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Decke und Wände spachteln – Schritt für Schritt

Zuletzt aktualisiert: 14.10.20215 MinutenVon: OBI Redaktion
Ein Spachtel mit Spachtelmasse vor einer weißen Wand.

Die Anleitung zeigt dir, wie du die Decken und Wände spachteln kannst: alles zur Wahl der richtigen Spachtelmasse, dem entsprechenden Anrühren sowie der passenden Spachteltechnik.

Wie lassen sich Wände glatt spachteln?

Üblicherweise werden Decken und Wände verspachtelt, um kleinere Schäden auszubessern, wenn neue Elektroleitungen unter dem Putz verlegt oder neue Trockenbauelemente eingezogen wurden. Beim Spachteln von Trockenbauwänden, beispielsweise aus Gipskarton, verteilst du die Spachtelmasse flächig und gleichen Unebenheiten bestmöglich aus, um eine ebene Oberfläche zu erhalten. Bei beschädigten Flächen von über 1 m² verputzt du die Wand besser neu.

Welche Spachtelmasse ist die richtige?

Bevor du Decken und Wände spachtelst, wählst du die passende Spachtelmasse aus.

Fertigspachtel

Gebrauchsfertige Spachtelmassen enthalten meist ein Kunstharzgemisch. Fertigspachtel garantiert sichere Haftung auch auf gestrichenen Flächen. Die Spachtelmasse eignet sich meist für innen und außen. Außerdem kannst du Fertigspachtelmasse auch auf Holz, Metall oder mineralischen Untergründen nutzen.

Da Fertigspachtel durch das Verdunsten des Wasseranteils aushärtet, trägst du ihn am besten in dünnen Schichten auf die entsprechenden Stellen auf. Fertige Spachtelmassen eignen sich vornehmlich für kleinere Ausbesserungsarbeiten wie das Verfüllen und Verspachteln von kleinen Löchern und Rissen.

Spachtelmasse zum Anrühren

Spachtelmassen in Pulverform werden in Innenspachtel auf Gipsbasis oder Außenspachtel auf Zementbasis unterteilt. Die gipsgebundene Spachtelmasse eignet sich für alle Untergründe im Innenbereich. Da Gips pH-neutral ist, passt er zu allen Materialien und verfärbt sich auch beim späteren Tapezieren nicht. Innenspachtel verträgt jedoch keine Feuchtigkeit.

Daher kommt in Nassbereichen, beim Ausbessern von Böden und im Außenbereich Spachtelmasse auf Zementbasis zum Einsatz. Außenspachtel ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Nässe sowie Stöße und Kratzer.

Besonders zum Verspachteln größerer Löcher, Risse oder Unebenheiten nutzt du pulverförmigen Spachtel. Diese Spachtelmasse härtet auch bei größeren Auftragsstärken aus, ohne zu reißen. Sobald du die richtige Spachtelmasse ausgewählt hast, rührst du diese der Anleitung entsprechend an.

Verschließen von Dehnungsfugen

Wenn du hingegen Dehnungsfugen, zum Beispiel zwischen Fachwerk und Trockenbauwand, verschließen möchten, verwendest du am besten Acryl. Die Fuge hält dann auch leichten Bewegungen der Bauteile, beispielsweise durch Temperaturschwankungen, stand. Bei Fugen in Feuchträumen wie Bad oder Küche eignet sich Silikon aufgrund der wasserabweisenden Eigenschaften. Für besondere Einsatzbereiche wie Fliesen gibt es zudem Spezialspachtel.

So spachtelst du Wände und Decken

6 Schritte

1
Vorbereiten von Wand und Decke vor dem Verspachteln
Heimwerkerin klebt Fußleisten mit Klebeband ab.
Auf einen Blick
  • Umliegende Oberfläche prüfen
  • Arbeitsbereich freiräumen und Umgebung abdecken
So geht das

Gehe bei den Vorarbeiten sorgfältig vor und prüfe vor dem Verputzen und Verspachteln immer, ob die umliegende Oberfläche ausreichend fest ist. Bröckelt bereits Putz an den Rändern ab, entfernst du die losen Stellen und verputzt oder verspachtelst diese Bereiche gleich mit. Vor allem, wenn du die Wände später tapezieren möchtest, ist eine glatte Oberfläche wichtig.

Entferne alle Möbel und Gegenstände aus dem Bereich, den du verspachteln möchtest. Unbewegliche Objekte und Oberflächen klebst du mit Malerfolie und Malerkrepp ab.

So geht das

2
Entfernen von Nägeln, Dübeln oder Schrauben
Eine Schraube wird vor dem Verspachteln aus der beschädigten Wand entfernt.
Auf einen Blick
  • Nägel, Schrauben und Dübel entfernen
  • Löcher aussaugen, Risse und Flächen absaugen
  • Oberfläche anfeuchten und ggf. grundieren
So geht das

Nägel, Schrauben und Dübel entfernst du aus der Decke und den Wänden. Bei Bedarf drehst du Schrauben in die Dübel, um sie mit einem Ruck mit der Zange aus der Wand zu ziehen.

Sauge Löcher gründlich aus. Risse und größere Flächen fegst du zunächst ab und saugst dann gegebenenfalls noch einmal nach. Nutze einen geeigneten Staubsauger. Entferne losen Putz an den Rändern der Arbeitsbereiche. Weite feine Risse etwas aus, damit die Spachtelmasse später komplett im Riss verteilt werden kann. Mit einem Quast oder einem feuchten Lappen feuchtest du die Wand oder Decke leicht an, um Staub zu binden. Bereite stark saugende, poröse, sandende oder kreidende Untergründe vor dem Spachteln mit Tiefengrund vor. Beachte dabei die in der Anleitung angegebene Trockenzeit.

So geht das

3
Spachtelmasse anrühren
Spachtelmasse wird in einen Eimer gegeben und dann mit dem Spachtel angerührt.
Auf einen Blick
  • Gipsbecher oder Eimer mit Wasser füllen
  • Spachtelmasse einfüllen
  • Gemisch ruhen lassen und anschließend umrühren
So geht das

Die pulverförmige Spachtelmasse rührst du vor der Verwendung mit Wasser an. In der Regel gehst du folgendermaßen vor: Fülle den Gipsbecher oder Mörtelkübel bis zu zwei Dritteln mit Wasser. Gib das Wasser immer zuerst hinein. Dann füllst du das Spachtelpulver rieselnd ein. Beachte dabei die Mengenangaben des Herstellers. Lasse das Gemisch kurz ruhen. Anschließend rührst du gründlich um. Bei größeren Mengen hilft eine Bohrmaschine mit aufgesetztem Quirl oder ein Mörtelrührer beim Vermengen.

Rühre die Masse eher zu dick an und verdünne sie später mit Wasser. Beim nachträglichen Verdicken bilden sich Klümpchen. Beachte die Abbindezeit: Rühre nur so viel Spachtelmasse an, wie du in der vorgegebenen Zeit verarbeiten kannst. Bereits abbindende Spachtelmasse darf nicht erneut mit Wasser verdünnt werden.

So geht das

4
Verspachteln von Löchern und Rissen
Heimwerkerin verspachtelt einen Riss in der Wand.
Auf einen Blick
  • Löcher und kleine Risse verspachteln
  • Schlitze und gröbere Risse verspachteln
So geht das

Kleine Löcher und Risse verspachtelst du mit einem Malerspachtel und Fertigmasse. Dazu eignet sich eine Spachtelmasse auf Acrylbasis. Arbeite die Masse so weit wie möglich in das Loch ein, bis es aufgefüllt ist. Anschließend wird die Oberfläche mit dem Spachtel geglättet. Das Glätten funktioniert besonders gut, wenn du mit einem biegsamen Werkzeug arbeitest. Vermeide beim Auffüllen größerer Löcher Hohlräume, indem du sorgfältig von innen nach außen arbeitest.

Beim Auffüllen gröberer Schlitze verwendest du Spachtelmasse zum Anrühren. Zuerst muss der angrenzende Putz gut befeuchtet werden, damit die Masse besser bindet. Bringe die Masse mit einem Spachtel in den Riss ein. Nach dem Auffüllen ziehst du die Oberfläche glatt ab. Ist die Spachtelmasse ausgehärtet, verklebst du ggf. zusätzlich ein Rissband aus Glasfaser.

So geht das

5
Verspachteln von großen Flächen
Heimwerkerin verspachtelt einen großflächigen Riss an der Wand.
Auf einen Blick
  • größere Flächen an Wand und Decke verspachteln
  • gleichmäßiges Verteilen mit leichtem Druck

Um große Flächen an Wand oder Decke auszubessern, trägst du in einem ersten Arbeitsgang die Spachtelmasse grob mit einem Flächenspachtel auf. Dieser Schritt kann kreuz und quer erfolgen. Danach glättest du den Bereich, indem du die Oberfläche halbkreisförmig von unten nach oben mit dem Flächenspachtel abziehen. Übe nur leichten Druck aus, um eine gleichmäßige Fläche ohne Vertiefungen zu erhalten. Beim Spachteln von Gipskartonplatten kann eine Bewehrung aus Gaze oder Rissbinden erforderlich sein. Beachte hierzu die Anleitung des Herstellers.

6
Abschleifen der Spachtelmasse
Verspachtelte Wand wird mit Schleifpapier abgeschliffen.
Auf einen Blick
  • getrocknete Oberflächen abschleifen
  • letzte Unebenheiten beseitigen
So geht das

Sobald der Wand- oder Deckenspachtel getrocknet ist, schleifst du die Oberfläche mit feinem Schleifpapier oder einem Schleifschwamm ab. So beseitigst du letzte Unebenheiten.

So geht das

Das benötigst du für dein Projekt

  • Spachtelmasse
  • Fertigspachtel
  • Abdeckfolie
  • Malerkrepp
  • Schleifpapier
  • Malerspachtel
  • Flächenspachtel
  • Staubsauger
  • Gipsbecher
  • Bohrmaschine mit Quirl
  • ggf. Rissband

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