
Richtig tackern
Wer eine Alternative zu Nägeln, Schrauben oder Kleber sucht, für den ist der Tacker das passende Werkzeug. Wie man Blätter, Dokumente und andere Materialien richtig tackern kann, erfährst du in diesem Ratgeber.
Wofür lässt sich ein Tacker verwenden?
Tackern spart Zeit und ist vor allem beim Befestigen von Folien, Netzen, Blättern, Dokumenten und Stoffen unverzichtbar. Beim Beziehen von Polstern sind Tacker unentbehrlich: Da du den Tacker nur mit einer Hand halten musst, hast du die andere Hand frei, um den Stoff faltenfrei über das Polster zu spannen. Auch zur provisorischen Befestigung ist der Tacker praktisch: Dünne Leisten, Kleinteile oder Rückwände von Schränken lassen sich vor dem endgültigen Befestigen mit dem Tacker in Position halten.
Welche Tacker gibt es?


Handtacker
Handtacker sind ideale Helfer für den Hobbybereich. Beim Auslösen wird die Tackerklammer durch eine gespannte Feder im Untergrund versenkt. Beachte beim Kauf von Klammern, dass sie zum Tackermodell passen. Für die Befestigung von Stoffen, Blättern, Dokumenten und Folien auf kleineren Flächen und für kleinere Reparatur- und Bastelarbeiten ist ein Handtacker vollkommen ausreichend.
Der Handtacker ist häufig auch im Büro im Einsatz: Nutzer tackern damit Papierstapel und einzelne Papiere und heften die Unterlagen dann ab.
Elektrotacker
Weniger im Büro als vielmehr im Handwerk kommt der Elektrotacker zum Einsatz. Elektrotacker sind Profigeräte für größere Vorhaben. Die Tackerklammer wird über einen elektrischen Impuls in den Untergrund geschossen. Dadurch ist ermüdungsfreies Arbeiten ohne Kraftaufwand auch über einen längeren Zeitraum möglich. In Elektrotacker kannst du je nach Einsatzzweck und Anforderung unterschiedliche Klammerbreiten und -längen einlegen. Bei den meisten Geräten lässt sich die Schlagkraft regulieren. So kannst du bestimmen, wie tief die Klammer ins Material eindringen soll. Ebenso kannst du die Schussfolge einstellen. Du bestimmst, wie viele Klammern der Tacker pro Minute verschießen soll. Besonders praktisch sind Akkutacker ohne Kabel. Damit kannst du dich überall auch ohne Stromanschluss frei bewegen und auch über Kopf arbeiten.
Drucklufttacker
Noch schneller als mit einem Elektrotacker geht dir die Arbeit mit einem Drucklufttacker von der Hand. Die Tackerklammer wird hier über Druckluft in den Untergrund getrieben. Die Drucklufttechnik erlaubt eine höhere Schussfolge. Zudem ist der Rückschlag beim Tackern geringer, sodass sich auch der Kraftaufwand reduziert.
Hammertacker
Geht es nur darum, etwas schnell und nicht besonders genau zu befestigen, kommt der Hammertacker ins Spiel. Dieser Tacker wird wie ein Hammer auf den Untergrund geschlagen. Beim Auftreffen löst der Tacker aus und die Klammer sitzt. Hammertacker sind ideal, wenn du schnell und provisorisch arbeiten willst. Das zu tackernde Material sollte dabei nicht zu empfindlich sein, denn ein Hammertacker kann auch mal eine kleine Delle hinterlassen.
Hinweis: Für die unterschiedlichen Tacker gibt es zudem verschiedene Zubehörteile und Erweiterungen: Für dicke Materialien oder mehrere Lagen gibt es größere Klammern. Bei Elektrotackern sorgt ein Verlängerungskabel für mehr Flexibilität. Und für professionelle Arbeiten mit dem Drucklufttacker erfordert es einen Adapter, um den Tacker an eine Luftquelle anzuschließen.
| Tackerart | Handtacker |
|---|---|
| Kosten | 5 bis 30 € |
| Leistung | niedrig bis mittel |
| Anwendung | Basteln, Heften von Papier, Polsterungen |
| Tackerart | Elektrotacker |
| Kosten | 30 bis 100 € |
| Leistung | mittel |
| Anwendung | Möbelmontage, dicke Pappe oder Kunststoff |
| Tackerart | Drucklufttacker |
| Kosten | 80 bis 200 € |
| Leistung | sehr hoch |
| Anwendung | Bau, Dacharbeit, Möbelbau, Isolierung |
| Tackerart | Hammertacker |
| Kosten | 10 bis 40 € |
| Leistung | niedrig bis mittel |
| Anwendung | Herstellung von Möbelbezügen |
| Tackerart | Kosten | Leistung | Anwendung |
|---|---|---|---|
Handtacker | 5 bis 30 € | niedrig bis mittel | Basteln, Heften von Papier, Polsterungen |
Elektrotacker | 30 bis 100 € | mittel | Möbelmontage, dicke Pappe oder Kunststoff |
Drucklufttacker | 80 bis 200 € | sehr hoch | Bau, Dacharbeit, Möbelbau, Isolierung |
Hammertacker | 10 bis 40 € | niedrig bis mittel | Herstellung von Möbelbezügen |
Welche Tackerklammern gibt es?

Tackerklammern gibt es in unterschiedlichen Stärken, Längen und Breiten. Achte beim Kauf der Klammern für deinen Tacker immer darauf, dass sie auch in das entsprechende Gerät passen, denn oft kann nur eine Größe verwendet werden.
Zusätzlich unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Anwendungsgebieten: Feindrahtklammern sind besonders für Dekorations- und Polsterarbeiten und zum Tackern von Blättern sowie Dokumenten geeignet. Sie sind nahezu unsichtbar und kommen auch im Büro zum Einsatz: Nutzer im Büro verwenden sie vor allem, um Blätter, Dokumente, Papierstapel und Unterlagen zu tackern und zu heften.
Dank ihrer flachen Form halten die Klammern sowohl Dokumente als auch Isolierungen an ihrem Platz und eignen sich daher generell auch für Ausbauarbeiten. Für Holz und Innenausbauarbeiten verwendest du am besten Schmalrückenklammern oder Nägel. Edelstahlkammern garantieren eine lange Lebensdauer der Verbindung und kommen daher vor allem im Außenbereich zum Einsatz.
Tackerklammern mit einem Klammernheber lösen

Natürlich lassen sich die festsitzenden Klammern auch mit einem Schraubendreher, einer Zange oder einem Messer entfernen. Doch dabei kann das Material schnell beschädigt werden, die Verletzungsgefahr ist nicht unerheblich. Verwende stattdessen einen Klammernheber: Ein sicherer Griff und die Klammer ist wieder draußen.
Hinweis: Bei der Verwendung sowie auch der Entsorgung von Tackerklammern gibt es umweltfreundliche Alternativen. Viele Tackerklammern bestehen aus recycelbarem Metall. Diese sollten in Metallrecycling-Behälter gegeben werden, anstatt im normalen Hausmüll entsorgt zu werden. Es gibt auch Klammern aus abbaubaren Materialien oder pflanzlichen Kunststoffen. Diese können ohne schädliche Stoffe freizusetzen in der Natur abgebaut werden.
Richtig tackern


Alle Tacker haben an der Unterseite, am sogenannten Tackerfuß, eine Markierung. Mit ihrer Hilfe lässt sich die Klammer exakt und punktgenau positionieren.
Vor allem Handtacker, die mit Federspannung arbeiten und oft für Blätter und Dokumente verwendet werden, haben einen gewissen Rückstoß. Drücke das Gerät mit beiden Händen auf die Unterlage und löse den Schussmechanismus aus. So verrutscht nichts und die Klammer sitzt fest am richtigen Fleck.
Bei Elektro- und Drucklufttackern kannst du die Schlagkraft manuell einstellen. Teste diese Einstellung zuvor auf einer Materialprobe, um Schäden zu vermeiden. Beim Tackern von Stoff und Folie sollte die Klammer nicht auf ganzer Länge in das zu befestigende Material eindringen, der Stoff oder die Folie kann sonst reißen. Ein Einklappen des Stoffes auf etwa 1 cm verhindert ein Einreißen des Materials und sorgt für sicheren Halt (Säumen).
Trage bei Arbeiten mit dem Tacker, vor allem beim Umgang mit Elektro- oder Druckluftgeräten, eine Schutzbrille. Die mit hoher Geschwindigkeit verschossene Klammer kann von zu harten Materialien oder Untergründen abprallen und unkontrolliert umherfliegen.
Schutzmatten bieten zusätzliche Sicherheit vor abprallenden Klammern. Die Schutzmatte sollte dabei unter der zu bearbeitenden Oberfläche liegen, um optimalen Schutz zu gewährleisten. Auch der Arbeitswinkel ist entscheidend, um die Gefahr vor Abprallung zu minimieren. Der Tacker sollte so gehalten werden, dass die Klammern parallel zum Körper abgefeuert werden.
Sichere deinen Tacker bei Nichtgebrauch immer mit der Sicherungsklammer. Trenne Elektrotacker vom Strom, solange du sie nicht verwendest, und bewahre Tacker außerhalb der Reichweite von Kindern auf.
Wenn es schnell gehen muss, ist der Tacker das ideale Werkzeug zur Befestigung. Netze, Drahtgitter, Stoffe und Folien lassen sich so leichter anbringen als mit Nägeln, Schrauben oder Klebstoff.
Tipp: Wenn eine Klammer schief eingeschlagen ist, kannst du versuchen, diese vorsichtig mit einer Zange oder einem Schraubenzieher anzuheben und herauszuziehen. Hierbei ist besondere Vorsicht geboten, da ein zu starkes Ziehen bei empfindlichen Stoffen zu Beschädigungen führen kann.
Hinweis: Beim Tackern empfindlicher Materialien wie Seide oder dünnen Folien gibt es einiges zu beachten. In diesem Fall sollte ein Tacker mit einstellbarem Druck und kleinere Heftklammern verwendet werden. Getackert wird dabei nur mit geringem Druck, um das dünne Material nicht zu reißen. Außerdem sollte mit einer Unterlage gearbeitet werden, um Schäden zu vermeiden.
Für Anfänger, die den Umgang mit einem Tacker üben möchten, gibt es verschiedene Übungsaufgaben:
Üben auf Holzstücken: Um ein Gefühl für die Schlagkraft des Tackers zu bekommen, lässt es sich auf einem kleinen Holzbrett besonders gut üben.
Verschiedenen Winkel testen: Bei dieser Übung werden die Klammern nicht nur gerade, sondern auch in schrägem Winkel getackert. So kommt das Gefühl für den richtigen Winkel und die Handhabung des Tackers von selbst auf.
Papier heften: Mit einem Stapel Papierblätter kannst du üben, wie viel Druck der Tacker benötigt, um diese zu heften, ohne das Material zu zerreißen.
Ergonomie beim Tackern
Um Handermüdung und Verletzungen bei längeren Projekten mit dem Tacker zu vermeiden, ist es wichtig, ergonomische Maßnahmen zu befolgen. Hier sind einige Tipps für ein ergonomisches Tackern:
Handtacker mit Softgrip: Handtacker mit weichen Griffen bieten guten Halt und verringern den Druck auf die Handgelenke.
Ergonomische Form: Achte auf eine Form, die gut in der Hand liegt und eine natürliche Position deiner Hand fördert.
Elektronische Tacker: Für größere und besonders lange Projekte lohnt sich die Arbeit mit einem Elektrotacker. Dieser bietet die Möglichkeit, die körperliche Anstrengung zu reduzieren.
Richtige Handhaltung: Der Tacker sollte so gehalten werden, dass das Handgelenk gerade bleibt und nicht überdehnt wird.
Pausen einlegen: Bei längeren Tacker-Arbeiten sind Pausen besonders wichtig, um die Handgelenke und Arme zu entspannen. Durch kleine Dehnübungen wird eine Überlastung vermieden.
DIY-Projekte mit dem Tacker
Es gibt eine Vielzahl an möglichen DIY-Projekte, die kreativ und individuell mit einem Tacker umgesetzt werden können:
Pinnwand erstellen: Stoff auf eine Korkplatte, eine Holzplatte oder eine andere Unterkonstruktion spannen.
Leinwand bespannen: Stoff auf einen Holzrahmen spannen.
Stoffbezüge für Möbel: Stühle oder Sofas beziehen.
Wände dekorieren: Stoffe oder gemustertes Papier an Wänden oder Holzrahmen anbringen.
Lichterketten aufhängen: Bänder an einer Wand oder Decke fixieren.
Tischdecken: Stoffe in verschiedenen Mustern und Farben zusammenheften.
Pflege und Wartung des Tackers
Eine regelmäßige Wartung und die richtige Pflege eines Tackers sind entscheidend, um die Lebensdauer zu verlängern und die Leistung zu optimieren:
Entferne Staub und Schmutz mit einem weichen Tuch oder einen Pinsel.
Vermeide aggressive Reinigungsmittel oder Lösungsmittel, welche die Funktionalität der einzelnen Teile beeinträchtigen können.
Das Schmieren der beweglichen Teile mit einem passenden Schmieröl gewährleistet eine reibungslose Funktion und beugt Verschleiß vor.
Untersuche den Tacker regelmäßig und prüfe, ob es lose oder lockere Schrauben gibt. Insbesondere der Griff, der Kopf und das Magazin sind hierfür anfällig.
Ziehe gelockerte und lose Schrauben mit einem Schraubenzieher fest.
Führe regelmäßige Tests durch, um die Funktion des Tackers zu prüfen. Weist der Tacker Probleme auf, könnte dies auf einen Verschleiß oder eine fehlende Reinigung hinweisen.








