
Dachboden dämmen – Informationen und Tipps
Durch die Dachbodendämmung kannst du Heizkosten sparen und den Wohnkomfort verbessern. In vielen Fällen ist es außerdem gesetzlich vorgeschrieben, die oberste Geschossdecke gegen unbeheizte Räume oder das Dach zu dämmen. Wir zeigen dir, welche Möglichkeiten es gibt, um den Dachboden zu dämmen.
Warum sollte ich den Dachboden dämmen?
Ist der Dachboden gut zugänglich, ist es vergleichsweise einfach, die Dämmung anzubringen. Für die Durchführung kannst du einen Fachbetrieb beauftragen oder dich selbst ans Werk machen.
Durch die Dämmung des Dachbodens vermeidest du Wärmeverluste und sorgst für einen besseren Hitzeschutz, sodass sich die Räume im Obergeschoss im Sommer nicht so stark aufheizen. Dadurch lassen sich die Heizkosten senken und der Wohnkomfort verbessern. Langfristig kannst du so deinen CO₂-Ausstoß verringern und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Investition in einen gedämmten Dachboden lohnt sich in noch einer Hinsicht: Die richtige Dachbodendämmung trägt zum Werterhalt beziehungsweise zur Wertsteigerung der Immobilie bei.
Gesetzliche Vorschriften zur Wärmedämmung
Die Vorschriften zur Wärmedämmung findest du zusammengefasst in den OIB-Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik. Außerdem gelten die Vorschriften der jeweiligen Landesbauordnung. Das verwendete Dämmmaterial muss die Vorgaben nach ÖNORM erfüllen.
Tipp: Nutze das Angebot einer Energieberatung bei dir vor Ort oder wende dich an einen Fachbetrieb, um herausfinden, ob du die gesetzlichen Vorgaben erfüllst.
U-Wert und R-Wert
Der sogenannte U-Wert ist ein Maß dafür, wie gut ein Bauteil Wärme leitet. Durch die Dämmschicht sinkt der Wärmedurchgangskoeffizient. Dieser Wert wird in W/(m²·K) gemessen und gibt an, wie viel Wärmeenergie pro Quadratmeter Fläche durch das Bauteil übertragen wird, wenn ein Temperaturunterschied von einem Kelvin zwischen den beiden Seiten herrscht. Je höher der U-Wert, desto besser leitet das Bauteil Wärme und desto geringer ist die Wärmedämmung.
Das Gegenstück zum U-Wert ist der R-Wert, der dir jedoch eher selten begegnet, aber in der Produktion von Dämmstoffen eine Rolle spielt. Damit ist der Wärmedurchgangswiderstand gemeint, der in (K·m²)/W angegeben wird. Je höher der R-Wert, desto besser ist die Dämmwirkung des Materials.
Viel wichtiger bei der Wahl des passenden Dämmstoffs ist aber in der Regel die Wärmeleitfähigkeit (λ), die in W/(m·K) gemessen wird. Vom jeweiligen Wert eines Dämmmaterials leitet sich die dazugehörige Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG) oder Wärmeleitfähigkeitsstufe (WLS) ab, die meist auf der Verpackung zu finden ist. Hat ein Dämmstoff eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 W/(m·K), fällt er in die WLG 035 beziehungsweise WLS 035. Je kleiner λ ist, umso besser ist das Dämmvermögen eines Baustoffs.
Dach oder oberste Geschossdecke dämmen: Was ist die richtige Wahl?

Für den Wärmeschutz des Dachbodens kommt entweder eine Dämmung der obersten Geschossdecke oder eine Dachdämmung infrage. Die Entscheidung hängt neben den baulichen Voraussetzungen vor allem davon ab, ob du den Dachboden künftig als Wohnraum oder lediglich als Lagerplatz nutzen möchtest. Daneben spielt auch das Budget eine Rolle.
Dämmung der obersten Geschossdecke
Der Vorteil an einem Dachboden, den du nur als Lager, Abstellraum oder Wäscheboden nutzt, ist, dass eine Dämmung der obersten Geschossdecke ausreicht. Das ist meist preiswerter und weniger aufwendig als eine Dachdämmung.
Da ein gelegentlich genutzter Dachboden begehbar sein muss, ist ein tragfähiger Untergrund wichtig. Zum Verlegen auf einem ebenen Boden eignen sich beispielsweise OSB-Platten (Spanplatten) oder Sperrholzplatten.
Auf einem unebenen oder offenen Boden verlegst du zunächst Balken. Dazwischen kommt die Dämmung und anschließend deckst du die Konstruktion mit Dielen oder begehbaren Platten ab.
Bleibt der Dachboden ungenutzt, muss er nicht begehbar sein. So kannst du die Dämmmatten lückenlos auf der obersten Geschossdecke verlegen. Eine weitere Möglichkeit ist eine Einblas- oder Schüttdämmung, die direkt in den Dachboden eingebracht wird.
Dachdämmung
Möchtest du den Dachboden jetzt oder später einmal ausbauen, um mehr Wohnraum zu schaffen, ist die Dachdämmung die richtige Wahl. Eine Dachdämmung bietet sich auch dann an, wenn du ohnehin planst, das Dach zu sanieren und neu einzudecken.
Dämmarten und -materialien im Vergleich

Allgemein unterscheidet man Naturdämmstoffe von synthetischen Dämmstoffen. Naturdämmstoffe lassen sich nochmals unterteilen in organische, nachwachsende Dämmstoffe pflanzlichen und tierischen Ursprungs sowie in mineralische Dämmstoffe.
Hinweis: Meist enthalten organische Dämmstoffe bestimmte synthetische Zusätze, um beispielsweise den Brandschutz zu verbessern.
- Organische Dämmstoffe: z. B. Holzfaser, Hanf, Schafwolle und Zellulose
- Mineralische Dämmstoffe: z. B. Glaswolle, Steinwolle und Perlit
- Synthetische Dämmstoffe: z. B. EPS (Expandiertes Polystyrol), XPS (Extrudiertes Polystyrol) und PUR (Polyurethan)
Für die Dachbodendämmung übliche Materialien von Holzfasern über Steinwolle bis Polystyrol sind unter anderem als Matten, Platten sowie lose als Schüttung oder zum Einblasen erhältlich.
Die Wahl zwischen Naturdämmstoffen und synthetischen Dämmstoffen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben den gewünschten Eigenschaften wie der Dämmwirkung spielen auch Umweltüberlegungen und Kosten eine Rolle.
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Zwischensparrendämmung

Klemmfilze aus Mineralfasern oder synthetische Dämmplatten bieten einen guten Wärmeschutz bei der Dachdämmung. Bei der Zwischensparrendämmung bringst du das Dämmmaterial zwischen den Dachsparren an. Eine wichtige Voraussetzung hierfür ist, dass das Dach ausreichend Feuchtigkeit nach außen lässt, also diffusionsoffen ist.
Entscheidend für die Höhe der Dämmschicht ist neben der Tiefe der Sparren vor allem die jeweilige Wärmeleitfähigkeitsgruppe des verwendeten Dämmstoffs. Ziehe im Zweifel Fachleute zurate oder beauftrage einen Fachbetrieb mit der Dachdämmung.
Untersparrendämmung

Die Untersparrendämmung wird meist in Kombination mit einer Zwischensparrendämmung ausgeführt, insbesondere um ein Schrägdach nachträglich zu dämmen. Der Grund liegt auf der Hand: Wenn die Sparrentiefe nicht ausreicht, du aber auf eine Sparrenaufdopplung verzichten möchtest, ist eine zusätzliche Untersparrendämmung die richtige Wahl.
Diese Dämmart bietet noch einen weiteren Vorteil: Indem eine zusätzliche Dämmschicht horizontal auf die senkrechte Zwischenbarrendämmung aufgebracht wird, vermeidest du mögliche Wärmebrücken an den Übergängen vom Dämmmaterial zu den Dachsparren.
Aufsparrendämmung

Im Gegensatz zur Zwischen- und Untersparrendämmung, die beide von innen gegen das Dach angebracht werden, kommt die Aufsparrendämmung von außen als Wärmeschutz auf das Dach.
Diese Art der Dämmung bietet sich insbesondere dann an, wenn du ohnehin das Dach sanierst oder die Sparren innen sichtbar bleiben sollen, zum Beispiel bei einer schönen Holzbalkendecke. Ansonsten kommt die Aufdachdämmung fast nur beim Neubau zum Einsatz. Dort punktet sie als effektiver Wärmeschutz, denn beim Verlegen sind Wärmebrücken nahezu ausgeschlossen. So schaffst du zugleich einen guten Schallschutz, beispielsweise als Schutz vor Fluglärm.
Schütt- und Einblasdämmung

Sowohl bei der Schüttdämmung als auch bei der Einblasdämmung kommen lose Dämmstoffe zum Einsatz, die Wärmedämmung und Trittschalldämmung in einem bieten. Voraussetzung für beide Dämmarten sind ausreichend große Hohlräume im Dachboden.
Eine Einblasdämmung eignet sich gut für die nachträgliche Dämmung, auch in schwer zugänglichen Bereichen. Dabei werden die Hohlräume, zum Beispiel in einer Holzbalkendecke, mithilfe einer speziellen Einblasmaschine gefüllt. Die Maschine bläst vergleichsweise leichte Materialien wie Flocken aus Mineralwolle oder Zellulose-Kügelchen in den Boden. Mit etwas mehr Druck können auch Holzfasern in die Hohlräume eingeblasen werden.
Ist der Dachboden gut zugänglich, ist eine Schüttdämmung häufig die einfachere Lösung. Wichtig ist, dass die Bodenkonstruktion tragfähig ist, denn eine Trockenschüttung aus Perlit oder Ähnlichem wiegt mehr als eine Einblasdämmung aus Zellulose. Lege gegebenenfalls einen Rieselschutz aus, um das Wegrieseln der Schüttung zu verhindern.
Benötige ich eine Dampfbremse?

Wärmeschutz und Dampfbremse gehen bei der Dämmung in der Regel Hand in Hand. Eine Dampfbremse schützt die Dämmschicht vor eindringender Feuchtigkeit. Denn in beheizten Räumen kann durch die warme Luft Wasser kondensieren. Feuchteschäden bis hin zur Schimmelbildung sind mögliche Folgen. Um das zu verhindern, legst du eine Folie als Dampfbremse zwischen Dämmung und Geschossdecke. Neben einer lückenlosen Verarbeitung solltest du darauf achten, wo Ober- und Unterseite der Folie sind, um den Feuchteschutz richtig anzubringen.
In den meisten Fällen benötigst du die Schutzschicht. Du kannst aber auf die Dampfbremse verzichten, wenn du eine Betondecke dämmst. Die Folie ist auch dann nicht zwingend erforderlich, wenn der Dachboden nicht begehbar ist und oben offen bleibt. Lass dich im Zweifelsfall von Fachleuten beraten, welche Lösung für die Bedingungen bei dir vor Ort am besten geeignet ist.
Kosten und Förderung
Wie viel eine Dachbodendämmung kostet, hängt unter anderem vom gewählten Dämmmaterial, der Dicke der Dämmschicht, der Art der Dachkonstruktion und der Zugänglichkeit des Dachbodens ab.
Im Durchschnitt kannst du für die Dachbodendämmung mit Kosten von 25 € bis 60 € pro Quadratmeter rechnen. Wichtig ist, dass die Dämmschicht eine ausreichende Stärke aufweist, um eine wirksame Wärmedämmung sicherzustellen. Nutze das Angebot der Energieberatung, wenn du die Dachbodendämmung selbst durchführen möchtest, oder vergleiche die Angebote von mehreren Fachbetrieben, um die bestmögliche Lösung für dich zu finden.
Ein Teil der Kosten lässt sich durch Förderungen aufwiegen. Das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) fördert mit dem Sanierungsbonus Einzelbauteilsanierungen, Teilsanierungen und umfassende Sanierungen. Du kannst die Förderung vom Bund mit Fördermitteln des Landes kombinieren.
Tipp: Die Energieberatung hilft dir dabei, geeignete Methoden für die Dämmung sowie passende Förderungen zu finden.
Checkliste für die Dachbodendämmung
Planung: Dachdämmung oder Dämmung der obersten Geschossdecke
Energieberatung nutzen
Förderung beantragen
Angebote einholen und Preise vergleichen
Dampfbremse nicht vergessen
Wärmebrücken vermeiden und sorgfältig arbeiten
Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben überprüfen








