
Energetische Sanierung für Wohnimmobilien
Mit einer energetischen Sanierung reduzierst du den Energiebedarf deines Hauses. Das ist ökologisch sinnvoll und spart bares Geld. Zusätzlich gibt es umfangreiche Förderungen. Wie du von der Förderung profitierst und welche Maßnahmen die Energieeffizienz deines Hauses verbessern, erfährst du in diesem Ratgeber.
Was genau ist eine energetische Sanierung?
Als energetische Sanierung werden Umbauten an Gebäuden verstanden, mit denen sich der Energieverbrauch senken lässt. Dazu zählen unter anderem Dämmungen von Dach, Außenwänden, Zwischendecken oder Wänden. Der Austausch alter Fenster und Türen oder der Wechsel der Heizung können ebenfalls den Energiebedarf deutlich senken. Weitere Maßnahmen zur energetischen Sanierung sind außerdem der Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie die Integration von Photovoltaik oder Solarthermie zur Wärmegewinnung.
Alle einzelnen Sanierungsmaßnahmen haben unterschiedliche Einsparpotenziale. Welche Maßnahme wirklich sinnvoll und wie groß der Nutzen im Einzelfall ist, lässt sich nicht allgemein sagen. Besonders groß ist der Nutzen in der Regel durch die Kombination einzelner Maßnahmen. Mitunter sind einzelne Sanierungen auch die Voraussetzung für weitere Maßnahmen. Eine möglichst effiziente Heizungsanlage setzt zum Beispiel oft eine gut gedämmte Gebäudehülle voraus.
Kosten und Förderung für eine energetische Sanierung

Die energetische Sanierung eines Gebäudes ist von Fall zu Fall sehr unterschiedlich und hängt von sehr vielen Faktoren ab. Dementsprechend fallen auch die Kosten sehr unterschiedlich aus. Pauschale Aussagen zu den Kosten für eine energetische Sanierung sind daher kaum möglich. Bei einem Fenstertausch fallen Kosten von durchschnittlich 500 bis 1.000 Euro pro Fenster an. Eine Solarwärmeanlage kostet im Durchschnitt 5.000 Euro. Eine Außenwanddämmung ist ab 25 Euro pro Quadratmeter möglich.
Förderung für eine energetische Sanierung
Langfristig lohnt sich eine energetische Sanierung in jedem Fall. Die anfänglichen Investitionskosten können allerdings vergleichsweise hoch sein. Dank staatlicher Fördermittel, Zuschüsse und vergünstigter Kredite lassen sich die finanziellen Belastungen jedoch deutlich senken. Die Einsparungen für Energiekosten dämpfen die Belastung zusätzlich.
In Österreich gibt es vor allem zwei maßgebliche Förderprogramme zur energetischen Sanierung: „Raus aus Öl und Gas“ und den „Sanierungsbonus“ fort. Die Förderung des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) erfolgt über die Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC). Entscheidende Fördervoraussetzungen sind, die private Nutzung des sanierten Gebäudes und ein Alter der Immobilie von mindestens 20 Jahren. Je nach Förderung ist meist auch noch ein Energieausweis oder eine Energieberatung Voraussetzung für eine Förderung.
Förderungen aus diesen Programmen können nicht mit weiteren Bundesförderungen kombiniert werden. Kombinationen mit weiteren Landesförderprogrammen sind möglich, sofern dies durch die entsprechenden Programme nicht anders geregelt ist.
Förderung über den Sanierungsbonus
Mit dem Sanierungsbonus werden Einzelbaumaßnahmen in Ein-/Zweifamilienhäusern sowie Reihenhäusern gefördert. Förderfähige Sanierungsmaßnahmen sind beispielsweise:
Dämmung der Außenwände
Dämmung der obersten Geschossdecke
Austausch von Fenstern oder Außentüren
Neben einer umfassenden thermischen Sanierung mit dem Ziel, den Standard „klimaaktiv“ oder „gut“ zu erreichen, sind auch Teilsanierung förderfähig. Voraussetzung dafür ist, dass der Heizwärmebedarf durch die Maßnahmen um mindestens 40 % gesenkt wird.
Der maximale Fördersatz beträgt 50 %, die Maximalförderung 14.000 Euro. Die Höhe der Förderung ist nach der erreichten Einsparung des Heizwärmebedarfs gestaffelt.
Förderprogramm „Raus aus Öl und Gas“
Das Förderprogramm „Raus aus Öl und Gas“ unterstützt die Modernisierung von alten Kohle-, Öl- und Gas-Heizungen. Beim Tausch eines fossilen Heizsystems in einem Ein-/Zweifamilienhaus oder Reihenhaus gegen einen Nah- oder Fernwärmeanschluss, Wärmepumpe oder Biomasseheizung ist eine Förderung von bis zu 7.500 Euro möglich. Entscheidest du dich gleichzeitig für die Installation einer thermischen Solaranlage, steigt die Förderung sogar noch einmal um bis zu 1.500 Euro. Für Mehrfamilienhäuser gelten andere Förderbeträge.
Hinweis: Förderprogramme sind in Österreich oft zeitlich oder im Umfang begrenzt. Informiere dich vorab daher immer bei den zuständigen Fördermittelstellen, ob das gewünschte Programm aktuell noch verfügbar ist.
Steuerliche Anrechnung von Sanierungskosten
Als Privatperson und Empfänger der Fördermittel kannst du die Kosten für die energetische Sanierung deiner privat genutzten Immobilie steuerlich absetzen. Das gilt für geförderte thermisch-energetische Sanierungen und den geförderten Heizkesseltausch. Für geförderte thermisch-energetische Maßnahmen werden automatisch 800 Euro, auf den geförderten Heizkesseltausch 400 Euro pro Jahr fünf Jahre lang ab Auszahlung der Förderung in der Steuerveranlagung berücksichtigt. So werden insgesamt 4.000 bzw. 2.000 Euro als Öko-Sonderausgabenpauschale steuerlich wirksam. Bei weiteren geförderten Sanierungsmaßnahmen innerhalb der fünf Jahre verlängert sich der Anrechnungszeitraum auf 10 Jahre.
Hinweis: Stimme dich in Zweifelsfällen mit deinem Steuerberater ab, ob und wie du Kosten für eine energetische Sanierung steuerlich geltend machen kannst.
Wie können wir dir helfen?
Pflicht zur energetischen Sanierung?
Bislang gibt es in Österreich keine Pflicht, energetische Sanierungen an Bestandsgebäuden durchzuführen. Seit 2023 dürfen in Österreich jedoch keine Heizungen mit fossilen Energieträgern mehr eingebaut werden. Ab 2025 müssen Ölheizungen, die vor 1980 eingebaut wurden, ausgetauscht werden. Das ist im Erneuerbare-Wärme-Gesetz geregelt.
Im Frühjahr 2023 hat das EU-Parlament außerdem eine Verschärfung der Gebäudeeffizienzrichtlinie verabschiedet. Demnach sollen bis 2030 alle Bestandsgebäude mindestens die Energieeffizienzklasse E und bis 2033 sogar die Klasse D erreichen. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen dieser Richtlinie noch zustimmen. Wie die Umsetzung in den einzelnen Mitgliedsstaaten geregelt wird, ist ebenfalls noch offen.
Energetischen Sanierungsbedarf ermitteln

Bevor du dich für eine energetische Sanierung entscheidest, solltest du auf jeden Fall systematisch den Bedarf ermitteln. Das geht in der Regel nur mit professioneller Hilfe. Die einfachste Maßnahme besteht darin, dass du dir einen Energieausweis für dein Haus erstellen lässt. Hast du dein Haus nach 2014 gekauft, solltest du beim Kauf des Hauses einen Energieausweis vom Vorbesitzer erhalten haben. Einen Energieausweis kannst du zum Beispiel von einem Energieberater erstellen lassen. Aber auch viele Architekten, Ingenieure oder Handwerker dürfen Energieausweise erstellen.
Neben einer Übersicht zum Gesamtenergieverbrauch umfasst der Energieausweis immer auch fundierte Modernisierungsempfehlungen. Anhand der Empfehlungen kannst du ablesen, welche Maßnahmen besonders wirksam sind.
Systematische energetische Sanierung mit einer Energieberatung
Deutlich umfangreicher ist eine qualifizierte Energieberatung, bei der der aktuelle energetische Zustand deines Hauses erfasst und Sanierungspotenziale ermittelt werden. Im Rahmen der Beratung erhältst du konkrete Vorschläge für Sanierungsmaßnahmen sowie mögliche Förderungen. Umgekehrt ist ein Nachweis über eine Energieberatung Voraussetzung für verschiedene Förderprogramme. Hier findest du eine Übersicht der Energieberatungsstellen der Bundesländer in Österreich.
Art und Umfang, aber auch die Kosten für eine Energieberatung können je nach Bundesland sehr unterschiedlich sein. Telefonische Beratungen zu Fragen rund um energetische Sanierungen und Sparpotenziale sind meist kostenlos. Umfangreichere Beratungen erfordern häufig eine Vor-Ort-Begehung mit einem Energieberater, der die Gegebenheiten bei dir vor Ort aufnimmt, konkrete Sanierungsvorschläge ableitet und gegebenenfalls einen Sanierungsplan erstellt.
Mit der Umsetzung des Plans kannst du die Energieeffizienz deines Gebäudes Schritt für Schritt verbessern. Die einzelnen Sanierungsmaßnahmen werden dafür auch unter Berücksichtigung möglicher Fördermittel ausgewählt.
Viele Beratungsangebote werden umfangreich bezuschusst und sind kostenlos. Eventuelle Eigenanteile bei umfangreicheren Beratungsangeboten können oft sogar erstattet werden, wenn empfohlene Maßnahmen im Nachgang einer Beratung tatsächlich umgesetzt werden.
Maßnahmen zur energetischen Sanierung selbst umsetzen
Leider sind energetische Sanierungen in Eigenleistung in Österreich aktuell meist nicht förderfähig. Doch auch ohne Förderung lohnt sich eine energetische Sanierung oft schon durch die reine Energieeinsparung. Gerade kleinere Maßnahmen lassen sich meist gut selbst umsetzen. Wir haben dir Informationen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die wirksamsten Maßnahmen zusammengestellt.
Dachboden oder oberste Geschossdecke dämmen: 15 % bis 20 % Energieeinsparung
Mit einer gezielten Dämmung des Dachbodens oder der obersten Geschossdecke verhinderst du für die darunter liegenden Wohnräume, dass Wärme nach oben verloren geht. So lassen sich jährlich bis zu 30 % Energie einsparen.
Die Dachbodendämmung eignet sich für ein unbewohntes Dachgeschoss. Zur Dämmung verlegst du auf dem Dachboden Dämmelemente. Verlegst du über der Dämmung zusätzlich Span- oder OSB-Platten, bleibt der Dachboden begehbar und du kannst ihn beispielsweise als Stauraum nutzen.

Dachdämmung: 15 % bis 20 % Energieeinsparung
Die Dachdämmung eignet sich für bewohnte Dachgeschosse. Die Energieersparnis beträgt wie bei der Dämmung der Dachgeschossdecke ebenfalls bis zu 30 %. Möchtest du das Dach nachträglich dämmen, bietet sich die Unterdachdämmung in Form einer Zwischensparrendämmung an. Bei dieser Methode werden die Dämmmatten zwischen die Sparren geklemmt und abschließend verkleidet.

Fassadendämmung: 10 % bis 25 % Energieeinsparung
Über die Fassadendämmung lässt sich wie bei der Dachdämmung viel Energie sparen. Immerhin bis zu 25 % Energieeinsparung sind hier möglich. Für die Fassadendämmung kommen drei Methoden in Frage. Die Innendämmung, bei der die Dämmung an der Innenseite, also im Wohnraum angebracht wird. Die Kerndämmung bei zweischaligem Mauerwerk und die Außendämmung, bei der Dämmelemente an der Außenfassade angebracht werden.

Kellerdeckendämmung: bis zu 5 % Energieeinsparung
Mit der Dämmung deiner Kellerdecke kannst du bis zu 5 % Energie im Jahr einsparen. Die Dämmung empfiehlt sich insbesondere für unbewohnte und unbeheizte Keller. In diesem Fall reicht es in der Regel, Dämmplatten an der Kellerdecke anzubringen. So schützt du die darüberliegenden Wohnräume gegen Kälte von unten.










