Mann verlegt Dämmplatten auf Boden

Geschossdecke dämmen – Schritt für Schritt

Eine der effizientesten Dämmmaßnahmen in Wohngebäuden ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Wie das genau geht, erklärt diese Anleitung Schritt für Schritt.

Wie lässt sich eine Geschossdecke richtig dämmen?

Sowohl im Neubau (wenn das Dachgeschoss nicht ausgebaut werden soll), als auch im Altbau können auf diese Art und Weise hohe Dämmwerte erzielt werden – und das bei einfacher Handhabung und schneller Verlegung. Eine fachgerechte Dämmung und Abdichtung im Dachgeschoss erhöht die Behaglichkeit, senkt die Heizkosten und vermeidet Bauschäden. Wird das Dachgeschoss nicht als beheizter Raum genutzt, ist es effektiver, anstelle der Dachschrägen die oberste Geschossdecke zu dämmen. Unterschieden werden je nach Bedarf drei unterschiedliche Vorgehensweisen: Auf-, Zwischen- und Unterdeckendämmung. Verbreitet ist vor allem die Aufdeckendämmung. Diese Art der Dämmung ist kostengünstig und kann mit etwas handwerklichem Geschick selbst durchgeführt werden.

Info: Die Energiesparverordnung EnEV 2014 besagt, dass die oberste Geschossdecke zwischen den beheizten Räumen und dem unbeheizten Dachboden so gedämmt werden muss, dass der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) der Geschossdecke 0,24 Watt/(m²*K) nicht überschreitet. Wenn das Dach den Mindestwärmeschutz nach DIN 4108-2 (aktuelle Ausgabe: 2013-02) erfüllt oder wenn das Dach an sich gedämmt ist, muss nicht selber nachgerüstet werden.

Geschossdecke dämmen

5 Schritte

1
Wahl der richtigen Dämmung
Mann mit Dämmstoffen
Auf einen Blick
  • Richtige Dämmung wählen
So wird es gemacht

Bevor es losgeht, müssen Sie sich entscheiden, mit welchem Material Sie die Dämmung der obersten Geschossdecke durchführen wollen. Wenn der Dachboden in Zukunft nicht mehr begangen werden soll, genügt eine offene Dämmung der Geschossdecke. Dazu werden die Dämmmatten oder Platten offen und ohne Abdeckung verlegt. Da die Dämmung keinerlei Druck standhalten muss, können bei der offenen Geschossdeckendämmung auch weiche Materialien wie Styropor, Steinwolle, Glaswolle oder Holzfaser zum Einsatz kommen. Wollen Sie den Dachboden jedoch als unbeheizten Stauraum nutzen und begehen, müssen Dämmplatten aus druckfestem Material verwendet werden. In diesem Fall eignen sich Dämmelemente aus Styrodur oder Polyurethan am besten. Aufgrund der hervorragenden Isoliereigenschaften können Sie bei diesen Materialien in der Regel auf dünnere Platten zurückgreifen. Auf das Dämmmaterial werden anschließend Span- oder OSB-Platten aufgebracht, die als Gehbelag dienen. Fertige Dachbodenelemente verfügen ab Werk über einen begehbaren Belag, ihre Verlegung ist vor allem für Heimwerker besonders leicht zu bewerkstelligen.

Bei der Wahl des Dämmstoffes spielen auch die Gegebenheiten vor Ort sowie die geplante Nutzung des Dachbodens eine wichtige Rolle: Wird der Dachboden nur in Notfällen begangen oder soll er auch nach der Dämmung oft betreten und z. B. als Lagerfläche o. Ä. genutzt werden? Folgende Dämmstoffe stehen zur Verfügung:

Geschäumte Dämmstoffe: Dämmplatten aus Styropor (XPS oder EPS) bieten eine hervorragende Wärmedämmung, sind leicht zu verarbeiten, unverrottbar und günstig in der Anschaffung. Achten Sie bei späterer Begehbarkeit auf die Trittfestigkeit der Platten.

Mineralfaser-Dämmstoffe: Dämmstoffe aus Steinwolle oder Glaswolle können Sie als Matten, Filz oder Platten erwerben. Sie sind leicht mit dem Messer zu bearbeiten und haben hervorragende Wärmedämmeigenschaften.

Holzfaser: Diese Dämmung gibt es als elastische Matten oder Platten (auch mit Nut- und Feder-System), sie tragen zu einem guten Raumklima bei, sind einfach mit der Fuchsschwanzsäge zu bearbeiten, verfügen über sehr gute Wärmedämmeigenschaften, sind aber feuchteempfindlich.

Polyurethan: Ist erhältlich als Platte oder Block, einfach zu verarbeiten, druckfest, hat sehr gute Dämmeigenschaften und ist unverrottbar.

Viele Dämmplatten haben einen Stufenfalz. Die einzelnen Platten verfügen dabei über eine oder mehrere Stufen im Randbereich, über die die Platten miteinander verbunden werden. Diese Stufen leiten die Zugluft um, bremsen sie ab und sorgen so für eine bessere Isolierung der Geschossdecke.

2
Reinigung der Geschossdecke
Mann mit Besen auf Dachboden
Auf einen Blick
  • Untergrund reinigen
So wird es gemacht

Zunächst benötigen Sie Dampfbremsfolie. Bevor Sie diese jedoch verlegen können, muss der Untergrund gereinigt werden. Gehen Sie dabei so gründlich wie möglich vor, da kleinste Gegenstände, Steine oder Splitter die Dampfbremsfolie beschädigen könnten. Wenn möglich, kehren, saugen und wischen Sie die Fläche. Abstehende Nägel sollten Sie komplett wieder in den Boden einschlagen und spitze Gegenstände entfernen.

3
Auslegen und Verkleben der Dampfbremsfolie
Hände mit Klebeband auf Dampfbremsfolie
Auf einen Blick
  • Dampfbremsfolie zurechtschneiden
  • Folie am Rand verkleben
  • Folienbahnen verbinden
So wird es gemacht

Schneiden Sie die Dampfbremsfolie mit einem Cuttermesser zurecht. An Stellen, an denen die Dampfbremsfolie an Wände oder Pfeiler anstößt, lassen Sie mindestens 10 cm Überstand. Die Folie wird in den Randbereichen mit einem speziellen Dichtkleber verklebt. Achten Sie darauf, die Folie nicht zu stark zu spannen, um Risse und andere Beschädigungen der Folie zu vermeiden. Die einzelnen Bahnen der Folie müssen überlappen und sollten mit Klebeband dicht verbunden werden.

4
Dämmstoff zuschneiden und verlegen
Mann mit Zollstock und Cuttermesser auf Dämmplatte
Auf einen Blick
  • Dämmplatten zurechtschneiden
  • Platten verlegen
So wird es gemacht

Nun geht es an die Verlegung des Dämmstoffs. Verlegen Sie die Dämmplatten Reihe für Reihe, beginnend in einer der hinteren Ecken und arbeiten Sie sich dann nach vorne in Richtung Aufgang oder Tür zu. Platten, die zu groß sind, sowie Eck- und Randstücke müssen zurechtgeschnitten oder -gesägt werden.

5
Span- oder OSB-Platten als Gehbelag auslegen
Mann mit OSB-Platte auf Boden
Auf einen Blick
  • ggf. begehbaren Belag auf Dämmplatten aufbringen
So wird es gemacht

Soll der Dachboden als unbeheizter Stauraum genutzt werden, müssen Sie Span- oder OSB-Platten als begehbaren Belag auf das Dämmmaterial aufbringen. Die Platten werden schwimmend verlegt und in der Nut miteinander verklebt. Bei der Verwendung von fertigen Dachbodenelementen entfällt dieser Schritt, da die Elemente bereits mit einem Gehbelag ausgestattet sind.

Die Dämmung der oberen Geschossdecke ist auch für Laien ohne große Grundkenntnisse einfach zu bewerkstelligen. Mit relativ geringen Kosten und innerhalb weniger Stunden können Sie Heizkosten merkbar senken, das Raumklima verbessern und Bauschäden vorbeugen. Der Stauraum unter dem Dach muss danach nicht verloren gehen: Solange der Speicher unbeheizt bleibt, können Sie ihn weiterhin begehen. OBI hilft gerne bei Fragen zur Materialwahl und richtigen Verlegung weiter.

Das benötigen Sie für Ihr Projekt

  • Klebeband
  • Dampfbremsfolie
  • Kleber zur Verklebung der Dampfbremsfolie
  • Dämmstoff
  • ggf. Span- oder OSB-Platten
  • Cuttermesser
  • Fuchsschwanzsäge
  • Besen
  • Staubsauger

Das könnte Sie auch interessieren