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Zimmertüren im Überblick

Zuletzt aktualisiert: 22.11.20219 MinutenVon: OBI Redaktion
Weiße Zimmertür, daneben ein Beistelltisch.

Dieser Ratgeber zeigt dir die Unterschiede der verschiedenen Zimmertüren im Überblick. Dabei lernst du den Aufbau von Innentüren im Detail kennen und erhältst eine Übersicht zu Türzargen und Türgriffen.

Welche Zimmertüren gibt es?

Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Zimmertüren, deren Funktionalität und Design sich unterscheiden. Beliebte Modelle sind zum Beispiel Zimmertüren aus Massivholz, Türen mit Dekorfolie oder Laminatbeschichtung sowie Weißlacktüren. Auch Furniertüren, Glastüren und Türen mit Lichtausschnitten werden häufig im privaten Wohnraum genutzt.

Bei der Auswahl geeigneter Zimmertüren sind viele Faktoren von Bedeutung. Um die richtige Entscheidung zu treffen, setzt du dich daher am besten im Vorfeld mit dem grundlegenden Aufbau von Zimmertüren auseinander. Türblätter gibt es beispielsweise mit diversen Mittellagen und Oberflächenbeschichtungen.

Türrahmen beziehungsweise Zargen sowie Türklinken, auch als Türdrücker oder Türgriffe bekannt, sind ebenfalls in mehreren Ausführungen erhältlich.

Zimmertüren aus Massivholz – robust und langlebig

Zimmertüren aus Massivholz eignen sich oft gut für Räume im Landhausstil und passen häufig zu Möbeln im Retrolook.

Für Türen aus Echtholz sprechen ihre Langlebigkeit und Widerstandsfähigkeit. Kratzer und kleinere Schäden besserst du bei Massivholz-Türen schnell aus. Anschließend sehen die Türblätter der Innentüren wieder wie neu aus.

Beim Kauf einer Zimmertür aus Massivholz ist vor allem die Wahl des Holzes entscheidend. Dieses bestimmt stark die Optik und Beschaffenheit der Innentür. Naturholz verändert beispielsweise im Lauf der Zeit unterschiedlich stark seine Farbe. Während die eine Holzart nach und nach dunkler wird, hellen sich Oberflächen aus anderen Holzarten auf.

Ein weiterer Aspekt von Massivholz-Türen ist die Einzigartigkeit der jeweiligen Maserung. Sie macht solche Zimmertüren zu echten Unikaten.

Massivholztür in einem Flur neben einer Treppe.

Zimmertüren mit Dekorfolie – dekorativ und günstig

Eine günstige Alternative zu einer Innentür aus Massivholz ist eine Zimmertür mit Dekorfolie. Türen mit Dekorfolie gibt es als einfarbige Modelle oder als Varianten in diversen Holzoptiken. So erhältst du unter anderem Innentüren in der Optik von Ahorn, Buche oder Eiche.

Neben dem deutlich geringeren Preis weisen Zimmertüren mit Dekorfolie in Holzoptik gegenüber den Echtholztüren zudem den Vorteil auf, dass die Türblätter nicht nachdunkeln. Die Optik bleibt also auch nach dem Kauf weitgehend erhalten.

Ein weiterer Vorzug von Türen mit Dekorfolie ist die vergleichsweise einfache Pflege: Auf der Folie zieht Schmutz kaum ein, weshalb sich die Innentüren leicht reinigen lassen.

Zimmertür mit Dekorfolie in Holzoptik.

CPL-Türen – widerstandsfähig und pflegeleicht

Zimmertüren mit einer Laminatbeschichtung werden als CPL-Türen (Continuous Pressed Laminat) bezeichnet. Diese Laminatbeschichtung macht die Türblätter außerordentlich robust. CPL-Türen sind mit ihrer speziellen Oberfläche resistent gegen Kratzer und Stöße. Außerdem sind sie besonders pflegeleicht.

Im Gegensatz zu vielen Türblättern aus anderen Materialien kannst du bei CPL-Türen auch Reinigungsmittel mit Lösungsmitteln verwenden, sodass du selbst problematische Verschmutzungen wie angetrockneten Kleber mit vergleichsweise wenig Aufwand entfernst.

Wie Türen mit Dekorfolie sind auch CPL-Türen farbecht und lichtbeständig. Ein weiterer Vorzug von CPL-Innentüren ist eine umfangreiche Vielfalt in puncto Design. CPL-Zimmertüren erhältst du in verschiedensten Optiken und passend zu jedem Einrichtungsstil.

Zimmertür mit Laminatbeschichtung

Weißlacktüren – neutrale Optik

Weißlacktüren sind lackierte Innentüren, die du in diversen Ausführungen und Stilrichtungen erhältst. Zur Auswahl stehen dir zum Beispiel moderne Designs und Retro-Optiken.

Beim verwendeten Weißlack handelt es sich meist um einen umweltschonenden Acryllack, der in mehreren Schichten aufgetragen wird. Die glatte und harte Lackbeschichtung macht die Innentüren pflegeleicht und robust.

Weißlacktüren sind daher nicht nur zeitlos im Design – die Qualität der Oberfläche macht diese Zimmertüren auch langlebig. Dank der vergleichsweisen neutralen Optik passen Weißlacktüren in viele Räume.

Zimmer mit gelber Couch und Garderobe. In der Mitte eine Weißlack-Tür

Furniertüren – naturnah und umweltschonend

Eine weitere Alternative zu Zimmertüren aus Massivholz sind Türen mit Furnier. Furniertüren verfügen über eine Echtholz-Oberfläche und sind ökologisch nachhaltig. So reicht ein Baum aus, um rund 1.000 Furniertüren zu beschichten.

Grundsätzlich weisen Furniertüren ähnliche Eigenschaften wie Innentüren aus Massivholz auf. Das bedeutet beispielsweise, dass sich die Farbe des Holzes im Laufe der Zeit verändert. Je nach Holzart dunkelt das Furnier nach oder wird heller.

Ebenso eigen ist Innentüren mit Furnier, dass sie eine einzigartige Optik dank der Echtholz-Maserung aufweisen. Ein Nachteil gegenüber den Massivholztüren ist, dass Innentüren mit Furnier nicht so robust sind.

Flur mit drei geöffneten Furnier-Zimmertüren.

Glastüren und Türen mit Lichtausschnitt

Glastüren werden in modernen Wohnräumen unter anderem häufig in Form von Schiebetüren eingesetzt. Dabei bestehen Ganzglastüren aus mindestens 8 mm dickem Sicherheitsglas.

Die lichtdurchlässigen Türen verleihen Räumen nicht nur mehr Helligkeit, sondern lassen Zimmer und Flure auch größer wirken.

Glastüren stehen dir in verschiedenen Designs zur Verfügung. Hierzu gehören unterschiedliche Farben, Strukturen und Dekorationen. So hast du zum Beispiel die Auswahl aus Türen mit mattem oder komplett durchsichtigem Glas.

Auch Kombinationen mit anderen Türvarianten sind möglich. Unter Umständen ist es sinnvoll, Innentüren mit gläsernen Lichtausschnitten für die Innenraumgestaltung zu nutzen. Bei diesen Türen werden eine oder mehrere Glasscheiben in das Türblatt eingesetzt, die lichtdurchlässig und je nach Beschaffenheit auch komplett durchsichtig sind. Häufig finden sich in den Türen rechteckige Lichtausschnitte.

Es gibt aber auch Zimmertüren mit runden oder ovalen Glaselementen. Die Anordnung der Lichtausschnitte findet sich wiederum häufig mittig im oberen Bereich der Tür – teils als Oberlicht. Ebenso erhältst du Varianten mit anderen Gestaltungsformen. Üblich sind zudem Zimmertüren mit Lichtausschnitten und Sprossenrahmen.

Eine Schiebetür aus halbdurchsichtigem Glas mit schwarzem Rahmen.

Glatte Türen

Glatte Türen gelten als Standardlösung und lassen sich universell einsetzen. Sie bestehen aus einem leichten Holzrahmen, der auf beiden Seiten mit einer glatten Platte verkleidet ist. Im Inneren der Tür befindet sich ein Kern, der je nach Qualität der Innentür aus unterschiedlichen Materialien besteht. Der Kern ist entscheidend für die Stabilität der Tür.

Die günstigste und leichteste Lösung ist eine Wabenkern-Einlage, die meist aus Karton besteht. Diese Füllung hat neben dem günstigen Preis auch den Vorteil, dass sie sehr leicht ist. Robuster ist eine Füllung aus Röhrenspan. Neben größerer Stabilität bieten glatte Türen mit Röhrenspaneinlage auch eine bessere Schalldämmung.

Eine stabile, aber auch schwere Lösung sind Zimmertüren mit Vollspankern. Hier besteht der Kern vollständig aus Span. Sie sind dadurch so stabil, dass du Lichtausschnitte setzen kannst. Die Gefahr des Verziehens ist bei Türen mit Vollspankern gering. Zudem erreichst du mit ihnen gute Schalldämmwerte.

Eine glatte weiße Tür

Türen für besondere Einsatzbereiche

Das Material und die Form der Türen können sie für bestimmte Einsatzbereiche geeignet machen. Glastüren kommen zum Beispiel als Windfänge infrage, da sie auch im geschlossenen Zustand den Blick auf den Eingangsbereich ermöglichen.

Fehlt der Platz zum Öffnen einer herkömmlichen Tür, sind Schiebetüren eine gute Option. Wenn kein Beschlag für eine Schiebetür angebracht werden kann, sind Falttüren eine alternative Lösung. Beide Türen bieten allerdings kaum Schallschutz.

Für bestimmte Einsatzbereiche sind auch im Innenbereich Stahltüren sinnvoll und teilweise vorgeschrieben. Für den Übergang zu Kellern und nicht ausgebauten Dachböden empfehlen sich Zinkal-Türen. Diese Stahltüren sind auch bei großen Temperaturunterschieden zu beiden Seiten formstabil.

Bei Durchgängen von Heizungsräumen oder Garagen zu Wohnräumen sind in manchen Bundesländen Brandschutztüren vorgeschrieben.

Schiebetür aus Holz, weiß lackiert.

Rahmen- oder Füllungstüren

Die auch als Füllungstür bekannte Rahmentür besteht aus einem umlaufenden Rahmen, der in den meisten Fällen aus Holz gefertigt ist. In mehrere Teilstücke dieses Rahmens sind sogenannte Füllungen eingepasst. Sie können zum Beispiel aus Holz, Holzwerkstoffen oder auch aus Glas bestehen.

Eine bekannte Füllungstür ist zum Beispiel die Landhaustür, die insbesondere in Kombination mit rustikaler Einrichtung gemütlich wirkt. Rahmentüren eignen sich besonders gut, wenn große Glasflächen in Türen integriert werden sollen.

Auch bei Rahmentüren existieren Qualitätsunterschiede: Bei günstigen Varianten wird das Schnittholz nicht verleimt, sondern im Ganzen verarbeitet. Dadurch ist das Risiko von Rissen oder Verziehen größer als bei der stabverleimten Rahmentür.

Den höchsten Standard bei Stabilität und Schallschutz bieten schichtverleimte Rahmentüren. Sowohl Rahmen als auch Füllung bestehen hier aus schichtweise verleimtem Holz.

Doppeltürige Rahmentür in graublau.

Einlagen von Türblättern – Türen mit Vollspanplatte

Mit Ausnahme von reinen Massivholztüren sowie Glastüren haben Zimmertüren grundsätzlich eine sogenannte Einlage oder Mittellage. Oft besteht diese Einlage aus einer Spanplatte.

Besonders robust sind die Vollspantüren mit einer durchgängigen Spanplatte. Bei diesen Türblättern befindet sich zwischen der Decklage und der Deckplatte als Mittellage die Vollspanplatte.

Querschnitt einer Tür mit Vollspanplatten-Kern

Innentüren mit Röhrenspan-Kern

Die meisten Zimmertüren besitzen eine Einlage mit sogenanntem Röhrenspankern. Bei diesen Türblättern wird die Spanplatte durch röhrenförmige Durchstöße unterbrochen. Der Röhrenspankern liegt wiederum zwischen der Decklage und der Deckplatte.

Unterscheiden kannst du hier noch Türen mit einer Röhrenspan-Stegeinlage und einer Röhrenspanplatte. Innentüren mit Röhrenspankern bieten mehr Schallschutz und eine bessere Wärmeisolierung. Zudem sind die Innentüren stabiler als Türen mit Wabenkern.

Querschnitt einer Tür mit Röhrenspan-Kern

Zimmertüren mit Wabenkern

Innentüren mit einem sogenannten Wabenkern besitzen eine Mittellage, die über wabenförmige Hohlräume aus Papier oder Karton verfügt. Sie sind leichter und preisgünstiger als Türen mit Vollspanplatte oder mit Röhrenspankern.

Querschnitt einer Tür mit Wabenkern

Türdrücker in verschiedenen Varianten

Als Türdrücker wird die Türklinke inklusive Rahmen und Schnappvorrichtung bezeichnet. Das Türschloss ist nicht inbegriffen.

Türdrücker gibt es in verschiedenen Materialien wie etwa Messing oder Edelstahl und vielen Designs.

Funktional unterscheiden sich zum Beispiel Türbeschläge bei WC- und Badezimmertüren von herkömmlichen Zimmertüren. Hier werden oft Türdrücker mit einem festen Drehknopf zum Verschließen verbaut.

Generell beeinflussen die Türbeschläge die Optik einer Innentür sowie der Haustür stark. Für die individuelle Gestaltung stehen dir zum Beispiel verspielte, geschwungene und rein funktionale Türklinken zur Verfügung.

Berücksichtige beim Kauf neben einer ansprechenden Optik auch das Handgefühl und beziehe die Ergonomie der Türklinke in die Entscheidung mit ein.

Geöffnete Tür mit Türklinken und Schlüsselloch, die den Blick auf ein Treppengelände freigibt.

Zimmertüren im OBI Online-Shop

Türzargen in unterschiedlichen Designs

Türzargen – oft auch Türrahmen oder Türstöcke genannt – beeinflussen das Gesamtbild deiner Tür ebenfalls stark. Zargen für Zimmertüren bestehen meist aus Holz, gelegentlich wird auch Stahl verwendet.

Stahlzargen kommen beispielsweise bei Funktionstüren wie Brandschutztüren zum Einsatz. Auch Funktionstüren, die vor Einbrüchen schützen, nutzen in der Regel Türzargen aus Stahl.

Das Design der Zarge sollte mit dem Türblatt harmonieren, muss aber nicht zwingend dekorgleich sein. Wegen ihrer klassischen Schlichtheit sind Türrahmen mit abgerundeten Kanten - sogenannte Rundkanten - beliebt. Erhältlich sind Zargen aber auch mit eckigen Kanten, die im Fachjargon als Glattkanten bezeichnet werden.

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