
Einblasdämmung – Informationen und Tipps
Bei der Einblasdämmung oder Kerndämmung bringt man lose Dämmstoffe in Hohlräume ein, zum Beispiel bei einer Geschossdecke oder einer zweischaligen Wandkonstruktion. Wir zeigen die Vor- und Nachteile dieser Art der Wärmedämmung auf und geben Tipps für die Umsetzung – von der Planung bis zur Finanzierung.
Was ist eine Einblasdämmung?
Hohlräume in zweischaligem Mauerwerk oder in ungedämmten Geschossdecken im Altbau mindern die Energieeffizienz im Gebäude. Eine nachträgliche Dämmung ist bei solchen baulichen Gegebenheiten jedoch häufig schwierig. Dämmplatten oder Klemmfilze lassen sich in verwinkelten Kellern oder in Dachböden mit vielen Stützbalken nicht ohne Weiteres anbringen. Dort, wo die bisher ungedämmten Bereiche nur schwer zugänglich sind, bietet sich die Einblasdämmung oder Kerndämmung an. Die Methode hat sich in der Altbausanierung bewährt, kommt aber auch bei der Dämmung von Holzrahmenbaukonstruktionen im Neubau zum Einsatz.
Dabei werden die Hohlräume im zweischaligen Mauerwerk oder in der Geschossdecke mithilfe von losen Dämmstoffen gefüllt. Eine Einblasmaschine leitet die Dämmstoffe mittels Schlauch durch ein Loch ins Innere von Decken oder Wänden. Danach werden die Öffnungen in der Regel wieder verschlossen. In ungenutzten oder nicht begehbaren Bereichen wie unbewohnten Kriechböden ist auch eine Wärmedämmung durch offenes Aufblasen der losen Dämmstoffe möglich. Wichtig ist, dass der Untergrund oder das Gefach so vorbereitet wird, dass der Einblasdämmstoff nicht entweichen kann. Außerdem müssen Lüftungsschächte und Rauchfänge vor dem Eindringen von Material geschützt werden.
Die gesetzlichen Anforderungen an die Wärmedämmung lassen sich der jeweiligen Landesbauordnung entnehmen. Das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) hat die wichtigsten Richtlinien zusammengefasst. Für die einzelnen Dämmstoffe gelten verschiedene Vorgaben nach ÖNORM. So betrifft die ÖNORM EN 16809-1 beispielsweise lose Schütt- und Einblasdämmstoffe aus Polystyrolkugeln.
Wann ist eine Einblasdämmung sinnvoll?

Die Einblas- oder Kerndämmung bietet sich besonders zur nachträglichen, lückenlosen Wärmedämmung im Altbau an. In schwer zugänglichen, ungedämmten Bereichen oder bei komplizierten Trägerkonstruktionen ist das Dämmen mit Klemmfilz oft gar nicht möglich.
Bei Häusern mit Schrägdach, Walmdach oder Mansarddach findet man unter den Dachschrägen oft noch ungedämmte oder unzureichend gedämmte halbhohe Abseiten- oder Drempelwände. Ähnliches gilt für Holzbalkendecken, Geschossdecken von Kriech- und Spitzböden sowie Kehlbalkenlagen.
Darüber hinaus lässt sich mit der Einblas- oder Kerndämmung auch die Wärmedämmung von bestimmten Außenwänden verbessern. Viele Einfamilienhäuser wurden bis in die 1990er-Jahre hinein zweischalig gebaut. Dabei besteht die meist geziegelte Fassade aus einer etwa 11,5 cm dicken Außenschale und einer ebenso dicken Innenschale. Die zweischalige Wandkonstruktion wird mithilfe von Drahtankern zusammengehalten. Dazwischen befindet sich Luft.
Wenn die Hohlräume im zweischaligen Mauerwerk oder in der Decke tief genug sind, ist eine Einblasdämmung möglich. Der Zwischenraum sollte mindestens 45 mm tief sein, damit der Schlauch beim Einblasen nicht verstopft.
Grenzen der Einblasdämmung
Die Einblasdämmung punktet mit vergleichsweise wenig Material- und Kostenaufwand. Außerdem ist das Einblasen vergleichsweise schnell und sauber erledigt, oft sogar ohne Gerüst, sodass sich Baulärm und Schmutzaufkommen in Grenzen halten. Wichtig ist, dass der Abstand beispielsweise zwischen den Wänden im zweischaligem Mauerwerk groß genug ist. Denn die Wirkung der Kerndämmung kann nur so gut sein, wie die Hohlräume groß sind.
Tipp: Mitunter lohnt es sich aber, selbst kleine Hohlräume mit Einblasdämmstoffen zu füllen. Dieses Vorgehen ist beispielsweise sinnvoll, wenn später noch eine zusätzliche Dämmschicht darüber angebracht wird. Die vorherige Einblasdämmung verhindert dann, dass die obere Dämmschicht von Luft hinterströmt wird und verbessert so die Wärmedämmung insgesamt.
Grundsätzlich gehört die Ausführung der Dämmarbeiten in erfahrene Hände. Faktoren wie Rohdichte, also welcher und wie viel Dämmstoff eingeblasen werden sollte, können Fachleute am besten einschätzen. Andernfalls kann es zu Lücken in der Dämmung kommen. Bereiche ohne Dämmstoff verursachen sonst später Wärmeverluste oder führen zu Wärmebrücken.
Ein ungeeigneter Dämmstoff kann zu Feuchteschäden und schließlich zu Schimmelbildung führen. Deshalb sind für die Dämmung von zweischaligen Außenwänden nur wasserabweisende (hydrophobe) Dämmstoffe zugelassen. Mitunter ist eine Dampfbremse nötig, wofür dann jedoch ein Teil der Wand rückgebaut werden muss. In einem solchen Fall ist eine andere Dämmmethode womöglich die bessere Wahl.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteile |
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| Nachteile |
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| Vorteile | Nachteile |
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Dämmstoffe für die Einblasdämmung

Materialien wie Steinwolle, Glaswolle, Zellulose und expandiertes Polystyrol (EPS) in Faser-, Flocken- oder Granulatform kommen für die Einblasdämmung infrage. In Ausnahmefällen ist auch flüssiges Polyurethan als Gieß- oder Sprühschaum eine geeignete Lösung. Eine gleichmäßige, lückenlose Dämmschicht hält das Gebäude dann im Winter warm und im Sommer kühl.
Beim offenen Aufblasen sollte der Dachboden vor zu starker Windeinwirkung geschützt sein. Die Fachleute schätzen zunächst die zu erwartenden Luftbewegungen ein und bestimmen dann, ob und wie der Dämmstoff fixiert werden muss. Meist genügt es, die oberste Schicht mit einer Klebstoffverbindung zu fixieren. Dann kann der Dachboden mit beispielsweise Steinwolle-Flocken oder Polystyrol-Kügelchen gefüllt werden.
Mit einer nachträglichen Dämmung lässt sich die Energieeffizienz im Haus verbessern. Dabei ist die Wärmeleitfähigkeit des verwendeten Materials ein wichtiger Faktor. Dämmmaterialien werden in unterschiedliche Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) beziehungsweise Wärmeleitfähigkeitsstufen (WLS) eingeteilt. Je geringer der Wert der WLG oder WLS, desto besser dämmt das Material. Hier können synthetische Dämmstoffe wie EPS-Perlen punkten.
Weitere Faktoren wie Brandschutz, Feuchtigkeitsbeständigkeit und ökologische Auswirkungen bestimmen die Wahl des richtigen Einblasdämmstoffs. Nicht zuletzt spielen auch die Kosten eine Rolle. Mineralwolle-Flocken aus Glas- oder Steinwolle sind aufgrund ihrer Feuerbeständigkeit und Schallabsorption ebenfalls eine beliebte Wahl.
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Kosten und Förderung

Die Kosten für die Einblasdämmung hängen in erster Linie vom zu dämmenden Volumen ab. Je mehr Hohlräume gefüllt werden müssen, desto mehr Dämmmaterial wird benötigt. Dabei spielt es eine Rolle, welches Bauteil gedämmt werden soll. Durch die nötigen Vorbereitungsarbeiten fallen die Kosten für eine Dachboden- oder Dachdämmung in der Regel höher als für eine Fassadendämmung aus. Dann wirkt sich auch die Wahl des Dämmmaterials auf die Kosten aus. Beispielsweise sind Zellulose-Flocken kostengünstiger als Mineralwolle-Flocken.
Durch Förderungen lassen sich die Gesamtkosten senken. Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) vergibt den Sanierungsbonus für die Einzelbauteilsanierung, Teilsanierung oder eine umfassende Sanierung. Die Bundesförderung lässt sich mit Fördermaßnahmen deines Bundeslands kombinieren.
Tipp: Binde eine professionelle Energieberatung in die Planung ein und erfahre so, welche Dämm- und Fördermöglichkeiten optimal für dein Projekt geeignet sind.
Hinweis: Förderprogramme sind in Österreich oft zeitlich oder im Umfang begrenzt. Informiere dich vorab daher immer bei den zuständigen Fördermittelstellen, ob das gewünschte Programm aktuell noch verfügbar ist.








