. Achten Sie hier beim Kauf auf ausreichend scharfe Klingen und die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Bedienbarkeit.
So manches, was im herkömmlichen Sinne als Beere gilt, ist eigentlich mit anderen Pflanzenarten verwandt. Nichtsdestotrotz lassen sich Erdbeeren oder Holunder ebenso gut unkompliziert im Garten anbauen wie Brombeeren und Himbeeren. Heidelbeeren oder Sanddorn verlangen Ihnen und Ihrem Garten hingegen etwas mehr ab. Welche Beerensorte Sie bei sich kultivieren wollen, entscheidet letztendlich Ihr persönlicher Geschmack

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