
Wasserleitungen verlegen
Wasserleitungen im eigenen Haus kannst du selbst verlegen. Was du dabei beachten solltest und welche Materialien sich gut eignen, erfährst du im OBI Ratgeber.
Wasserleitungen selbst verlegen – Ist das erlaubt?
Bei Sanierungen von Küche und Bad müssen oft auch die Wasserleitungen erneuert werden. Häufig taucht dabei die Frage auf: Darf ich Wasserleitungen selbst verlegen? Im Prinzip ja, du solltest dabei aber einige Punkte beachten.
Allgemein gilt: Der Wasserhauptanschluss und alle Wasserleitungen, die direkt mit dem Wasserzähler verbunden sind, müssen von einem Sanitärinstallateur verlegt werden. Wasseranschlüsse und Leitungen, die nicht mit dem Zähler verbunden sind, sowie Armaturen kann der Hausbesitzer selbst verlegen.
Bedenke für die Installation nur geeignete Leitungen zu verlegen. Trinkwasserleitungen beispielsweise unterliegen strengen Hygienevorschriften. Es dürfen nur Trinkwasserleitungen verwendet werden, die vom Deutschen Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) zugelassen wurden.
Ebenso solltest du darauf achten, Leitungen mit lösbaren Verbindungen nur Aufputz zu verlegen. Unlösbar verbundene Wasserleitungen hingegen kannst du auch unter dem Putz verlegen.
Wichtig ist es, sorgfältig zu arbeiten. Mach dir vorab einen Plan, wo die neuen Rohre verlaufen sollen.
Hinweis: Wasserschäden aufgrund fehlerhafter Installationen können die Versicherungsleistungen reduzieren. Prüfe daher alle Eigenarbeiten an den Wasserleitungen sorgfältig vor dem Gebrauch.
Wasserleitungen selbst verlegen - So geht das
Zuerst machst du dir einen Verlegeplan. Überlege dir, welche Wasserleitungen du erneuern möchtest und wo die neuen Leitungen verlaufen sollen. Die Rohre solltest du möglichst senkrecht und auf kurzem Weg verlegen.
Liegen Wasserrohre waagerecht, verlege Warmwasserleitungen über Kaltwasserleitungen. Dadurch vermeidest du ein Erwärmen der Kaltwasserleitungen durch aufsteigende Hitze. Berücksichtige bei der Planung der Sanitärinstallation auch Elemente wie Druckminderer, Absperrventile, Rückflussventile, Warmwasserbereiter und andere.
Mach dir eine Zeichnung, in der du den Verlauf der Rohre einträgst. So bekommst du einen Überblick, wie viel Material du für dein Projekt benötigst. Außerdem hilft dir ein Verlegeplan auch später noch, die Position und den Verlauf der Leitungen im Blick zu behalten.
Anschließend kaufe die passenden Materialien sowie das richtige Werkzeug. Besorge genügend Rohre und plane einen Verschnitt von etwa 10 - 15 % mit ein. Denk auch an isolierte Rohrschellen für die Befestigung sowie Isolierungsmaterial zur Dämmung der Rohre.
Jetzt beginnst du mit dem Verlegen der Rohre. Dafür schneidest du zuerst die Rohre mithilfe eines Rohrabschneiders zurecht und legst sie an die vorgesehene Stelle. Verbinde die Leitungen anschließend und befestige sie mit Rohrschellen. Wasserleitungen aus Metall solltest du erden. Denk daran, der Wasseranschluss an den Zähler nur von einem Fachbetrieb vorgenommen werden darf.
Wichtig ist es, alle Rohre zu isolieren. Isolierte Warmwasserleitungen reduzieren die Wärmeabgabe und senken somit den Energieverbrauch. Isolierte Kaltwasserleitungen verhindern ein Aufwärmen des Wassers und somit die Gefahr der Bildung von Keimen. Außerdem wird die Bildung von Kondensat an kalten Wasserleitungen verhindert.
Zum Schluss solltest du deine Sanitärinstallation ausgiebig testen. Prüfe, ob die Verbindung fest sind und alles dicht ist. Du kannst auch – eventuell von einem Sanitärfachbetrieb – eine Dichtigkeitsprüfung durchführen lassen. Dabei wird je nach Verfahren Wasser oder Luft mit Druck in die Leitungen gepresst und kontrolliert, ob sich der Druck verändert. So lassen sich Lecks und kleine Undichtigkeiten schnell aufspüren.
Welches Material eignet sich für Wasserleitungen?

Edelstahl und Kupfer sowie hochwertige Kunststoffe wie Polyethylen (PE), Polvinylchlorid (PVC) sowie Polypropylen (PP) sind übliche Materialien für Wasserleitungen. Bei der Wahl geeigneter Wasserrohre spielen Aspekte wie Temperatur, pH-Wert, Hygiene und Korrosionen eine wichtige Rolle.
Für Trinkwasserleitungen kannst du auf Materialien wie Kunststoff, Stahl oder Kupfer setzen. Diese müssen allerdings die Zulassung für Trinkwasser gemäß DVGW besitzen.
Kunststoffrohre sind günstig, flexibel und einfach zu verlegen. Polyethylen eignet sich allgemein für Kaltwasserleitungen, da es Temperaturen nur bis 40 Grad Celsius standhält. Dennoch ist PE robust, es verfügt über gute Fließeigenschaften und reduziert die Bildung von Mikroorganismen.
Kupferrohre sind robust, langlebig und eignen sich auch für hohe Temperaturen von 90 Grad oder mehr. Allerdings sollten reine Kupferrohre nicht bei einem pH-Wert unter 7,3 zum Einsatz kommen, da saures Wasser Kupfer aus der Leitung lösen könnte.
Edelstahlrohre sind ebenso sehr hochwertig, allerdings wie Kupferrohre etwas teurer. Sie eignen sich ideal für alle Bereiche, die hohen Hygieneanforderungen entsprechen, wie zum Beispiel Krankenhäuser.
Für Abwasserrohre werden häufig PVC-Kunststoffrohre verwendet. Alternativ bietet sich die Verwendung von Polypropylen. PP ist sowohl für Kaltwasserleitungen als auch für Warmwasserleitungen bis Temperaturen von 70 Grad geeignet. Diese Kunststoffrohre halten auch Frost problemlos stand und sind einfach zu verlegen. Für sehr hohe Temperaturen bis 90 Grad kannst du spezielle HT-Rohre (Hochtemperatur-Rohre) verwenden.
Für die Abwasserentsorgung im Erdreich hin zur öffentlichen Kanalisation eignen sich weiterhin sogenannte Kanalgrundrohre (KG-Rohre), die du an ihrer organge-braunen Farbe erkennst. Da KG-Rohre allgemein nicht temperaturbeständig sind, sind diese Kunststoffleitungen nicht für die Verlegung im Hausinnenbereich vorgesehen.
Für alle Wasserleitungen finden sich unterschiedliche Durchmesser. Diese sind mit der sogenannten Nennweite (DN) gekennzeichnet. Für übliche Hausinstallationen in Bad, WC oder Küche eignen sich Rohr-Durchmesser für Kaltwasserrohre der Größe DN 16, für Warmwasserrohre der Größe DN 13. Die Größe der Steigleitungen ins obere Geschoss sollte ungefähr DN 20 oder DN 16 betragen. Bedenke, dass diese Werte nur eine grobe Richtlinie darstellen und je nach Wasservolumen und Leitungslänge variieren können.
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Leitungen zuverlässig verbinden
Nachdem du die Rohre mithilfe eines Rohrabschneiders auf das richtige Maß gebracht hast, kannst du die einzelnen Elemente miteinander verbinden. Dazu stehen dir unterschiedliche Methoden zur Auswahl:
Standardmäßig werden Rohre aus Kupfer, Edelstahl oder Verbundmaterial mithilfe eines übergestülpten Pressfittings gepresst. Dabei entsteht eine enorm haltbare, unlösbare Verbindung. Zum Pressen verwende eine spezielle Presszange, die je nach Ausführung manuell oder akkubetrieben bedient wird.
Eine Alternative für Kupferleitungen bietet das Löten. Dieses Verfahren erfordert ein gewisses Maß an Erfahrung, um sichere, dichte und unlösbare Verbindungen zu schaffen.
Früher wurden Rohrverbindungen häufig auch geschraubt. Das Schraubgewinde wurde zusätzlich mit Hanf abgedichtet. Heute kommen häufiger Klemmverschraubungen zum Einsatz. Bei der Klemmverschraubung wird das Rohr mithilfe einer Überwurfmutter auf einem Klemmring fixiert.
Kunststoffleitungen aus PVC oder PP werden üblicherweise geschweißt oder geklebt. Beim Schweißen erhitzt du die eine Seite und verklebst das Rohr mit dem Gegenstück. Beim Kleben kommt statt Hitze ein geeigneter Klebstoff zum Einsatz. Dieser Klebstoff erweicht das Material und führt beim Erhärten zu einer nicht trennbaren Verbindung.
Tipp: Selten genutzte Werkzeuge und Maschinen brauchst du nicht unbedingt zu kaufen. Nutze den OBI Mietgeräteservice und miete benötigte Geräte.

Aufputz, Unterputz oder Vorwandinstallation?
Für die Montage von Rohrleitungen bieten sich dir unterschiedliche Methoden.
Bei der Unterputzmontage kannst du die Leitungen unter dem Putz verlegen. Dazu stemmst du Mauerschlitze in die Wand, in die die Leitungen gelegt werden. Das gelingt dir am besten mithilfe eines Abbruchhammers oder einer Mauernutfräse.
Hinweis: Die Unterputzmontage darf nur bei Leitungen erfolgen, die unlösbar miteinander verbunden sind. Dazu zählen die Pressverbindung und die Lötverbindung.
Bei der Aufputzmontage werden die Leitungen auf dem Putz mithilfe von Rohrschellen befestigt. Dieses Verfahren bietet dir den Vorteil, dass du keine Wände aufschlagen musst. Da die Leitungen aber sichtbar bleiben, solltest du möglichst akkurat arbeiten.
Eine elegante Alternative bietet sich dir mit der Vorwandinstallation. Diese Methode eignet sich insbesondere im Zuge einer Badsanierung und stellt eine saubere und praktische Lösung für die Sanitärinstallation dar. An einem speziellen Vorwandelement befestigst du Waschbecken und WC. Die dazugehörigen Wasser- und Abwasserleitungen, Thermostate oder Spüleinrichtungen liegen verborgen in der Vorwand. Abschließend kannst du die Vorwandinstallation mit Wandfliesen verkleiden – so schaffst du zugleich ein raumbildendes Element mit Ablagefläche.
Verlegen von Trinkwasserleitungen – Das solltest du beachten

Um die Gesundheit deiner Familie vor verunreinigtem Trinkwasser zu schützen, solltest du einige Punkte bei der Installation von Trinkwasserleitungen beachten. Wichtig ist, dass das Wasser durch keine Komponenten der Sanitärinstallation beeinträchtigt wird. Verwende daher ausschließlich geeignete Materialien für die Installation.
Du solltest dein Projekt umfassend planen und mit Sorgfalt durchführen. Eine regelmäßige Wartung und Instandhaltung der Trinkwasseranlage hilft dir dabei, die Qualität und Sicherheit der Trinkwasserleitung sicherzustellen. Dabei werden Verunreinigungen und Ablagerungen frühzeitig erkannt und Mängel schnellstmöglich behoben.
Wichtig ist es weiterhin, dass die Leitungen einen stetigen Wasserdurchlauf ermöglichen. Langes Stehen kann die Bildung von Bakterien und Keimen im Trinkwasser begünstigen. Achte auf möglichst kurze Leitungswege und eine geeignete Dimensionierung der Wasserrohre. So ist ein regelmäßiger Wasserwechsel gewährleistet.








