Verschiedene Holzarten gestapelt

Bauholz im Vergleich – Vollholz und Holzwerkstoffe

Holz ist ein vielseitiger Werkstoff für den Innenausbau sowie für Haus- und Möbelbau. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie verschiedene Holzarten und Holzwerkstoffe voneinander unterscheiden können und welche zu Ihrem Vorhaben passen.

Welches Holz eignet sich für welchen Zweck?

Nach der Verarbeitung kann Holz eingeteilt werden in Voll- bzw. Massivholz, Holzwerkstoffe (v. a. Faser- oder Spanplatten) und Furnier (dünne Bretter meist mit dekorativem Zweck).

Als Holz für den Hausbau eignet sich Fichtenholz. Eiche und Lärche zeichnen sich insbesondere durch ihre Witterungsbeständigkeit aus. Für den Möbelbau eignen sich Laubhölzer wie Ahorn und Akazie, Birke, Buche, Eiche, Erle und Esche bis hin zu Kirsche und Nussbaum. Als Bodenbelag empfehlen sich Ahorn, Lärche, Esche und Eiche. Wenn Sie Holz für den Außenbereich und den Terrassenbau einsetzen möchten, sollten Sie auf Hartholz wie Bambus oder Bangkirai, Nadelhölzer wie Lärche oder Douglasie setzen. WPC (Wood Polymer Composites) ist eine beliebte Alternative zu Vollholz. 

Holzwerkstoffe und Furniere unterscheiden sich stark in Stabilität und damit Verwendung. Der Einsatz reicht von einfachen Bastelarbeiten über Möbelbau und Verkleidungen bis hin zu tragenden Konstruktionen im Innenausbau.

Holz – ein universelles Material

Baumstämme geschichtet

Verschiedene Holzarten unterscheiden sich durch Härte und Widerstandsfähigkeit, Witterungsbeständigkeit und Bearbeitbarkeit, aber auch durch optische Kriterien wie Farbe und Maserung.

Nach der Festigkeit (bzw. Dichte) kann man Holz in Weichholz und Hartholz einteilen. Hölzer mit einer Rohdichte unter 550 kg/m³ (bei 0 % Feuchtigkeit) werden als Weichhölzer bezeichnet. Dazu zählen die meisten heimischen Nadelhölzer (insbesondere Kiefer, Fichte, Tanne) sowie z. B. Weide, Pappel oder Linde. Allerdings kann die Dichte je nach Holzsorte, Region und Beschaffenheit stark schwanken. Harthölzer, z. B. Buche, Eiche, Esche oder Nussbaum, sind schwerer zu verarbeiten, aber dafür widerstandsfähiger.

Eigenschaften und Verwendung verschiedener Hölzer

Tanne
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
sehr weich (410 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
gering (aber höher als Fichte)
Einsatzbereiche
Bau außen und innen, Möbel
Fichte
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
sehr weich (470 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
gering
Einsatzbereiche
Bau außen und innen, Dachstühle, Fußböden, Möbel
Kiefer
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
weich (520 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
mäßig
Einsatzbereiche
Bau außen und innen, Fußböden, Möbel
Douglasie
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
mittelhart (550-580 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
mäßig
Einsatzbereiche
Bau/Innenausbau, Parkett, Möbel, Vertäfelung, Garten/Terrassen
Lärche
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
mittelhart (550-590 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
hoch
Einsatzbereiche
Innenausbau, Fußböden, Treppen, Möbel, guter Ersatz für Tropenhölzer
Kirsche
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
mittelhart bis hart (600 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
mäßig
Einsatzbereiche
Edelholz, Furnierholz für Innenausbau, Möbel
Walnuss
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
hart (640 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
hoch
Einsatzbereiche
Edelholz für Möbel, Innenausbau, Parkett oder Täfelungen
Eiche
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
hart (650 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
hoch
Einsatzbereiche
Edelholz für Möbel, Innenausbau, Parkett oder Täfelungen
Esche
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
hart (650-690 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
gering
Einsatzbereiche
Möbel, Fußböden, Wandverkleidungen
Rotbuche
Härte (Rohdichte Æ) bei 0 % Feuchtigkeit
sehr hart (720 kg/m³)
Witterungsbeständigkeit (unbehandelt)
gering
Einsatzbereiche
Möbel, Parkett, Treppen

Bauholz für den Hausbau

Fichtenholz findet bei uns als Bauholz an vielen Stellen Verwendung: Im Außenbereich und im Innenausbau, für Dachkonstruktionen, Holzverkleidungen, Geländer, Treppen, Fußböden, Fenster oder Türen. Kommt es auf Witterungsbeständigkeit an, sind Eiche oder Lärche eine gute Wahl. Beim Dekor spielen vor allem Nussbaum- und Obsthölzer ihre Stärken aus.

Für die meisten Anwendungen beim Hausbau ist Konstruktionsvollholz (KVH) gut geeignet. KVH-Erzeugnisse sind veredelte Bauschnitthölzer (aus einem Baumstamm geschnitten) mit definierten Eigenschaften, etwa einer Holzfeuchte von max. 15% (+/- 3%), die die Gefahr von Verformungen minimiert.

Bei Konstruktionen mit hoher statischer Beanspruchung wird dagegen häufig Brettschichtholz (BSH) verwendet. BSH besteht aus mindestens drei Lagen miteinander verleimter Holzbretter, wodurch höhere Querschnitte als bei KVH möglich werden. In der Regel wird ein Brettschichtholz immer aus einer Holzart hergestellt. Vor allem Fichten-, Tannen-, Kiefer-, Lärchen- oder Douglasien­hölzer finden dabei Verwendung. BSH kann höhere Kräfte übertragen, ohne einzureißen oder sich zu verformen. Es ist besonders für die Verwendung in sichtbaren Bereichen geeignet, z. B. offene Dachkonstruktionen, Zwischenwände oder Vordächer. 

Dachbalken aus Holz
Handwerker mit Werkzeugen und Holzbrettern beim Innenausbau

Holz für den Möbelbau

Esstisch und Schränke aus Eichenholz in Zimmer
Schrankwand aus Buchenholz

Holz als dekoratives Element eignet sich für viele Wohnstile. Wählen Sie ein Holz mit lebhafter Maserung, z. B. Fichte oder Kiefer, für einen natürlichen, rustikalen Landhausstil. Kirschbaum oder Esche wirken elegant und wertig, während sich Eiche oder Nussbaum durch Gediegenheit auszeichnen. Sehr wirkungsvoll sind auch Holzverkleidungen für Ihre Wände und Decken: Sie setzen nicht nur optische Akzente, sondern schützen auch vor Feuchtigkeit, verbessern die Schalldämmung und beeinflussen die Raumakustik.

Im Möbelbau sind vor allem Laubhölzer beliebt: von Ahorn und Akazie über Birke, Buche, Eiche, Erle und Esche bis hin zu Kirsche und Nussbaum. Aber auch Kiefer und Fichte werden hier verbaut. Ein klassisches Möbelholz ist Eiche: dicht gefasert, beständig und leicht zu verarbeiten. Auch Buche und Ahorn sind gut geeignet und sehr strapazierfähig. Wer ein Holz ohne starke Maserung benötigt, sollte Birkenholz in Betracht ziehen.

Beim Innenausbau wie auch beim Möbelbau stellt sich die Frage: Massivholz oder Furnier? Weil Holz „lebt“, seine Ausdehnung verändert und sich verziehen kann, ist Massivholz vor allem bei einfacheren Möbelkonstruktionen zu empfehlen, wo es nicht auf absolute Passgenauigkeit ankommt. Gerade bei sehr hochwertigen Hölzern werden oft Furniere verwendet – Nachteile sind damit in der Regel nicht verbunden.

Holzzuschnitt nach Maß

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Holz für Bodenbeläge

Fußböden aus Holz sorgen für einen behaglichen Raumeindruck, sind fußwarm und lassen sich dazu auch oft mit einer Fußbodenheizung kombinieren. Bei der Auswahl des Materials spielen neben Aussehen und Preis vor allem die Beanspruchung und der Pflegeaufwand eine Rolle. So eignen sich Ahorn, Lärche, Esche und Eiche wegen ihrer Festigkeit und ihres hohen Abnutzungswiderstandes hervorragend für Massivholz-Bodenbeläge und für Treppen im Innenbereich. Eine günstige, robuste und pflegeleichte Alternative ist Laminat – Holzspan- oder Faserplatten, auf die eine dünne Dekorschicht aufgebracht ist.

Wohnzimmer mit Bodenbelag aus Holz

Holz für die Terrasse und den Garten

Terrassendielen aus Holz auf Wiese

Ähnlich wie Parkett im Wohnzimmer schafft Holz auch im Außenbereich eine natürliche Atmosphäre. Für den Terrassenbau eignen sich Harthölzer wie Bambus oder Bangkirai, Nadelhölzer wie Lärche oder Douglasie, wärmebehandeltes Thermoholz aus Esche oder Kiefer sowie das holzähnliche WPC (Wood Polymer Composites, Verbundwerkstoffe aus Holz und Kunststoffen).

Harthölzer sind besonders langlebig. Sie sind witterungsbeständiger als Nadelhölzer und WPC sowie Pilzen und Insekten gegenüber deutlich widerstandsfähiger. Bei der Ökobilanz schneiden sie dagegen nicht ganz so gut ab. Der Verbundwerkstoff WPC ist im Vergleich zu den reinen Naturmaterialien rutschfester und splitterfrei. Die Produkte heizen sich bei direkter Sonneneinstrahlung allerdings erheblich stärker auf.

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Holzwerkstoffe und ihre Eigenschaften im Überblick

Verlegeplatten aus Holzspänen oder Holzfasern sind für den Heimwerker von besonderer Bedeutung. Sie sind leichter und günstiger als Vollholz und eignen sich gut für viele Einsatzbereiche im Möbel- und Innenausbau, je nach Verleimung sogar für Feuchträume. Spanverlegeplatten werden aus Holzspänen und Kunstharzleim hergestellt. Man unterscheidet dabei herkömmliche Spanplatten von den biegefesteren, belastbaren OSB-Platten (Oriented Strand Board) mit ihrer markanten Optik. MDF-Platten, mitteldichte Faserplatten, sind dank ihrer Homogenität und ihrer feinen Oberfläche vielseitig einsetzbar und können auch leicht lackiert, beschichtet, furniert oder foliert werden.

Holzplatten aufeinander gestapelt

OSB

  • Aus groben Holzspänen mit Leim gepresste Grobspanplatte
  • Für tragende Zwecke, Möbelbau und Verkleidungen aller Art im Innenbereich
  • Widerstandsfähig, robust, biegefest und preiswert

Rohspan / Dekorspan

  • Aus feinen Holzspänen gepresste Spanplatte (Typ P2), roh oder mit beidseitiger Beschichtung in verschiedenen Dekoren
  • Für alle nicht tragenden Anwendungen wie Möbel- und Innenausbau im Innenbereich
  • Leicht zu verarbeiten, vielseitig einsetzbar

MDF / HDF Dekor

  • Mitteldichte Faserplatte (MDF) / Hochverdichtete Faserplatte (HDF)
  • Aus feinsten Holzspänen mit Kunstharzleim gepresste Faserplatte
  • In verschiedenen Dekoren erhältlich
  • Für Musikboxen, Möbel-, Model- und Regalbau sowie für Rückwände und Bilderrahmen
  • Nur in trockenen Räumen verwenden
  • Leicht schleif- und lackierbar, hoch biegefest
  • Sehr gute akustische Eigenschaften

Sperrholz

  • Aus dünnen kreuzverleimten Funieren bestehendes Holz
  • Besonders im Hobby- und Bastlersegment genutzter Werkstoff im Innenbereich
  • In verschiedenen Holzarten wie Buche, Kiefer und Pappel verfügbar
  • Einfachste Verarbeitungseigenschaften

Multiplex

  • Aus dünnen kreuzverleimten Funieren bestehendes Holz mit mehr Holzfurnier-Lagen als Sperrholz
  • Für nicht tragende Konstruktionen und Möbelbau im Innenbereich
  • In verschiedenen Holzarten wie Buche, Fichte und Kiefer verfügbar
  • Einfachste Verarbeitungseigenschaften
  • Naturholz mit weicher Holzoberfläche

Siebdruck

  • Beidseitig Phenolharz beschichtete Multiplexplatte
  • Wenig wasserdurchlässig nach Versiegelung der Schnittkanten
  • Besonders geeignet bei hoher Belastung wie z.B. als Anhängerboden oder als Betonschalung
  • Für Innen- und Außenbereich
  • Extrem formstabil und hoch belastbar
  • Witterungsbeständig sowie abriebsfest und einseitig rutschfest

Leimholz

  • Massive Vollholzplatte (Buche, Fichte-Tanne, Kiefer) aus verleimten Massivholzlamellen
  • Für nicht tragende Konstruktionen und Möbelbau im Innenbereich
  • In verschiedenen Holzarten wie Buche, Fichte und Kiefer verfügbar
  • Einfachste Verarbeitungseigenschaften
  • Naturholz mit weicher Holzoberfläche

3-Schicht

  • Aus 3-stabilen Holzlagen verleimte Holzwerkstoffplatte
  • Für tragende Konstruktionen und konstruktiven Möbelbau im Innenbereich
  • Hochwertige Optik, stabil und beständig

Tischlerplatte

  • Mehrschichtplatte mit beidseitigen Furnierplatten und Kern aus verleimten Massivholzlamellen
  • Universalplatte für fast jeden Einsatz im Innenbereich

Allzweckplatte

  • Aus Papier und Harzen gepresst
  • Für den Möbelbau sowie als Tischplatte oder Wandverkleidung im Innen- und Außenbereich
  • Auch für den Feuchtraum geeignet
  • Sehr dünn, extrem belastbar und hoch witterungsbeständig