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Richtig löten – Tipps & Tricks

Zuletzt aktualisiert: 04.12.202010 MinutenVon: OBI Redaktion
Richtig löten wie dieser Mann mit einer Lötpistole.

Was sind die Unterschiede zwischen Hartlöten und Weichlöten, was sind die verschiedenen Lötzinnen und was gibt es zu beachten? Wir geben Tipps rund ums Löten.

Löten – was gibt es zu beachten?

Löten ist ein wichtiger Bestandteil bei der Arbeit mit Elektronik. Neben Platinen kannst du aber zum Beispiel auch Kupferrohre und Regenrinnen verlöten. Glas und Keramik verbindest du mit Glaslot. Elektronische Bauteile lötest du dann, um zwei Teile miteinander zu verbinden, die Wärme oder Strom leiten sollen.

Bevor du mit dem Löten beginnst, kläre zunächst einige grundlegenden Fragen:

  1. Möchtest du Hartlöten oder Weichlöten?
  2. Welches Lötzinn nutzt du?
  3. Welches Lötgerät verwendest du?

Im ersten Schritt gilt es zu beachten, dass du aufgrund der hohen Temperaturen beim Löten spezielle Brandschutzvorschriften beachten und feuerfeste Kleidung tragen solltest. 

Beim großflächigen Hartlöten sind Temperaturen von mindestens 450 °C üblich. Im Heimwerker- und Hobbybereich wird generell eher weichgelötet. Hier bekommst du es mit Temperaturen zwischen 180 °C und 250 °C zu tun. Für diese Arbeiten eignet sich ein Lötgerät, zum Beispiel ein Lötkolben oder eine Lötpistole.

Bleifreies Lötzinn empfiehlt sich ebenfalls für Heimwerker und Hobbybastler. Die Legierung besteht üblicherweise aus Zinn und wenigen Teilen Kupfer oder Silber. Auf das gesundheitsschädigende Schwermetall Blei wird so verzichtet.

Wähle je nach Projekt Lötart, Lötzinn und alles weitere zur Löttechnik aus und bringe das gewählte Gerät auf Betriebstemperatur. Dann verbinde die Teile mechanisch oder halte sie zusammen. Die Lötspitze führst du vorsichtig an die zu verlötenden Teile und gleichzeitig den Lötdraht zwischen Spitze und Lötstelle. Benetze die entsprechende Stelle mit dem verflüssigten Lötzinn, bis sie vollständig überzogen ist. Prüfe die vollständige Benetzung und halte die heiße Lötspitze nur so lange wie nötig an. Während das Lötzinn erkaltet und sich verfestigt, darf die Lötstelle nicht erschüttert werden.

Weichlöten oder Hartlöten?

Ob du weich- oder hartlötest, hängt von der Art deines Projekts und der Schmelztemperatur des jeweiligen Lotes ab. Jedes Lot hat seine eigene Verarbeitungstemperatur. Beim im häuslichen Gebrauch üblichen Weichlöten liegen die Schmelztemperaturen der eingesetzten Legierungen unterhalb von 450 °C und in der Regel zwischen 180 °C und 250 °C.

Beim Hartlöten wird das Lot über 450 °C erhitzt, um es zum Schmelzen und anschließenden Binden zu bringen. Das Verfahren nutzt du, wenn Stahl, Kupfer, Messing oder Silber eine stabile Verbindung eingehen sollen, zum Beispiel beim Löten von Sanitärrohren aus Metall.

Hartlöt-Verbindungen sind mechanisch stabiler als Weichlöt-Verbindungen und wegen höherer Schmelzpunkte thermisch höher belastbar. In der Industrie gibt es außerdem ein Hochtemperatur-Lötverfahren, bei dem Temperaturen von über 900 °C erreicht werden. Ein weiterer Unterschied zwischen dem Hart- und Weichlöten liegt im eigentlichen Lötvorgang. Beim Hartlöten lötest du nicht punktuell, sondern großflächig.

In der Elektronik kommt in der Regel das Weichlot zum Einsatz. Der Lötvorgang ist einfacher, du führst ihn bei geringeren Temperaturen durch und die Verbindungen stellen keine so hohen Anforderungen an Festigkeit und Belastbarkeit. Beim Löten von Platinen arbeitest du ebenfalls mit dem Weichlöt-Verfahren.

Anschluss des Elektromotors wird im Weichlöt-Verfahren mit der Lötkolbenspitze gelötet.
Hartlöten mit einer Lötlampe an einem Rohr.

Das richtige Lot wählen

Das Lot wird umgangssprachlich als Lötzinn bezeichnet, da es sich bei einer der Hauptbestandteile üblicherweise um Zinn handelt. Weitere Bestandteile können Kupfer, Silber, Antimon, Zink und Blei sein. Zusätzlich enthält Lötzinn ein Flussmittel, meist Kolophonium. Es schützt das Lot bei der Verarbeitung vor dem Oxidieren.

Lot besitzt generell keinen festen Schmelzpunkt, sondern verfügt über einen variablen Schmelzbereich. Angeboten werden Lote in der Regel als Lötdraht in verschiedenen Stärken. Für das Löten in der Elektronik bietet sich eine Stärke von 1 mm bis 1,5 mm an. Auch Lötpaste eignet sich für manche Vorhaben.

Weichlote sind genormt und mit Kurzkennzeichen versehen. Auf der Verpackung der Drahtspule steht beispielsweise PbSn40. Das bedeutet, der Draht besteht zu 60% aus Blei und zu 40% aus Zinn. Bei Sn50PbCu kommen zu den 50% Zinn 49% Blei noch 1% Kupfer hinzu. Ag steht für Silber, Sb für Antimon.

Legierungen und deren Schmelztemperaturen

Lötkolben oder Lötpistole?

Beim Weichlöten nutzt du Lötkolben oder Lötpistole. Der Kolben kommt meist bei der Arbeit mit gedruckten Schaltungen zum Einsatz. Lötkolben bestehen aus einer Lötspitze aus Metall und einem Griff. Entweder enthält das Gerät einen Akku oder ist über ein Kabel mit einer Steckdose oder einer temperaturgeregelten Lötstation verbunden. Die Lötpistole erreicht schnell die gewünschte Temperatur und ist gut für größere Lötstellen bei Bauteilen geeignet.

Viele Heimwerker bevorzugen die Lötpistole beim Arbeiten, weil diese besser in der Hand liegt. Andere arbeiten lieber mit der feinen Spitze des Lötkolbens. Ob Kolben, Pistole oder Lötstation, das passende Gerät wählst du am besten nach einem kurzen Test der Handlichkeit aus.

Das Löten fachgerecht vorbereiten

Stelle sicher, dass die zu verlötenden Teile vor Beginn der Arbeit sauber sind. Greife je nach Material und Verschmutzung zu Schleifpapier, Feile oder Alkohol. Achte außerdem darauf, dass auch die Lötspitze des Lötgeräts sauber ist. Überprüfe dann, ob dein Gerät die nötige Leistung für das Schmelzen des passenden Lots hat.

Bereite den Arbeitsplatz mit temperaturunempfindlicher Ablage für das Lötgerät und einer Unterlage zum Arbeiten vor, die herabtropfendes Zinn verkraftet. Lege außerdem einen feuchten Schwamm bereit. Um das Werkstück oder Bauteil während des Lötens zu fixieren, bietet sich ein Schraubstock oder eine spezielle Löthalterung an.

Leiterplatte wird unter der Lupe gelötet.

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Der Lötvorgang – so geht das

  1. Lötgerät auf Betriebstemperatur bringen
  2. zu verlötende Teile mechanisch verbinden
  3. Lötspitze an die Bauteile führen
  4. Lötzinn zwischen Spitze und Lötstelle geben
  5. entsprechende Stelle vollständig mit Lötzinn benetzen
  6. Lötzinn trocknen lassen und Erschütterung vermeiden

Hinweis: Wenn sich die zu verlötenden Bauteile mechanisch nicht miteinander verbinden lassen – zum Beispiel, indem du Drähte ineinander drehst – verzinnst du die Teile vor dem Löten. Dabei werden die Kontaktflächen der Teile leicht mit Zinn überzogen, indem du sie mit der Lötspitze erhitzt. So lassen sich die bereits erwärmten Teile anschließend besser verbinden. 

Jeder einzelne Lötvorgang sollte nicht länger als 4 bis 6 Sekunden dauern, damit die Bauteile nicht überhitzt und beschädigt werden. 

Kalte Lötstellen reparieren

Ein Lötkolben bearbeitet eine Leiterplatte und ein Rauchfaden entsteht.

Kann die Lötstelle nicht ungestört erstarren oder verbinden sich die Kontaktstellen nicht, weil beispielsweise die Temperatur des Lötkolbens zu niedrig war oder das Lötzinn zu früh zugeführt wurde, entsteht eine kalte Lötstelle. Eine kalte Lötstelle ist zwar eine mechanische Verbindung, sie leitet aber den Strom nicht oder nur eingeschränkt. Du erkennst diese fehlerhaften Lötstellen an einer matten Oberfläche und unter Umständen an einer ungleichmäßigen Zinnverteilung.

Repariere die Lötstelle, indem du sie erneut mit einem Lötkolben erhitzt und mit ein wenig frischem Lot neu bearbeitest. Verschmutzte Lötstellen reparierst du, indem du zunächst das alte Lot entfernst – zum Beispiel mit einer Entlötpumpe – und die Stelle dann erneut wie beschrieben verlötest.

Beachte, dass bleifreies Lötzinn immer eine matte, raue Oberfläche aufweist. Im Zweifelsfall arbeitest du die fragliche Verbindung noch einmal nach, statt später auf Fehlersuche zu gehen.

Während du eine kalte Lötstelle wieder reparieren kannst, wird ein Hitzeschaden nicht ohne Grund als „Hitzetod“ bezeichnet. Wird ein Elektroteil beim Löten zu lange erhitzt, kann es irreparabel geschädigt werden. Achte daher darauf, Kontaktstellen nicht länger als wenige Sekunden zu erhitzen.

Entlöten – drei Methoden kurz erklärt

Eine Lautsprecherkabelverbindung wird mit einem Lötkolben entlötet.

Lötstellen zu entfernen ist dann notwendig, wenn ein Bauteil ausgetauscht werden muss. Im Idealfall reicht es aus, die Lötstelle erneut zu erwärmen und das betroffene Teil zu entfernen. Häufig aber bedeutet Entlöten mehr Aufwand:

Beim Entlöten mit geflochtenen Kupferdrähten beziehungsweise der Entlötlitze wird das verflüssigte Zinn mittels eines erhitzen Kupfergeflechts aufgesaugt. Dafür müssen Lötstelle und Lötspitze mit der Litze dazwischen erhitzt werden. Die Entlötlitze entfernt das Zinn beinahe rückstandsfrei.

Beim Entlöten mit einer Entlötpumpe wird die Pumpe auf die erhitzte und verflüssigte Lötstelle aufgesetzt. Dann schaltest du die Entlötpumpe ein und die Pumpe saugt das Zinn von der Lötstelle auf. Hier bleibt ein leichter Zinn-Rückstand zurück. Gehe auch hierbei behutsam vor, um beim Auslösen der Pumpe das Werkstück nicht zu beschädigen.

Das Entlöten mit einer Lötstation mit elektrischer Pumpe gilt als die sauberste Lösung. In der Entlötspitze des Geräts befindet sich ein Loch. In dieses Loch saugt das Gerät das verflüssigte Zinn.

Tipps für mehr Sicherheit beim Löten

Die Temperatur der Lötspitze ist nicht zu unterschätzen. Berührungen mit der Haut führen zu Verbrennungen. Außerdem besteht durch die hohe Temperatur Brandgefahr. Aus diesen Gründen gehört eine Halterung, in die du das Lötgerät in Arbeitspausen stellst, zur sicherheitsfördernden Ausstattung beim Löten dazu. Achte zudem darauf, dass sich keine brennbaren Materialien in der Nähe deines Geräts befinden und dass du auf einer feuerfesten Unterlage arbeitest. 

Ein Flussmittel reduziert während des Lötens das Erhitzen der Oberflächen der zu verbindenden Werkstücke und des flüssigen Lots. Außerdem vermindern Flussmittel die Oberflächenspannung des flüssigen Lotes.

Hinweis: Bleihaltiges Lötzinn aber auch die im Zinn enthaltenen Flussmittel (u. a. mit Kolophonium, Ammoniumchlorid, organische Säuren) können die Gesundheit beeinträchtigen, wenn du sie einatmest. In professionellen Betrieben gibt es deshalb Absauganlagen. Für den Hausgebrauch verwende bleifreies Lot oder arbeite in einem gut belüfteten Raum.

Investiere unter Umständen auch in eine Schutzbrille. Herabtropfendes und spritzendes Lötzinn stellt eine weitere Gefahrenquelle dar. Aufgrund der Bleipartikel in der Luft solltest du es vermeiden, bei bleihaltigem Lötzinn in der Nähe der Lötstelle zu essen und zu trinken. Wasche dir außerdem nach der Arbeit gründlich die Hände.

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