Skizze eines barrierefreien Badezimmers mit Waschbecken, Handtuchhaltern, Dusche sowie einem WC vor dunklen Wandtafeln

Barrierefreies Bad – mehr Bewegungsfreiheit schaffen

Das Bad dient längst nicht mehr der reinen Körperpflege, es hat sich zu einem intimen Wohlfühl-Raum entwickelt. Um dort genügend Platz für die tägliche Begegnung mit sich selbst zu schaffen, lohnt es sich, Barrieren zu beseitigen und mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen.

Präzise Planung für mehr Platz

Der Gang ins Bad diente lange lediglich der persönlichen Sauberkeit. Entsprechend funktional reihten sich Waschbecken, WC und Wanne aneinander. Tatsächlich verbringt jedoch jeder vom ersten Blick in den Spiegel über die Katzenwäsche bis zur erfrischenden Dusche oder einem Entspannungsbad am Abend täglich rund 30 Minuten in seiner privaten Sanitärabteilung. Grund genug, dem Raum mehr Aufmerksamkeit zu schenken und ihn den individuellen Wünschen anzupassen.

Großzügig sollte es sein, das Bad für alle Generationen. Damit jeder sich dort wohlfühlt, sollten die einzelnen Elemente schwellenlos erreichbar und leicht zu bedienen sein. Gleichzeitig sollte genügend Platz für die ganz alltäglichen Handgriffe vom Anziehen bis zum Zähneputzen bleiben. Da viele Bäder jedoch räumlich begrenzt sind, ist eine präzise Planung mit platzsparender Einrichtung entscheidend. Um den Flächenbedarf besser einschätzen zu können, empfiehlt es sich, den Grundriss grob aufzuzeichnen und Dusche, Waschbecken, WC und Wanne einfach mal auf dem Papier hin- und herzuschieben.

Skizze eines Badezimmer-Grundriss mit WC, Dusche und Waschbecken

Die wichtigsten Kriterien für ein barrierefreies Bad

  • genügend Bewegungsfreiheit
  • gute Beleuchtung und Kontraste für mehr Sicherheit
  • rutschhemmende Bodenbeläge
  • gut erreich- und bedienbare Sanitärelemente
  • Dusch-WC für mehr Selbstständigkeit

Festgelegte Flächen für mehr Bewegungsfreiheit

Skizze eines Badezimmer-Grundriss mit Abmessungen rund um Toilette, Waschbecken und Badewanne

Der Umbau zu einem barrierefreien oder sogar rollstuhlgerechten Bad ist aufwändig und kostenintensiv. Kranken- und Pflegeversicherungen bieten Zuschüsse für einzelne Maßnahmen. Eine umfangreichere Unterstützung lässt sich unter anderem bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie über Förderprogramme verschiedener Bundesländer beantragen. Diese Mittel sind jedoch häufig an festgelegte Normen für bestimmte Bewegungsflächen gebunden, die sich nicht in allen Bädern umsetzen lassen.

Der Mindeststandard erfordert vor dem Waschtisch, dem WC, der Wanne sowie in der Dusche einen Bewegungsradius von 1,20 Meter für Rollstuhlnutzer sind 1,50 Meter vorgesehen. Diese Flächen dürfen sich jedoch gegenseitig überlagern.

Für individuelle Lösungen einen persönlichen Beratungstermin vereinbaren.

Barrierefrei oder rollstuhlgerecht

Tabelle zum Thema barrierefreies oder rollstuhlgerechtes Badezimmer

Orientieren Sie sich bei der Planung Ihres Badezimmers an den entsprechenden Maßen.

Licht und Kontraste

Ein durchdachtes Lichtkonzept sorgt dafür, dass auf dem Weg zur Toilette oder in die Dusche niemand im Dunkeln tappt. Akzentstrahler erhellen einzelne Zonen und Nischen, so dass sie Stolperfallen besser sichtbar machen. Bewegungsmelder, sensorgesteuerte Leuchten und Orientierungslampen ermöglichen es auch in den Nachtstunden, die einzelnen Objekte besser voneinander zu unterscheiden.

Die Orientierung im Raum unterstützen zusätzlich farblich voneinander abgesetzte Fliesen, die über Kontraste eine deutliche Abgrenzung beispielsweise zum Duschbereich ermöglichen. Sie sollten besonders rutschhemmend sein, um den Füßen Halt zu geben und Ausrutscher zu verhindern. Haltegriffe für noch mehr Sicherheit lassen sich bei Bedarf nachträglich einbauen.

Skizze eines Badezimmers mit großem Fenster und einer barrierefreien Dusche sowie Badewanne und Waschbecken

Rutschhemmende Böden

Oberflächlich sollten Badezimmer-Fliesen so beschaffen sein, dass sie Ausrutscher möglichst verhindern. Produkte mit rutschhemmenden Eigenschaften sind zur besseren Orientierung in unterschiedliche Bewertungsgruppen eingeteilt. Die beginnen mit den geringsten Anforderungen in der Klasse R9 und reichen bis zum höchsten Bedarf für den gewerblichen Bereich in der Klasse R13.

Den Einsatz im privaten Raum regeln keine konkreten Vorschriften. Für barrierefreie Bäder und den Einsatz in der Dusche sind Fliesen aus der Klasse R10 zu empfehlen. Ergänzend ist es ratsam, auf die Bewertungsgruppe B zu achten, die Fliesen für nasse Zonen ausweist.

Einfacher Einstieg

Skizze einer barrierefreien Dusche mit Sitzmöglichkeit und Duschkopf
Skizze einer Badewanne neben einer Toilette mit Haltegriffen sowie Maßangaben

Eine bodengleiche, begehbare Dusche mit transparenten Trennwänden oder Türen wirkt nicht nur offen und großzügig, sie erleichtert auch den Zugang. Eine geflieste Sitzbank bietet eine ebenso stabile wie komfortable Position, um zur Ruhe zu kommen und sich ganz dem individuellen Pflege-Programm zu widmen. Alternativ lässt sich auch ein Klappsitz (Tiefe 45 Zentimeter, Sitzhöhe 45-48 Zentimeter) nachträglich einbauen. Armaturen sowie Handbrause, Seife und Shampoo sollten mit einem Handgriff erreichbar sein. Halterungen an der Wand erleichtern nach dem Duschen das Aufstehen. Auch sie lassen sich bei entsprechend stabilen Wänden auch später noch anbringen. Nach dem Duschen lassen sich faltbare Türen vergleichsweise einfach zur Seite klappen, so dass ein zusätzlicher Bewegungsraum entsteht.

Sofern keine Badewanne vorhanden ist, sollte ein nachträglicher Einbau  (anstelle der Dusche oder zusätzlich) zumindest technisch möglich sein. Denn die Normen für einen rollstuhlgerechten Umbau sehen diese Gestaltung ausdrücklich vor. Die Wanne muss außerdem über einen Lifter nutzbar sein sowie über zusätzliche Haltegriffe verfügen. Die Armaturen sollten sich nicht nur problemlos erreichen lassen, sondern über einen Einhebelmischer inklusive Temperaturbegrenzung auch leicht bedienbar sein.

Waschtisch und Spiegel

Der Spiegel sollte in etwa einem Meter Höhe montiert und ausreichend groß sein, um ihn sowohl im Stehen als auch im Sitzen nutzen zu können. Die Oberkante des Waschbeckens kann sich direkt unterhalb in etwa 80 bis 85 Zentimetern Tiefe anschließen. Darunter sollte genügend Beinfreiheit (65-70 cm) bleiben, damit Waschen und Zähneputzen auch im Sitzen möglich sind. Eine spezielle Waschbeckenbrause erleichtert beispielsweise die Gesichts- und Haarpflege. Entsprechend leicht müssen auch Steckdosen und Ablagen erreichbar sein. Damit sich auch die Armaturen mühelos bedienen lassen, empfiehlt sich ein Abstand von maximal 40 Zentimetern zur Vorderkante des Waschtisches. Verlängerte Griffe oder Einhandmischer ermöglichen eine einfache Handhabung. Berührungslose Modelle sollten dagegen unbedingt mit einer Temperaturbegrenzung von höchstens 45 Grad Celsius ausgestattet sein, um ein Verbrühen zu verhindern. Für sehbehinderte Menschen sind sie allerdings wenig geeignet, da sie schwierig zu erkennen und noch schwieriger zu ertasten sind.

Skizze eines unterfahrbaren Waschtischbereichs mit einer Person am Waschbecken sowie Höhenangaben

WC mit Komfort

Skizze eines Badezimmers mit Waschbecken und WC sowie Maßangaben zur Spiegelhöhe und Bewegungsfläche

Bequem benutzbar sollte auch das WC installiert sein. Genügend Abstand zur Wand und zu anderen Sanitärelementen (20 Zentimeter) macht es gut erreichbar; für einen Rollstuhl ist es ratsam, auf einer Seite 90 Zentimeter Platz einzukalkulieren, um das Umsetzen zu erleichtern. Die Sitzhöhe sollte bei 46-48 Zentimetern liegen, die Bewegungstiefe bei 70 Zentimetern. Eine Rückenlehne sowie klappbare Stützgriffe rechts und links lassen sich optional ergänzen. Ein Modell oder eine Brille mit Dusch-WC-Funktion bietet zusätzlichen Komfort und erhöht die persönliche Selbstständigkeit.

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