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Elektrosägen – Arten und Pflege

Zuletzt aktualisiert: 04.12.20194 MinutenVon: OBI Redaktion
Alte Kreissäge mit rostigem Kreissägeblatt.

Erfahren Sie in diesem Ratgeber, welche Elektrosägen sich für welchen Zweck sowie Schnitt eignen und wie Sie die Sägen richtig pflegen.

Welche Elektrosäge kaufen?

Welche Elektrosäge Sie kaufen, hängt davon ab, für welches Projekt Sie eine Säge benötigen. Ob in Haus, Garten, Werkstatt oder Wald: In unterschiedlichen Bereichen fallen zahlreiche, teils grundverschiedene Sägearbeiten an. Und für jede Aufgabe und jeden Schnitt gibt es die passenden Elektrosägen.

Die Stichsäge eignet sich für kleinere Arbeiten beim Innenausbau, während eine Tischkreissäge lange Geraden präzise zusägen kann. Die Handkreissäge ist portabel und zum gleichen Zweck einsetzbar. Sie schneidet Holz, Kunststoff und Metall. Für einen Schifterschnitt eignet sich die Zug-, Kapp- und Gehrungssäge aufgrund ihres 45°-Winkels. Wenn der Schnitt gröber sein darf, greifen Sie zu einer Säbelsäge. Sie ist besonders kraftvoll. Die Kettensäge hingegen wird hauptsächlich im Außenbereich eingesetzt, zum Beispiel zur Bearbeitung von Altholz.

Die Stichsäge – kraftvoll und flexibel sägen

Die Stichsäge gibt es entweder als Handsäge oder als Elektrosäge. Mit ihrem schmalen, einseitig bezahnten Sägeblatt lassen sich Ausschnitte als gerade Schnitte sowie als geschwungene Formen und Rundungen sägen. Die Stichsäge eignet sich unter anderem für Holz, Kunststoffe und Metall. Eine typische Einsatzmöglichkeit für Stichsägen ist der Innenausbau, wo der Heimwerker sie beispielsweise für das Aussägen von Küchenplatten verwendet. Besonders flexibel sind Sie mit einer akkubetriebenen Stichsäge, bei der Sie keine Steckdose in der Nähe benötigen und nicht auf den Verlauf des Kabels achten müssen.

Das senkrecht eingespannte Sägeblatt bewegt sich per Hubbewegung durch den Werkstoff. Bei vielen Geräten können Sie zwischen Hub und Pendelhub wählen. Der Schnitt ohne Pendel ist langsamer, aber auch sauberer. Bei Stichsägen mit Pendelhub bewegt sich das Sägeblatt nicht nur senkrecht, sondern auch leicht in die Sägerichtung und zurück. Dies steigert die Arbeitsgeschwindigkeit der Stichsäge oft erheblich. Dafür ist der Schnitt mit Pendelhub oft etwas unsauberer, da die Schnittränder ausfransen können.

Mit der Stichsäge in eine Holzplatte sägen

Die Kreissäge – exakt sägen

Kreissägen dienen der spanenden Trennung von Werkstücken und arbeiten mit einem kreisrunden, rotierenden Sägeblatt. Die elektronischen Sägen gibt es in verschiedenen Varianten, beispielsweise als Tischkreissäge oder Handkreissäge.

Die Tischkreissäge eignet sich gut für aufwendige Sägearbeiten, insbesondere wenn lange Geraden gesägt werden sollen. Sie kommt vor allem beim Möbelbau zum Einsatz. Das Funktionsprinzip ist bei allen Modellen der Tischkreissägen zwar dasselbe – das Werkstück wird durch das rotierende Sägeblatt geschoben. Dennoch existieren große Qualitätsunterschiede: Hochwertige Modelle sind stabiler gebaut und der Motor erzielt eine höhere Leistung. Ihr Sägeblatt schafft meist auch vergleichsweise große Werkstücke.

Arbeiten Sie bei Tischkreissägen aufgrund des offenen Sägeblatts stets besonders vorsichtig. Für höhere Sicherheit mit der Säge gibt es bei allen Tischkreissägen einen sogenannten Schiebestock, mit dem Sie Ihr Werkstück Richtung Sägeblatt schieben. Dank zusätzlichem Zubehör wie Tischverlängerung, Winkel- und Parallelanschlag oder Laser-Schnittführung können Sie noch präziser mit der Säge arbeiten.

Die Tischkreissäge gibt es auch in portabler Form als Handkreissäge. Mit der Handkreissäge sägen Sie verschiedene Materialien wie Holz, Kunststoff und Metall. In Verbindung mit einer Führungsschiene eignet sich die Handkreissäge genau wie die Tischkreissäge besonders für Geraden und lange Werkstücke. Die artverwandte Gehrungssäge hat den Vorteil, dass ihr Sägekopf verstellbar ist und so problemlos genaue Winkel sägt.

Handwerker sägt mit einer Kreissäge ein Stück Holz zu.
Handwerker sägt mit einer Handkreissäge eine Platte zu.

Zug-, Kapp- und Gehrungssäge

Die Zug-, Kapp- und Gehrungssäge ist ein spezieller Typ Kreissäge. Ihr Werkstück liegt auf einem Teller, der beidseitig um 45 Grad drehbar ist. Zusätzlich kann der Heimwerker auch den Sägekopf um bis zu 45 Grad kippen, was Schifterschnitte, also Doppelgehrungen, ermöglicht. Die beweglichen Schutzabdeckungen sorgen zudem für eine besonders ruhige, sichere und genaue Arbeitsweise. Wegen des offenen Sägeblatts besteht trotzdem Verletzungsgefahr bei unkonzentriertem Arbeiten.

Für die Schnittqualität, aber auch um Unfälle zu vermeiden, stellen Sie vor Beginn der Sägearbeiten am besten die Schnitttiefe ein. Diese ergibt sich aus der Dicke des Werkstücks zuzüglich 2 mm.

Zug-, Kapp- und Gehrungssäge bearbeitet ein Stück Holz.

Die Säbelsäge – fast jeden Werkstoff sägen

Weniger filigran, dafür umso kraftvoller ist die Säbelsäge. Die Säbelsäge kommt als Werkzeug im Außen- und Innenbereich bei der Demontage zum Einsatz und wird daher vor allem bei Abbrucharbeiten verwendet.

Die Säbelsäge zersägt dank ihres elektrischen Motors mit hoher Leistung und groben Sägeblättern fast jeden Werkstoff: Holz, Metall und Kunststoff sind kein Problem. Mit speziellen Sägeblättern lassen sich auch Rohre bündig abtrennen.

Säbelsäge bzw. Elektrosäge sägt in Holzlatte.

Die Kettensäge – für aufwendige Sägearbeiten im Freien

Die Kettensäge eignet sich für Arbeiten im Wald und Garten. Sie wird im Normalfall von einem Benzinmotor angetrieben und daher auch oft als Motorsäge bezeichnet. Bei der Kettensäge handelt es sich um ein besonders kraftvolles Werkzeug mit starker Leistung, mit dem Sie stets sehr vorsichtig umgehen sollten. Üben Sie den Umgang mit der Kettensäge am besten vorher mit einigen Probeschnitten, zum Beispiel an Altholz. Schnittschutzkleidung, Handschuhe sowie ein Helm mit Gehörschutz sind unerlässlich.

Hinweis: Beachten Sie, dass Sie in den meisten Bundesländern einen Motorsägenschein benötigen, um im Wald selbst Kaminholz zu sägen.

LUX TOOLS Kettensäge

Sicherheit und Pflege von Elektrosägen

Ob Elektrosäge oder Handsäge: Die Sicherheit sollte bei der Arbeit stets an oberster Stelle stehen. Gehen Sie besonders beim Umgang mit der Stich-, Kreis- oder Kettensäge vorsichtig vor und tragen Sie Schutzkleidung.

Reinigen Sie die Sägeblätter nach getaner Arbeit gründlich, um zu vermeiden, dass die Blätter durch Schmutz, Harz oder Rost abstumpfen und unbrauchbar werden. Nehmen Sie die Sägeblätter einzeln heraus und säubern Sie sie. Dazu gibt es beispielsweise spezielle Harzlöser, aber auch Backofenspray eignet sich zur Reinigung.

Wenn Sie die Sägeblätter außerdem nach der Reinigung mit naturverträglichen Schmierstoffen einfetten, beugen Sie Rost vor und können sich länger auf eine gute Sägeleistung und saubere Schnitte verlassen.

Sägeblatt bei Stichsäge wechseln

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