
Dampfbremse anbringen
Eine Dampfbremse schützt ein Gebäude vor Feuchtigkeit und somit Schimmelbildung, aber auch vor Wärmeverlust. Willst du eine Dampfbremse anbringen, solltest du sehr sorgfältig arbeiten, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu unterbinden. Wir zeigen dir daher in sieben Schritten, wie du sie anbringst und worauf du dabei achten solltest.
Was ist eine Dampfbremse?
Unter einer Dampfbremse versteht man eine Folie, die die Wasserdampfdiffusion bremst. Sie sorgt also dafür, dass das Eindringen von Wasserdampf und somit Feuchtigkeit in das entsprechende Bauteil verlangsamt wird und die Dämmung trocken bleibt. Die Folie für die Dampfbremse besteht meist aus Aluminium oder auch Polyethylen.
Wird die Dampfbremse allerdings falsch angebracht, können Feuchteschäden am Gebäude und in der Dämmung entstehen. Sorgfältiges Arbeiten ist hier also besonders wichtig.
Dampfbremse und Dampfsperre: Was ist der Unterschied?
Die beiden Begriffe Dampfsperre und Dampfbremse werden oft synonym gebraucht. Allerdings unterscheiden sie sich in Bezug auf den Diffusionswiderstand. Beide haben zwar die Aufgabe, Feuchtigkeit vom Gebäude fernzuhalten. Die genaue Wirkung und auch der Aufbau weichen aber voneinander ab.
Der Diffusionswiderstand wird mit dem sd-Wert angegeben. Er gibt an, wie hoch der Widerstand der Dampfsperre beziehungsweise Dampfbremse ist, also wie gut der Stoff Wasserdampf abhält.
Eine Dampfbremse hat einen deutlich niedrigeren sd-Wert als eine Dampfsperre. Der sd-Wert einer Dampfsperre liegt mindestens bei 1.500 m. Damit gilt der Stoff als diffusionsdicht beziehungsweise als wasserundurchlässig.
Grundsätzlich schützt ein Material mit hohem sd-Wert das Gebäude besser vor Feuchtigkeit. Schließt die Dampfsperre aber nicht komplett dicht ab, kann es zu Schimmel kommen, zu einem Wärmeverlust oder auch zu einer geringeren Dämmleistung.
Besonders Anschlüsse an Fenstern, Rohren oder Steckdosen müssen sorgfältig angebracht werden, da sonst oben genannte Schäden drohen.
Wichtig ist auch, dass die Dampfsperre nicht zu früh angebracht wird. Montierst du sie, wenn einzelne Bauteile noch feucht sind, kann das Wasser daraus nicht entweichen. Auch hier droht dann Schimmel.
Bei Dampfbremsen ist dieses Risiko geringer, da sie noch Feuchtigkeit durchlassen. In der Regel wird daher eher eine Dampfbremse als eine Dampfsperre angebracht. Diese Folien haben einen sd-Wert von 2 bis 1.500.
Wozu wird eine Dampfbremse benötigt?
Im Haus entsteht permanent feuchte Luft. Beim Kochen, Duschen, Baden und auch beim Atmen. Gibt es keine Dampfbremse, steigt die Feuchtigkeit in die Dämmung. Diese kann dadurch beschädigt werden und somit ihre Dämmeigenschaften verlieren. In der Gebäudekonstruktion kann das zu Schimmel, Tauwasser oder anderen Schäden durch die Feuchtigkeit führen.
Vor allem bei ausgebauten Dächern, bei Holzhäusern oder Fertighäusern ist eine Dampfbremse wichtig. Massivhäuser und Mauern aus Beton brauchen in der Regel keine oder nur eine Dampfbremse mit niedrigem sd-Wert.

Auch beim Kochen entsteht reichlich Wasserdampf. Ohne Dampfsperre könnte dieser zu Schimmel im Haus führen.
Dampfbremse anbringen: So geht das
7 Schritte
1Material
Auf einen Blick
Beschaffung des notwendigen Materials
2Verlegen
Auf einen Blick
Die Folie dem Innenraum zugewandt mit einem Tacker anbringen
Beim Tackern jeweils Abstände von 10 cm bis 12 cm und 8 cm Tiefe einhalten
3Dehnungsfalten
Auf einen Blick
Folien locker anbringen und kleine Falten bilden
4Überstand
Auf einen Blick
Überstand von etwa 15 cm einhalten
5Abdichten
Auf einen Blick
Folien mit Dampfbremsklebeband überkleben
6Durchbrüche und Anschlüsse
Auf einen Blick
Durchbrüche und Anschlüsse abkleben
Installationsebene zwischen Folie und Innenverkleidung lassen
7Konterlattung
Auf einen Blick
Abstandshalter zwischen Rauminnenwand und Dampfsperre anbringen
Wie kann man die Dichtheit der Dampfsperre testen?

Mit einem Infrarotgerät kann ein Fachunternehmen undichte Stellen in der Dampfsperre aufspüren.
Ist deine Dampfsperre angebracht, solltest du die Dichtheit testen. Das geht mit dem sogenannten „Blower-Door-Test“.
Dafür kommt ein Messtechniker ins Haus. Dieser montiert einen Ventilator in der Haustür und klebt sie dann mit einer Folie ab. Das Gebläse erzeugt einen Unterdruck und zieht die Luft aus dem Haus heraus. Die vom Ventilator ausgesaugte Luft wird gemessen. Erscheint die Menge zu groß, gibt es undichte Stellen im Haus.
Auch Infrarotaufnahmen mit einer Wärmebildkamera können undichte Lücken oder Schäden aufdecken.
Zu guter Letzt ist auch eine Nebelmaschine ein gutes Mittel, um undichte Stellen zu finden. In der Nähe von undichten Stellen bewegt sich der Nebel stärker. So kannst du recht einfach Fehler entdecken und sie ausbessern.








