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Jemand verdrahtet Stromkabel in einer Wandanschlussdose

Ob Sanierung oder Neubau, nahezu jedes Gebäude benötigt Leitungen und Anschlüsse für den elektrischen Strom. Wie du Stromkabel verlegen kannst und wer dabei behilflich sein sollte, erfährst du in diesem Ratgeber.

Warum neue Stromkabel verlegen?

Es gibt mehrere Gründe, warum es notwendig sein kann, dass neue Stromleitungen verlegt werden müssen. Bei einem Neubau ist der Fall klar. Ansonsten könntest du dir zum Beispiel mehr Steckdosen in einem Zimmer wünschen. Du musst vielleicht alte Leitungen sanieren, um die Sicherheit zu erhöhen, oder ein größeres Gerät braucht einen separaten Stromanschluss.

So oder so, Arbeiten an der Elektroinstallation sollten nur von ausgebildetem Personal durchgeführt werden. Leitungsquerschnitt, Absicherung und Verlegeart legt der Elektrofachbetrieb nach Last, Leitungslänge, Spannungsfall und Normvorgaben fest (z. B. OVE E 8101-5-52; Strombelastbarkeit u. a. nach ÖVE/ÖNORM E 8200-603).

Lass deine Elektroinstallation prüfen

Sicherungskasten

Moderne Elektroleitungen halten bei korrekter Verlegung und Nutzung viele Jahrzehnte. Allerdings sind gerade ältere Gebäude häufig noch mit unzureichenden Leitungen, alten Schaltern und Steckdosen sowie schlechten Sicherungen ausgestattet. Außerdem weisen viele Wohnräume zu wenige Steckdosen auf und das Überlasten von Stromkreisen mit Mehrfachsteckdosen kann zu gefährlichen Schäden in der gesamten Elektroinstallation führen.

Wenn du also ein neues Haus kaufst oder eine Eigentumswohnung beziehst, dann lass die Installation gründlich von einem Fachbetrieb prüfen, damit du abschätzen kannst, in welchem Zustand die Anlage ist. Eine defekte oder unzureichende Elektroinstallation kann unter anderem zu störenden Sicherungsausfällen, schweren Bränden oder gefährlichen Unfällen führen.

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Rechtlicher Hinweis:


Arbeiten an elektrischen Anlagen (Installation, Erweiterung, Änderung, Instandhaltung) dürfen ausschließlich von befugten bzw. konzessionierten Elektrotechnik-Betrieben oder Elektrofachkräften ausgeführt werden (GewO 1994 § 94 Z 16, ETG 1992 § 12, ETV 2020 Anhang II, OVE E 8101). Nicht-gewerbliche Eigenarbeiten ohne entsprechende Fachkunde bzw. ohne fachkundige Aufsicht sind unzulässig. Vor der Erstinbetriebnahme sind Prüfungen und eine lückenlose Dokumentation nach den anerkannten Regeln der Technik (OVE E 8101) erforderlich. Eigenmächtige Arbeiten gefährden Sicherheit und Versicherungsschutz und können rechtliche Folgen haben.

Plane die Elektroinstallation

Viele Arbeiten im Haus und Garten kannst du selbst übernehmen. Wenn es aber um Stromleitungen und Elektroinstallationen geht, wende dich an einen Fachbetrieb.

Plane die neue Elektroinstallation gemeinsam mit dem Fachbetrieb. Berücksichtige dabei die minimale und die für dich komfortable Installation. Frage dich, welche Anschlüsse du in welchem Wohnraum oder Wohnbereich langfristig benötigst.

Plane je nach Raum unter anderem:

  • Steckdosen und Schalter
  • Lampenanschlüsse und deren Schaltung
  • Separate Anschlüsse für bestimmte Geräte (Therme, Herd, Waschmaschine etc.)
  • Leitungen für die Temperatur- und Heizungssteuerung
  • Rollladenanschluss und -steuerung
  • Telefon und Internetanschluss
  • Anschlüsse für Alarm- und Rauchmelder
  • RCD (FI) ≤ 30 mA verpflichtend*
  • Kindersicherungen

Tipp: Lass gegebenenfalls zusätzliche Leerrohre oder größere Kabelkanäle verlegen, damit nachträgliche Installationen schneller und einfacher durchgeführt werden können.

Nach Absprache mit dem zuständigen Fachbetrieb, der abschließend alles überprüft, kannst du bestimmte Aufgaben beim Verlegen von Elektroleitungen selbst übernehmen, um Kosten zu sparen. So könntest du zum Beispiel die Abzweig- und Gerätedosen setzen, verlegte Leitungen verspachteln oder Kabelkanäle verlegen.

Hinweis: Schlitzen und Stemmen nur nach vorheriger statischer Beurteilung: In tragenden Bauteilen gelten Einschränkungen. Lass die Ausführung immer durch einen befugten Elektrofachbetrieb in Abstimmung mit der Statik planen und durchführen. So bleiben Tragwerk, Brandschutz und Leitungsführung vereinbar mit den OVE-Vorgaben.

*In Wohngebäuden müssen Steckdosenstromkreise bis 32 A sowie Räume besonderer Art (z. B. Bad) mit Fehlerstromschutzschaltern ≤ 30 mA ausgeführt werden – Details regelt die OVE E 8101. Damit erreichst du einen zeitgemäßen Personenschutz und erfüllst die österreichischen Sicherheitsanforderungen.

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Vorschriften zum Verlegen von Stromleitungen

Jemand schließt eine Steckdose an

Beim Verlegen von Stromleitungen sind die anerkannten Regeln der Technik einzuhalten. Leitungen unterschiedlicher Spannungsbereiche werden nur unter definierten Bedingungen gemeinsam geführt (z. B. getrennter Kanal/Trennsteg oder geeignete Abschirmung) – maßgeblich OVE E 8101-5-52; für Informations-/Netzwerkverkabelung zusätzlich OVE EN 50174-2 (EMV-Schutz).

In Wänden erfolgt die Leitungsführung ausschließlich senkrecht oder waagerecht innerhalb der Installationszonen; waagerechte Zonen: 15–45 cm über fertigem Fußboden sowie 15–45 cm unter der Decke, vertikale Zonen: 10–30 cm neben Tür-/Fensteröffnungen bzw. Raumecken (in AT praxisüblich nach DIN 18015-3). Diagonale Leitungsführung ist in Wänden unzulässig; in Decken werden Leitungen auf kürzestem Weg geführt.

In Bädern gelten die Schutzbereiche 0/1/2 nach OVE E 8101-7-701 mit entsprechend zulässigen Betriebsmitteln und Schutzarten – die konkrete Ausführung ist mit dem befugten Elektrofachbetrieb abzustimmen.

Alternativen: Powerline und Smart Home

Eine Frau betätigt ein Heizungsthermostat an der Wand

Mit einem drahtlosen Thermostat steuerst du deine Heizungen auch aus der Ferne.

Stromleitungen übertragen unter Umständen nicht nur Strom. Mit sogenannten Powerline-Adaptern schickst du auch Daten über die Kabel. Dafür steckst du einen passenden Adapter in die Steckdose. Anschließend verbindest du deinen Computer oder Fernseher mit einem Netzwerkkabel mit dem Adapter. Dadurch brauchst du keine langen Netzwerkkabel durch die Wände zu ziehen. Powerline funktioniert am zuverlässigsten, wenn Sender und Empfänger auf derselben Phase liegen. Bei Mehrphasen-Anlagen kann ein Phasenkoppler in der Verteilung nötig sein – Einbau ausschließlich durch einen befugten Elektriker. Für stabile Datenverbindungen sind LAN-Strecken (z. B. durch Leerrohre) oft die nachhaltigste Lösung.

Eine einfache Methode, um aus deinem Haus ein Smarthome zu machen, sind beispielsweise drahtlose Thermostate für deine Heizkörper. Dafür schraubst du auf jeden ein entsprechendes Steuergerät. Diese verbindest du mit der drahtlosen Steuerung des zentralen Thermostats. Dadurch heizt du die Räume intelligenter auf und sparst Heizkosten.

Eine drahtlose Vernetzung ist auch für Rauch- und andere Gefahrenmelder möglich. Diese laufen dann im Batteriebetrieb und brauchen keinen zusätzlichen Stromanschluss. Wird ein Melder ausgelöst, gibt er das Signal an alle anderen Melder im Haus weiter. Diese Variante eignet sich, wenn du bei einer Sanierung nicht sämtliche Stromleitungen austauschen möchtest.

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