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Der richtige Dübel für jeden Zweck

Zuletzt aktualisiert: 04.12.20197 MinutenVon: OBI Redaktion
Verschiedene bunte Dübel liegen auf einer Holzplatte.

Der Ratgeber zeigt Ihnen, welcher Dübel für welche Aufgabe die richtige Wahl ist. Sie erfahren mehr über die verschiedenen Dübelarten und deren jeweiligen Einsatzzweck.

Welcher Dübel für welche Schraube?

Der richtige Dübel muss zum Untergrund beziehungsweise Baustoff sowie zum Bohrer und zur Schraube passen. Damit der Dübel sich beim Eindrehen der Schraube richtig spreizt, sollte die Länge der Schraube mindestens der Länge des Dübels entsprechen. Bezüglich des Durchmessers wählen Sie einen Dübel, der etwas größer ausfällt als der Durchmesser der Schraube. Das bedeutet für die gängigsten Größen bei Dübeln und Schrauben:

  • Für einen 6er-Dübel wählen Sie eine Schraube mit etwa 4-5 mm Durchmesser.
  • Für einen 8er Dübel wählen Sie eine Schraube mit rund 4,5-6 mm Durchmesser.
  • Für einen 10er Dübel wählen Sie eine Schraube mit circa 6-8 mm Durchmesser.

Wenn Sie eine Schraube in Baustoffe drehen wollen, in denen diese nicht alleine halten, benötigen Sie in der Regel einen Dübel. Typische Einsatzgebiete sind Mauerwerk, Beton und Gipskartonplatten sowie Bauplatten, Porenbeton oder ähnliche Baustoffe und abgehängte Decken. Während die Art des Dübels stark von der geplanten Verwendung und dem Untergrund abhängt, haben Sie bei der Schraubenauswahl etwas mehr Freiheit. Wichtig ist, dass die Schraube einen passenden Durchmesser hat, nicht zu kurz ist und gut im Dübel hält. Schraube und Dübel müssen für die geplante Belastung geeignet sein.

Gängige Dübelarten im Überblick

Dübel wird in Bohrloch in der Wand gesteckt.

Dübel werden unter anderem aus Stahlankern, chemischen Verbindungen und Kunststoffen wie hochwertigem Nylon hergestellt. Bei vielen Installationen kommt vor allem der Universaldübel zum Einsatz. Universaldübel erhalten Sie in diversen Ausführungen, Größen und Längen. Die Allzweckdübel eignen sich für eine Vielzahl von Baustoffen, werden aber vornehmlich für Montagen am Mauerwerk sowie bei Betonwänden und -decken genutzt.

Auch Spreizdübel nutzen Sie für Installationen an Wänden und Decken. Sie funktionieren ähnlich wie Universaldübel, sind aber etwas stärker belastbar. Deshalb setzen Sie Spreizdübel bei Installationen mit einer höheren Belastung ein, wie zum Beispiel beim Anbringen von Oberschränken in der Küche. Spreizdübel gibt es aus Kunststoff und Metall sowie in diversen Größen und Längen.

Bestehen Ihre Wände aus Porenbeton, bieten Universal- und Spreizdübel keinen ausreichenden Halt. In dem Fall dübeln Sie die Wand mit speziellen Porenbetondübeln. Diese Dübel sind extra auf die Beschaffenheit des Untergrundes angepasst.

Für Trockenbauwände aus Gipskarton nutzen Sie ebenfalls spezielle Dübel. Gipskartondübel schneiden sich regelrecht in den Baustoff ein und geben so optimalen Halt in dem vergleichsweise weichen Untergrund. Teilweise empfiehlt es sich, vorzubohren, damit der Dübel ideal ins Material fasst. Alternativ können Sie bei Hohlwänden auf Hohlwanddübel setzen. Um die Dübel einzusetzen, bohren Sie ebenfalls zunächst vor. Bei massiveren Baustoffen dübeln Sie mit Hohlraumdübeln, die sich ähnlich wie Universal- und Spreizdübel beim Eindrehen der Schraube spreizen.

Möchten Sie Lampen oder Ähnliches an einer abgehängten Decke installieren, bieten Federklappdübel den richtigen Halt. Zunächst bohren Sie Bohrlöcher so groß, dass die zusammengepressten Federklappen gerade eben hindurch passen. Dann setzen Sie die Klappdübel ein. Für die meisten Installationen benötigen Sie Unterlegscheiben, die oft bereits im Lieferumfang der Dübel enthalten sind.

Eine Besonderheit sind chemische Dübel und Flüssigdübel. Diese werden in ein zu groß geratenes Bohrloch gespritzt. Die Mittel härten fast sofort aus und lassen sich in vielen verschiedenen Baustoffen verwenden. Das Material verhält sich nach dem Trocknen teilweise wie Holz, sodass Sie Schrauben direkt in die Dübel-Masse schrauben können. Bei anderen Massen drücken Sie während der Trocknung schnell einen Dübel hinein, um die Schraube später in diesen  hineinzuschrauben.

Neben diesen häufig genutzten Dübeln gibt es diverse weitere Spezialdübel. Hierzu zählen beispielsweise Dübel für Sanitärinstallationen, Dämmstoffdübel und Fensterrahmendübel.

Fragen Sie sich vor der Wahl des passenden Dübels: Was soll befestigt werden und welche Kräfte wirken auf Dübel und Schraube – Zug-, Quer- und/oder Schräglast? Welches Gewicht haben die zu befestigenden Teile und Gegenstände? In welchem Untergrund soll der Dübel wirken: Ist das Material porös? Weist es Hohlräume auf? Benötige ich eine Bohrmaschine mit Schlag und welchen Bohrer wähle ich?

Der Untergrund: Welcher Dübel passt?

Untergrund wird mit einem Dübel und Bohrer sowie Schrauben bearbeitet.

Die Wahl des richtigen Dübels hängt stark vom jeweiligen Baustoff beziehungsweise dem Untergrund ab, in dem der Dübel halten soll. Druckbeständige, kompakte Materialien wie Mauerstein und Beton eignen sich gut zum Verankern eines Dübels. Aber Beton ist nicht gleich Beton. Sogenannter Leichtbeton oder Porenbeton enthält Zuschläge wie Bims und Blähton, die ihn weniger druckfest und zu einer größeren Herausforderung für den Dübel machen. Greifen Sie hier zu einem Dübel mit langer Spreizzone, um die Kräfte des Dübels zu steigern. In Normalbeton bohren Sie mit dem Bohrhammer und nutzen Spreiz- oder Universaldübel. Ein Spezialdübel ist nötig, wenn ein Dübel in Porenbeton eingebracht werden soll. Hier ist der Gasbetondübel mit seinen spiralförmigen Außenrippen die beste Wahl.

Auch beim Mauerwerk machen Sie Unterschiede: Handelt es sich um Vollsteine oder Lochsteine mit einem dichten Gefüge? Erstere sind druckfest und daher unproblematisch. Hier bieten sich ebenfalls Allzweck- und Spreizdübel an. Bohren Sie hingegen in einen Lochstein, kann ein Hohlraumdübel notwendig sein. Diese Dübel spreizen sich weiter auf als herkömmliche Universaldübel.

Baustoffe wie Gipskarton, Spanplatten oder Sperrholz weisen oft nur eine geringe Festigkeit und Dicke auf und sind daher nicht unproblematisch, wenn es um das Verankern eines Dübels geht. Hier kommen Hohlraumdübel zum Einsatz, die sich an der Rückseite der Platte im Hohlraum verankern.

Dübel und Montage

Metalldübel und Schraube

Damit der Dübel passend in die Wand kommt, bohren Sie mit einem Bohrer gleicher Größe vor – außer es handelt sich um einen sogenannten Schlag- oder Nageldübel. Diese Dübel schlagen Sie direkt in die Wand.

Wenn Sie nicht wissen, wie der Untergrund beschaffen ist, bohren Sie vorsichtig vor. Halten Sie die Bohrmaschine im rechten Winkel zur Wand und nutzen Sie zunächst keinen Schlag. Bei einem sehr festen Untergrund erhöhen Sie den Druck oder bohren mit Schlag.

Versinkt der Bohrer jedoch direkt in der Wand, ist Vorsicht geboten. Das Loch sollte in keinem Fall zu groß werden. Bei besonders weichen Untergründen wählen Sie gegebenenfalls eine kleinere Bohrergröße (-1 mm), damit der Dübel anschließend fest im Loch sitzt. Somit erhöhen Sie die Tragfähigkeit und Drehsicherheit.

Bei der Montage mit Dübeln wird unter anderem in Durchsteckmontage und Vorsteckmontage unterschieden. Bei der Durchsteckmontage wird der Dübel durch das Bauteil in das Bohrloch gesteckt und verspreizt. Bei der Vorsteckmontage schließt der Dübel bündig mit der Oberfläche des Verankerungsgrundes ab. Das Bohrloch ist dabei größer als das Loch im Anschlussbauteil. Eine dritte Variante ist die Abstandsmontage, die beispielsweise an Fassadenelementen eingesetzt wird. Hierbei fixieren Sie das Anschlussbauteil mit Abstand.

Hinweis: Reinigen Sie das Bohrloch nach dem Bohren mit einem Staubsauger, da Staub und Bohrmehl die Funktionsweise des Dübels und somit die Befestigung beeinträchtigen.

Tipp: Falls Sie keine helfende Hand für die Bohrungen zur Seite haben, kleben Sie ein Stück nach oben geknicktes Papier unterhalb an die Wand, um das aus dem Loch herunterrieselnde Bohrmehl aufzufangen.

Belastbarkeit der Dübel

Sechs unterschiedliche Dübel der Größe nach nebeneinander aufgestellt.

Als Faustformel gilt: Je größer der Dübel, desto mehr kann er tragen. Da der Untergrund maßgeblich zum Halt der Befestigung beiträgt, geben Hersteller selten präzise Angaben zur Belastung von Dübeln an. Im Zweifel nehmen Sie einen etwas größeren und längeren Dübel, um die Belastbarkeit zu erhöhen. Beachten Sie, dass Sie die höchste Tragfähigkeit nur erreichen, wenn Sie den passenden Schraubendurchmesser wählen.

Auf einen Dübel wirken je nach Montage mehrere Kräfte, die er in die Wand ableiten muss. Die Zugkraft zieht beispielsweise die Deckenlampe samt Dübel senkrecht nach unten. Die Querkraft wirkt beispielsweise auf einen Wandspiegel und den horizontal zum Boden gesetzten Dübel. Der Schrägzug resultiert aus Zug- und Querkraft und spielt vor allem bei schweren Wandbefestigungen wie bei Waschtischen und Hängeschränken eine Rolle. Die Lastentabellen der Dübelhersteller geben Aufschluss darüber, welches Gewicht der jeweilige Dübel – in Newton und Kilogramm – tragen kann.

Wurde ein Dübel falsch montiert oder ausgewählt, rutscht er leicht aus der Wand heraus. Für diese ausgerissenen Bohrlöcher gibt es aber schnelle Hilfe in Form von Reparaturvlies. Das Vlies wickeln Sie um den Dübel herum und stecken ihn ohne erneutes Bohren wieder in das Bohrloch. Alternativ nutzen Sie Reparaturmörtel oder ähnliche Produkte, um den Dübel im Loch zu fixieren und eine sichere Befestigung zu erhalten.

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.