
Wasserleitungen: Wissenswertes zu Anschluss und Material
Der Zustand der Wasserleitungen ist ausschlaggebend für eine funktionierende und gesunde Wasserversorgung im Haushalt. Welche Materialien sich eignen, was es bei Trinkwasserleitungen zu beachten gilt und wie sie installiert werden, erfährst du in unserem Ratgeber.
Wasserleitungen: Was muss ich wissen?
Wenn wir duschen, baden, kochen oder etwas trinken möchten, drehen wir einfach den Wasserhahn auf – schon sprudelt klares, sauberes Wasser aus der Leitung. Damit dies gewährleistet ist, gibt es bei der Neuinstallation von Wasserleitungen gewisse Vorschriften zu beachten. Dazu zählen die Trinkwasserverordnung, die Energiesparverordnung und diverse DIN-Richtlinien.
Bis zum Hauptabsperrventil ist das Versorgungsunternehmen für die Wasserversorgung und die Wasserleitungen verantwortlich – ab dem Hauptabsperrventil beginnt dann aber die Zuständigkeit des Hausbesitzers, passende Rohrleitungen zu installieren bzw. installieren zu lassen. Beachte dabei, dass die Wasserleitungen stets aus sicheren Materialien bestehen müssen. Kupfer und Kunststoff sind hier besonders gängige Werkstoffe.
Geeignete Materialien für Wasserleitungen
Im Folgenden geben wir einen Überblick über die verschiedenen Materialien für Wasserzuleitungen und Wasserableitungen, denn tatsächlich sind nicht alle Materialien auch für alle Anwendungen geeignet. Besonders bei Trinkwasserleitungen gibt es spezielle Vorschriften, die es zu beachten gilt.
Wasserzuleitungen
Zuleitungsrohre von Kalt- bzw. Trinkwasserleitungen müssen die Aufrechterhaltung des Wasserdrucks sicherstellen. Sie haben deshalb einen kleineren Durchmesser als Ableitungsrohre. Während früher vor allem Bleirohre zum Einsatz kamen, werden heute Zuleitungen aus Kunststoff, Stahl oder Kupfer verwendet. Beim Installationsmaterial gilt es, Zweck und Wasserbeschaffenheit zu berücksichtigen. Generell ist Kunststoff gut für Wasserleitungen geeignet, da dieses Material langlebig und unempfindlich gegen Kalkablagerungen ist. Zudem ist es leicht zu verarbeiten und gesundheitlich unbedenklich.

Trinkwasserleitungen
Unbedenkliche Leitungsmaterialien für Trinkwasser sind insbesondere korrosionsbeständiger Stahl, innenverzinntes Kupfer oder Kunststoff. Reine Kupferrohre dürfen dagegen nicht bei Trinkwasser mit einem pH-Wert unter 7,0 verwendet werden, weil sich bei saurem Wasser zu viel Kupfer aus der Leitung herauslöst. Die Wasserleitungen und alle anderen Bauteile mit Kontakt zum Trinkwasser (etwa Armaturen) müssen grundsätzlich die Zulassung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW) besitzen.

Wasserableitungen
Abflussrohre im Haus sind in der Regel aus Kunststoff. Weil das Abwasser aus Spül- oder Waschmaschine sehr heiß sein kann, müssen dafür Hochtemperatur-Rohre (HT-Rohre) verwendet werden. In der Regel kommen PP-Rohre (Polypropylen) oder PVC-Rohre zum Einsatz. Diese sind an ihrer grauen Farbe zu erkennen. Als Grundleitungen, unter der Kellersohle im Erdreich, dienen sogenannte KG-Rohre (Kunststoff-Grundleitung). Sie werden auch als PVC-Kanalrohre bezeichnet und sind meist orange-braun gefärbt. Dazu gibt es Abzweiger, Bögen in verschiedenen Winkeln, Ab- und Überläufe, Siphons (Geruchsverschlüsse), Dichtungen sowie Reduktionsstücke zur Verbindung von Rohren mit unterschiedlichem Durchmesser.

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Installation und Dämmung von Wasserzuleitungen

Moderne Wasserleitungen werden in der Regel auf den Wänden verlegt und dort zum Beispiel mit Schellen befestigt (Vorwandinstallation). Die zugeschnittenen Kunststoffrohre werden einfach mittels spezieller Fittings verschraubt und verschwinden später hinter einer Verkleidung, z. B. aus Gipskartonplatten. Dies hat den Vorteil, dass keine Wände aufgestemmt werden müssen. Wichtig bei der Installation der Rohrleitungen ist aber, dass Kaltwasserleitungen immer unter den Leitungen für Warmwasser verlaufen, damit sie nicht durch aufsteigende Luft erwärmt werden.
Warm- und Kaltwasserleitungen müssen zudem gedämmt werden. Ziel ist dabei zum einen die Unbedenklichkeit des Trinkwassers und zum anderen die Vermeidung von Energieverlusten: Kaltwasser soll kalt bleiben, Warmwasser warm. Zur Dämmung von Wasserrohren dienen vorgeformte Dämmschalen aus geschäumtem Kunststoff, wobei die Dämmschichtdicke mindestens 4 mm, bei Rohren neben Warmwasserleitungen 13 mm beträgt.
Für Leitungen mit Verbindung zum Trinkwassersystem gilt auch bei privaten Entnahmestellen in und außerhalb des Hauses die Trinkwasserverordnung. So sollte zum Beispiel verhindert werden, dass das Wasser für längere Zeit in der Leitung steht (Stagnation), denn stehendes Wasser, das sich erwärmt, bietet schädlichen Mikroorganismen ein ideales Milieu. Aus diesem Grund sollte in Kaltwasserleitungen die Wassertemperatur auch nicht über 25 °C und in Warmwasserleitungen nicht unter 55 °C liegen, da sich sonst Keime bilden können.
Tipp: Kam es für längere Zeit zu einer Stagnation des Wassers in den Wasserleitungen, solltest du das Wasser für 3-5 Minuten bei etwa 60 °C laufen lassen. So stellst du sicher, dass schädliche Mikroorganismen, die sich evtl. gebildet haben, aus den Leitungen ausgespült werden.
Installation von Wasserableitungen

Ableitungen sorgen dafür, dass gebrauchtes Wasser schnell und unkompliziert in das Abwassersystem gelangt. Ist ein Abfluss nicht ausreichend dimensioniert, kann dieser aber leicht verstopft. Deshalb müssen gemäß DIN 1986 Ableitungsrohre je nach Sanitärobjekt einen bestimmten Mindestdurchmesser (Nennweite DN) aufweisen. Für ein Waschbecken sind das beispielsweise 40 mm, bei Badewanne, Dusche, Spüle, Geschirrspüler sowie einer Waschmaschine bis 6 kg Beladung mindestens 50 mm und bei einem WC mit 9-Liter-Spülung mindestens 100 mm. Die Mindestnennweite von Fallleitungen hängt von verschiedenen Faktoren ab: Belüftungsart, Spülwasservolumen, Abzweigen und Anzahl an Anschlussleitungen, die im Fallrohr münden – frage hier am besten einen Fachmann.
Dank ihres geringen Gewichts und der leichten Montage per Steckmuffen sind Abwasserleitungen aus Kunststoff im Vergleich zu Trinkwasserleitungen aus Kupfer einfacher zu verlegen. Sie werden in Rohrschächten in der Wand oder als Vorwandinstallation eingebaut. Beim Einbau in tragenden Wänden ist eine statische Prüfung erforderlich.
Alle Abflussrohre führen zum Fallrohr: Um das Wasser im Fluss zu halten und Ablagerungen zu vermeiden, müssen die Rohre ein Gefälle besitzen. In Wohnräumen werden 1 bis 2 cm Höhenunterschied pro Meter Rohr (1 bis 2 %) empfohlen. Bei der Verbindung von Rohren muss das verdickte Muffenende immer in die Richtung zeigen, aus der das Wasser kommt. Abflussrohre außerhalb des Hauses müssen zudem frostsicher verlegt werden (in Deutschland ist das bei einer Tiefe von mindestens 80 cm gegeben).









