StartGartenBeet

Hochbeet anlegen – alles rund um Hochbeete

Zuletzt aktualisiert: 16.06.20206 MinutenVon: OBI Redaktion
Hochbeet aus Holz auf Balkon neben Bank und bepflanzten Blumentöpfen und Bank und Beistelltisch unter Sonnensegel

Hochbeete sind nicht nur ein Blickfang im Garten und auf dem Balkon, die erhöhten Beete erleichtern auch die Arbeit beim Gärtnern. Unser Ratgeber gibt dir einen Überblick über die verschiedenen Hochbeet-Arten sowie deren Befüllung, Bepflanzung und Pflege.

Was sind die Vorteile eines Hochbeetes?

Ein Hochbeet lohnt sich beim Gärtnern unter anderem für den Anbau nützlicher Pflanzen wie Gemüse oder Kräuter. Außerdem ist das Beet ein schöner Blickfang im Garten, auf dem Balkon oder auf der Terrasse. Hochbeete haben gegenüber ebenerdigen Beeten zudem weitere Vorteile:

So ermöglichen Hochbeete eine wesentlich frühere Anzucht und eine längere Erntezeit durch die bessere Erwärmung des Bodens im Beet. Dadurch kann sich im Vergleich auch ein höherer Ertrag ergeben. Zusätzlich arbeitest du beim Gärtnern bei einer üblichen Höhe von etwa 80 cm vom Boden aus in bequemer Tischhöhe. Auf diese Weise schont das Hochbeet zugleich deinen Rücken beim Arbeiten. Auch auf den Einsatz von Düngemitteln kannst du weitestgehend verzichten. Durch die Verrottung organischer Bestandteile wie Äste oder Kompost in den einzelnen Schichten entsteht wertvoller, nährstoffreicher Humus im Beet.

Tipp: Wenn du das Hochbeet ausschließlich natürlich Düngen möchtest, kannst du für dein Hochbeet auf biologische Komposterde oder Erde aus deinem Komposter zurückgreifen.

Wie lässt sich ein Hochbeet anlegen?

Um ein Hochbeet anzulegen, eignen sich der Herbst und das Frühjahr am besten. Zu diesen Jahreszeiten stehen viele Gartenabfälle wie Heckenschnitt, Laub, Äste und Kompost zur Verfügung. Für den Bau des Beetes brauchst du insbesondere einen Spaten und eine Schaufel, eine Schubkarre sowie eine Grabegabel und Arbeitshandschuhe.

Neben den Werkzeugen zur Bearbeitung des Bodens benötigst du außerdem folgende Materialien: ein Drahtgeflecht, eine stabile Folie und Pflanzerde, eventuell ausgestochene Rasenstücke und natürlich die Bauteile für dein Hochbeet.

Je nach Hochbeet und Standort, musst du zuerst den Untergrund vorbereiten. Dann folgt der Aufbau des Beetes selbst. Befestige unten am Rahmen beziehungsweise am Boden das Drahtgeflecht und kleide das Innere sorgfältig mit Folie aus. Folie und Geflecht schützen den Rahmen vor Holzfäule und das Beet vor Nagetieren und anderen Schädlingen. Schließlich befüllst du das Hochbeet mit den verschiedenen Schichten aus Erde, Kompost, Strauch- und Baumschnitt sowie anderen Gartenabfällen. Abschließend pflanzt du in das fertige Beet je nach Wunsch Gemüse, Kräuter oder Zierpflanzen.

Holz, Stein, Metall, Kunststoff – verschiedene Materialien für Hochbeete

Bevor es losgehen kann, baust du zunächst die Einfassung für das Hochbeet. Dazu kannst du Holz, Mauersteine, Palisaden, Gabionen oder Metall verwenden. Jedes Material hat seine Vorzüge und Nachteile:

Holz ist einfach zu verarbeiten und aufgrund seiner natürlichen Optik beliebt. Beachte bei einem Hochbeet aus Holz jedoch, dass es ohne Imprägnierung und regelmäßige Pflege leicht verrottet. In Sachen Stabilität und Langlebigkeit wird der Holzrahmen von einem Hochbeet aus Stein oder Gabionen-Hochbeet überboten. Baue für diese Konstruktion idealerweise ein Fundament aus Beton. Je nach Bodenbeschaffenheit, kann eventuell auch ein Fundament aus verdichtetem Schotter und Sand für das Hochbeet aus Stein ausreichen. Ein solide hergestelltes Stein-Hochbeet ist ansonsten robust und pflegeleicht. Ebenso ist ein Beet aus Metall langlebig. Außerdem führt das Metall-Hochbeet aufgrund seiner Beschaffenheit zu einem wirkungsvollen Glashauseffekt. Auf diese Weise profitierst du von einer besonders langen Erntezeit. Hochbeete aus Kunststoff erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, da sie pflegeleicht und einfach aufzubauen sind. Kunstoff-Hochbeete gibt es in verschiedenen Farben und Ausführungen. Als Stecksystem können sie ebenso individuell angelegt werden, wie zum Beispiel Hochbeete aus Holz.  

Hochbeet aus Holz an Sandstein-Terrasse in pittoreskem Garten mit hellblauer Bank, weißem Tisch und Holzzaun
Hochbeet aus Holz mit Gemüse in Garten an Terrasse mit weißem Tisch und Grill

Welche Größe soll ein Hochbeet haben?

Hochbeete haben durchschnittlich eine Höhe von 80 cm, wobei es auch niedrigere Beete von 30 cm für Kartoffeln oder 50 cm für Rosen gibt. Erdbeeren hingegen sollten möglichst hoch gesetzt werden, am besten auf 100 cm.

Generell ermöglicht die spezielle Höhe ein rückenschonendes Arbeiten: Du kannst wie an einem Tisch aufrecht stehen und gärtnern, ohne dich groß zu bücken oder zu verrenken. Um die komfortable Arbeitsposition zu unterstützen, sollte ein Hochbeet nicht breiter beziehungsweise tiefer als 130 cm sein. Die Länge kannst du natürlich variieren. Außerdem kannst du auch mehrere Hochbeete nebeneinander oder in der Nähe zueinander anordnen.

Tipp: Generell empfiehlt es sich eher, auf mehrere kleinere Beete als auf ein besonders großes Hochbeet zu setzen. Diese Vorgehensweise hat auch bei der Aufzucht unterschiedlicher Pflanzen mit verschiedenen Bedürfnissen ihre Vorteile.

Heimwerker verteilt mit Hand Erde in Hochbeet aus Holz

Das Hochbeet befüllen

Die Füllungen von Hochbeeten bestehen meistens aus vielen Schichten. Die verschiedenen Schichten fördern eine optimale Zersetzung im Inneren sowie die Nährstoffversorgung im Beet. Die Anzahl und Höhe der Schichten richtet sich vor allem danach, ob es sich bei dem Hochbeet um ein Nutzbeet oder ein Zierbeet handelt. Während den Zierpflanzen eine Aufteilung von einem Drittel mit Kies zu zwei Dritteln mit Pflanzerde genügt, kommen beim Nutzbeet bis zu vier oder fünf Schichten zum Einsatz.

Hochbeet Querschnitt mit Schichten für Zierpflanzen und Nutzpflanzen

Tipps zur Bepflanzung

Wenn du ein Hochbeet anlegst, bepflanze es in den ersten zwei Jahren nur mit Starkzehrern wie Kohl, Lauch, Zucchini und Tomaten und achte dabei auf eine ausgewogene Mischkultur. Die Pflanzen ziehen unterschiedliche Nährstoffe aus der Erde, geben aber auch wieder etwas davon an das Substrat ab. Zwischen das Gemüse kannst du Kräuter pflanzen, deren intensive Düfte wehren Schädlinge hervorragend ab. In den Folgejahren pflanzt du dann Schwachzehrer wie Spinat und Salat.

Ein Ziergarten ist häufig einfacher in der Handhabung als ein Nutzgarten. Auch bei Blumen gibt es die Unterscheidung zwischen Starkzehrern und Schwachzehrern. Geranien, Chrysanthemen, Sonnenblumen und Tulpen zählen zu den Blumen, die du direkt im ersten Jahr pflanzen kannst. Azaleen, Begonien, Stiefmütterchen, Primeln und Petunien sollten lieber erst in den Folgejahren eingesetzt werden.

Frau bepflanzt Hochbeet aus Holz mit Tomaten und Kräutern

Der richtige Zeitpunkt – Hochbeet anlegen im Frühling oder Herbst

Um ein Hochbeet anzulegen, benötigst du viele verschiedene organische Materialien. Gartenabfälle eignen sich dafür bestens: Die Abfälle enthalten viele Nährstoffe, die das Pflanzenwachstum fördern. Da Gartenabfälle überwiegend im Frühjahr und Herbst anfallen, legst du dein Hochbeet idealerweise auch zu dieser Zeit an.

Grundsätzlich sind die Temperaturen in einem Hochbeet immer höher als in einem gewöhnlichen Flachbeet – um bis zu 5 °C. Aus diesem Grund kannst du im Beet noch bis weit in den Herbst hinein gärtnern. Außerdem reifen dank des guten Klimas Obst und Gemüse auch schneller. Dadurch hast du nach der Ernte schon bald wieder Platz für die nächste Aussaat.

Frau setzt Erdbeerpflanzen in Hochbeet aus Holz

Pflege eines Hochbeetes

Aufgrund der höheren Temperatur, kann die Erde des Hochbeetes relativ schnell trocken werden. Aus diesem Grund musst du die Pflanzen regelmäßig und reichlich wässern – insbesondere an warmen Tagen im Sommer. Um ein Austrocknen zu verhindern, kannst du das Beet auch mit Vlies, Grasmulch, Kohlrabi- oder Rhabarberblättern abdecken.

Wie viel Düngung das Beet braucht, ist abhängig von dem Alter der Füllung. Im ersten Jahr sind noch genügend Nährstoffe vorhanden. Mit der Zeit sacken die Schichten ab, da der Verrottungsprozess seinen Gang geht. Um das Beet vor der ersten Aussaat im Frühjahr aufzufüllen, verwendest du beispielsweise frische Komposterde. Dazu trägst du die obere feine Erdschicht ab. Wenn du das Hochbeet im Winter mit einem Dach aus Acrylglas abdeckst, sind die Pflanzen deutlich besser vor Kälte, Niederschlägen und Frost geschützt als durch eine Abdeckung aus Vlies oder Laub. Umgraben musst du das Beet normalerweise nicht – das würde die Schichten auch durcheinanderbringen.

Nach durchschnittlich fünf bis sechs Jahren braucht das Hochbeet eine Grunderneuerung. Hast du ein Hochbeet aus Holz angelegt, prüfst du auch gleich sorgfältig, ob das Baumaterial noch stabil ist – und besserst das Beet gegebenenfalls aus. Bemerkst du faule Stellen, dann baust du ein neues Hochbeet. Die Befüllung tauschst du nach dieser Zeit aber auf jeden Fall aus, damit du weiterhin mit hohen Erträgen rechnen kannst. Das Substrat aus dem Hochbeet wirfst du übrigens auf keinen Fall weg. In Form von Humus trägt es zur Bodenverbesserung in ebenerdigen Gemüsebeeten bei.

Bewässerung mit Brausen-Aufsatz in Garten
Familie deckt Hochbeet mit neuen Pflanzen ab

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.