StartBauenAußenbereich

Drainage verlegen

Zuletzt aktualisiert: 29.11.20216 MinutenVon: OBI Redaktion
Männer verlegen ein Drainagerohr vor dem Haus

Die Anleitung zeigt dir, wie du eine Drainage verlegen kannst. Lies hier, wie Tief du die Drainage verlegen solltest und weshalb ein Versickerungstest vor dem Verlegen wichtig ist.

Wie tief die Drainage verlegen?

Tatsächlich entscheidet die korrekte Tiefe für eine Drainage am Gebäude darüber, ob diese überhaupt durchgeführt werden darf. Grundsätzlich sollte eine Gebäudedrainage unterhalb der Fundamentoberkante liegen. Das bedeutet, normalerweise werden alle Drainagerohre also unterhalb des Kellerbodens verlegt – sofern das Haus einen Keller hat.

Liegt der Grundwasserspiegel allerdings über diesem Punkt, ist die Verlegung einer Drainage nicht ohne Weiteres erlaubt. Liegt das Grundwasser tiefer als die Oberkante des Fundaments, also unterhalb der geplanten Drainage, kannst du diese umsetzen. Andernfalls wendest du dich an einen Fachbetrieb, um die Möglichkeiten zur Entwässerung rund um Haus und Garten gemeinsam zu klären. Die Entwässerung lässt sich beispielsweise mit den Drainagematten oder Flächendrainagen effektiv lösen. Dadurch wird ermöglicht, dass sich unter den Belägen auf Terassen oder Balkonen kein Wasser stauen kann.

Generell prüfst du unbedingt vor Beginn der Arbeiten und dem Verlegen der Drainagerohre, ob du eine Genehmigung der Gemeinde beziehungsweise vom zuständigen Amt benötigst. Hierbei kannst du auch gleich klären, ob es die Möglichkeit für eine Ableitung des gesammelten Wassers ins Entwässerungssystem vor Ort gibt. Ist dies nicht möglich, brauchst du eine andere Lösung.

Wenn du dir unsicher mit der Entwässerung deines Grundstücks oder des Hauses bist, wende dich frühzeitig an ein ausgewiesenes Fachunternehmen.

Warum ist die Entwässerung des Grundstücks wichtig?

Etwa 90 % der Bauschäden im Kellerbereich entstehen durch von außen eindringende Nässe. Steht das Wasser permanent an der Wand, leitest du die Feuchtigkeit mithilfe einer Drainage zuverlässig ab.

Mit häufiger auftretendem Starkregen, der die Fläche neben dem Haus in kürzester Zeit aufweicht und durchfeuchtet, wächst das Problem weiter an. Die in die Wände eindringende Feuchtigkeit kann die Bausubstanz des Gebäudes schädigen, für ein unangenehmes Raumklima sowie eine erhöhte Schimmelgefahr sorgen.

Wenn du also feuchte Wände im Keller hast, lässt du das Feuchteproblem am besten von einem Fachbetrieb prüfen, um die Ursachen eindeutig zu klären und geeignete Gegenmaßnahmen wie das Verlegen einer Drainage einzuleiten.

Wir zeigen dir in dieser Anleitung, wie du den Verlauf einer Drainage planst, einen Versickerungstest durchführen und Drainagerohre verlegst, damit die Grundmauern des Hauses trocken bleiben.

So verlegst du eine Drainage

4 Schritte

1
Vor der Drainage: Versickerungstest durchführen
Heimwerker führt den Versickerungstext durch und füllt eine Grube im Garten mit Wasser.
Auf einen Blick
  • Abtransport des Wassers prüfen
  • Grube für den Test graben
  • Versickerungstest durchführen
So geht das

Prüfe, wohin das Wasser abtransportiert werden kann. Falls es einen Kanalanschluss gibt, musst du die geplante Einleitung von Wasser aus deiner Drainage bei der örtlichen Behörde genehmigen lassen.

Führe einen Versickerungstest durch, um die Beschaffenheit und Aufnahmefähigkeit des Bodens zu ermitteln. Grabe hierfür eine circa 40 cm x 40 cm große und 20 cm bis 40 cm tiefe Grube und bedecke die ebene Sohle mit einer 2 cm dicken Feinkies- oder Grobsandschicht.

 

Wässer die Grube mit der Sand- oder Kiesschicht circa eine Stunde, damit der Boden drumherum ordentlich gesättigt ist. Für die eigentliche Messung füllst du die Grube dann zu circa 30 cm mit Wasser. Kontrolliere innerhalb der folgenden halben Stunde alle 10 Minuten mithilfe eines Meterstabs den Wasserstand und notiere die Werte. Addiere die drei Wasserstandsveränderungen und teile diesen Wert in Zentimeter durch 30 Minuten, um die Versickerungsrate deines Bodens zu erhalten.

 

Ist die Rate kleiner als 0,03 cm/min, ist eine Versickerung nicht möglich und eine Drainage gegebenenfalls sinnvoll. Bei einer Rate zwischen 0,03 und 0,12 cm/min ist eine Versickerung nur mit erhöhter Zwischenspeicherkapazität möglich. Zwischen 0,12 und 1 cm/min liegt der Optimalbereich für die Versickerung. Ist die Grube schon vor Ablauf der 30 Minuten leer, fließt das Wasser zu schnell ab. Eine Versickerung des Wassers ist dann wegen einer möglichen Grundwasserverschmutzung bedenklich.

So geht das

2
Verlauf der Drainage festlegen und Graben ausheben
Heimwerker hebt Graben für die Drainage aus.
Auf einen Blick
  • Drainage-Verlauf festlegen
  • Materialbedarf berechnen
  • Graben ausheben
  • Vlies auslegen und Kies einfüllen
So geht das

Hast du alle benötigten Informationen und Genehmigungen zusammen, legst du den Verlauf der Drainage auf dem Boden fest. Das Drainagerohr sollte entlang der Grundmauern deines Hauses verlaufen und von dort zur Versickerungsstelle wie einem Sickerschacht oder zum Kanalanschluss führen.

 

Miss die Länge aus und ermittle so den Materialbedarf. Berücksichtige hierbei auch Kies für eine Kiesschicht sowie ein Vlies, auf dem du die wenige Zentimeter hohe Kiesschicht herstellst.

Hebe nun einen entsprechenden Graben mit einem Spaten aus. Mit einem Mini-Bagger bearbeitest du das Erdreich deutlich schneller und einfacher. Lege den Boden des Grabens mit Filtervlies aus und fülle 10 bis 15 cm Kies auf.

 

Hinweis: Plane bereits beim Ausheben des Grabens das Gefälle für die Drainagerohre ein. Der höchste Punkt liegt demnach auf der gegenüberliegenden Seite der Versickerungsstelle beziehungsweise des Kanalanschlusses. Verlege die Drainage komplett um das gesamte Haus herum. Idealerweise verlaufen die Rohre absteigend von beiden Seiten des höchsten Punktes zum Sickerschacht oder Kanal.

So geht das

3
Drainagerohre verlegen und an Revisionsschacht anschließen
Heimwerker verlegt Drainagerohre und schließt sie an Revisionsschacht an.
Auf einen Blick
  • Rohre für Drainage verlegen
  • Gefälle kontrollieren und einhalten
  • T-Stücke und Revisionsschächte einbauen
  • Drainage an Kanal oder Sickerschacht anschließen
So geht das

Verlege im Kiesbett das Drainagerohr mit einem Gefälle von mindestens 2 %. Das Rohr beginnt dabei 20 cm unter der Oberkante des Fundaments. Der tiefste Punkt ist der Kanalanschluss oder der Anschluss an den Sickerschacht. Mit einer Wasserwaage kontrollierest du, ob du das Gefälle einhältst.

 

In jede Ecke baust du ein T-Stück und einen Revisionsschacht ein. Dieser Schacht wird auch DrainageschachtDränschacht oder Kontrollschacht genannt. Durch diese Schächte werden Verunreinigungen aus der Drainage gespült. Dies ist für die funktionstüchtige Entwässerung unerlässlich.

 

Durch den Revisionsschacht kontrollierst du später die Rohrleitungen und reinigst die Rohre bei Bedarf. Regenwasser wird immer wieder Sand und Ähnliches in die Drainage spülen. Um die Funktionsfähigkeit zu erhalten, reinigst du die Schächte. Dreck wird sich hier eher ansammeln, weil die Revisionselemente in der Regel einige Zentimeter tiefer als die Rohre liegen.

 

Nun schließt du das System noch an den Kanal oder den Sickerschacht an.

So geht das

4
Graben mit Sickerkies auffüllen
Heimwerker füllt mit einer Schubkarre Kies in den Graben mit Drainagerohr.
Auf einen Blick
  • Kies in den Kanal einfüllen
  • Kiesfläche mit Filtervlies bedecken
  • Graben mit Erdaushub oder wasserdurchlässigem Füllstoff auffüllen
So geht das

Sind alle Rohre verlegt und das Drainagerohr an den Kanal angeschlossen, füllst du Sickerkies in den Graben, bis die Dämmplatten der Hauswand rund 50 cm hoch bedeckt sind.

 

Danach bedeckst du die gesamte Kiesfläche erneut mit Filtervlies, um die Drainage und das Kiesbett vor Verunreinigungen durch Schwemmteilchen des Erdreichs zu schützen.

 

Den Rest des Grabens füllst du mit dem Erdaushub oder mit einem anderen wasserdurchlässigen Füllstoff auf, bis du wieder ebene Flächen erhältst.

So geht das

Das benötigst du für dein Projekt

  • Drainagerohre
  • Revisionsschächte
  • Anschlussrohre
  • Filtervlies
  • Kies
  • Metermaß
  • Wasserwaage
  • Spaten
  • Schubkarre

Potenzielle Fehler vermeiden

Beim Verlegen von Drainagerohren ist saubere und exakte Arbeit nötig. Fehler zeigen sich meist erst nach Jahren. Im schlimmsten Fall versumpft der Garten oder das Mauerwerk zieht Wasser. Vermeidest du folgende Hauptfehler, senkst du das Risiko für spätere Schäden:

  • Verwende für eine Drainage nur ein geeignetes Filtervlies. Dieses wird nicht sofort mit Erde zugesetzt. Dadurch würde es seine Funktion verlieren. Auf keinen Fall nutzt du dafür alte Bettlaken oder andere Gegenstände.
  • Für eine Hausdrainage nimmst du keine gelben Drainagerohre, auch wenn sie günstiger sind. Sie haben nicht ausreichend Leistung für die Aufgaben. Verlege Hart-PCV-Rohre.
  • Verzichte nicht auf die Kiesschicht. Der Aufwand dafür ist zwar groß und die Schicht erhöht die Kosten, aber sie ist notwendig. Ohne diese Filterschicht verstopfen die Leitungen schnell und erfüllen nicht mehr ihre Aufgabe.
  • Verlege die Drainagerohre unbedingt mit einem Gefälle von 2 % bis 3 %.

Das könnte dich auch interessieren

Regenwasser sammeln und für die Bewässerung nutzen
Um den Garten zu bewässern, kannst du Regenwasser verwenden. Erfahre hier, wie du Regen am besten sammelst, um ihn für die Bewässerung deines Gartens zu verwenden.
Mehr erfahren
Gartengestaltung – Ideen und Inspirationen
Je nach eigener Vorliebe gestaltest du deinen Garten klassisch, modern, natürlich oder mediterran – hier findest du verschiedene Stile im Überblick und Gestaltungsideen.
Mehr erfahren
Bodenarten und Erde
Lies hier alles zu Bodenarten und Erde im Garten: Lerne Sand-, Lehm- und Ton-Böden sowie Zeigerpflanzen kennen und erfahre mehr zur Bodenverbesserung.
Mehr erfahren
Gartenweg anlegen und pflastern – Schritt für Schritt
Lege einen Gartenweg in nur 7 Schritten selbst an. Die Anleitung erklärt das Vorgehen – vom Aushub des Wegbettes bis zum Abrütteln des verfugten Weges.
Mehr erfahren
Hang befestigen – Schritt für Schritt
Du möchtest im Garten einen Hang befestigen, beispielsweise mit Gabionen oder Pflanzsteinen? Wie du dabei vorgehst und worauf du dabei achten solltest, erfährst du hier.
Mehr erfahren
Smart Garden
Zum Smart Garden gehören Mähroboter und Bewässerungscomputer aber auch Außenleuchten mit Bewegungsmeldern und Kameras. Wir geben Tipps zur Auswahl und Funktionsweise.
Mehr erfahren
Holzschutz für außen: Tipps & Tricks
Holzmöbel und -zäune brauchen im Außeneinsatz einen besonderen Schutz. Wir zeigen dir im OBI Ratgeber, wie du dein Holz außen richtig schützt.
Mehr erfahren
Schimmel entfernen und vorbeugen
Wie du Schimmel entfernen und vorbeugen kannst, erfährst du im OBI Ratgeber. Lies mehr zur nachhaltigen Schimmelbekämpfung sowie der Vorbeugung von Schimmel.
Mehr erfahren
Schimmel im Bad entfernen und vorbeugen
Aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit kann im Badezimmer schnell Schimmel entstehen. Lese hier, wie du diesen entfernen und die Luftfeuchtigkeit kontrollieren kannst.
Mehr erfahren

Die OBI Bau- und Heimwerkermärkte Systemzentrale GmbH schließt bei nicht sach- und fachgerechter Montage entsprechend der Anleitung sowie bei Fehlgebrauch des Artikels jede Haftung aus. Ihre gesetzlichen Ansprüche werden hierdurch nicht eingeschränkt. Achten Sie bei der Umsetzung auf die Einhaltung der persönlichen Sicherheit, tragen Sie, wenn notwendig, entsprechende Schutzausrüstung. Elektrotechnische Arbeiten dürfen ausschließlich von Elektrofachkräften (ÖVE/ÖNORM EN 50110-1) ausgeführt werden. Bei dem Aufbau der Artikel müssen die Arbeiten nach AUVA durchgeführt werden. Führen Sie diese Arbeiten nicht aus, wenn Sie mit den entsprechenden Regeln nicht vertraut sind. Wir sind um größte Genauigkeit in allen Details bemüht.